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Archiv der Kategorie: Interview

Interview mit den Box-Experten Dr. Viktor Klatschko und Dr. Waldemar Klatschko, durchgeführt von Frau Dr. Putinova.

Frau Dr. Putinova: Herr Klatschko, was sagen Sie zu der Herausforderung? (Boxkampf zwischen Erschreibtnov und Augenfellova)

Viktor Klatschko: Das errrinnerrrt mich nurrr an Marrrx.

Waldemar Klatschko: Marrrx? Brrruderrr, du bist verrrückt! Lenin ist rrrichtig!

Frau Dr. Putinova: Wie bitte?

Viktor Klatschko: Brrruder, was sagst du da? Pass auf, oderrr ich zeige es dirrr!

Waldemar Klatschko: Na komm schon! Ich haue dirrr den Doktorrr weg!

Frau Dr. Putinova: Hört auf! Seid ihr aber kindisch! Haut euch woanders, hier ist jetzt ein ernstes Thema dran!

Viktor Klatschko: FRAAASSSS!

Waldemar Klatschko: Selberrr Dummkopf!

Frau Dr. Putinova: Sie beide haben auch gegen Erschreibtnov gekämpft.

Viktor Klatschko: Ja, errr hat meinen Titel gewonnen.

Waldemar Klatschko: Nein, meinen.

Frau Dr. Putinova: Was für einen Titel? WC?

Waldemar Klatschko: Viktorrrs Doktorrrtitel.

Viktor Klatschko: Schnauze!

Waldemar Klatschko: Selberrr Schnauze!

Frau Dr. Putinova: Welche Chancen hat Erschreibtnov beim Kampf gegen Augenfellova?

Viktor Klatschko: Keine.

Waldemar Klatschko: Errr schlägt nämlich keine Frrrauen.

Viktor Klatschko: Augenfellova ist eine Frrrau?

Frau Dr. Putinova: Falls es zu einem Kampf kommt: Wem drückt Ihr die Daumen?

Viktor Klatschko: Ähhh, Erschreibtnov, natürrrlich.

Waldemar Klatschko: Marrrx.

Frau Dr. Putinova: Danke für das Interview.

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Verfasst von - 3. Januar 2014 in Interview

 

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Interview mit den Überwacher vom Kaputte-Ohrenforum

hewritesilent: Ronco, Sie sind der Moderator von blaue Kaffee. Worin unterscheidet es sich von den anderen?

Rocker: Das Forum hat eine raffinierte Programmierung. Es sperrt alle Besucher aus, deren IQ höher als 50 ist!

hewritesilent: Toll! Wer hat die Aufgabe übernommen, die Mitglieder zu überwachen? Etwa Sie, Ullaffe?

Ullaffe: Taubstummer Schreiber, du bist gesperrt

hewritesilent: Wieso denn das?

Ullaffe: Du hast zu mir Affe gesagt!

hewritesilent: Ach was. Ullaffe, Sie prüfen auch die Einträge in dem Forum. Was wird gelöscht, was darf bleiben?

Rocker: Was fragen Sie Ulläffchen? Sie ist erst fünf Jahre alt. Fragen Sie doch mich.

Ullaffe: Nein, Taubstummer Schreiber darf nicht fragen! Er ist gesperrt!

hewritesilent: Kann sie nicht was anderes als „gesperrt, gesperrt“ sagen?

Rocker: Nein.

Ullaffe: Staubdummer Schreiber, du bist trotzdem gesperrt!

hewritesilent: Schon gut. Nun wieder zu Ihnen, Ronco. Was wird gelöscht, was darf bleiben?

Rocker: Schimpfwörter, perverse Postings von Homosexuellen, Selbstmordabsichten, Berichte von Sauforgien und eine Ansammlung von leeren und sinnlosen Postings, um Rekorde zu brechen.

hewritesilent: Aha, das alles ist also verboten. Was darf dann geschrieben werden?

Ullaffe: Nein, Sie missverstehen mich. Das, was ich vorhin gesagt habe, das ist bei uns erlaubt. Alles andere ist bei uns unerwünscht.

hewritesilent: Nochmal bei Facebook ist alles erlaubt, warum ist das bei blaue Kaffee anders?

