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Archiv für den Monat November 2013

Cochlear Ltd. –> Medienlüge #gehörlos #gebärdensprache #cyborgs

Diesen Videobeitrag zeigt sehr deutlich, wie in den USA Gehörlosengemeinschaft seit 1950 fast 70% verringert wurde.

http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2010/1130/003_cochlea.jsp

Jetzt seht Ihr ein Videobeitrag von gehörlose Natalie Girth. Ist zwar etwas alt, aber dennoch zeigt den Videobeitrag wie verzerrt die mediale Bildlandschaft ist. Ihre Stimme wurde hier komplett synchronisiert, damit im Fernsehen alles perfekt klingt – und das hinterließ so eine Art Klischee. Gleichzeitig verhinderte man bei Hörenden die Erfahrung mit gehörlosen Stimmen, damit man alles super rüberkommt. Aber wie sieht´s in der Realität wirklich aus? Wenn Ihr nicht glauben wollt, dann frag ruhig Natalie nach und könnt es direkt von Natalie Girth persönlich erfahren, dass ihre Stimme für die TV-Sendung komplett synchronisiert wurde.

Woher hat Cochlear-Implantat solche Macht?
Es besteht eine „Schweigespirale“ bei diesem Thema. Die Medien suggerieren bekanntlich eine falsches Bild, deshalb schweigt die CI-Industrie wegen sozialer Erwünschtheit. Heißt konkret: Eigentlich ist nur eine Minderheit für eine Gleichstellung von Behinderten. Der CI-Industrie ist es gleichgültig. Bis zu mehrere hunderttausende Hörgeschädigten wurden Opfer der erzwungenen internationalen und hörenden Anpassungspolitik. Das zeigt auch Youtube-Videobeitrag sehr deutlich wie, seit 1950 bis heute verfolgte die internationale Regierung und Cochlear-Implantat Industrie eine rigide Anpassungspolitik verfolgte, deren Ziel die Auslöschung der Gehörlosen-Kultur war.

Die Cochlear Ltd. ist eine Australische Firma, die weltweit quasi eine Monopolstellung für Hörimplantate inne hat. An der Börse kann man dies unter der Wertpapierkennnummer WKN: 898321 oder der ISIN: AU000000COH5 finden. Seit Jahren hat es kontinuierlichen Wachstum. Vor allem in reichen Ländern, ist diese Firma aktiv in der Politik involviert und steuert nahzu ihr Monopol fast ohne Probleme. Denn ihre Forderungen wurden von der Politik erfüllt. Die Politik hin und her gerissen von sozialer Thematik und Gewinnmaximierung. Und Cochlear Implantats liefert ihnen mit ihren Produkten eine starke Argumentationsgrundlage CI Schüler in Regelschulen unterzubringen. Da reiben sich die Politiker selbstverständlich die Hände.

Unter http://www.finanzen.net kann man sich die Aktie mal anschauen. Nehmt die letzten 5 Jahren mal genau unter die Lupe: Aktien die starkes Steigungspotenzial haben, sind noch in den „Stars“ zu finden. Die 100 € Marke ist auch nur noch eine Frage der Zeit. Ich will hiermit nicht zu einer Kaufempfehlung anregen, denn ich möchte nur damit aufmerksam machen, wieviel Macht ein solches Unternehmen hat. Sollte ein Boykott in Deutschland möglich werden, wird diese Aktie auch rapide fallen. Da Deutschland in Europa und Amerika der stärkste Absatzmarkt dieser CI Industrie ist.

Ihr müsst wissen, dass die Finanzinvestoren, denen der Cochlear Ltd. gehört, das Patent für die Wiederbelebung der Ohrhaarzellen aufgekauft hat. Wenn die Finanzinvestoren das Patent doch tatsächlich herausgeben, müssen diese die CI Industrie (Cochlear Implants Ltd.) schließen, da es dann überflüssig wird. Es kann 10-20 Jahre dauern, vielleicht auch länger bis sie ihre Strategie ändern (Ist abhängig, wie sich die politische Situation ergibt). Im Moment wächst der Markt so stark, dass es schwierig wird sich dagegen zu wehren. Wenn wir in Deutschland für ein Verbot dieser CI Industrie durchsetzen würden, kann es trotzdem lange dauern, bis sie das neue Patent herausgeben werden, da diese weltweit operieren. Man muss also eine Weltweite Initiative für das Verbot der CI durchführen, erst dann würde es gehen. Ihr seht also, dass wir Sklaven der Großkonzerne sind und auf lange Sicht noch so bleiben werden.

Und unser Gesundheitssystem in Deutschland ist so konzipiert. Ich bin der Meinung, dass die wichtigen, medizinisch notwendigen Behandlungen, Operationen, Beratungen etc. vollständig über Steuern finanziert werden sollten.

Und wer jeder ein CI als Schönheit-Hören haben will, der darüber hinaus noch versichert werden will, eine Zusatzversicherung abschließen muss. Ist genauso wie Zahn-Zusatzversicherung, ob man jemand schöne und streng gebleichte Zähne bis zum Tod haben möchte. Typisch amerikanischen Zähne und Grimasse!

Zur Erinnerung: Schon dass man bei einer Brille die Gläser selbst zahlen muss, finde ich unmöglich. Früher hat die Krankenkasse das übernommen. Ich frage mich, wie man das begründet hat, dass man das jetzt selbst zahlen muss. Brille und Hörgeräten gehören auch zu den Hilfsmittel, genau so wie die Cochlear-Implantat die als Prothese angesehen wird und auch zu den medizinisches Hilfmittel gehört, aber warum müssen wir heute die Brille, Hörgeräte und und und….. zahlen. Cochlear-Implantat nicht!

Diese ganze Situation, dass die Krankenkassen untereinander im Wettbewerb stehen, ist schon grotesk.

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Verfasst von - 29. November 2013 in Cochlear Implantat

 

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Interview mit den Überwacher vom Kaputte-Ohrenforum

hewritesilent: Ronco, Sie sind der Moderator von blaue Kaffee. Worin unterscheidet es sich von den anderen?

Rocker: Das Forum hat eine raffinierte Programmierung. Es sperrt alle Besucher aus, deren IQ höher als 50 ist!

hewritesilent: Toll! Wer hat die Aufgabe übernommen, die Mitglieder zu überwachen? Etwa Sie, Ullaffe?

Ullaffe: Taubstummer Schreiber, du bist gesperrt

hewritesilent: Wieso denn das?

Ullaffe: Du hast zu mir Affe gesagt!

hewritesilent: Ach was. Ullaffe, Sie prüfen auch die Einträge in dem Forum. Was wird gelöscht, was darf bleiben?

Rocker: Was fragen Sie Ulläffchen? Sie ist erst fünf Jahre alt. Fragen Sie doch mich.

Ullaffe: Nein, Taubstummer Schreiber darf nicht fragen! Er ist gesperrt!

hewritesilent: Kann sie nicht was anderes als „gesperrt, gesperrt“ sagen?

Rocker: Nein.

Ullaffe: Staubdummer Schreiber, du bist trotzdem gesperrt!

hewritesilent: Schon gut. Nun wieder zu Ihnen, Ronco. Was wird gelöscht, was darf bleiben?

Rocker: Schimpfwörter, perverse Postings von Homosexuellen, Selbstmordabsichten, Berichte von Sauforgien und eine Ansammlung von leeren und sinnlosen Postings, um Rekorde zu brechen.

hewritesilent: Aha, das alles ist also verboten. Was darf dann geschrieben werden?

Ullaffe: Nein, Sie missverstehen mich. Das, was ich vorhin gesagt habe, das ist bei uns erlaubt. Alles andere ist bei uns unerwünscht.

hewritesilent: Nochmal bei Facebook ist alles erlaubt, warum ist das bei blaue Kaffee anders?

Rocker: Die Facebook-Admins interessiert deine Beschwerde nicht.

Ullaffe: Waaaas? Die dummen Moderatoren, die alle noch in der Kaffeeschule sind, haben sich was Tolles einfallen lassen, um andere zu schützen.

hewritesilent: Danke für das Interview.

 
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Verfasst von - 21. November 2013 in Interview

 

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Verein ohne Einigung #inklusion

„Bundesarbeitsgemeinschaft Hörbehinderter Studenten und Absolventen e.V.“ – so die Entschlüsselung der Abkürzung „BHSA“ (www.bhsa.de). Einige Male im Jahr führt „Europas grösste Selbsthilfegruppe ihrer Art“ (so die BHSA über sich) Tagungen, Seminare und Workshops durch und nimmt an Aktionen und Messen teil. Zu den Hauptaufgaben gehören unter anderem Forderungen beim Staat vorzutragen und die Interessen der Mitglieder nach aussen zu bringen.

