RSS

Schlagwort-Archive: Gehörlose

Gebärdensprache mit Mundbild #lippenlesen #mundschutz #maskenpflicht #coronavirus @sterntv @cindyklink

Es ist wahr, dass in den USA um 1930 fast nur noch Fingeralphabet „geplaudert“ wurde und das mit geschlossenen Mündern kann ich nicht sagen. Vor meinem Flug in den USA damals wurde mir oft gesagt, fast alle Gehörlosen dort schließen beim Gebärden (American Sign Language) den Mund. Fazit: TOTAL FALSCH!!! Natürlich gibt es manche die sporadisch Mund bewegen, aber die meisten benutzen es trotzdem.

Und übrigens gibt es zwei Arten von Mundbewegungen und zwar Mundbild und Mundgestik. Dass wir Mundbild nutzen kommt daher, dass es viele gleiche Gebärden gibt. Mundbild ist sozusagen eine Unterstützung. Ich will damit nicht sagen, dass wir wirklich nicht mehr Mundbild verwenden würden, wenn irgendwann mal jedes Wort eigene Gebärde hat. Ist halt nur meine Theorie. Mundgestik brauche ich wohl nicht zu erklären. Sie gehört einfach zur Deutsche Gebärdensprache wie Salz zur Suppe.

Die Situation während der Corona-Pandemie und Maskenpflicht ist leider unglücklich verlaufen. Es war folgendermassen so passiert: Die hörgeschädigten Aktivisten und Kritiker meinten, dass Mundbild nicht zur DGS gehört, haben es ABER nicht verboten. Da waren zwei Gruppen bestehend aus sogenanntem Mundbildbefürworter und Gegner. Gegner in Anführungszeichen, denn sie wollten die Diskussion anregen, was die Aktivisten meinten. Leider wurden sie angegriffen. Naja, typisch Hörbehinderten, sie können nicht pedantisch argumentieren (von einigen Spezies abgesehen) und greifen oft persönlich an. Na egal, so momentan hat es sich gelegt.

Wenn man Deutsche Gebärdensprache ohne Mundbild genauer nachdenkt, bei so einem Unfug muss ja auch auf dem Tisch gehauen werden. „Hast du mein Bonbon gegessen?“ ohne Mundbild? Besonders das Wort Bonbon? Verwechslungsgefahr mit Tablette, Pille, Kokain, Zungenpiercing, Geldmünze, Medikamente gegen Coronavirus…!!!

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , ,

Demokratie in Bewegung – DiB #demokratie #DiB

Nach langer, langer Zeit habe ich endlich mal wieder die Zeit zu bloggen.

Es ist immer wieder interessant zu beobachten, warum und wieso die Hörgeschädigten die neu gegründete Partei „Demokratie in Bewegung“ unterstützen wollen.

Via Facebook werben sich viele Gehörlosen nun die ca. 2000 Unterschriften von Wähler/innen in jedem Bundesland brauchen. damit sie zur Bundestagswahrl 2017 zugelassen werden. Kurz zuvor waren die 100 000 Unterschriften unter der Online-Petition, was leider wegen die Unterschriften-Echtheit überprüft werden muss.

Das ganze erinnert mich fast sehr stark an Piratenpartei und Julia Probst. Zur Erinnerung hier nachlesen:
https://hewritesilent.wordpress.com/2013/09/07/ist-julia-probst-alias-einaugenschmaus-reif-fur-die-politische-buhne/

Es ist immer noch wirklich ein Phänomen, wie und warum viele Hörgeschädigten vor allem Identifikationsfiguren wie Benedikt Sequiera Gerardo (besser bekannt als bengie) und Ralph Raule (weltberühmt durch sein Zitat „Es ist nämlich ein verbreiteter Irrtum das Gehörlosen lesen können„) wahrnehmen und unterstützen wollen.

Hier Youtube-Video von Ralph Raule:

Wie sah damals aus? Soweit ich mich noch sehr gut erinnern kann, wussten bestimmte Vereins- bzw. Verbandsheinis die Wahlveranstaltung schon vorher, also wo die Politiker reden will, mit GL-Dolmetschern ausgestattet wird! Die Heinis wie zum Beispiel GMU oder Deafberlin haben niemanden informiert! Die Homepage von GMU oder Deafberlin verliert darüber kein Sterbenswörtchen! Nur im Taubenschlag damals (unter Führung von Bernd Rehling) steht eine bescheidene Mitteilung. Das beste daran: oft steht es steht wörtlich: kommt zahlreich und nutzt die Gelegenheit zur politischen Teilhabe. Wenn man sich überlegt dass bei einer öffentlichen politische Veranstaltung von ca. 1000 Leuten „nur“ 2 bis 6 Hörgeschädigte anwesend sind, dann fragt man sich natürlich schon warum nur so wenige. Heute auch noch!

Das lustige ist, dass die DiB-Fans sich als „pure Demokratieideologen“ bezeichnen. Das ist ziemlich lustig für eine Partei, und offenbart ja die politische Naivität die dahinter steckt. Allerdings frage ich mich dann, wieso sie dann soviele von deren Anhängern immer „mehr Demokratie“ verkaufen wollen. Wenn ich mir viele Gehörlosenverbände- und vereine beobachte, ist das keine echte Demokratie, weil viele in vielen Sitzung oft einstimmig abnicken. Genauso wie in Nordkorea!

Zu Partei „Demokratie in Bewegung“ fällt mir nur eins ein: leere Versprechungen genauso wie die Volksparteien, die sich auch als demokratische Parteien verkaufen. Das einzige Argument der hörgeschädigte DiB-Anhänger, die ich bislang vernehmen durft war: Ich will mehr Demokratie ohne Bevormundung durch den Staat und Volksparteien.

In meiner Umgebung bzw. Umfeld kenne ich keine hörgeschädigte Dib-Anhänger.
Die Frage ist nun aus welchem Lager diese Stimmen kommen. Ein Großteil wahrscheinlich auch aus dem Nichtwählerlager, Behindertenwählerlager und Antidiktaturenlager. Ähnlich wie die Piratenpartei wurde von Extremisten (Linke, Hardcorefeministen, Antideutsche, Mittelfinger-Ghettos) unterwandert und ist heute krachend gescheitert. Offensichtlich haben die Volksparteien die iPhone- und Internet Generation einfach ignoriert und wird es auch wohl enden wie DiB. Siehe Piratenpartei!