Rocker: Die Facebook-Admins interessiert deine Beschwerde nicht.

Ullaffe: Waaaas? Die dummen Moderatoren, die alle noch in der Kaffeeschule sind, haben sich was Tolles einfallen lassen, um andere zu schützen.

hewritesilent: Danke für das Interview.

 
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Verfasst von - 21. November 2013 in Interview

 

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Interview mit Professor Uli Hase

hewritesilent: Willkommen, Dr. ähm nein Professor Uli Hase! Du bekommen jetzt was? Dottore Titel wegen DGS-Plagiat weg! Preis Name heute was? Arisch ohne O …

Hase: Lassen Sie doch diesen Kinderkram! Reden Sie gefälligst wie ein normaler Mensch!

hewritesilent: Aber wollten wir nicht in DGS, also in Deutscher Gebärdensprache …

Hase: Papperlapapp! Mit mir redet keiner in DGS! Bei der Deutschen Soiree der Hörgeschädigten, wo ich frühere Präsident bin, verwenden wir alle LBG. Das haben Sie doch gesehen, bei „Gähnen statt Kucken“, als die über mich einen Beitrag gesendet haben, wissen’S. Ein sehr, sehr schöner Beitrag, wie ich finde.

hewritesilent: Aber in der Sendung, die Sie erwähnt haben, gebärdeten Sie auch in DGS …

Hase: Ja, ja, du weißt doch, welche Zielgruppe die Sendung hat? (lacht höhnisch)

hewritesilent: Heißt das, Sie haben die Anerkennung der DGS für diese, ähm … „Zielgruppe“ vorangetrieben?

Hase: So ist es. Ansonsten hätte ich die Pläne von meinem eigenen Institut in Rinderburg begraben können, wo ich Präsi … äh, Erzieher bin. Dort bilden wir heute Arbeitsaufseh … ich meine, Arbeitserzieher für die „Zielgruppe“ aus, wissen’S. Die „Zielgruppe“ haben wir mit DGS großgezogen. Die sind und bleiben kommunikationsunfähig, sind also von der Außenwelt abgeschottet. Das war ein hartes Stück Arbeit, sag ich Ihnen. Aber dank der DGS-Dolmetscherinnen, der DGS-Erziehern und so weiter hat’s letztendlich doch geklappt mit meinem wunderschönen Institut. Da, wo ich heute mit Stoffhasen spielen darf und wir uns damit zuwerfen.

hewritesilent: Und warum sind Sie vor kurzem Professor geworden?

Hase: Weil es vor paar Jahren Professor Haartolle [gemeint: Christian Rathmann; Anm. dRed.] gibt, habe ich mir deshalb gedacht warum nicht Professor Glatze FKK.

hewritesilent: Danke für das LBG-Interview!

 
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Verfasst von - 27. Mai 2013 in Interview

 

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Interview mit Jörg Erdnuss und Reinhard Schmertz, die Regisseure von THEE LAAST DOOF

hewritesilent: Herr Erdnuss, „Thee Laast Doof“ ist ein seltsamer Name! Was ist das für eine Sprache? Und was heisst das auf Deutsch?

Erdnuss: Das ist holländisch! „Doof“ bedeutet in Holland „Taub“. Die deutsche Übersetzung: „Teestunde auf Gehörlosisch“.

Schmertz: Kunstvoller Titel, stimmts?

hewritesilent: Ja, Schmertz, Sie sind das künstlerische Ober-Genie des Filmteams. Sie haben auch das Plakat gestaltet. Ehrlich gesagt, es sieht doch ziemlich ähnlich aus wie das Plakat von dem Film „Bourne Verschwörung“. Haben Sie da keine Probleme mit der anderen Produktionsfirma?

Schmertz: Jaja, das Filmgeschäft ist hart. Am Anfang hatten wir ein anderes Plakat. Doch die Firma „Touchstein Pictures“ schnappte unsere Idee weg! Kennen Sie das Plakat für den Film „Salt“? Den habe ICH entworfen… !

hewritesilent: Und der Film „Titanic“?

Schmertz: Ja, das war auch mein Plakat! Normalerweise sollte ich drauf sein mit der Krümel. Doch mein Bruder wurde eifersüchtig… also habe ich die Idee und den Entwurf an Cameron verkauft.

hewritesilent: Schmertz, Sie haben gerade mit der Produktion begonnen. Kommen bald auch DVD’s bzw. Blu-Ray´s auf dem Markt?

Schmertz: Alles wird kommen, was zu Geld werden kann! Videos, DVD’s sind nur der Anfang. Ein Playstation-Spiel wird gerade von Bengel programmiert! Wir haben schon T-Shirts mit dem Aufdruck „Thee Laast Doof“ in Auftrag gegeben. In Vorbereitung sind: Poster, Plakate, Kugelschreiber, Kaffeetassen, Teller, Aufkleber, Unterhosen, Windeln, Klopapier und Kondome.

hewritesilent: Schmertz, warum hast du amerikanische Schauspieler Jo Maulhier verpflichtet?

Schmertz: Der Schauspieler ist für seine unerhörte Charme bekannt, die Frauenherzen physiologisch zur Höchstleistungen antreiben soll.

hewritesilent: Erdnuss, und die deutsche hörende Schauspielerin Jule Elbers, wo sie vor ein paar Wochen durch NDR-Sendung gelallt hat? Wie kommt das? Kennst du vielleicht die Ursache?

Erdnuss: Oh, ich erinnere mich gerade. Die Ursache war: Sie war auf der gehörlose Sau- und Sauf- und Staupe-Party in Brechlin und hat „Ballermann“ im Zug mitgemacht! Am geilsten war, wo sie eine Popo-Show machte! Zum Schluss fand das Schauspieler- und Internettreff auf dem Mobil-klo statt, wo 20 gehörlose Skyperlinge und Schauspieler-Team zusammen mit Jule Elbers auf 1qm reinzwängten! Zum Schluss wurde es drinnen so chaotisch, dass das Klo umkippte! Aber ich hatte am Ende so eine tolle Idee, Sangria aus der Kloschüssel umzuwandeln! Deshalb lallte Jule Elbers direkt nach dem unsere Party durch NDR-Sendung. Hihi!

hewritesilent: Danke für das Interview.

 
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Verfasst von - 6. Oktober 2012 in Interview

 

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Die Polizei – dein Freund und Helfer!

Thema: Der Umgang mit Hörgeschädigten

Die Polizei und ihre Aufgaben – für viele Hörgeschädigte wohl ein unbekanntes Pflaster. Das, was wir aus dem TV kennen, hat mit der Realität oft wenig zu tun – besonders wenn Hörgeschädigte in einem Fall verwickelt sind. Klischee über Klischee…Der Alltag sieht da ganz anders aus. Kleines Blogteam „Silent Writer“ wollte etwas mehr darüber erfahren und beschloss die „Ermittlungen“ aufzunehmen. Wie verläuft die Kommunikation zwischen Polizei und Hörbehinderten bei einem Einsatz? Wie funktioniert der Notruf für Gehörlose? Und vor allem: Was weiss die Polizei über die Hörgeschädigten?

Angefangen haben wir beim Landeskriminalamt. Auf unsere Anfrage, den Beamten „über die Schulter“ schauen zu dürfen, haben wir „wegen der angespannten Arbeitssituation“ eine knappe Absage erhalten. Dafür wurde uns die andere Frage beantwortet.

hewritesilent: Sind hier bei dem Landeskriminalamt hörgeschädigte Mitarbeiter beschäftigt?

LKA (H-M. H., echte Name des Interviewpartners der Blogger bekannt): Hörgeschädigte Mitarbeiter sind unseres Wissens im LKA nicht beschäftigt.

hewritesilent: Danke.

LKA: Wir wünschen Ihren Aktivitäten für Hörgeschädigte auf alle Fälle viel Erfolg.

Später haben wir bei der Pressestelle im Polizeipräsidium nachgefragt und wurden auf die Notrufzentrale verwiesen. Einsatzleiter der Notrufzentrale, stellte sich uns freundlicherweise zur Verfügung.

hewritesilent: Sind hier bei der Polizei z.B. in der Verwaltung hörgeschädigte Mitarbeiter beschäftigt?