Kommunikationsprobleme innerhalb des Vereins

Die meisten Mitglieder sind schwerhörig. Zur BHSA gehören noch Ertaubte, CI (= Cochlea Implantat)-Träger und einige Gehörlose. Die Verständigung untereinander ist schwierig, da nicht alle Hörgeschädigte die Gebärdensprache beherrschen. Zu Tagungen und Seminaren werden daher Dolmetscher bestellt, die zum Teil aus eigener Tasche finanziert werden müssen. Die französische BHSA soll wegen diesen Problemen in zwei Teile zerfallen sein und die Organisatoren führen zur Zeit nur noch „Kaffeefahrten“ durch…

Dolmetscher en masse

Damals jede Tagung standen für die Teilnehmern von zwei bis sogar bis zu sechs Dolmetscher bereit. (Zwei für die DGS, zwei für die LBG und zwei für die lautsprachliche Übersetzung- jeweils im Wechsel). Bei einem Vortrag wie Kofo (= Kommunikationsforum) übersetzten gleichzeitig zwei bis drei Dolmetscher (Gebärdensprachdolmetscher und Schriftdolmetscher). Normalerweise werden auch zusätzlich Mitschreibekräfte eingesetzt, doch manche an dem Tag wurden keine bereitgestellt.

Beschwerden über „mangelhafte“ Verständigung bei Vorträgen

Ein CI-Träger konnte bei den Vorträgen im grossen Saal mit allen drei Dolmetschern nichts anfangen. Da zu allem Übel auch noch die Induktionsschleife zickte, war der Teilnehmer auf das Mundablesen angewiesen. Andere Schwerhörige hatten das gleiche Problem. Da der Dolmetscher, der die Gebärden in Lautsprache übersetzte, mit dem Rücken zu den Gästen sass, konnten die „Mundableser“ bei dem Vortrag kaum folgen. Die Schwerhörigen sollten sich in der erste Reihe setzen, so der Vorschlag von der Organisatorin. Ein Gehörloser meinte, zum besseren Mundablesen könnte man die Sprecherin per Kamera und Beamer auf die Leinwand übertragen. Ganz schön kompliziert…

Gehörlose in der BHSA

Mehrere Diskussionsrunden fanden im Rahmen der Tagung statt. Gehörlose tauschten ihre Studienerfahrungen aus. Die Studienwege sind unterschiedlich – einige hatten Dolmetscher, andere studieren ohne deren Unterstützung (!). Wünschenswert ist natürlich, dass der Dolmetscher sich in dem Studienfach bestens auskennt. Ein Problem sind die Studentenarbeitsgruppen, wo Gehörlose ohne Unterstützung von Dolmetscher Aussenseiter sind. Oft müssen Gehörlose sich durchs ganze Studium alleine durchschlagen. Hier sieht man, dass die „Deutsche Gesellschaft“ im Studentenleben kaum eine Rolle spielt.

Gebärdensprachdolmetscher – selbst die grösste „Liebe zur Gebärdensprache“ endet, wenn der Rubel aufhört zu rollen…

 
 

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Wirklich 80.000 Gehörlose und 250.000 Schwerhörige? #statistik

Im Internet-Forum für Gehörlose wird es derzeit heftig über die Unstimmigkeiten mit dem Zahlen diskutiert, ob es in Deutschland tatsächlich 80.000 Gehörlose leben oder 30.000 Mitglieder der Deutscher Gehörlosen-Bund gibt.

Gretchenfrage: Wie viele Gehörlose leben in unserem Land und wieviele Mitglieder hat Deutscher Gehörlosen-Bund wirklich? Das wusste bislang keiner so genau. Denn die Betroffenen ließen sich so schwer abzählen wie Tiefseefische.

Laut Deutsche Gehörlosenbund geht unter der Annahme, dass etwa 0,1% der Bevölkerung in Industrienationen von Gehörlosigkeit betroffen ist, in einer oft zitierten Schätzung von 80.000 Gehörlosen und 30.000 Mitglieder der Deutscher Gehörlosen-Bund in Deutschland aus.

