RSS

Archiv für den Monat September 2011

Berlin und pandabärenstarkes Deaf-Life

Ne…andersrum: In Berlin gibt es gedolmetschte Führungen – zu allen erdenklichen Themen…und ziemlich oft! (Ich war am vorletzten Wochenende bei einer gedolmetschten Führung im Bundesfinanzministerium. Wieviel GL – ca 10!….10 von 6000, die den Ort hätten gut erreichen können)
Auch früher hatte ich schon mehrfach an Führungen mit DGS teilgenommen. Nie waren mehr als 15 GL bei solchen Führungen dabei.

Was wäre, wenn Ihr GL mal den „Spiess umdrehen“ würdet: Ruiniert den Organisatoren doch mal deren Konzept und drängt gemeinsam in solche Führungen! 6.000 GL bei ner gedolmetschten Führung – so, dass die Hörenden gar keine Chance mehr haben vor lauter wedelnden Händen. Wie wärs?

Einmal im Jahr ist der Tag der GL – mit Strassenfest in der Friedrichstrasse. Da wird dann für einige Stunden ein kurzes Stück der Friedrichstrasse gesperrt. Die Hörenden wandern zwischenmang und wundern sich. Fertig! Sieht so wirksame Öffentlichkeitsarbeit aus?

Aber stadtweite regelmässige Umzüge? Wirkliche kämpferische Demos? Wenigestens häufige Leserbriefe in den Berliner Tageszeitungen? Ne. wieso denn?
In Berlin leben ja die 6.000 GL – ich glaub, die sind sich selbst genug.
Ich glaub die GL ganz allgemein haben sich Vorstellungen aufgebaut, was sie von Hörenden erwarten. Natürlich von hörenden Dolmis erst recht – und von solch hörenden Mischwesen wie mir – die halt DGS können, aber keine Dolmis sind.

Quelle: biene63 – www.gl-cafe.de

6000 Gehörlosen gibt es angeblich in Berlin? Gut, betrachten wir genauer hin, was wirklich dahinter steckt und wieviele Deafies in Berlin in Wirklichkeit leben. In dem Satz steckt eine zweifelhafte Zahlen, die an der Wirklichkeit vorbeigeht. Der Satz tut so, als seien alle Statistiken notwendigerweise gelogen, und als könne man nichts anderes dagegen tun, als selbst Statistiklügen in die Welt zu setzen.

Genaue Zahlen, die mir vorliegen und wie man zwischen seriösen und unseriösen Zahlen zu unterscheiden. Hier: 2303 Gehörlosen und 3884 Taubheit grenzend Schwerhörigen (Statistik-Stand: 2007 – alle Altersgruppe) leben tatsächlich in Berlin, macht ingesamt 6187 hörgeschädigten Menschen. Verstanden? Diese „geschönte aufgerundete und unrealistisch genaue“ Zahlen wie die Arbeitslosenstatistik, die zum Beweisen einer Meinung dient, werden vom Verbänden und Vereinen sehr gerne benutzt und auch leider beharrlich totgeschwiegen. Und wenn man Bienes63 Kommentar feststellt, wo die anderen Deafies bleiben und ich beschreib mal ironischerweise wo das Problem liegen könnte. Berlin ist die „Hauptstadt der Hartz-IV-Empfänger“, Berlin hat Schuldenprobleme und Probleme mit der Integration und trotzdem ist Berlin reich und sexy. Gut, Berlin ist bekannt dafür ständig gehörlosen Party- und Kulturveranstaltungen durchzuführen, aber nicht alle Deafies kommen aus Berlin, sondern die von außerhalb aus Deutschland bzw. Europa kommen. Klingt schizophren, die Berliner! Bling, bling, aber wirklich pandabärenstark?!? Laut amtlichen Statistiken von Berlin, aller Bundesländer und europäische Staaten kann man prima ablesen, wie der Anteil der Menschen des mittleren und älteren Jahrgänge deutlich höher ist als die jüngeren. Ob die in einigen Jahren sich auf den demografischen Wandel eingestellt haben. Für einen Statistiker ist es dann ein Kinderspiel, jede gewünschte Aussage zu belegen, wie man die häufigsten Tricks der Zahlenmanipulierer entlarven kann: von fragwürdigen Rankings über irreführende Durchschnittswerte bis zu willkürlichen Prozentangaben. Ganz einfach!