Einsatzleiter (J.R., echte Name des Interviewpartners der Blogger bekannt): Ja, ein schwerhöriger Mitarbeiter und ist zuständig für die Sachbearbeitung.

hewritesilent: Beherrschen Sie oder einer Ihrer Mitarbeiter die Gebärdensprache?

Einsatzleiter: Beim Polizeinotruf nicht erforderlich und sinnvoll.

hewritesilent: Wie werden die Notruf-Meldungen für Hörgeschädigte (Fax/Schreibtelefon/SMS) bearbeitet und weitergeleitet?

Einsatzleiter: Die Einsatzzentrale verfügt über ein Schreibtelefon. Das Telefon wird vom Leiter der Einsatzzentrale bedient, bei Bedarf ein Einsatz aufgebaut und bearbeitet. Die Frequenz der Nutzung ist gering. SMS-Notruf ist im rechtlichen Sinne nicht als Notruf einzuordnen.

hewritesilent: Kommt in Deutschland auch die einheitliche Notrufnummer „112“ wie z.B. in anderen Länder, an die man auch per Fax oder Schreibtelefon oder SMS einen Notfall melden kann?

Einsatzleiter: Dass die Polizei auch im Festnetz auf 112 umschwenkt ist mir nicht bekannt. Es bedürfte auch erheblicher Infrastrukturmaßnahmen, um dies zu realisieren. Es müssten „Call Center“ geschaffen werden, die den Anlass des Anrufes vorklären. Das FAX und SMS sehe ich nicht als sonderlich zielführend an, da hier kein „Gespräch“ möglich ist, sondern immer das Ende der Sendung abgewartet werden muss. Interessant wäre eine „Chatlösung“, die aber seitens der Verbände auf nicht sonderliches Interesse stößt.

hewritesilent: Die Notrufnummer 110 wird missbraucht. Kommt dies auch beim Gehörlosennotruf vor?

Einsatzleiter: Durch zweideutige Positionierung im Telefonbuch Anruf durch sonstige Personen. Diese werden in der Regel an eine andere Nebenstelle verwiesen.

hewritesilent: Meinen Sie, sollten die Handy ohne Karte und kostenlos funktionieren?

Einsatzleiter: Dass der Notruf bei Mobiltelefonen auch ohne Karte und kostenlos funktioniere, sei eigentlich eine gute Sache. Bei einem Unfall auf der Autobahn oder auf der Straße melden sich gleich zehn oder mehrere Leute. Da geht nichts mehr verschütt.

hewritesilent: Ist die Sirene Ihres Funkstreifenwagens nicht zu leise?

Einsatzleiter: ??? (reagiert verwundert) Manche Nicht-Behinderte hören es wegen Autoradiomusik immer noch nicht, die Kollegen im Funkwagen bekommen einen Gehörschaden durch die Lautstärke. Wie Sie vielleicht mitbekommen haben, wird evtl. an anderen Tonfolgen gearbeitet (amerik. Sirenen).

hewritesilent: Wie gehen die Polizisten allgemein vor, die bei einer Fahrzeugkontrolle einen Hörgeschädigten vor sich haben? Gab es Probleme, so dass ein Dolmetscher hinzugerufen werden musste?

Einsatzleiter: Bei verschiedenen Polizeidienststellen konnte die Polizisten feststellen, daß es bisher keine großen Probleme beim Aufeinandertreffen von Polizei und Hörgeschädigten gab. Bei einer Fahrzeugkontrolle kann manchmal diese auf dem schriftlichen Wege über einen Notizblock oder einfache Handzeichen erfolgen.

hewritesilent: Wird an der Polizeischule der Umgang mit hörgeschädigten Mitbürgern erläutert?

Einsatzleiter: In der Ausbildung der Polizeibeamten wird die Kommunikation mit Hörgeschädigten nicht gesondert behandelt. Dies fällt unter das allgemeine Ausbildungsfeld „Kommunikation und Konfliktbewältigung“.

hewritesilent: Waren die Kollegen jemals bei einem Vorfall dabei, an dem Hörgeschädigte beteiligt waren? Wie verlief die Kommunikation und was für Erfahrungen haben die Beamten gemacht?

