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Archiv für den Monat März 2011

Vorsicht! Handy nicht als Wecker nutzen!

Gehen Sie auch immer mit ihrem Handy ins Bett – und nutzen ihn als Vibrationswecker? Es soll nämlich Gehörlose (und auch Schwerhörige!) geben, die keine Lust haben, sich einen anständigen Lichtwecker zu kaufen. Diese Muffel nehmen einfach ihr Mobiltelefon, stellen den eingebauten Wecker ein und legen das Handy unter dem Kopfkissen. Am nächsten Morgen wird der Besitzer durch den Vibrationsalarm geweckt…Was viele nicht wissen oder nicht wissen wollen: Auch wenn das Mobiltelefon nicht genutzt wird, kommuniziert es ständig mit der Sendestelle. Das heißt: Nachts tut das Handy fröhlich strahlen! Das österreichische Bundesgesundheitsministerium warnt schließlich: „Handys sollten generell möglichst sparsam genutzt werden!“ -> z.B. Flugmodus bzw. Offlinemodus

Wichtig zu wissen: Bei schlechtem Empfang erhöht das Handy die Leistung. Mithandyinsbettgeher, die ihr Mobiltelefon unterm Kopfkissen legen, lassen sich die ganze Nacht „bestrahlen“. Und der schlechte Empfang macht das Teil auch noch richtig munter und es strahlt beinahe so kräftig wie ein Atomkraftwerk von Fukushima…

Daher empfehlen wir: Das Handy sollte in der Tasche bleiben. Wer sich keinen Lichtwecker leisten kann oder will: Eine Zeitschaltuhr tut’s auch, sie kostet im Baumarkt nur 5 Euro. Das ist Ihre Gesundheit sicher wert…

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3 Kommentare

Verfasst von - 30. März 2011 in Gehörlosenkultur

 

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Sind Hörgeschädigten behindert?

Unangenehm ist die Auflistung von anderen Menschen mit Behinderungen und der Vergleich der gewährten Ermäßigungen. Einmal definieren sich da die Gehörlosen/Schwerhörigen als nicht behindert, sondern definieren sich über die Kommunikation der Gebärdensprache; wenn es aber was abzugreifen gibt, wollen sie doch wieder als Behindert vom Staat und Gesellschaft behandelt werden.

Eine Spezialität unterbeschulter Gehörlosen/Schwerhörigen ist ja folgende Methode:

Wenn es was abzugreifen gibt, sind „wir“ behindert und pochen auf unser Recht des Nachteilsausgleich und benötigen Dolmetscher, um diese auch zu erzielen.

Wenn es nichts abzugreifen gibt, sind „wir“ NICHT behindert, wir haben NUR eine andere Kommunikation und kommen wunderbar zurecht.

Fakt ist: Es bleibt dabei, die Hörgeschädigten werden für immer dauerhaft als „behindert“ bezeichnet. Man stelle sich vor, wenn man beim Gericht an einem Übersetzungsfehler des Dolmetschers auftaucht, wie kann ein hörgeschädigter Mandat beim Gerichtsprozess überhaupt verfolgen. Das beweist oft, wie die nur
Sonnenseiten der Hörgeschädigtenwelt, „tolle“ Gemeinschaft, faszinierende
Gebärdensprache usw. kennen. Aber den schwierigen und knallharten Alltag der Gehörlosen und Schwerhörigen in einer hörenden Umwelt kennen diese Leute nicht. Solche Täuschungsmanöver muss einfach aufhören.

 

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Hände hoch für alle – Gebärdensprachkurs an der VHS

Baseballspieler tun „es“, Indianer tun „es“ auch und die Mafia sowieso. Damit ist die Zeichensprache gemeint, die der Verständigung dient. Bei den oben genannten Beispielen werden die Gesten verwendet, um den Gegner auszutricksen. Anders ist es bei den Gehörlosen. Wir benutzen die Zeichensprache zu friedlichen Zwecken. Hörende Menschen können die Gebärdensprache an Volkshochschulen erlernen und dabei auch eine verborgene Welt neu entdecken.

Jeder kann die Sprache erlernen.
Und Nachfrage gibt es genug. Die Kurse sind schon wenige Tage nach dem Beginn der Einschreibung überbelegt. Alter spielt keine Rolle. Die Berufsspanne der Teilnehmer reicht von AutomechanikerInnen über GrafikerInnen und PolizistInnen bis zu TänzerInnen. Die Kursbesucher nennen am ersten Tag bei der Vorstellung alle möglichen Gründe für die Teilnahme. Der Hauptgrund jedoch ist bestimmt Neugier.