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 30. September 2011 in Gehörlosenkultur

 

Schlagwörter: , , , , , ,

Linus Bauer und Behindertenquote

http://www.zeit.de/karriere/beruf/2011-08/interview-hoergeschaedigter-manager/seite-1

Selten habe ich so ein Quotenunsinn wie Herrn Linus Bauer gelesen. Wenn ein Behinderter die gute Qualifikation hat, dann hat sie den Job bereits oder bekommt den Job. Grossartige Idee jetzt Stellen für die keine geeignete Behinderte verfügbar ist trotzdem mit einer zu besetzen. Sieht man ja bei der Arbeitsministerin wo sie gerne Frauenquote forderte. Wenn sie auch so meint, dann fordere ich eine Frauenquote für: Handwerker, Metallarbeiter, Müllentsorger, Straßenreiniger, Bauarbeiten. Wie wär´s damit?

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 23. September 2011 in Politik

 

Schlagwörter: , , , ,

Behinderten in Deutschland

Jemand mit einer leichten kognitiven Beeinträchtigung wird vielleicht nie Raketeningenieur werden, aber es gibt einige Behinderte wieviel Talent die besitzen. Die Leute werden auf diese Weise, ihr Potential zu entfalten und sogar möglicherweise ein normales Leben zu führen. „Positive“ Diskriminierung deshalb, weil die Motive hier nicht von boshafter Natur ist. Eine Diskriminierung ist eine Herabwürdigung.

Mehr über Positive Diskriminierung: http://de.wikipedia.org/wiki/Positive_Diskriminierung
Und über Diskriminierung: http://de.wikipedia.org/wiki/Diskriminierung

Nach meiner intensive Recherche im Internet stelle ich immer fest. Es besteht eine „Schweigespirale“ bei diesem Thema. Die Medien suggerieren eine falsches Mehrheitsbild, deshalb schweigt die Mehrheit wegen sozialer Erwünschtheit. Heißt konkret: Eigentlich ist nur eine Minderheit für eine Gleichstellung von Behinderten. Der Mehrheit ist es gleichgültig. Deshalb ist es seit geraumer Zeit zu beobachten, ob Behinderte tatsächlich derartigen Zuspruch in der Deutschen Bevölkerung bekommen, wie durch Politiker und Medien immer suggeriert wird.

 
2 Kommentare

Verfasst von - 22. September 2011 in Inklusion/Integration

 

Schlagwörter: , , , ,

Ärzte mit Grenzen

Man staune nicht schlecht: Es gibt Ärzte, die kennen keine Grenzen. Egal, ob ein Seminar in Libyen ein Hilfstransport nach Somalia oder gar ein Einsatz in Afghanistan – die mutigen Doktoren legen ihren weissen Kittel ab, keine Sprachbarriere ist zu hoch. Und keine Kugel pfeift nahe genug, um den Ausflug in Kriegsgebiete abzubrechen. Diesen Menschen kann man nicht genug Respekt zollen.

Doch zuhause in unserem alten Europa sieht es wieder ganz anders aus. Ärzte und Pfleger haben Kommunikationsschwierigkeiten mit Hörgeschädigten. Zwar darf man von den Menschen im Weiss keine Wunder erwarten, doch ein bisschen Verständnis ist nicht zuviel verlangt. Solange es um kleine Wehwehchen geht, reichen Zettelchen aus. Doch sobald ein Patient in eine Klinik eingeliefert wird, sieht die Situation schon düsterer aus…

Ein ganz normaler Alltag für die Schwestern, doch für den gehörlosen Patient ein ganz normaler Horror. Wie war die Diagnose? Wann werde ich in den OP gerollt? Was machen der Arzt und sein Stab um meinen Bett und warum nicken alle nur? Was sind das für Notizen, die sie machen? Was ist das für eine Tablette? Was gibt es zum essen? Was mache ich noch hier? Hilfe keine Gebärdendolmis?

Was wird sich nun ändern? Wenn sich in jeder grossen Klinik auch nur einige Schwestern für den Abbau der Kommunikationsbarrieren interessieren, könnten die Gehörlosenverbände auch entgegenkommen. Zum Beispiel mit kostenlosem Unterricht in der Gebärdensprache. Immerhin geht es um die Gesundheit, und die ist schliesslich von unschätzbarem Wert.