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 27. Juni 2017 in Politik

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , ,

Julia Probst und die Tatort-Lobbyarbeit

tatort_lobby
Quelle: Facebook – Thomas Mitterhuber

Habt Ihr genau gelesen? Julia Probst behauptet selbst, sie betreibt „die beste Lobbyarbeit und Fachberatung aller Zeiten“. Dank Tatort und Internet könnte sie problemlos 8 Millionen Zuschauern erreichen.

Erinnern wir mal zurück, damals hat Tatort (Folge 493 „Schützlinge“) auch gehörlose Schauspieler mitgewirkt. Ausgerechnet „Marcööö Liebdich“ mit seiner „ausgerutschen verstrickte“ Deaf-Synergy-Affäre damals. Unter Marco Lipski hatte im Frühjahr 2002 8,20 Millionen Zuschauer erreicht und zwar nicht jeder hatten damals Internetanschluss. Wie schaffte er das bloss? Eine beachtliche und beeindruckende Quote und das wo der Zeit die Anerkennung der DGS noch nicht anerkannt wurde. Eine Tatort-Sendung hat so hohe Einschaltquoten wie 50 Jahre „Sehen statt Hören“. Das nennt man hervorragende Lobbyarbeit von Marco Lipski. Betreibt „Sehen statt Hören“ schlechte Lobbyarbeit, obwohl Marco Lipski damals als Moderator tätig war? Dann wollen wir mal sehen, ob Bayrischer Rundfunk Julia Probst als Lobbymanagerin einstellen kann, wie sie „Sehen statt Hören“ alleine aus der Krise schaffen kann. Wünsche Julia Probst viel Erfolg!

Liebe Julia Probst, so einen Unsinn kann nur von dir kommen. Denk du mal darüber nach, bevor du ständig alles gedankenlos mit dem Mähdrescher niedermachen willst und allen wie ein Toter stillen kannst.

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 30. Oktober 2015 in Gehörlosenkultur

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , ,

Verein ohne Einigung #inklusion

„Bundesarbeitsgemeinschaft Hörbehinderter Studenten und Absolventen e.V.“ – so die Entschlüsselung der Abkürzung „BHSA“ (www.bhsa.de). Einige Male im Jahr führt „Europas grösste Selbsthilfegruppe ihrer Art“ (so die BHSA über sich) Tagungen, Seminare und Workshops durch und nimmt an Aktionen und Messen teil. Zu den Hauptaufgaben gehören unter anderem Forderungen beim Staat vorzutragen und die Interessen der Mitglieder nach aussen zu bringen.

Kommunikationsprobleme innerhalb des Vereins

Die meisten Mitglieder sind schwerhörig. Zur BHSA gehören noch Ertaubte, CI (= Cochlea Implantat)-Träger und einige Gehörlose. Die Verständigung untereinander ist schwierig, da nicht alle Hörgeschädigte die Gebärdensprache beherrschen. Zu Tagungen und Seminaren werden daher Dolmetscher bestellt, die zum Teil aus eigener Tasche finanziert werden müssen. Die französische BHSA soll wegen diesen Problemen in zwei Teile zerfallen sein und die Organisatoren führen zur Zeit nur noch „Kaffeefahrten“ durch…

Dolmetscher en masse

Damals jede Tagung standen für die Teilnehmern von zwei bis sogar bis zu sechs Dolmetscher bereit. (Zwei für die DGS, zwei für die LBG und zwei für die lautsprachliche Übersetzung- jeweils im Wechsel). Bei einem Vortrag wie Kofo (= Kommunikationsforum) übersetzten gleichzeitig zwei bis drei Dolmetscher (Gebärdensprachdolmetscher und Schriftdolmetscher). Normalerweise werden auch zusätzlich Mitschreibekräfte eingesetzt, doch manche an dem Tag wurden keine bereitgestellt.

Beschwerden über „mangelhafte“ Verständigung bei Vorträgen

Ein CI-Träger konnte bei den Vorträgen im grossen Saal mit allen drei Dolmetschern nichts anfangen. Da zu allem Übel auch noch die Induktionsschleife zickte, war der Teilnehmer auf das Mundablesen angewiesen. Andere Schwerhörige hatten das gleiche Problem. Da der Dolmetscher, der die Gebärden in Lautsprache übersetzte, mit dem Rücken zu den Gästen sass, konnten die „Mundableser“ bei dem Vortrag kaum folgen. Die Schwerhörigen sollten sich in der erste Reihe setzen, so der Vorschlag von der Organisatorin. Ein Gehörloser meinte, zum besseren Mundablesen könnte man die Sprecherin per Kamera und Beamer auf die Leinwand übertragen. Ganz schön kompliziert…

Gehörlose in der BHSA

Mehrere Diskussionsrunden fanden im Rahmen der Tagung statt. Gehörlose tauschten ihre Studienerfahrungen aus. Die Studienwege sind unterschiedlich – einige hatten Dolmetscher, andere studieren ohne deren Unterstützung (!). Wünschenswert ist natürlich, dass der Dolmetscher sich in dem Studienfach bestens auskennt. Ein Problem sind die Studentenarbeitsgruppen, wo Gehörlose ohne Unterstützung von Dolmetscher Aussenseiter sind. Oft müssen Gehörlose sich durchs ganze Studium alleine durchschlagen. Hier sieht man, dass die „Deutsche Gesellschaft“ im Studentenleben kaum eine Rolle spielt.

Gebärdensprachdolmetscher – selbst die grösste „Liebe zur Gebärdensprache“ endet, wenn der Rubel aufhört zu rollen…

 
 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , ,

Wirklich 80.000 Gehörlose und 250.000 Schwerhörige? #statistik

Im Internet-Forum für Gehörlose wird es derzeit heftig über die Unstimmigkeiten mit dem Zahlen diskutiert, ob es in Deutschland tatsächlich 80.000 Gehörlose leben oder 30.000 Mitglieder der Deutscher Gehörlosen-Bund gibt.

Gretchenfrage: Wie viele Gehörlose leben in unserem Land und wieviele Mitglieder hat Deutscher Gehörlosen-Bund wirklich? Das wusste bislang keiner so genau. Denn die Betroffenen ließen sich so schwer abzählen wie Tiefseefische.

Laut Deutsche Gehörlosenbund geht unter der Annahme, dass etwa 0,1% der Bevölkerung in Industrienationen von Gehörlosigkeit betroffen ist, in einer oft zitierten Schätzung von 80.000 Gehörlosen und 30.000 Mitglieder der Deutscher Gehörlosen-Bund in Deutschland aus.

Interessanterweise gibt dennoch andere Zahlen und zwar laut Schwerbehindertenstatistik von Rehadat-Statistik weist nun die Zahlen für Jahr 2011 auf, hier: 49.169 gehörlos und 241.195 hochgradige/taubheit grenzende Schwerhörige. Die statistische Bundesamt kommt so für Jahr 2009 auf insgesamt 48.123 Gehörlose und 231.412 hochgradige/taubheit grenzende Schwerhörige.

Komischerweise hat die NRW-Landesregierung (https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMV16-1085.pdf) wieder aussergewöhnliche Zahlen als die andere Statistiken. Laut die Zahlen leben in NRW etwa 3,2 Millionen schwerhörigen (davon 2,2 Millionen Altersschwerhörigkeit), aber wenn man sich von hochgradig bis taubheit grenzend schwerhörige zusammenrechnet leben in NRW genau 279.649 Menschen. Sogar in NRW gibt es 11.933 die sogenannte Gehörlosengeldempfänger und nur 6.854 haben im Schwerbehindertenausweis mit GL registriert. Eine inoffizielle Schätzung die sich auf Zahlen der Versorgungsämter über alle Personen berufen, die die Voraussetzungen für einen Eintrag des Merkzeichens GL in einem Schwerbehindertenausweis erfüllen. Auch interessant ist leben in NRW tatsächlich 7.337 Gehörlosen.

Während man vermutet wird, dass sich einige Schwerhörige bewusst Gehörlosengeld ohne den Schwerbehindertenausweis mit Merkzeichen GL auszunutzen, ist auch zu prüfen ob die Beantragung eventuell mit fehlerhafte Bearbeitung verbunden ist.

Hierbei findet man offenbar im Moment ein riesen Zahlenchaos. Wie kann denn sowas in diesem Land, wo alle Personenstands- und Mitgliedsdaten akribischst in Computern erfasst werden? Arbeiten die Datenerfasser etwa nicht korrekt?Frei nach Ralph Raules Spruch: “Es ist nämlich ein verbreiteter Irrtum, warum die Präsidenten, Vorsitzenden, Statistiker und Politiker Zahlen rechnen können.“ 😉

 

Schlagwörter: , , , , , , ,

Hörgeräte / CI-Hörgeräte beim Sex äusserst unpraktisch!

Hammer, echt der Knaller! Lies Seite 2, Abschnitt 2! Das hatte Frau Gerkens, unsere ehemalige Gehörlosen-Präsidentin damals gesagt!

Cochlea Podiumsdiskussion – Original-PDF von Deutscher Gehörlosen-Bund

„Die Gehörlosengemeinschaft fragt nicht nach dem Hörstatus, sondern nach der Zugehörigkeit zur sozialen Gruppe“. Keine Hörgeräte oder Cochlea-Implantat beim Sex und Sport? Woher will die gute Frau das so genau wissen, hmmm? Hilfe!!!

Somit ist bewiesen, dass sie wirres Zeug redet/schreibt und des öfteren sich selbst widerspricht, steht schwarz auf weiss (siehe alle ihre Stellungnahmen).

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 29. September 2013 in Cochlear Implantat

 

Schlagwörter: , , , , , ,

Zwangsbeglückung für alle Hörgeschädigte …

… und zwar mit den Worten: „Auf Grund der durch die Anerkennung der Österreichischen Gebärdensprache (ÖGS) geänderten gesetzlichen Lage ist die ÖGS ein attraktiver Forschungsgegenstand.“

Spätestens jetzt sollten alle Zweifel ausgeräumt sein: Die Gebärdensprache ist dazu da, damit Forschungsgelder fließen, basta. Das ist von höchster Stelle bestätigt worden. Haben Gebärdensprachforscher und Vorstände in Gehörlosenvereinen deswegen die Anerkennung auf Biegen und Brechen vorangetrieben? Es sieht ganz danach aus, denn das Internet wird von Nachrichtenportalen wie www.gebaerdenwelt.at überschwemmt. Dass mit Gebärdenvideos sehr gut verdient werden kann, ist kein Geheimnis – das haben findige (gehörlose und hörende) Betreiber selbst offenherzig zugegeben. In Österreich sitzt doch ein gehörlose Abgerodnete namens Helene Jarmer und kein Gebärdensprachvideos ist www.gruene.at weit und breit nichts zu finden. Offensichtlich knabbern die Grünen an Jarmers luxuriöse Gebärdendolmetscher-Anspruch um jedes Cent.

Doch jedes Geschäft hat auch eine Schattenseite. Gehörlose werden von schwerhörigen Geschäftsleute wie Ralph Raule offen in den Medien stigmatisiert („Es ist nämlich ein verbreiteter Irrtum, dass gehörlose Menschen lesen können“ usw.) und oft zusammen mit Schwerhörigen in einen Topf geworfen. Tatsächlich sprechen neuerdings Forscher und alle anderen, die mit dem „attraktiven Forschungsgegenstand Gebärdensprache“ ihre Brötchen verdienen, immer öfters vom Sammelbegriff „Hörgeschädigte“, da diese eine größere Gruppe ausmacht als ein paar tausend Gehörlose. Da leuchten die Forscheraugen wie zur Weihnachtszeit und selbst gehörlose Abgeordnete wie Helene Jarmer hören die Verbandskassen stürmisch klingeln …

Auch die letzte österreichweite Studie „Sprache Macht Wissen“ sprach wieder mal von „Hörgeschädigten“, obwohl fast ausschließlich das Thema „Gebärdensprache“ behandelt wurde. Auf die Details soll an dieser Stelle verzichtet werden. Denn die hörende Sprachwissenschaftlerin Verena Krausneker hat zusammen mit Kollegen einen 517 Seiten dicken Wälzer rund um ihre Gebärdenstudie zusammengestellt. Ein Artikel darüber im „Silent Writer“ hätte sämtliche Rahmen gesprengt …

Eines ist aber erwähnenswert: Die Studie „Sprache Macht Wissen“ weckte bei der Zielgruppe wenig Begeisterung. Es wurden unter anderem Fragebögen an sechs Gehörlosenschulen in Österreich verschickt. Die Blätter blieben unberührt oder wurden beschmiert. Dennoch hatten die Schulen die leeren Fragebögen ordnungsgemäß eingetütet und an die Forscher zurückgeschickt …

Im Anschuss an der Studie wurde an der Wiener Universität ein Vortrag gehalten, zu dem recht wenige Zuhörer kamen: Gerade mal 160 interessierten sich für die Ergebnisse und Auswertungen rund um die Gebärdensprache. Doch der Pressedienst von „Sprache Macht Wissen“ sorgte dafür, dass zahlreiche Zeitungen und Fernsehen über Krausnekers Gebärdensprach-Forschungsprojekt in Zusammenhang mit „Hörgeschädigten“ statt mit Gehörlosen berichteten …

Dieses Ereignis brachte den Österreichischen Schwerhörigenbund (ÖSB) endgültig auf die Palme. Der ÖSB kritisierte unter anderem den Zusammenwurf von Gehörlosen und Schwerhörigen in einen Topf. Zitat: „Die Studie beanspruche nämlich, repräsentativ zu sein, obwohl nur neun Studierende dazu befragt worden seien. Weiters werde nicht klar zwischen „gehörlos“ und „hörbehindert“ unterschieden und es werde versucht, eine „Zwangsbeglückung mit Gebärdensprache für alle Hörbehinderten“ forciert, obwohl von den 1,6 Millionen hörbehinderten Österreichern lediglich 8.000 tatsächlich gehörlos seien.“ (Die vollständige Fassung ist hier nachzulesen: →www.parlament.gv.at)

Diese schriftliche Anfrage wurde vom FPÖ-Abgeordneten Ing. Norbert Hofer bei der 58. Nationalratssitzung eingereicht. Es dauerte, bis die →Antwort vom österreichischen Wissenschaftsminister Johannes Hahn kam. Auf die Fragen rund um die fehlende Differenzierung von „Schwerhörig“ und „Gehörlos“ wurde gar nicht eingegangen – höchstwahrscheinlich aus Unkenntnis.

Interessant ist, dass im Jahre 2007 der promovierte Philosoph Johannes Hahn sich mit schweren Vorwürfen auseinandersetzen musste: Ihm wurde vom Salzburger Medienwissenschaftler Stefan Weber vorgeworfen, beim Verfassen der Dissertation „absolut schlampig“ vorgegangen zu sein und während der Arbeit „seitenweise unzitiert á la Karl Theodor zu Guttenberg bzw. Anette Schavan abgeschrieben“ zu haben. Nichtdestotrotz hat ein unabhängiges Gutachten die Doktorarbeit des Wissenschaftsministers als „nicht plagiatsverdächtig“ abgesegnet. Und vielleicht hat Johannes Hahn sogar ausgewürfelt, ob die Anfrage zum Thema Hörschädigung beantwortet werden soll, denn der Wissenschaftsminister war früher für ein Glücksspielunternehmen tätig …

Jedenfalls ist die Sache beim Nationalrat vom Tisch und die Studien werden wieder kommen und gehen. Ob Schwerhörige und andere lautsprachorientierte und nichtgebärdende Hörbehinderte nicht mehr mit Gebärden(studien) zwangsbeglückt werden, ist die Frage …

 
 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , ,

Videotext-Untertitel bald kostenpflichtig

Videotext-Untertitel bald nur noch unter 0190-150! (3,63Euro/Min.)

Die Fernsehsender haben bekanntgegeben: Ab dem 1. Juni 2013 werden die Videotextseiten nur noch gegen Gebühr abrufbar sein.

Der Grund: Selten schalten die Benutzer die Untertiteln nach einem Film oder einer Sendung ab. So laufen die Zähler heiss. Zusätzlich sei der Aufwand beim Erstellen der Untertiteln so hoch, dass die Tippse eine 8-Stunden-Woche einlegen muss.

Und so funktioniert das ab Juni 2013: Die Videotext-Untertitel werden übers Telefonnetz ausgestrahlt. Der Benutzer ruft wie immer über die Fernbedienung das Videotext ab. Statt der alten 150er gilt nur noch die Kombination: 0190-150! Dann werden die Untertitel im Minutentakt abgerechnet. Pro Minute: 3,63 Euro!

Die Sender betonen aber, dass ausser der ermäßigte Beitragsservice von ARDZDF (5,99 Euro pro Monat), der Monatszulage (47,50 Euro), einer wöchentlichen Servicegebühr (32,20 Euro), Installationspauschale (131 Euro), Anschlussbüchse (65 Euro) und erforderlichen Umbauten für die Fernbedienung (200-400 Euro) keine weiteren Kosten anfallen. Wenn das nicht be(un)ruhigend ist…

 
8 Kommentare

Verfasst von - 1. April 2013 in Untertitel

 

Schlagwörter: , , , ,

Definition: Taubstumm / Taub macht stumm Teil 2

Kürzlich veröffentlichte EinAugenschmaus einen Blogartikel über „Taubstumm – ein NoGo“ -> http://meinaugenschmaus.blogspot.de/2012/07/taubstumm-ein-no-go.html

Das Plakat „Taub macht stumm“ zeigt nicht irgendeinen x-beliebigen „Gehörlosen“, sondern ein kleines Baby. Wenn das Baby taub geboren wird, kann es sich lautsprachlich niemals so entwickeln, wie ein hörendes Baby. Soviel steht fest. In einem Alter, wo andere Kinder sich fröhlich ihrer Umwelt mitteilen „Schau, eine Katze“, „Ich will Kakao“ oder auch nur „Da – rotes Auto“, kann ein kleines unglückliches taubes Würmchen nur noch mit Finger auf Dinge zeigen oder schweigen, wenn eine gutherzige fremde Oma ihn fragt: „Na, wie geht es Dir, biste aber süss, wie heisst du denn?“

Es wird mit hörenden Kindern nicht kommunizieren können, es kann auf dem Kinderspielplatz nichts sagen, es kann seine Wünsche nicht ausdrücken und ist immer und überall aussen vor.

In dem Alter (die ersten zwei-drei-vier Jahre), wo andere Kinder das meiste lernen und ihre Umwelt begreifen, bleibt dieses Baby stumm – weil taub. Welche Auswirkungen dies auf sein weiteres Leben haben kann, wissen wir alle allzugut. Daher hat die Werbung „Taub macht stumm“ genau den Kern getroffen.

Man weiss nie, ob ein taubes Person die lautsprachliche Entwicklung Erfolg haben wird. Sollte er/sie kein lautsprachliche Erfolg erzielt hat, bleibt er/sie in diesem Fall taubstumm.

Siehe auch Blogthema: „Taubstumm / Taub macht stumm Teil 1“

 

Schlagwörter: , , , , , , , ,

Definition: Taubstumm / Taub macht stumm

(Quelle: Screenshot Twitter)

Via Twitter hat ein Hörender mir wegen dieser Begriff „Taubstumm“ gefragt und ich ihn „Taub macht stumm“ oberflächlich darauf beantwortete, prompt feuerte sich die „zwei taube Frontleuten“
(@EinAugenschmaus und noch einer der namentlich nicht genannt werden möchte) via Twitter ab. Ich sei nicht glaubwürdig und ich über mich selbst belustigen will. Ok, Ansichtssache wie immer!

Kommen wir mal zum Kernpunkt und nehmen wir mal an, ein Kind, das taub ist, wächst mit Mama & Papa auf die auch taub sind. Das Kind, das eigene oder fremde Stimme nicht selbst hört und bis zu kein einzige Laut hören kann, kann einfach nicht von Natur aus drauf kommen, daß es lautsprachlich sprechen müsste. Somit ist „Taub macht stumm“ in dieser Weise natürlich NICHT diskrimminierend. Wie schön wenn ich in einer solchen Welt aufwachsen würde.

Dann kommt folgendes: taubes Kind mit hörende Eltern. Wenn die Eltern nicht informiert sind, was man tun kann, denken sie, daß sie einen taubstummen Kind haben, die man nicht helfen kann. Taub macht stumm, trifft auch zu, nur wegen Informationsdefizit.

Heutzutage gibt es Gebärdensprache, Cochlea-Implantat, frühfördernde Bilingualismus, Logopädie für Lautsprachunterstützung uvm. Wenn man schon beim Kind anfängt was zu tun, dabei gibt es vielerlei Möglichkeiten, daß es nicht stumm wird. Einige von Gehörlose sind auch gar nicht stumm. Beste Beispiel Julia Probst besser bekannt als EinAugenschmaus. Aber manchmal gibts doch Momente dass man sich Taub stellen will und das macht auch tatsächlich stumm.

Und was soll denn schon am Taubstumm schlecht sein? Taubstummer kann man auch so weit kommen wie ein Hörende, indem man sein Wissen nur mittels Gebärdensprache erlernt (ohne Lautsprache) oder nur aus lesen von geschriebenes weis ist. Das ist doch zweifellos möglich. Und nehmt auch auf Hörende Rücksicht, die keine Stimme haben oder Loch im Hals. Sie sind auch stumm, obwohl sie hören kann. Ist das verachtend, oder nicht?

Es ist radikal und schlichtweg peinlich, mir unterstellen zu wollen, ich hätte was gegen taube/gehörlose Menschen oder so irgendetwas. Es ist auch dumm zu behaupten, ich hätte Diskriminierung betrieben. Kein vernünftiger Mensch glaubt an so ein Blödsinn!

Was läuft eigentlich? Ein paar Randalierer wollen mir vormachen, dieser Begriff taubstumm oder taub macht stumm sei eine Diskriminierung oder verachtend. Warum? Was ist daran diskriminierend oder verachtend? Nichts! Die Hörenden meinen mit „stumm“ nicht „dumm“, (so ein Quatsch!) sondern nur das Unvermögen von tauben Menschen sich frei und ohne Einschränkung mit Hörenden zu kommunizieren. Oder ganz allgemein an irgendwas teilzunehmen, wo Lautsprache nun mal nötig ist. Es gibt endlos viel Fälle, wo Taubheit im Wege steht und ergo stumm macht.

Das ganze Trara um „taubstumm“ macht mich und uns doch lächerlich. Was denkt jetzt die hörende Welt? Sie wird ja sowieso von radikalen Gehörlosen immer wieder zum Feind erklärt. Und zwar pauschal. Alle! Ohne Ausnahme…

Ich habe jede Menge hörender Freunde und Bekannte und war mir nicht zu schade, jeden einzelnen zu befragen. Das Ergebnis: keiner denkt dabei an „dumm“. Sie haben echt gestaunt: wieso denn das, woher diese Definition?

Und warum so? Weil sie die ganze verfluchte Vorgeschichte gar nicht kennen. Sie wissen nicht, woher, wieso und warum. Der ganze Kram und Krampf mit „früher war das so und so, stumm ist dumm, Mailänder Kongress von 1880, Oralisten…“ usw. Völlig unbekannt. Deshalb kommt keiner auf die Idee, „stumm“ mit „dumm“ gleichzusetzen.

Ich ahne schon, was jetzt kommt, ist mir aber egal. Meine Meinung darf ich wohl äussern. Sollte einer mir taubstumm verbieten, das ist schon ein gefährlicher Eingriff in Sachen Meinungsfreiheit. Habe genug Erfahrungen mit tauben/gehörlosen Kindern und Leuten gemacht und stehe dazu. Punkt und Basta!

 
 

Schlagwörter: , , , , , , ,

Brauchen wir Mitleid?

Warum nicht? Manche Gehörlosen sagen, dass es nervt, wenn Hörende sagen: „Sie können nicht hören? Ach Sie Ärmster!“ Aber man(n) kann daraus einen Vorteil ziehen: Bei Frauen werden Müttergefühle geweckt: „Du Ärmster, du kannst nicht hören! Lass dich trösten…“

Mitleid ist eine Gefühlssache. Es ist daher wichtig, dass der „zu Bedauernde“ die Gefühle des Helfenden nicht verletzt.

Beispiel: Eine Mutter schnauzt an der Treppe einen hilfsbereiten, jungen Mann an, sie könne den Kinderwagen schon alleine runtertragen. Es ist sicher, dass der junge Mann nie wieder einer Mutter das Angebot macht, Kinderwagen runterzuschleppen.

Auch wir Hörgeschädigten haben Mitgefühl gegenüber anderen Behinderten. So kann an der Treppe anstelle einer Mutter uns auch ein Gehbehinderter anschnauzen, der diesen mühsamen Abstieg alleine schaffen will. Sicher, er schafft es alleine, doch beim nächsten Mal werden wir mit unserem Hilfsangebot zögern, gerade da wo es vielleicht nötig ist.

In unserem Fall: Ein Mitbürger bekommt mit, dass wir Hörgeschädigten sind und übertreibt beim Sprechen mit überdeutlichem Mundbild. Sehr wichtig ist es, nicht entnervt wegzugucken, sondern dem Gegenüber freundlich zu sagen, er könne ruhig etwas schneller sprechen. So bleibt die Antenne aufrecht.

Und bei mir: Die Mädchen, die Mitleid mit mir haben, haben ein gutes Herz, können also später gute Mütterchen werden! 😀

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 15. Januar 2012 in Allgemein

 

Schlagwörter: , , ,

Ein augenschmausende Gehörlosigkeit!

Frohes neues Jahr allerseits!


(Bildquelle: Twitter, http://www.twitter.com)

Irgendwie ist es für uns unerklärlich, warum sie darauf besteht, dass man als gehörlos sagt und nicht hörgeschädigt. Warum? Gut, schauen wir mal genauer hin, wer sie wirklich ist. Sie wollte mit dem Bloggen und Twitterei (siehe Bericht http://meinaugenschmaus.blogspot.com am 1. Dezember 2011) ganz gewissenhaft aufhören, doch seit www.taubenschlag.de durch Karin Kestners Schlagzeile sorgte, bloggt sie ganz abstrus wieder doch und aus diesem Grund schreit sich die Kehle aus dem Hals ganz lauthals. Irgendwie schon verständlich, wie sehr in ihr das Herz steckt und in Ohnmacht fällt. Seitdem beobachtet sie mit Argusaugen statt Augenschmaus die Geschehenisse von zwei Mädchen.

Tatsache ist Julia Probst alias EinAugenschmaus Cochlea-Implantat Trägerin. Wenn man auf einer Seite ein Cochlear-Implantat und auf der anderen Seite ein Hörgerät betrachtet. Ich persönlich trage und habe ausreichende Erfahrung mit meine Hörgeräte und trage kein Cochlea-Implantat. Klar ist die Cochlea-Implantat Technologie wesentlich besser und auf der Hörgeräte Seite kann ich nicht immer Sprache vollständig erfassen. Was interessant ist, als ich analoge Hörgeräte hatte, war meine Aussprache etwas anders, als zur Zeit mit den digitalen Hörgeräten. Mit dem Cochlea-Implantat kann man wesentlich besser Sprache erfassen und auch das Hören weniger anstrengend ist. Sie hat dank Cochlear-Implantat das Glück, warum sie in einer Regelschule ohne Gebärdensprachdolmetscher auskommen müssen. Einmal sagte sie zu mir, dass sie vor CI-Operation angeblich gutes Deutsch hatte und angeblich von klein auf nur hörende Schule beschult wurde. Das ist keine Überraschung, warum sie so gut sprechen kann und bruchstückhafte Gebärdensprache (LUG = Lautsprachunterstützende Gebärden) beherrscht. Hier 140 Sekunden (mit UT!) oder hier re:publicca (ab 11:30 Min) oder auch hier ARD Nachtmagazin (ab 5:57 Min). Deshalb ist sie nicht typisch gehörlos, wie man in allen Filmen gut beobachten kann.

Mit normale Hörgeräten kann ich dafür aus technischen, optischen, ethischen und sozialen Gründen angenehmer tragen. Dagegen lehne ich Cochlea-Implantat aus operativen, medizinischen, gesundheitlichen, versicherungstechnischen und juristischen Gründen ab. Endergebnisse lautet also normale Hörgeräte ist ingesamt „freundlicher“ als Cochlea-Implantat. Und ich kann auch ähnlich gut sprechen wie sie, nur mein einzigste Schwäche ist wie ich beim Sprechen manchmal unregelmäßig verschlucke, das nennt man Aphasie was ganz normal ist. Drum werde ich von hörende Personen als sprachgestörter Gehörloser angesehen. Nur die Frage ist, warum Julia Probst gerne als gehörlos ausgibt. Mit dem Eigenschaftswort „gehörlos“ wird die Aufmerksamkeit auf „durchgestrichenem Gehör“ (typisches Gehörlosen-Logo) gelenkt statt auf die Wesen als visuell-orientierte Menschen mit eigener Sprache und Kultur.

Warum das so ist? Klar ist, seit vielen Jahrzehnten konnte man ganz inbesondere Gehörlosenszene oft und immer beobachten, haben Gehörlose eine sehr eigene berühmt-berüchtigten Streitkultur vor allem die Definitionen zwischen „taubstumm, taub und gehörlos“ und ist bis heute immer noch nicht auf Durchsetzung aufgebaut worden. Der Knackpunkt ist der Begriff „taubstumm“ wurde unaufälligerweise zu „gehörlos“ konvertriert, so dass man gut in Gebärdensprache feststellen kann und sich sehr an „taubstumm“ erinnert. Hier die Bildbeschreibung:

(Bildquelle: http://www.visuelles-denken.de)

Auch ganz lesenswert ist die Zitat von Paco aus dem einschlägigem Forum.

Paco: Ich zitiere aus einem Editorial der DGZ 1987:

Zitat: 
Ein Vogel ist an allem schuld

… Wer das Wort (gehörlos) „erfunden“ hat, konnte ich noch nicht eindeutig feststellen. Mir ist nur bekannt, dass der Ausdruck „gehörlos“ erstmals nach dem Ersten Weltkrieg aufkam, vermutlich in Anlehnung an das Wort „sprachlos“. Damals waren alle, die nicht hören oder nicht sprechen oder beides nicht konnten, durchweg „taubstumm“. Das passte den Taubstummen, die in der Taubstummenanstalt mittlerweile sprechen gelernt hatten.., gar nicht (…)
Nun wäre es aber ganz logisch und naheliegend gewesen, von dem Wort „taubstumm“ einfach die zweite Silbe auszumerzen und nur noch „taub“ zu gebrauchen – wie die Engländer und Amerikaner das allgemein gut ankommende „deaf“.
Da aber hat uns ein sehr bekannter, vielgeliebter, oft auch gehasster Vogel mit seinem Namen einen dicken Strich durch die Absicht gemacht. Es würde sich doch sehr komisch lesen, wenn unser Leib- und Magenblatt mit dem Titel „Deutsche Tauben-Zeitung“ zu Ihnen kommen würde. Man würde Sie sofort als Mitglied eines Taubenzüchtervereins sehen. Oder wenn der Herr Pastor uns in seiner Kirche mit „Meine lieben Tauben“ anreden würde. Nein, die damaligen Führer der Taubstummenvereine waren sich schnell einig, dass mit dem Wort „taub“ kein Staat zu machen ist. So machte man sich auf die Suche nach einer anderen Bezeichnung und kam eben auf „gehörlos“, das schon hier und dort verwendet wurde und Anfang der zwanziger Jahre bereits in Vereinsnamen zu finden war (….)

Die damalige „Allgemeine Deutsche Taubstummen-Zeitschrift“ änderte ihren Namen am 1. Januar 1927 in „Allgemeine Deutsche Gehörlosen-Zeitschrift“ und 14 Tage später wurde in Weimar der „Reichsverband der Gehörlosen Deutschlands e.V.“ (Regede) mit Sitz in Berlin gegründet, der Vorgänger des jetzigen Deutschen Gehörlosen-Bundes. So war`s mit dem „gehörlos“! Wissen Sie vielleicht ein besseres Wort?
Herzlichst, Ihr Friedrich Waldow

(aus: DGZ 11/1987,Dank an Helmut Vogel für die Übergabe des Artikels)

Quelle: www.gl-cafe.de

Darum ist dies so entstanden. Die gehörlosen Kritiker verstehen unter „stumm“ etwas ganz anderes, als Hörende! Es ist tatsächlich so, dass fast alle Hörenden in jedem Gehörlosen/Tauben einen „Stummen“ sehen, wie man obige Twitter-Screenshot feststellen kann. Sie denken so: er/sie kann zwar (mehr oder weniger gut) sprechen, aber…

Wenn die Verbände und Gehörlosen also sagen: Wir sind nicht „stumm“, wir wollen dies und das (Anerkennung etc.), dann stiftet das nur Verwirrung in den Köpfen. Dann denken die Hörende: „Was hat das eine mit dem anderen zu tun?“

Auch der Begriff „taub“ wird mitunter als abwertend angesehen, z.B. taube Nuss oder auch Gefühllosigkeit etc.

Ist es nicht besser, die echte und alltägliche Benachteiligung zu bekämpfen, als sich wegen angeblichen Diskriminierung durch irgendwelche Begriffe aufzuregen?

Wollen Sie nicht die heilige Gehörlosenkultur zu retten? Man muss sich Fragen stellen, eigentlich ist den Gehörlosen der Gehörlosenkultur heilig und sie zu beschützen. Das tun nur unwissende Menschen (ob Hörende, CI-Industrie, Betonköpfe, etc….), denen nichts und niemand heilig ist und die überall einmischen müssen. Es ist genauso wie den Aborigines der Ayers Rock heilig ist und sie betreten ihn niemals. Auch das tun nur unwissende Touristen und australische Ignoranten, denen nichts und niemand heilig ist und die überall rumlatschen müssen. Was interessant ist, wenn wir mal nach Indien genauer betrachtet, wo die heilige Kuh auf der Strasse niemals von jemanden verjagt oder überfahren dürfen, selbst unwissende Touristen oder Laie wissen wie man sich auf der Strasse korrekt verhält, um sie herum fahren müssen ohne zu verjagen oder überfahren. Oder es gibt noch viele unendliche Heiligtum auf der ganzen Welt, die man immer noch entdecken oder nichts entdecken kann.

Nun die Frage ist, warum für Julia ganz besonders die Bezeichnung nicht typisch gehörlos ist. Für mich ist nur dieser Begriff richtig und auch extra für Julia Probst: hörgeschädigt. Er sagt klar und deutlich, was Sache ist (hat kaputte Ohren, kann aber sprechen (egal wie gut oder schlecht), usw. und verdient ein bisschen Mitleid.) Es gibt solche Leute die als hörgeschädigt angesehen werden, aber medizinisch und juristisch gesehen sind sie gehörlos, weil es auf dem Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen „GL“ offiziell steht. Ob Julia in Ihrem Schwerbehindertenausweis gleiche Merkzeichen wie ich hat, ist die Frage und die Bedingung mit dem Merkzeichen „GL“ müsse von taubheit grenzende Schwerhörigkeit mit Sprachstörungen vorliegen. Wenn doch, dann darf sie überraschenderweise gerne als gehörlos bezeichnen (und das ohne Sprachstörung?!?).