Aller Anfang ist einfach. In den Kursen sind alle Dozenten gehörlos. Am ersten Tag wird den Besuchern gnädigerweise eine Dolmetscherin zur Verfügung gestellt. Der Kursleiter fesselt die Schüler mit Vorträgen über die tragische Geschichte der Gehörlosen und vom ewigen Kampf um Gleichstellung und Anerkennung. Wenn auch seine gute Laune ein wenig für Verwirrung sorgt.

Vierzehn Unterrichtstage lang bleiben die Schüler sprachlos. Es wird nur gebärdet. Die Hände müssen immer in Bewegung bleiben. Das fällt den meisten schwer. Die Hand, bisher nur zum Arbeiten genutzt, soll nun plötzlich sprechen können? Obwohl – die Hand hat man damals doch was sagen lassen, wenn auch nur durch Fingerzeigen beim Belehren (Zeigefinger) und Schimpfen (Mittelfinger).

Es kommen Handbewegungen zustande, bei dem jedem Gehörlosen die Haare zu Berge stehen würden. Selbst Verkehrspolizisten, die mit den Armen den Verkehr regeln, gebärden verständlicher.

Doch in jedem steckt ein Meister. Die Teilnehmer müssen bei den Kursen das Wichtigste ablegen – die Verspannung. Bei keinem anderen Kurs warten so viele verkrampfte Glieder auf ihre Erlösung. Während des Unterrichts werden deshalb Entspannungsübungen durchgeführt. Es sind meistens Spiele, die den Teilnehmern nicht nur die Steifigkeit nehmen, sondern auch für Lachanfälle sorgen. Alleine diese Übungen ersetzen jede teure Entspannungsgymnastik. Genau das Richtige für Manager und Aktienhändler. Gebärdensprachkurse können sich zu einem Geheimtip für Stressgeplagte entwickeln…

Dabeisein ist alles. Abwesenheit wird knallhart bestraft. Denn Gebärdensprache kann man später nicht vom Sitznachbarn abschreiben. Und die anderen Anfänger können nur schwer dem Verhinderten das Verpasste zeigen. Richtig gebärden – das kann nur der Kursleiter. Und so müssen einige Schwänzer den Kurs schweres Herzens verlassen und zum nächsten Semester einen neuen Anlauf starten.

Kein anderer Kurs verlangt so viel Blickkontakt und Aufmerksamkeit. Wer jetzt an den Kriegsfilm „Full Metal Jacket“ denkt und glaubt, die Teilnehmer werden wie bei der US-Marine gedrillt, ist falsch dran. In den Kursen geht es sehr lustig und unterhaltsam zu. Die Aufregung zu Beginn  des Kurses legt sich. Jedem Schüler wird die Steifigkeit genommen.

Niemand wird wie früher in der Schule benachteiligt, die Kursleiter beantworten jede noch so unsinnige Frage („Gebärdensprache – und was ist mit der Rechtschreibreform vor einigen Jahren?“). Die Teilnehmer lernen durch den Dozenten auch etwas über die Welt der Gehörlosen kennen, die eigentlich gar nicht so weit von der Welt der Hörenden entfernt ist – nur einen Wink.

 

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Bambi-Deafbundestagswahlen 2011 – Die große Umfrage

Keine Frage: Wir Hörgeschädigten machen auch Politik. Alle 3 Jahren wird der neue Vorstand gewählt. Leider nicht vom Volk. Doch bei den nächsten Wahlen wird alles anders und das gleich fünf Kandidaten. Weil 2011 der Deafbundestag gegründet wird und jeder Hörgeschädigte zu den Wahlen gehen darf! Die fünf Kandidaten haben in einem Video auf YouTube vorgestellt: http://www.youtube.com/watch?v=u_u1AtV9M_I

Nun ist ein harter Kampf ausgebrochen: Die fünf Hörgeschädigten gründeten mehrere Parteien, stellten ihren Kandidaten auf und veranstalteten laufend Wahlkampfshows. Nun wollen wir wissen: Wer macht das Rennen?

Daher die Frage an Sie: Welche Partei würden Sie wählen, wenn morgen die Deafbundestagswahlen wären?

Hier die fünf Kandidaten:

Melanie Stampaert – Christliche Deaf Verein (CDV) Wahlslogan: „Keine Zeit für Taten“
Sarah Bednarek – Sozialdemokratische Verein für Deaf (SVD) – Wahlslogan: „Eine moderne Frau für eine unmoderate Jugendpolitik.“
Andreas Döltgen – Freiheitliche Deaf Verein (FDV) – Wahlslogan: „Darf es Nettoer sein?“
Benedikt Feldmann – Die GRÜNDER – Wahlslogan: „Gebärdensprache soll das Land regieren!“
Ludwig Herb – Der Rabpaukaner (RAP) – Wahlslogan:  „Wieder hören? Nicht mit mir!“

 

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