 

Schlagwörter: , , , ,

Martin Zierold – Berlins erster gehörlose BVV

Zuallererst gratuliere ich Martin Zierold zur Wahl als Bezirksverordneten in Berlin (um Missverständnisse zu vermeiden Bezirksverordneten sind keine Abgeordneten).

Laut Martin Zierolds erklärte Ziele waren Bildung, Bürgeramt und Barrierefreiheit. (laut Interview mit spectrum 11)

Zum Thema Bildung:
Da mal anzusetzen und etwas an dem Bildungssystem zu ändern und auch Hörgeschädigten bzw. Gehörlosen Menschen eine gute Bildung zukommen zu lassen, das wäre mal eine Herausforderung. Sowohl für den Deutschen Gehörlosen Bund, Deutschen Schwerhörigen Bund als auch für den Staat. Schließlich sind wir kein Entwicklungsland und Hörgeschädigte bzw. Gehörlose Menschen sind auch nicht dumm. Wenn man jedoch so einene kleinen Eindruck bekommt, könnte man jedoch meinen, dass hörgeschädigten bzw. gehörlose keine besonders große Auffassungsgabe haben, ein defizitäres verstehen haben und sich auch nicht besonders gut schriftlich ausdrücken können.

Sicher: Man kann nicht nur den Schulen einen Vorwurf machen, Bildung beginnt schon im Elternhaus und es liegt auch an einem jeden selber, sich weiterzubilden. Wenn man jedoch nie richtig Lautsprache lesen UND Verstehen gelehrt bekommen hat, kann man es auch nicht zum Vorwurf machen.

Und ausserdem kritisiere ich Martins Zierolds Vorhaben, dass er mehr Lehrer mit Gebärdensprachkenntnisse oder Gebärdendolmetscher in der Regelschule für Hörbehinderte einsetzen will, um bildungsgerecht gestalten zu können. Aber was wird aus mit Schwerhörigen, die lieber Lautsprache statt Gebärdensprache bevorzugen möchten? Siehe Blog-Thema: „Kein Schwerhörigen-Pädagogik mehr?“ Juristisch gesehen heikel, das könnte zur komaähnlichen Tiefschlaf für Bildungssystem erlangen.

Ich finde was Bildungssystem in Deutschland schief läuft ist ganz einfach: Verstehen und Lernen auf dem Zettel und Verstehen und Lernen in der Praxis!

Zum Thema Bürgeramt habe ich nichts am Hut und bin kein haariger Bär-Typ.

Zum Thema Barrierefreiheit -> Siehe Kategorie allen Themen über „Barrierefreiheit“ und ich brauche nicht noch einmal ellenlang tippen.

 
 

Schlagwörter: , , , , ,

USA und barrierefreies Leben?

Das Film zeigt Probleme über den Informationszugang innerhalb des New Yorker Transitsystem und scheiterte an die Bedürfnisse der gehörlose und schwerhörige Pendler. Barrieresfreies Leben in den USA? Weit gefehlt und das lässt sich eben bei Weitem noch nicht pauschalisieren. Noch ist es reine Utopie zu sagen, dass ein Gehörloser/Schwerhöriger in den USA keine Barriere hat, weil sämtliche Angestellten in Behörden, etc. die Gebärdensprache beherrschen. Und seht Ihr ruhig im Film an, auf dem Papier liest sich zwar ganz freundlich, aber die Realität ist anders!

 
2 Kommentare

Verfasst von - 12. September 2011 in Barrierfreiheit

 

Schlagwörter: , , , , ,

1-jähriges Blog-Jubiläum

Das erste Blog-Jahr ist heute nun geschafft:

Stolze 365 Tage sind nun vergangen und damit feiert der Blog sein einjähriges bestehen. *Trommelwirbel!*

Ein großes Danke geht auch an die Besucher meines Blog’s.

Hier nun ein kleines Blog-Einblick im denkwürdigen Zeitraum von 11. September 2010 bis 11. September 2011 (ach ja, Osama bin Supermarkt):

– etwa 90 Artikeln veröffentlicht
– über 25.000 Besucher
– dreimal „Blog of the day“ gewählt worden *welch eine Ehre*

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 11. September 2011 in Allgemein

 

Schlagwörter: