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Archiv für den Monat Juli 2013

Deaflympics – Warum Russland so hohe Deaflympics Prämie ausbezahlt bekommen?

Weltweit, inbesondere Amerikaner, Europäer und Deutschen beneiden vor allem die hohe russische Medaillenprämien. Für jede Goldmedaille bei den Deaflympics 2013 in Sofia erhalten Russlands Sportler eine Prämie von vier Millionen Rubel (100 000 Euro) von der russische Regierung. In Deutschland dagegen klagen viele Sportler/-innen und fühlen sich „diskriminiert“, warum sie durch die Förderung der Deutschen Sporthilfe an die erfolgreichen Sportler zu niedrig ausbezahlt bekommen im Vergleich zu Russland.

In Russland werden die gehörlose Sportler/-innen seit vielen Jahren als Berufssportler betrachtet, um den Sport als eine Zuflucht ins Glück erscheinen zu lassen, weil in Russland oft genug Tristesse umgeben.

Wenn man Valeriy Rukhledev, den Präsidenten des russischen Gehörlosen-Sportverbandes, nach dem Geheimnis des russischen Erfolgs fragt, sagt er: „Das Geheimnis sind die Sportschulen, die aus der Sowjetzeit stammen und bis heute unverändert geblieben ist.“ Und obwohl er kein prahlerischer Mensch ist, fügt er hinzu, dass die Deutschen das Gleiche auch hätten haben können, wenn sie nur die Strukturen aus einer früheren Zeit mehr geachtet hätten, wo die deutsche Athleten damals sehr erfolgreich waren.

Ein „System aus einer früheren Zeit“ nennt Rukhledev, wobei der Begriff ein bisschen irreführend ist. Vielleicht hat er Recht, weil die Deutsche trainiere heutzutage weniger und langsamer. Auf der andere Seite härtet offenbar ein Verdacht, ob osteuropäische Sportler/-innen vielleicht mit unerlaubte Mittel genommen könnte, um ans hohe Medaillenprämien ranzukommen. Zwar werden Dopingskontrolle auch im Deaflympics durchgeführt, doch die Wahrscheinlichkeit in eine Dopingkontrolle zu kommen ist gering. Deshalb lässt sie bei Erfolg durch russische Sportkomitee Millionen Rubel vom Staat üppig auszahlen, um aus der russische Tristesse zu fliehen. Kein Wunder, warum Russland seit 2005 nur auf Platz 1 und 2 im Medaillenspiegel landen.

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Deaflympics 2013 – Leichtathletik

Bei Leichtathletik, der Königin aller Sportarten bei der Olympiade, versagte die ICSD völlig. Es wurde zu einem Ratespiel:

– Wer tritt an? Viele trugen nur die Startnummer auf ihrem Sportdress, die Namen wurde nicht über die Leinwand angekündigt, sondern nur die Zeiten bzw. Zahlen ohne die Namen zu nennen.

– Wer hat gewonnen? Wieder wurde nichts bekanntgegeben.

– Die Pausen zwischen den Läufen sind oft lang.

Soviel also zur „Königin“ aller Sportarten. Die revolutionären Bulgaren haben es geschafft, sie zu entthronen… Erinnert ein bisschen nach wie Deaflympics in Rom 2001.

Und auch sehr auffallend: Jeder weiß Kenianer können vor allem eines: Laufen bis sich die Fußnägel hochklappen. Deswegen sind auch alle Kenianer potenzielle Gewinner im Bereich Langstrecken und haben anscheinend gleiche Läufer-Syndrom wie normaler Profi-Läufer die man sich oft aus dem Fernsehen kennt.

Gewinner des Tages: Die Zuschauer bei Leichtathletik – für ihre starke Nerven bei der informationslosen Sportart haben alle eine Goldmedaille verdient!

Verlierer des Tages: Die Ordner – ein Sportler passierten die Sperre zum Stadion ohne den Ausweis kontrollieren zu lassen – und zum Eingang zurückgeschickt, um den Spielerpass dort vorzuzeigen!

 

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Deaflympics Sofia 2013 – Kuriositäten des Tages

Spiel des Tages: Tischtennis – Schwimmen – Panne

Ein hartes Schicksal traf die Zuschauer beim Eintritt ins Sporthalle: Schon beim Eintritt im Sporthalle staunten wir nicht schlecht, in diesem Moment sah es wie Winter-Deaflympics aus. Eishockey-Halle pur mit überall hohen typische Eishockey-Banden zu sehen. Alle Tischtennisspieler müssen sogar im Eishockey-Sporthalle betreten, eigentlich gefühlte Winter-Deaflympics – bei den Hörenden wäre dies undenkbar. Zuschauer, zieht euch warm an! Somit wurden alle Tischtennisspieler nun aus Pinguinen gemacht, die seit Tagen auf eigentliche Eisfläche betraten.

Die deutsche Tischtennisspielerinnen sahen ein gutes Ergebnis voraus, alle waren vor dem Spiel sehr gelassen. Den Deutschen wurde angst und bange, als sie die Asiaten beim Training vor dem Spiel beobachteten – sehr routinierte Bewegungen, tolle Schläge und professionelle Techniken, fast jedesmal ein Treffer. Leider verlor die deutsche Tischtennis-Damen gegen China mit 0:3. Das ist nach der 0:3-Niederlage die bitterste Erkenntnis für die deutsche Damen. Hoffentlich haben die deutsche Tischtennis-Cracks mit Eishockey nicht verwechselt.

Beim Schwimmen war Deutsche mit ihren Leistungen mal zufrieden und mal nicht. Auch tröstende Worte und Lob von der deutschen Mannschaft konnten sie nicht aufmuntern. Zu stark sind die andere Konkurrenten vor allem aus Osteuropa. Sehr auffallend, die Chinesin He Yue Yue liess sie im 400m-Stil alle anderen weit hinter sich. Wo der Letzte und Vorletze im Schwimmbecken die Bahnrichtung wechselte, war die Chinesin bereits am Ziel und brachen viele Weltrekorde, sogar um 4 Sekunden schneller als Yues Teilnahme aus dem Jahr 2009. Riecht nach chinesische Doping?

Bei den Deaflympics hatten noch andere Pech: Einer jungen Frau wurde das Auto komplett mit allen Koffern und Papieren gestohlen. Weil das am späten Nachmittags passierte, schickte die Polizei das Opfer wieder zum Hotel. Erst morgen sollte sie wiederkommen!

Bisher haben die Organisatoren die offizielle Medaillenspiegel, egal ob im Homepage oder Social Media, nichts erschienen, so dass viele Länder immer noch Unwissenheit herrschen. Ich rücke schon mal der inoffizielle Medaillenspiegel raus, aus deutscher Sicht wird aktuell wohl ähnliche Beute wie in Taipei erwartet sein. Dank verschiedene Schwimmdisziplinen dürfen die Russen beliebig mehrere Medaillen erbeuten und führen die Russen  aktuell im „inoffizielle“ Medaillenspiegel nahezu uneinholbar an.

Nun etwas „internes“ zum Deutscher Gehörlosen-Sportverband (=DG-SV). Immer mehr hageln Kritiken an DG-SV, weil vielen den Eindruck haben, manchen Fans gefällt es nicht, wenn gebärdensprachkompetente Funktionäre oder Sportler selbst wie „stimmgeölte Medienprofis“ lautsprachlich sprechen und die Aufmerksamkeit auf der Hörenden gerichtet ist. Ein Facebook-User spottete, dies sei kein Deaflympics, sondern Orallympics.

Gewinner des Tages: Wie immer die südafrikanische Volleyball-Mädchen, die spielerisch immer noch schwer gegen die Gegner auseinandersetzen müssen und trotzdem glücklich sind.

Verlierer des Tages: Die bulgarische Ordner – um von der einen Seite der Zuschauertribüne des Schwimmbeckens zu der anderen zu kommen, muss man das komplette Gebäude umrunden (500m), weil die Ordner es so wollen!

 

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Deaflympics = 1 + 1 = 3

„4000 Athleten aus 90 Ländern werden in Sofia teilnehmen!“ Das haben die Veranstalter der Deaflympics vor dem Eröffnung behauptet. Hoffentlich haben Sie nicht drauf gewettet. Denn seit der Hoyzer-Affäre wissen wir: Im Sport wird viel getürkt. Auch die Deaflympics blieben nicht von Zahlendrehereien verschont…Die Organisatoren der Deaflympics veröffentlichten eine Tabelle mit den teilnehmenden Nationen. In der Tabelle ist die Anzahl der Sportler aufgeführt: insgesamt 2954 Athleten aus 90 Ländern. Was haben diese Zahlen mit der Statistik gemeinsam? Beide stimmen nicht…

Vielleicht nur ein Rechenfehler. Auch andere Verbände scheinen keine Mathegenies zu sein: Der Deutsche Gehörlosen-Sportverband zählte eigene Athleten 131, obwohl laut Deaflympics 137 deutsche Athleten aufgeführt sind. Auch beide stimmen nicht….

