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Archiv der Kategorie: Inklusion/Integration

Funktioniert die Schule mit der vollen Inklusion? – Kofo Essen #gebärdensprache

http://www.zeichensetzen-online.de/kofo/htm/2013/juni/dat/Protokoll_Kofo_%2026_06_2013.pdf

Wie man aus dem Protokoll dieser Kofo in Essen (im Internat von RWB-Essen) im Sommer 2013 entnehmen kann, scheint ingesamt betrachtet schulische Inklusion für Hörgeschädigte in NRW zu scheitern, weil die bekannte Probleme auf die Bedürfnisse hörbehinderter Schuler in allen Bereichen herrscht. Somit ist es eine Bestätigung, warum die meisten gegen schulische Inklusion sind. „Silent Writer“ berichtete: Viele hörgeschädigte Schüler/-in sind gegen schulischen Inklusion!

Problematisch ist die sogenannte Mindestgrößenverordnung für Förderschulen (dadurch wird auch der Geldzuschuss geregelt) muss sicherlich in den Jahren entsprechend angepasst werden. Wenn weniger Schüler im Förderschule landet, wird die Förderschule geschlossen ohne WENN und ABER. Bei Schließung von Förderschulen ist es für vielen sicher ein Alptraum, wenn jemand eines Tages als Bildungsopfer sieht. Selbst Dr. Ulrich Hase sieht die Inklusion in Schulen durchaus kritisch, weil vieles noch nicht durchdacht ist. Vor allem denkt er, dass die Politik zu sehr darauf vertraut, dass die inklusive Gesellschaft sich schon entwickeln wird. Auch muss aufgepasst werden, dass der Berufsstand Sonderpädagogik (für Hörgeschädigte, für Blinde und Sehbehinderte, Lernbehinderte usw.) nicht ausstirbt. Dr. Ulrich Hase schlug provokativ vor, warum denn die Deutsche Gebärdensprache nicht als 3. Fremdsprache in den normalhörenden Schulen eingeführt wird, was mit großem Applaus von den Zuschauern begrüßt wurde. Auch sieht er die Gefahr, dass gerade stark hörbehinderte Opfer von Inklusion werden. Und das lustigste ist auch, aus dem Protokoll ist es zu lesen, dass man im Englischunterricht auch in Gebärdensprache einsetzen sollte. Die Frage ist auch, ob im Unterricht die Deutsche Gebärdensprache in der direkten Kommunikation verwendet wird oder in BSL (= British Signlanguage) oder ASL (= American Sign Language) wird? Und welcher Gebärdensprachdolmetscher/-innen können perfekt BSL oder ASL?

Die anwesenden RWB-Schüler, die damals mit der Inklusion in der Regelschule Erfahrungen machten, berichteten im Prinzip alle das Gleiche. Meistens hat der Hörbehinderte Unterstützung durch einen Förderlehrer, mit dem spezielle Fragen und Probleme zum Unterricht geklärt werden können. Aber ab der Klasse von 5-10 und Sekundarstufe 2, wo ständig ein Wechsel von Unterrichtsklassen und Lehrern stattfindet, funktioniert die Rücksichtnahme und die Unterstützung nicht mehr, auch weil die Kenntnisse und Erfahrungen mit Hörbehinderung dann einfach fehlen. Ein gehörloser Schüler berichtete, dass in der Grundschule die Integration zwischen den normalhörenden Schüler und ihm sehr gut war, weil die Kommunikation eher auf einer spielerischen (also kindischen) Ebene ablief. Zwar hatte er immer einen Gebärdendolmetscher dabei, aber als die spielerische Ebene in laufender Schulzeit wegfiel und immer mehr lautsprachlich kommuniziert wurde, fühlte er sich immer öfter isoliert, weil die Kommunikation nur noch über Dritte (Gebärdensprachdolmetscher) lief und in den Pausen der Gebärdensprachdolmetscher nicht immer dabei war.