Einsatzleiter: Erfahrungen zu konkreten Fällen können die Polizisten leider nicht mitteilen, da es in Deutschland sehr viele Polizeidienststellen gibt und es uns nicht möglich war bei allen nachzufragen, da ja der Dienststellenleiter auch erst bei seinen Mitarbeitern nachfragen müsste. Dies ist bei vielen Beschäftigten des Polizeipräsidiums etwas schwierig. Bei den Dienststellen, bei denen wir uns erkundigt haben, konnten wir keine konkreten Fälle in der letzten Zeit genannt werden.

hewritesilent: Vielen Dank für das Interview.

Einsatzleiter: Gerne.

Fazit: Generell kann man sagen, daß der Umgang mit Hörgeschädigten in den persönlichen Ermessensspielraum eines jeden Polizisten fällt.

 
 

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Der Nachklapp – Titanic Interview mit Julia Probst

Sehr amüsante und köstliche Anspielung auf Julia Probst, man kann die Verhaltensweise von Julia überall im Medien/Internet prima beobachten. ;0)

(Quelle: aufgenommen mit Handyfoto „Titanic“ – Ausgabe 08/2012, Seite 57 und Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Titanic Magazin)

 

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Interview mit einem Gebärdensprachdolmetscherin

hewritesilent: Hallo „Jana“, ich kenne dich durch dein Auftritt vor der Kamera – war das aufregend für dich? :0)

Jana (Name geändert, echte Name des Interviewpartnerins der Blogger bekannt): Ja, da war ich aufregend. Und ich weiss nicht wer mich gerade im TV anguckt. Normalerweise steht mir immer ein anderer Gehörloser gegenüber und nickt mir zu, wenn ich gebärde. Aber vor der Kamera ist es so kalt, so leer… ich sehe nur ein schwarzes Loch. Daran muss ich einfach immer denken. Aber auch bei besonders schwierigen Aufträgen bin ich aufgeregt. Oder wenn viele Leute da sind. Ich bekomme immer noch ab und zu Lampenfieber, obwohl ich sowas schon oft machen musste. Noch was: Wenn die Aufnahme startet, muss ich noch 6 bis 7 Sekunden warten, bevor ich anfange zu übersetzen. Denn ein Dolmetscher muss zum Schluss noch den letzten Satz übersetzen. Manchmal passiert beim Schnitt auch, dass der Dolmetscher im Film früher fertig ist. Der Inhalt, die Zeit und die Haltung müssen also stimmen. Und immer schön freundlich sein! Deshalb diese ganze Aufregung.

hewritesilent: Wie lange bist du schon Dolmetscherin?

Jana: Seit 20 Jahren also fast genau um diese Zeit, wo damals Mauer gefallen wurde. Da war ich aber noch in der Dolmetscherzentrale.

hewritesilent: Du musst also vor dem Übersetzen viel üben?

Jana: Das ist unterschiedlich. Wenn ich mir die Gebärden überlege, so kann ich mich gut vorbereiten. Und das Anpassen! In der Lautsprache klingt ein Satz oft anders als in der DGS. Also weg damit, ein neuer Satz muss her. Ganz typisch!

hewritesilent: Hast du manchmal das Gefühl, dass du überfordert bist?

Jana: Es wird nicht nur einfach gedolmetscht. Wenn ich den übersetzen muss, gibt es manchmal Schwierigkeiten. Zum Beispiel jemand gebärdet oder redet durchgehend, da muss ich oft darauf achten. Aber überfordert? Nee. Wenn es so wäre, dann hätte ich die Arbeit längst aufgegeben.

hewritesilent: Bekommst du von gehörlose Kunde Kritik, wie du als Dolmetscherin warst?

Jana: Ich bin mir sicher, dass die Gehörlosen untereinander über Dolmetscher reden, aber ob die ihre Meinungen an mich mitteilen? Leider sehr selten.

hewritesilent: Und schwerhörige Kunde, die auf Gebärdensprachdolmetscher angewiesen ist?