Interessanterweise gibt dennoch andere Zahlen und zwar laut Schwerbehindertenstatistik von Rehadat-Statistik weist nun die Zahlen für Jahr 2011 auf, hier: 49.169 gehörlos und 241.195 hochgradige/taubheit grenzende Schwerhörige. Die statistische Bundesamt kommt so für Jahr 2009 auf insgesamt 48.123 Gehörlose und 231.412 hochgradige/taubheit grenzende Schwerhörige.

Komischerweise hat die NRW-Landesregierung (https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMV16-1085.pdf) wieder aussergewöhnliche Zahlen als die andere Statistiken. Laut die Zahlen leben in NRW etwa 3,2 Millionen schwerhörigen (davon 2,2 Millionen Altersschwerhörigkeit), aber wenn man sich von hochgradig bis taubheit grenzend schwerhörige zusammenrechnet leben in NRW genau 279.649 Menschen. Sogar in NRW gibt es 11.933 die sogenannte Gehörlosengeldempfänger und nur 6.854 haben im Schwerbehindertenausweis mit GL registriert. Eine inoffizielle Schätzung die sich auf Zahlen der Versorgungsämter über alle Personen berufen, die die Voraussetzungen für einen Eintrag des Merkzeichens GL in einem Schwerbehindertenausweis erfüllen. Auch interessant ist leben in NRW tatsächlich 7.337 Gehörlosen.

Während man vermutet wird, dass sich einige Schwerhörige bewusst Gehörlosengeld ohne den Schwerbehindertenausweis mit Merkzeichen GL auszunutzen, ist auch zu prüfen ob die Beantragung eventuell mit fehlerhafte Bearbeitung verbunden ist.

Hierbei findet man offenbar im Moment ein riesen Zahlenchaos. Wie kann denn sowas in diesem Land, wo alle Personenstands- und Mitgliedsdaten akribischst in Computern erfasst werden? Arbeiten die Datenerfasser etwa nicht korrekt?Frei nach Ralph Raules Spruch: “Es ist nämlich ein verbreiteter Irrtum, warum die Präsidenten, Vorsitzenden, Statistiker und Politiker Zahlen rechnen können.“ 😉

 

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Funktioniert die Schule mit der vollen Inklusion? – Kofo Essen #gebärdensprache

http://www.zeichensetzen-online.de/kofo/htm/2013/juni/dat/Protokoll_Kofo_%2026_06_2013.pdf

Wie man aus dem Protokoll dieser Kofo in Essen (im Internat von RWB-Essen) im Sommer 2013 entnehmen kann, scheint ingesamt betrachtet schulische Inklusion für Hörgeschädigte in NRW zu scheitern, weil die bekannte Probleme auf die Bedürfnisse hörbehinderter Schuler in allen Bereichen herrscht. Somit ist es eine Bestätigung, warum die meisten gegen schulische Inklusion sind. „Silent Writer“ berichtete: Viele hörgeschädigte Schüler/-in sind gegen schulischen Inklusion!

Problematisch ist die sogenannte Mindestgrößenverordnung für Förderschulen (dadurch wird auch der Geldzuschuss geregelt) muss sicherlich in den Jahren entsprechend angepasst werden. Wenn weniger Schüler im Förderschule landet, wird die Förderschule geschlossen ohne WENN und ABER. Bei Schließung von Förderschulen ist es für vielen sicher ein Alptraum, wenn jemand eines Tages als Bildungsopfer sieht. Selbst Dr. Ulrich Hase sieht die Inklusion in Schulen durchaus kritisch, weil vieles noch nicht durchdacht ist. Vor allem denkt er, dass die Politik zu sehr darauf vertraut, dass die inklusive Gesellschaft sich schon entwickeln wird. Auch muss aufgepasst werden, dass der Berufsstand Sonderpädagogik (für Hörgeschädigte, für Blinde und Sehbehinderte, Lernbehinderte usw.) nicht ausstirbt. Dr. Ulrich Hase schlug provokativ vor, warum denn die Deutsche Gebärdensprache nicht als 3. Fremdsprache in den normalhörenden Schulen eingeführt wird, was mit großem Applaus von den Zuschauern begrüßt wurde. Auch sieht er die Gefahr, dass gerade stark hörbehinderte Opfer von Inklusion werden. Und das lustigste ist auch, aus dem Protokoll ist es zu lesen, dass man im Englischunterricht auch in Gebärdensprache einsetzen sollte. Die Frage ist auch, ob im Unterricht die Deutsche Gebärdensprache in der direkten Kommunikation verwendet wird oder in BSL (= British Signlanguage) oder ASL (= American Sign Language) wird? Und welcher Gebärdensprachdolmetscher/-innen können perfekt BSL oder ASL?

Die anwesenden RWB-Schüler, die damals mit der Inklusion in der Regelschule Erfahrungen machten, berichteten im Prinzip alle das Gleiche. Meistens hat der Hörbehinderte Unterstützung durch einen Förderlehrer, mit dem spezielle Fragen und Probleme zum Unterricht geklärt werden können. Aber ab der Klasse von 5-10 und Sekundarstufe 2, wo ständig ein Wechsel von Unterrichtsklassen und Lehrern stattfindet, funktioniert die Rücksichtnahme und die Unterstützung nicht mehr, auch weil die Kenntnisse und Erfahrungen mit Hörbehinderung dann einfach fehlen. Ein gehörloser Schüler berichtete, dass in der Grundschule die Integration zwischen den normalhörenden Schüler und ihm sehr gut war, weil die Kommunikation eher auf einer spielerischen (also kindischen) Ebene ablief. Zwar hatte er immer einen Gebärdendolmetscher dabei, aber als die spielerische Ebene in laufender Schulzeit wegfiel und immer mehr lautsprachlich kommuniziert wurde, fühlte er sich immer öfter isoliert, weil die Kommunikation nur noch über Dritte (Gebärdensprachdolmetscher) lief und in den Pausen der Gebärdensprachdolmetscher nicht immer dabei war.

Die bisherige Praxis der Inklusion in Regelschulen ist eher, dass vereinzelte hörbehinderte Schüler eine normalhörende Klasse besuchen. Dabei entsteht manchmal bei dem Betroffenen selbst das Gefühl, dass er mit seinen Problemen alleine dasteht und ihm der Austausch mit Gleichbetroffenen fehlt. Eltern beklagen vielmehr bürokratische Stolpersteine, wie beispielsweise. dass die Kosten eines Gebärdendolmetschers für die Regelschule nicht finanziert werden oder gar die Zulassung des hörbehinderten Schülers verweigert wird, weil eine Förderschule im gleichen Einzugsbereich liegt.

Ich habe da manchmal meine persönlichen Zweifel, ob so eine „gesetzliche Inklusion“ unbedingt notwendig sei. Aus meiner Sicht haben wir schon seit langem eine „sogenannte stille Inklusion“ erlebt, ganz egal ob Regelschule oder Förderschule. Als hörgeschädigter Kind habe ich selbst „Inklusion“ hautnah erlebt, wo ich nach der Schwerhörigenschule in einen Hort für normale Kinder untergebracht wurde. Damals musste ich oft feststellen, wie die normale Kinder ihre eigene Macken und Kanten haben und war wirklich nichts zu vergleichen gegenüber die Schwerhörigen und Gehörlosen damals. Das heisst das behinderten Menschen durch normale Menschen geringer einschätzen, weil sie „anders“ sind. Dann kommen solche Kommentare wie z.B. „Wie redet der den?“. Trotz meine Hörgeräte, lautsprachliche Entwicklung und akustische Wahrnehmung damals. Wie es heute aussieht, werden wir sehen, ob auch ein Cochlear-Implantat hilfreich sein kann. Dennoch musste ich auch durch viele Cochlear-Implantat-Träger erfahren, wieviele trotz Regelschule sich nicht wohl gefühlt hatten. Durch die frühe Hörgeräteversorgung bei Kleinstkinder und sowie der fortschreitenden Hörgerätetechnologie werden schon seit langem viele hörbehinderte Schülern in „normalen Schulen“ eingeschult. Ergebnis sähe sicher genauso gleich wie die normale Hörgeräteträger. Deshalb ist es gerade für die hörbehinderte Schüler größte Problem, die eine hochgradige Hörbehinderung (Hörverlust ab 60dB) haben und z.B. noch große Defizite in der Sprachentwicklung haben und auch in der Grammatik im Rückstand sind. Dafür müssten erheblich vielmehr Sonderpädagogen in den allgemeinen öffentlichen Schulen bereitstehen. Daran glaube ich nicht, da man auch Kosten einsparen will. Schon heute streiten sich Kommunen mit der Landesregierung, wer die erhöhten Kosten übernimmt. Wer behauptet schulische Inklusion sei ein Sparmodell, ist es aber nicht. Nämlich eine Cochlea-Implantat-Operation und Nachsorge kostet verdammt sehr viel Geld, waren im lautsprachliche und akustische Bereich genauso anstrengend wie die Hörgeräteträger damals. Was ist wenn es schief läuft, lohnt sich ein Cochlea-Implantat auch nicht mehr.