Bei der Eröffnungsfeier zählten aufmerksame Zuschauer während des Einmarsches die Nationen mit. Hier merkten sie, dass es weniger waren als angekündigt wurde. Dennoch wurde die offizielle Tabelle weder von der Veranstalter noch von ICSD-Präsident Craig Crowley geändert. Daher konnte man über die Anzahl der Teilnehmer nur spekulieren. Die Presse erfand bei den Berichten irgendwelche Zahlen zwischen 75 und 100 (Länder) sowie 3000 und 4000 (Teilnehmer).

In ein paar Tagen sind die Deaflympics vorbei, und man spricht kaum noch davon. Ob die Deaflympics wieder zum Gesprächsthema werden, wenn die Öffentlichkeit erfährt, dass nur etwa 2800 Sportler in Sofia teilgenommen haben? (Rom 2001: ca. 2300 Sportler aus unter 70 Ländern)

Wenn tatsächlich 4000 Teilnehmer dabei waren, dann kann man leicht die Anzahl der Offiziellen herausrechnen: über 1000 Athleten fehlen in der Berechnung. Oder man muss davon ausgehen, dass die Tabelle komplett falsch ist – von A wie Algerien (0 Teilnehmer statt 5) bis U wie Uruguay (zwei Tennis-Spielerinnen traten bzw. kamen nicht an, siehe aktuelle Ergebnisse)…

Es kann auch sein, dass jeder Sportler mehrfach gezählt wurde. Als Beispiel nehmen wir die Deaflmypics-Ikone Terence Parkin aus Südafrika: Er trat bei verschiedene Schwimmstil, Mountain Bike und Radsport an. Wenn man jetzt nicht ihn als einzelne Sportler, sondern ihre Starts zählt, kommt man auf mehrere „Starter“. Und wenn man andere Sportler/-innen so weiter „rechnet“, kommt man auf… 4000 Athleten! Genau so viel, wie die Veranstalter angekündigt haben… Netter Zufall, nicht wahr?

Die türkischen Veranstalter der nächsten Sommer-Deaflympics haben angekündigt, dass über 4.000 bis 5.000 Teilnehmer in Ankara erwarten werden. Bei dieser Statistik muss diesmal wahrscheinlich ein Magier ran…

Es hat damals auch schon mal wirre Statistiken auf deaflympics.com gegeben.

 

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Deaflympics 2013 – Chaos total / Basketball

Bereits vor dem Beginn der Deaflympics hat eine Mannschaft verloren: Die Organisatoren von der ICSD.

– Es gibt kein Informationsbüro.
Alle Besucher und sogar ein paar Sportler mussten die Anfahrt zu den Sportstätten selbst planen. Es gab keine Sonderbusse oder „Shuttles“ zum Beispiel nach Pravets, mit denen die Zuschauer zwischen verschiedenen Spielorten pendeln konnten. Sie meinen, wir sollen öffentlichen Verkehrsmittel nehmen. Aber hallo? Wir können kein bulgarisch wohin die Busse hinfahren, ja wir können auch nichts lesen!

– Schwierige Ticketbesorgung.
Beim Kartenkauf herrschen Zustände wie auf dem Sozialamt: Das Personal ist extrem träge. Es gibt keine Hinweisschilder.

– Arroganz
Beim Kartenverkauf wird an Personal gespart, aber überall stehen Ordner-Leute herum und scheuchen das Publikum herum. Fürchtet die ICSD etwa Terroranschläge?…

Basketball: USA-Kenia 112:24

Beim Spiel USA – Kenia erlebten die „Zuschauer“: Kein einziger Ami-Fan (ausser nur die Ami-Delegierte) war anwesend, um die Mannschaft anzufeuern und die Fahne zu schwenken. Die zweite Überraschung: Alle US-Spieler waren kleiner als zwei Meter.

 

Dafür spielten sie wie die Weltmeister. Der Ball flog so schnell quer durchs Spielfeld und zwischen den Beinen der Dribbler, dass es den Kenianern richtig schwindelig wurde. Panik brach aus, als die US-Boys hoch in Führung lagen.

 

Da versuchten die grossen, aber schwachen Kenianer ihre Köpfe zu benutzen: Sie packten den Ball und rannten mit dem Kopf voran auf den gegnerischen Korb zu. So konnten sie wenigstens ein paar Punkte erzielen.

 

Doch die Amerikaner zauberten munter weiter und hatten bereits im dritten Abschnitt fast 40mal den Ball im Korb versenkt. Später hatten beide Mannschaften keine Lust mehr und spielten nur noch die Zeit ab. Zum Schluss gewann Mini-NBAStars gegen die überforderte afrikanische NBA-Nachfahren mit 112 zu 24.

 

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Deaflympics Sofia 2013 – Eröffnungsfeier Mehr Sportler als Zuschauer?

Zu der Eröffnungsfeier haben sich die Organisatoren eine Fahnenparade wie bei den Olympischen Spielen einfallen lassen.

Schade nur, dass der Kartenverkauf so schlecht organisiert war, dass nur bestimmte Blocks gefüllt werden konnten. Nur etwa 5000 „Zuschauer“ (alle Sportler, Delegierte und paar gehörlose Fans inklusive) jubelten beim Einmarsch der Länder. Komisch nur, bisherige Spiele in Europa, Amerika und Ozeanien fanden oft wenige Zuschauer statt, einzig nur bei den letzten Deaflympics 2009 in Taiwan konnten die Eröffnungsfeier erfolgreich viele Gäste angelockt und das komplette Stadion gefüllt werden.

Merkwürdig: Die VIP’s wurde in einem Block zusammengepfercht und von Ordnern abgeschirmt. Das Personal bellte herum wie deutsche Schäferhunde und verjagte jeden, der nicht mindestens drei Anhänger um den Hals mit der fetten Aufschrift „VIP“ hatte.

Dafür durften die anderen „Gäste“ ihren Sitzplatz frei wählen.

Beim Einmarsch erlaubten sich die Emiraten etwas Besonderes: Die arabische Mannschaft wurden in typisch „Öl-Scheich“-Manier (Kanduras) entsandt…

Die Parade war schön. Enttäuschend war, dass die Sportler vor „leeren“ Tribünen winken mussten und die Organisation unzureichend verlief. Zum Beispiel stellten die Veranstalter gleich viele Dolmetscher in einer Reihe dicht nebeneinander auf, die alle durcheinander gebärdeten. Und wer kriegt das überhaupt mit?

Gewinner des Tages: Die Sportlerinnen und Sportler, die eine super Stimmung ins Stadion mitbrachten!
Verlierer des Tages: Die ICSD – die unzureichende Organisation sorgte für Zuschauerschwund.

 

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Deaflympics Wahl – Valeriy Rukhledev gewählt

Trotz den beiden Rückschlägen aus dem Jahr 2005 und 2009 versuchte es Valeriy Rukhledev nochmal und fast hätte der Sportschuh von Valeriy Rukhledev wieder gezwickt, erneut kandidierte er zum dritten Mal in Folge als ICSD-Präsident. Bei erneuten Scheitern wäre er endgültig aus dem Rennen. Heute fanden in Sofia Neuwahlen statt. Das Deaflympics-Komitee brauchte einen neuen Präsidenten, einen Vize sowie drei frische Vorstandsmitglieder.

Der Ablauf der Wahl: Beim Kongress waren mehr als hundert Delegierte aus etwa 50-60 Ländern anwesend. Jedes Land erhielt 2 Stimmen. Bei jeder Wahlrunde wurden also etwa 120 Stimmen abgegeben. Mindestens fünf Runden wurden ausgetragen – für jeden freien Job eine.

Joel Barish schied in der ersten Wahlrunde sang- und klanglos aus. In der zweiten Wahlrunde wurde der neue Präsident gewählt. Hier gewann russische Präsident der Gehörlosen-Sportverband Valeriy Rukhledev mit 6 Stimmen Vorsprung gegenüber den Gegenkandidat Craig Crowley aus Großbritannien die Wahl und wurde im dritten Anlauf endgültig Präsident.

 

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