Jana: Oh sehr gute Fangfrage, meine bisherige Erfahrungen ist ein schwerhörige Kunde manchmal anders als ein gehörlose Kunde, für den man dolmetschen muss. Zwischen Schwerhörigen und Gehörlosen sind manchmal ein grosser Kontrast! Als Gebärdensprachdolmetscherin gab es auch Situationen und ich bin oft erstaunt, erwundert, wie wenig vor allem Gehörlosen und einige Schwerhörigen an Wissen aufweisen und manchmal Probleme haben z.B. Gespräche. Ich muss mir die Gebärden überlegen und auch darauf achten, dass die Gebärdensprache in Deutschland unterschiedlich ist. Meine Aufgabe ist das Dolmetschen, fertig.

hewritesilent: Du bist hauptberuflich Dolmetscherin. Hast du noch einen Nebenberuf?

Jana: Nein! Das ist genug! Sonst explodiert mir noch der Kopf. Aber ich habe viel Arbeit und ich muss auch Aufträge ablehnen.

hewritesilent: Was? Ablehnen?

Jana: Ja, denn ich arbeite Tag und Nacht. Und einige Gehörlose wissen nicht, dass ich noch viel Büroarbeit erledigen muss. Das ist schon ganz hart. Selbständig halt, leider.

hewritesilent: Was für Büroarbeit?

Jana: Zum Beispiel Auftragsannahme. Wenn ich mit dem Dolmetschen fertig bin, was kommt danach? Erstmal Konzepte erstellen, dann Emails versenden, Kostenvoranschläge faxen oder mailen, Kostenträger ermitteln und so weiter.

hewritesilent: Wie lange dauert das Ganze?

Jana: 10-15 Stunden.

hewritesilent: Was? 10-15 Stunden am Tag?

Jana: Nee, in der Woche. Noch was über die Bezahlung: Viele sagen, dass die Dolmetscher eine Menge Geld verdienen. „Super, ich brauche nur hinzukommen, dolmetschen, kassieren, fertig“. Das stimmt nicht. Wenn ich krank bin und zuhause bleiben muss, verdiene ich gar nichts, aber die Ausgaben laufen weiter. Wenn ich keine Rentenversicherung zahle, bekomme ich auch keine Rente. Dann muss ich nacharbeiten, auch für den Urlaub. Versicherungen kommen noch dazu. Bei Angestellten wird alles automatisch abgezogen und der Rest kommt auf die Hand. Ich muss alles selbst zahlen. Okay, das ist ein guter Job, denn wenn es zuwenig wäre, hätte ich es längst aufgegeben. Ich wohne ganz bescheiden in einer Wohnung.

hewritesilent: Zum Beispiel Dolmetscher in Regelschule. Einige Gehörlosen sagen: „Für jeden Gehörlosen soll ein Dolmetscher zur Verfügung gestellt werden“. Was meinst du dazu?

Jana: Was? Immer derselbe Kunde? Wenn es dazu kommen sollte, dann bin ich dagegen! Immer denselben Gehörlosen zu begleiten bedeutet auch, dass die Kodex irgendwann nicht mehr erfüllt werden kann. Da wird man zu persönlich. Als Dolmetscherin ist für mich Abwechslung sehr wichtig! Ich will verschiedene Leute treffen, öfters andere Aufträge annehmen, dann wird es nie langweilig! Ja, dafür gibt es auch mehr Unregelmässigkeiten, ich muss akzeptieren dass ich keine Beamtin bin, die regelmässig morgens in die Arbeit geht und nachmittags nach Hause darf. Am Wochenende gibt es für mich auch Arbeit, manchmal sogar nachts. Es gibt nun mal verschiedene Menschen.

hewritesilent: Bist du in der Freizeit mehr bei den Hörenden oder bleibst du in der Welt der Gehörlosen?

Jana: Unsere Eltern sind gehörlos. Wenn Freunde und Familie gehörlos sind, dann zeigt man automatisch mehr Verständnis. Selbstverständlich pflege ich auch die Beziehungen zu den Hörenden.

hewritesilent: Danke für das Interview.

Interview durchgeführt am 28. Juli 2012

 

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