 

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Xbox One-HighTech für Gehörlose #gebärdensprache

Kinect für Echtzeit-Übersetzung in Gebärdensprache – http://winfuture.de/news,78606.html

Hightech für Gehörlose, seit 1990 Jahren gibt es europaweit immer wieder millionenschwere Forschungsprojekte zu diesem Thema. Bekannteste Forschungsprojekte wie Wisdom oder eSign und ihr Ziel ist im Kern immer dasselbe: Gehörlosen Menschen, die bevorzugt per Gebärdensprache kommunizieren, das Leben zu erleichtern. Trotzdem sind alle Projekte kläglich gescheitert. Wer sich an das WISDOM- oder eSign-Projekt erinnert, das alle Millionen Euro aus einem Forschungsförderprogramm häufig versenkt wurden. Die Erwartungen waren damals groß. Erfüllt haben sie sich bis heute nicht und wird es auch bis heute so bleiben.

Woran liegt das?

Die animierte Bildschirmpuppe sollte deren Texte für Gehörlose darstellen, nachdem menschliche Dolmetscher sie zuvor in Gebärdensprache übersetzt hatten. Die animierte Bildschirmpuppe bewegt dabei Arme, Hände, Oberkörper, Kopf und Mund und zuckt auch mal mit der Augenbraue und Schulter. Der Bildschirmpuppe musste also lediglich deren Gesten und Mimik nachahmen, doch das gelang oft nicht zufrieden stellend. Viele Zeichen blieben oft kryptisch. Größte Haken überhaupt: Die animierte Bildschirmpuppe konnte man nichts von den Lippen ablesen. Und auch wegen der abgehackten und steifen Bewegungen konnte ihn niemand verstehen. Ein Avatar ohne Gefühle dürfte auf Gehörlose wirken wie eine monotone Computerstimme für Hörende. Auf die Dauer unmöglich! Genau aus diesem Grund kann man niemals so eine einen menschlichen Dolmetscher ersetzen.

Die fehlende Emotionalität des Bildschirmpuppe ist häufig ein Manko, weil sie oft zu Missverständnissen führt. Zum Beispiel „Gehörlose integrieren sich toll in die Gesellschaft“. Wenn Sie ‚toll’ gebärden und dazu die finsterste Mine zeigen, kann man das eventuell als Ironie oder sonst was interpretieren aber nicht so, wie es wirklich gemeint war.

Weitere Manko: Viele Gehörlosen gebärden individuell und kulturell unterschiedlich, es sei den Mimik, Gestik, Körperhaltung und Körperverhalten. Wie man aus dem Kinetec-Präsentationsfilm entnehmen kann, müssen auch viele menschliche Gehörlose möglichst ganz steif gebärden können, damit die Spracherkennungssoftware ihn besser identifizieren können.

Es gibt weder leistungsfähiges Erkennungsprogramm für irgendeine Gebärdensprache noch Übersetzungsprogramm von Deutsch zu DGS (= Deutsche Gebärdensprache) oder LBG (= Lautsprachbegleitende Gebärden) = oder LUG (= Lautsprachunterstützende Gebärden), geschweige denn von anderen Sprachen zu anderen Gebärdensprache.

Ergebnis: Für viele Gehörlose sind die Gebärdensprachdolmetscher oder gebärdensprachkompetente Menschen aus „Fleisch und Blut“ schon unbezahlbar und verzichten ganz auf virtuelle Gebärdensprachdolmetscher, die kein Gehörloser braucht.

 
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Verfasst von - 1. November 2013 in Gebärdensprache

 

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