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Archiv für den Monat Januar 2016

#Tatort Totenstille (Saarbrücken)

Gestern haben einige Gäste (1 Schwerhörig und 1 Hörender) und ich in meiner Wohnung den Saarbrücker Tatort „Totenstille“ gesehen.

Ein Hörender ist seit Jahren Tatort-Fan und kennt sich alle Tatort-Schauspieler gut aus. Sein Fazit: „Bislang fand er nahezu noch keinen – Saarbrücker Tatort überzeugend und hatte für gestrige Tatort-Folge gehofft.

Irgendwie wurde er mit dem Jens Stellbrink (Striesow) nicht so richtig warm. Die Figur gefällt ihm überhaupt nicht, wenngleich er den Striesow sonst eigentlich immer gerne sah. Gestrige Tatort fand er Jens Stellbrink aufeinmal authentisch und nervig rüber, wie er sonst bisherige Saarbrücker-Episoden sonst so überdreht gesehen hat. Und ohnehin fand er die Idee, hier mit den Taubstummen mal etwas neues reinzubringen, ganz gut.“

Ein Schwerhöriger Bekannter von mir und ich beziehen nun die Fazit:

Fast alle Hörgeschädigten im Facebook überschlagen sich vor Begeisterung für diesen „gelungenen“ Tatort-Film, dabei fanden wir einige Szenen eigentlich peeeeeeeinlich!!!

Alle hörgeschädigte Schauspieler waren nicht gehörlos, nicht mal Benjamin Piwko oder Kassandra Wedel, die sind ja schwerhörig. Seine Rolle könnte übrigens von x-beliebigem Hörenden gespielt werden.

Was haben die Zuschauer noch erfahren? Natürlich, wie konnte ich das vergessen! Gehörlosen wollen nicht als „Taubstumm“ bezeichnet werden… aber die Gebärde für „Gehörlos“ heisst… ja, wie heisst die gleich wieder… führt man dabei nicht mit der Hand vom Ohr zum Mund? Also was nun? Man sollte vielleicht eine neue Gebärde erfinden, oder?

Ein Hörender hat mich gleich gefragt, warum sie nicht der Begriff „Taubstumm“ wissen wollen. O-Ton von ihm: „Ehrlich gesagt, bin ich etwas durcheinander. Sie haben nichts gesprochen, dabei sind sie doch stumm. Beim Verhör hat der Ben „unverständliche Gebärden“ ausgestossen, wo er mit Jens Stellbrink beim Verhör zoffte. Ich habe die Laute dabei nichts wahrgenommen. Er ist doch taubstumm, oder?“

Und das interessante ist, die Gebärdensprachdolmetscherin Kaiser (Mira-Esther Weischet) gebärdete die ganze Tatort perfekt und fliessend, eine echte Gebärdensprachdolmetscherin eben, während die anderen hörgeschädigte Schauspielern nicht ganz flüssig gebärdeten.

Die Umsetzung konnten wir dann aber nicht richtig vom Hocker, bzw. vom Sofa reißen.

Mit viel Wohlwollen können wir aber noch zu einer schwachen Durchschnittswertung durchringen. 5,5/10 Punkten.

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Verfasst von - 25. Januar 2016 in Allgemein

 

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