Die bisherige Praxis der Inklusion in Regelschulen ist eher, dass vereinzelte hörbehinderte Schüler eine normalhörende Klasse besuchen. Dabei entsteht manchmal bei dem Betroffenen selbst das Gefühl, dass er mit seinen Problemen alleine dasteht und ihm der Austausch mit Gleichbetroffenen fehlt. Eltern beklagen vielmehr bürokratische Stolpersteine, wie beispielsweise. dass die Kosten eines Gebärdendolmetschers für die Regelschule nicht finanziert werden oder gar die Zulassung des hörbehinderten Schülers verweigert wird, weil eine Förderschule im gleichen Einzugsbereich liegt.

Ich habe da manchmal meine persönlichen Zweifel, ob so eine „gesetzliche Inklusion“ unbedingt notwendig sei. Aus meiner Sicht haben wir schon seit langem eine „sogenannte stille Inklusion“ erlebt, ganz egal ob Regelschule oder Förderschule. Als hörgeschädigter Kind habe ich selbst „Inklusion“ hautnah erlebt, wo ich nach der Schwerhörigenschule in einen Hort für normale Kinder untergebracht wurde. Damals musste ich oft feststellen, wie die normale Kinder ihre eigene Macken und Kanten haben und war wirklich nichts zu vergleichen gegenüber die Schwerhörigen und Gehörlosen damals. Das heisst das behinderten Menschen durch normale Menschen geringer einschätzen, weil sie „anders“ sind. Dann kommen solche Kommentare wie z.B. „Wie redet der den?“. Trotz meine Hörgeräte, lautsprachliche Entwicklung und akustische Wahrnehmung damals. Wie es heute aussieht, werden wir sehen, ob auch ein Cochlear-Implantat hilfreich sein kann. Dennoch musste ich auch durch viele Cochlear-Implantat-Träger erfahren, wieviele trotz Regelschule sich nicht wohl gefühlt hatten. Durch die frühe Hörgeräteversorgung bei Kleinstkinder und sowie der fortschreitenden Hörgerätetechnologie werden schon seit langem viele hörbehinderte Schülern in „normalen Schulen“ eingeschult. Ergebnis sähe sicher genauso gleich wie die normale Hörgeräteträger. Deshalb ist es gerade für die hörbehinderte Schüler größte Problem, die eine hochgradige Hörbehinderung (Hörverlust ab 60dB) haben und z.B. noch große Defizite in der Sprachentwicklung haben und auch in der Grammatik im Rückstand sind. Dafür müssten erheblich vielmehr Sonderpädagogen in den allgemeinen öffentlichen Schulen bereitstehen. Daran glaube ich nicht, da man auch Kosten einsparen will. Schon heute streiten sich Kommunen mit der Landesregierung, wer die erhöhten Kosten übernimmt. Wer behauptet schulische Inklusion sei ein Sparmodell, ist es aber nicht. Nämlich eine Cochlea-Implantat-Operation und Nachsorge kostet verdammt sehr viel Geld, waren im lautsprachliche und akustische Bereich genauso anstrengend wie die Hörgeräteträger damals. Was ist wenn es schief läuft, lohnt sich ein Cochlea-Implantat auch nicht mehr.

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Wer baute die größte Barriere? #inklusion

Tweet des Jahres! 😉

Dies geschah vor allem dank dem weltberühmtesten Oralisten Alexander Graham Bell, der eine gehörlose Frau und einer schwerhörigen Mutter sowie Ehemann eines Spätertaubten hatte, war Taubstummenlehrer und Erfinder des „gehörlosenfeindlichen“ Telefons. Und jetzt stellt sich die Frage, wer baute tatsächlich die größte Barriere? Die Oralisten oder die Gehörlosen?

Hier mal ein Themenvergleich: Gibt es Barriere in der gehörlosen Gesellschaft?

 

Mailänder „Demo-Meeting 2013“ – #gebärdensprache #barrierefreiheit #inklusion

http://video.repubblica.it/cronaca/da-parigi-a-milano-in-piazza-per-la-lingua-dei-sordi/133476/131993

Auch die Italiener demonstrierten wie in Berlin vor paar Wochen, wo es auch wieder um die Gebärdensprache geht. Übrigens in Italien ist die Gebärdensprache im Gegensatz zu Deutschland gesetzlich nicht anerkannt. Warum das wohl?

Ausgerechnet in Mailand, wo damals auf dem Mailänder Kongresse von 1880
pädagogische Leitlinien beschlossen wurden und die dann über 100 Jahre lang in Italien, Deutschland und anderen europäischen Ländern galten. Damals wurde es so beschlossen dass die Gehörlose in einer hörenden, lautsprachlichen Welt klarkommen müssen, selber sprechen zu lernen und per Lippenlesen zu verstehen, was gesprochen wird.

Während in Deutschland nach dem Demo in Berlin viele deutsche Gehörlose, weil die meisten meinen der Demo gehört nicht zum Wiedersehen und Unterhaltung und als sie gerade die Demo in Mailand per Video im Internet anschauten klagten viele deutsche Gehörlose, die Deutsche müssen lernen um zu schreien und schimpfen und nicht lammfromm demonstrieren. Liegt es an italienische Mentalität oder Bildung oder sind die deutsche Gehörlose zu verblödet?

Schauen wir mal auf die italienische Schattenseite genauer hin, wo in Italien vor allem in Sachen „Inklusion“ sehr groß (bis zu 99% Inklusionanteil) geschrieben ist. Italien hatte bis Anfang der 1960er überhaupt keine Schulen für Behinderte – für sie gab es schlicht gar keine Bildung. Dies war in den 70er Jahre als die „Inklusion“ in Italien eingeführt wurde nur wenig anders, und ein besonderes Interesse für das Wohl der „inkludierten“ behinderten Schüler stand nicht zur Debatte.

Erinnern wir mal an die Original-Aussage von Italo-Deutscher Giuseppe Giuranna: „Aber in Palermo ist die Organisation und Sozialisation für Gehörlose sehr schlecht, deshalb wollten wir lieber nach Deutschland. Hier sind die Schulmethoden, Organisation und Sozialisation für GL besser.“ Quelle: http://www.taubenschlag.de/html/ssh/1054.htm

Das zeigt sehr deutlich, warum trotz Gestik besonders hohes Vorkommen in Italien herrscht und fast vollkommenen Verzicht auf mündliche Kommunikation, sind es für vielen immer noch ein Rätsel warum viele Italiener sich gegen italienische Gebärdensprache stellt.

Sollte sich der Kampf nicht lohnen, mutieren sich trotz moderne Zeitalter die internationale gehörlose Demo möglicherweise immer mehr zum „Demo-Meeting“. Versteht sich!

 

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Viele hörgeschädigte Schüler/-innen sind gegen schulische #Inklusion

Seitdem Politiker die Bildung und Inklusion als wichtiges Thema erkannt haben, überschlagen sich die Reformen. Und trotzdem herrscht bis heute Verunsicherung auf allen Seiten.

Kürzlich erhielt ich einige Informationen über die schulische Inklusion.

Das Rheinisch-Westfälisches Berufskolleg für Hörgeschädigte in Essen (www.rwb-essen.de) hatte am 14. März 2013 einen Besuch von der NRW-Landesregierung (Düsseldorfer SPD-Landtagsabgeordnete) erhalten. SPD-Abgeordnete besuchten eine Gehörlose sowie eine schwerhörige Klasse. Die hörgeschädigten Schüler/-innen haben ihre Erfahrungen und Bedingungen mitgeteilt, welch dies mit sehr viel Interesse aufgenommen wurde.

Die Bedingungen von hörgeschädigten Schüler waren, wie die schulische Inklusion im normale Regelschulklasse aussehen sollte:

– die Sitzordnung muss in einem Halbkreis stattfinden, damit die hörgeschädigte Schüler/-innen jeden das Mundbild ablesen können
– die Lehrer/-innen und nichtbehinderte Mitschüler/-innen müssen Verständnis haben, wenn jemand akustisch nichts verstanden hat, mehrmals zu wiederholen. Das wird in einer Regelschule oft nicht beachtet.
– fehlende FM-Anlage, ohne FM-Anlage fühlen viele Schwerhörigen sich akustisch ausgegrenzt
– fehlende Gebärdensprachkompetenz in der Regelschule, auch viele gehörlosen fühlen sich kommunikativ ausgegrenzt und späteren Schulverlauf häufig alleine gelassen

Sollte alle Bedingungen nicht erfüllt werden, sind die meisten hörgeschädigte Schüler schulische Inklusion dagegen, weil schulische Inklusion für die meisten als Geldsparmodell angesehen wird und zum Scheitern verurteilt ist. Und sie wollen, dass nicht alle hörgeschädigte Schüler/-innen zwangsinkludieren. Denn für fast jeden ist eine Regelbeschulung in der Form der Inklusion nicht das Richtige.

Eine aktuelle RWB-Schülerin berichtete über ihre aktuelle Erfahrung in der Regelschulzeit damals. Sie berichtete, sie war damals auf einer Regelschule, wie sie sich dort fühlte, wie der Regelschul-Unterricht für den Rest der Klasse wird empfindlich gestört wird und Probleme als Hörgeschädigte hatte! 10 Jahre lang. Und weiteres begründet sie, wie sie die ein paar Regelschullehrer, die ihr damals unterstützt haben, aber doch das waren nur wenige.. Die meisten Regelschullehrer/-innen fühlen sich überfordert, um ihre spezielle Förderbedarf zu kümmern. Und seit sie  2013 im RWB Essen ist,  läuft für sie alles besser. Die Lehrer sind dort dafür ausgebildet und wissen wie man mit den Schülern umgehen müssen.

Die bisherige Debatte über Inklusion zeigt jetzt und wird wohl hoffentlich auch dem Letzten glasklar, daß diese Inklusionsgeschichte recht wenig mit der Realität zu tun haben, an den betroffenen Kindern (und damit auch an ihren Eltern und anderen Familienangehörigen!) vorbeigehen, und schlußendlich nur ein erneuter Beweis für die unbedingte Durchsetzung rot-grüner Gutmenschideologie sein wird. Dabei übersehen sie, daß jeder Mensch andere Voraussetzungen und Bedürfnisse für die Teilhabe am Leben mitbringt die man nicht über einen Kamm scheren kann.

Deutsche Politik befindet sich dank UN-Behindertenrechtskonvention im wirren Zustand.

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 9. April 2013 in Inklusion/Integration

 

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Gehörlosen-Schule – ein Schrecken ohne Ende….. #inklusion

Kürzlich eine sehr interessante Argumentation entdeckt und gelesen. Die stammt von politisches Magazin. Ich kann einfach nicht anders, ich MUSS sie hier veröffentlichen!!! Sonst verpasst noch jemand diese bombige Antwort. Also, passt auf, hier sind die Auszüge:

„…Neunzig Prozent der Hörenden, vom Hilfsarbeiter bis zum Uni-Rektor glauben, die Gehörlosen lernen Gebärdensprache von ihren Lehrern an den Gehörlosen-Schulen! Wenn die lesen, Gehörlosen-Lehrer lernen jetzt erst Gebärdensprache, dann würden diese Leser erst recht ein negatives Bild von Pädagogen bekommen. Für jeden normalen Menschen ist es selbstverständlich, daß Lehrer die Sprache ihrer Schüler nicht nur beherrschen, sondern ihnen diese Sprache beibringen.

Seit vierzig Jahren erlebe ich immer wieder, daß Hörende ungläubig den Kopf schütteln, wenn ich ihnen sage: “Die gehörlosen Kinder lernen Gebärdensprache NICHT an den Gehörlosen-Schulen, es ist eine Sprache, die einfach nur von den Älteren an die Jungen weitergegeben wird und in den Gehörlosen-Schulen bis vor einigen Jahren sogar verboten war“.

Am Gymnasium Stegen (bei Freiburg) und an anderen höheren Schulen für Gehörlosen, ist Gebärdensprache bis heute immer noch verpönt. Inzwischen gibt es Hochschulstudium für Gebärdensprach-Dolmetscher. Es ist irgendwie grotesk, Hörende studieren an Hochschulen eine Sprache, die Gehörlosen an keiner Schule lernen, sondern nur im Schulhof und Verein und die Pädagogen besuchen Gebärdensprach-Kurse, anstatt Gebärdensprache im Pädagogikstudium zu studieren und den Gehörlosen-Kindern eine Gebärdensprache mit Niveau zu vermitteln, die den Gehörlosen-Kindern auch einen besseren Zugang zur Schriftsprache ermöglichen könnte….“

Also:

NOCHMAL, BITTE GANZ GENAU LESEN & NACHDENKEN:

„Für jeden normalen Menschen ist es selbstverständlich, daß Lehrer die Sprache ihrer Schüler nicht nur beherrschen, sondern ihnen diese Sprache BEIBRINGEN“. 

„Es ist irgendwie grotesk, Hörende studieren an Hochschulen eine Sprache, die Gehörlosen an keiner Schule lernen, sondern nur im Schulhof und Verein“. 

Das leuchtet ein, oder? Ein Dolmetscher braucht ja ein Diplom als Nachweis für die Beherrschung einer Sprache, die an der Schule nicht unterrichtet wird, weil nicht …….. *ähm* Ich sag lieber nichts dazu.

Ist das nicht pervers? Sollte irgendwann evtl. auch „gehörlose Schüler in Regelschule – ein Schrecken ohne Ende…..“ tituliert werden. Wir sind gespannt.

 

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Eine Diskussion zuviel…

Sinn und Unsinn von Diskussionsveranstaltungen zum Jahr der Behinderten

Ganz Europa feiert das Jahr der Behinderten gemeinsam unter einem Motto. Nur Deutschland gehen wieder mal ihren eigenen Weg und haben eine ganz andere Kampagne gestartet. „Na und!“, so ihr Motto. Das übrigens Millionen Euro kosten soll. Genauso viel Geld, wie vom Bund für den Rest von Deutschland bereitgestellt wurde. Was die Behinderten davon halten? „Geldverschwendung!“ – auch harte Worte sind gefallen: „Debilität“ und „Verballhornung“sind ein Beispiel. Was ist eigentlich der Sinn dieser Kampagne? Was will man mit der Aktion „Europäischen Jahr der Behinderten“ (EJB) erreichen? Verbesserungen sind nicht in Sicht. Eines steht aber fest: Es wird zum „EJB“ viel geredet. Sind wenigstens die Diskussionsveranstaltungen lehr- und geistreich?

Hier drei verschiedene Gesprächsrunden im Rückblick: 

„Total Normal – Arbeit und Freizeit mit Behinderung leben“ Anwesend waren: Ca. 200 Leute. Davon 4 Gehörlose und 2 Dolmetscherin. Laute Töne: „Wir wollen für uns sprechen“. Dann der erste Satz, der ins Schwarze traf: „Es gibt zuwenige spezielle Lehrer“. Ja, immer noch sind die meisten Lehrer an GL-Schulen Gebärdensprachanalphabeten.
Weiter geht’s: „Anfangs hatten wir Bedenken gegen Integration“. Jetzt nicht mehr?
Behindertenbeauftragte, bei der Podiumsdiskussion noch ganz schweigsam, sprach nun viel Klartext: „Was politisch gewollt ist wird auch finanziert!“„Ich habe die Vision, dass meine Aufgabe überflüssig wird“ und das Beste: „der normale Alterungsprozess wird als Behinderung angesehen!“ – Behindertengeld statt Renten?

„Gewinner oder Verlierer? Dolmetschervermittlung im Teufelskreis!“
Hierzu wurden auch drei Politiker eingeladen. Vor der Diskussion wurde ausgemacht: Wer zuviel redet, kriegt die „gelbe Karte“. Die gelbe Karte kam aber nie zum Einsatz. Das übernehmen wir jetzt.
Statt gleich zum Thema zu kommen, verschwendete ein Gehörloser fast 30 Minuten mit dem Vorwort zur Dolmetschersituation. Diese hätte er allen Diskussionsteilnehmern am Vortag zufaxen können. Gelbe Karte! Alle Gesprächsteilnehmer schienen fast ständig gleicher Meinung zu sein: Gehörlose brauchen dies und das, jawohl. Gelbe Karte. Dolmetscher-Katzenjammer: „Hausfrauen und Arbeitslose haben keinen Anspruch auf Dolmetscher!“ Tatsächlich? Gelbe Karte! „Dürfen Dolmetscher während der Ausbildung aushelfen?“ Besser nicht, da wahrscheinlich zu teuer und Zuständigkeitskrieg ausbrechen könnte. Gelbe Karte.

Ein Gehörloser: „1 Milliarden für den neue Berliner Flughafen , woher kommt plötzlich das Geld?“ Und: „Wenn man das Geld den GL geben würde, wären wir für 50 Jahre versorgt!“ Was? Milliarden für den GL? Her mit dem Berliner Flughafen! Gelbe Karte! Dann der Schreck: „Ihr bekommt Hausaufgaben!“ (Moderatorin zu den Politikern). Wie kindisch! Gelbe Karte!
„Rollstuhlfahrer haben keine Barrieren, sie haben ja Rampen bekommen! Und wir Gehörlose haben immer noch Barrieren!“Rote Karte! Es wurde noch mehr Müll gesprochen. Mehr wird nicht erwähnt. Anwesend: 8 Teilnehmer und 2 Mods. Nur 30 Zuschauer wollten diese Diskussion über sich ergehen lassen…

Quartett Imperfekt. Etwa 150 Gäste. Die drei ständigen Teilnehmer des Quartett Imperfekts. Vor laufender Kamera wurde das erste Thema einer neuen Gesprächsreihe eröffnet: „Über die Behandlung von Behinderten im 3. Reich und was danach alles so ganz anders wurde“.
Zitat aus dem Flyer: „Die Mitglieder der neuen unkonventionellen Gesprächsreihe ‚Quartett Imperfekt‘ mischen sich ein und stellen unbequeme Fragen“. Unbequem waren nur die Stühle, gesprochen hat fast nur der geladene Gast und das Ganze erweckt den Eindruck, dass die Gäste von der Behandlung Behinderter im 3. Reich nix gewusst hätten. 4 Teilnehmer, die in Rampenlicht gerückt bzw. gerollt wurden. Ein heikles Thema, das in einem banalen Monolog ausuferte. Weitere Diskussionsrunden mit dem „Trio Infernale“ stehen noch bevor.


 

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Olympia und hörgeschädigte Sportler? #Inklusion

Via Twitter gab es heisse Diskussionen um behinderte/beinamputierte Sportler Oscar Pistorious.
Vergleichen wir mal, wie inklusiv heute und damals wirklich ist.

Der erste behinderte Olympia-Teilnehmer überhaupt, war nämlich Deutsch-Amerikaner George Eyser (USA/Deutschland, beinamputiert).

Bis vor Olympia 2012 machten auch andere behinderte Sportler mit:

Olivér Halassy (Ungarn, beinamputiert)
Lis Hartel (Dänemark, Muskelkrankheit)
Neroli Fairhall (Neuseeland, gelähmt)
Paola Fantato (Italien, gelähmt)
Natalie du Toit (Südafrika, beinamputiert)

Heute haben wir Olympia 2012 in London gesehen, wieviele behinderte Sportler/-innen mitgemacht haben. Nämlich:

– Natalia Partyka (Polen, armamputiert)
– Im Dong Hyun (Südkorea, sehbehindert)
David Smith (USA, schwerhörig)
Oscar Pistorius (Südafrika, beinamputiert)

Und die Hörgeschädigte? Kein Inklusion-Problem, damals und heute gab/gibt es einige hörbehinderte Sportler/-innen, die Olympia teilgenommen haben/hatten.

Hier die Nameliste:

Terence Parkin (Südafrika, gehörlos)
– Frank Bartolillo (Australien, gehörlos)
– Chris Colwill (USA, schwerhörig)
Tamika Catchings (USA, schwerhörig)
Donald Gollan (Großbritannien, gehörlos)
Carlo Orlandi (Italien, gehörlos)
– Tony Ally (Großbritannien, gehörlos)
– Hugo Passos (Portugal, gehörlos)
– Wjatscheslaw Semjonowitsch Skomorochow (Sowjetunion, schwerhörig)
– Anatoli Jewstignejewitsch Masljonkin (Sowjetunion, schwerhörig)
Ildikó Rejtö (Ungarn, gehörlos)
Jeffrey Float (USA, schwerhörig)

Und jemand aus Deutschland? Angeblich schreien heute viele, Deutschland sei Inklusionfeindlich. Falsch gelegen. Damals gab´s die und ohne UN-Behindertenkonvention(!!!). Nämlich:

– Gerhard Sperling (Deutschland/DDR, gehörlos)
– Gertrude Ederle (Deutsch-Amerikanerin, schwerhörig)

Und noch was interessantes über ein gehörloser Olympiateilnehmer aus Estland und Unterschied zu Terence Parkin:

Der estische Ruderer, der nicht „deaf“ sein will.

Der Este Jüri Jaanson hat bei der Olympia 2004 im Einer-Rudern die Silbermedaille gewonnen. Für den damals 39jährigen war das ein großartiges Comeback an die Weltspitze. 1990 gewann er den ersten Platz bei der Ruder-WM in Australien, fünf Jahre später belegte er bei der WM in Finnland den zweiten Platz. Erst 2004 stand der leidenschaftliche Ruderer wieder auf der Siegertreppe: In Poznan gewann Jüri den Worldcup. Vor seiner Ruderkarriere war Jaanson Skiläufer, doch er hatte bald keine Lust mehr. „Ich wollte eine Sportart, wo ich mich weiterentwickeln konnte“, meinte Jüri noch, bevor er zum Ruder griff.
Im Gegensatz zu den anderen hörgeschädigten Sportkollegen stuft sich Jaanson (wie auch Ringer Hugo Passos) nicht als „deaf“ ein und trägt auch beim Sport Hörhilfen. Jüri Jaanson ist also nicht der Meinung, dass Gehörlosigkeit im Sport Vorteile verschafft – wie sein Sportkollege Terence Parkin stets behauptete. Der Südafrikaner verkündete stolz, Gehörlosigkeit wäre kein Handicap, im Gegenteil: Da Terence Parkin beim Start auf ein Lichtsignal achten müsse und nicht wie die anderen auf einen Startschuss, könne er etwas schneller starten – denn Licht sei ja schneller als Schall. Ja, Sportler können genial sein…

Geholfen hat es Terence Parkin aber wenig, in Sydney gewann er nur Silbermedaille und in Athen schied er zweimal bereits im Halbfinale aus (100m und 200m Brustschwimmen).

 

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