Sicher ist vielen aufgefallen, warum unter Schwerhörigen (darunter auch die meisten CI-Träger) bisher kaum heißes Brei debattiert wurde. Für Schwerhörigen hätten nichts dagegen und auch möglicherweise hoffentlich auch für Gehörlosen ohne darüber nachzudenken, wenn sie gleich als hörgeschädigt angesehen werden. Nicht dass die Gehörlose einfach so sagt, ob es an fehlende Selbstbewusstsein liegt. Später, wenn wir mal so cool und selbstbewusst werden (!!!) wie die Afro-Amerikaner oder halbstarke Jugendliche, dann können wir uns mit „Ey, was geht ab, tauber Bruda“ oder „Bis bald, Taubazz!“ Warum tauchen an vielen Schulen die Bezeichnung „Schule für Hörgeschädigte“ häufig auf, wo sogar die Mischung von Schwerhörigen und Gehörlosen zu finden sind? Selbst Deutscher Gehörlosen-Bund listet sogar „Schule für Hörgeschädigte“ auf, wo man die Schule bundesweit finden kann. Hier den Link!

Nun zum Taubenschlag-Artikel aus meiner Perspektive: Ich finde, die Förderschule (evtl. Regelschule???) muss ein Extra-Fach schon in der Grundschule einführen und zwar: „Grammatik“. Man merkt oft, dass sehr viele Gehörlose und auch Schwerhörigen Probleme haben, die Sprache richtig zu beherrschen, weil manche manche Schwerhörigen und Gehörlosen auch häufig eine Art Mischmasch von DGS und gebärdetem Deutsch verwenden. Manchmal sind die Deutsche Gebärdesprache (=DGS) auch der Grund dafür. Vor allem bei der DGS, da sie keine Grammatik hat und das Verb kommt da erst am Ende, z.B. „Meine Mutter kocht ein Spiegelei“ in DGS: „Mein Mutter Spiegelei kochen“ oder anderes Beispiel „Schön, daß ich nach langer Fahrt in Mailand angekommen bin.“ in DGS: „Lange fahren Mailand da schön“ oder auch anderes Beispiel „“Bist du heute morgen zu spät zur Arbeit gefahren?“ in DGS: „Heute Morgen du zu spät Arbeit?“. Das ist dann klar, dass sie dann kein gutes Deutsch beherrschen können und auch Missverständnisse führen kann, denn DGS ist eine visuell aufnehmbare Sprache mit eigenen Syntax. Auch ich hatte früher in der Schulzeit mit den Artikeln, Endungen und ein paar Probleme, die im Laufe der Zeit immer besser wurden (dank Internet und „Lesewahn“). Meine Eltern haben mich früher damit echt genervt, aber heute bin ich ihnen dankbar dafür.

Auch ein Cochlear-Implantierte kann nicht gleiche Ergebnisse wie Julia Probst erzielen, wenn sie zur Regelschule schicken sollten, weil häufig individuelle Unterschiede im Spracherwerb aufweisen. Ich kenne einige CI-Träger, die eine erkennbare eingeschränkte grammatikalische Schriftsprachentwicklung haben. Genauso machen CI-Kinder beim Erwerb der Sprache Fehler wie die Schwerhörigen mit normale Hörgeräten und Gehörlosen. Bei CI-Kinder braucht nach der Implantation viel Zeit, um die richtige Spracherwerb wahrzunehmen. Was zählt, sollen die Kinder zum richtigen Zeitpunkt in ihrer geistigen Entwicklung eine Sprache erwerben und zwar in bilingual (hier: Schrift- und Gebärdensprache). Allein Cochlear-Implantat kann alles nicht viel bringen und darum ist es ganz typischerweise von Kind zu Kind verschieden und hängt sehr stark vom Begabung und Erziehung ab.

Und was passiert wenn ein Schwerhöriger und ein Gehörloser zusammen in einer Klasse sitzt? Ob an der Regelschule auch die LBG (= Lautsprachbegleitendes Gebärdensprache) abgeschafft werden und dafür die DGS eingeführt werden soll. Heißt im Klartext so viel wie: Im Unterricht sollten alle die DGS erlernen, wenn nötig auch unter Zwang und die LGB wird abgeschafft. Das muss man sich mal vorstellen, da wird dann in den Klassen nur noch DGS gebärdet. Wenn ein Mensch ohne Gehör auf die Welt kommt, dann kann ihm nicht besseres als die Gebärdensprache passieren. Er kann so lernen zu kommunizieren und als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft auf wachsen. Wie sähe Schwerhörige aus? Interessanterweise ist die LBG gesetzlich nicht anerkannt, sondern nur als Kommunikationsform anerkannt. Jedoch muss er auch gleichzeitig die Lautsprache erlernen. Ganz logopädisch gesehen wichtig für Schwerhörige, sonst leidet man darunter die lautsprachliche Qualität. Möchte man draußen überleben, so muss man auch über die Lautsprache kommunizieren können. Aber auch auf der anderen Seite ist mir bewusst, brauchen die Gehörlosen DGS, um beide Sprachen gefördert werden. Das sollen die Grammatik für Gehörlosen und auch für interessierte Schwerhörigen im Fach „Grammatik“ beider Sprachen (Deutsch und DGS) betrachtet werden um zu vergleichen und richtig wahrnehmen zu können, was der Unterschied ist.

Edit:

Antwort von EinAugenschmaus via Google+ (1. Januar 2012): (Link: https://plus.google.com/u/0/105147235498941045340/posts/CRM9tC3qYsd )

@hewritesilent: Eigentlich sehe ich überhaupt keine Veranlassung, dir überhaupt irgendwelche Aufmerksamkeit zur deiner diffamierende Darstellung meiner Person zu schenken. Aber vielleicht helfen dir diese Fakten über mich weiter, die JEDEM bekannt sind, die mein Blog lesen und verstehen können. 

1. Hartmut, eine sehr geschätzte Persönlichkeit aus der Gehörlosenwelt, erklärte dir schon ausreichend in einem Blogcommentar In DEINEM BLOG, dass ich erst mit 12 JAHREN das Cochlear Implantat bekommen habe und ich war nur mit normalen Hörgeräten, die aber schlecht eingestellt waren und ohne Gebärdensprachdolmetscher auf der hörenden Grundschule! 

2. Deine Angaben über mich entsprechen also nicht der Wahrheit. Anscheinend, weil du sie nicht hören kannst oder WILLST. Und zweitens: Ich sagte schon immer, dass meine Gebärdensprachkenntnisse nicht perfekt sind und ich wirklich dann nur gut gebärden kann, wenn ich weiß, dass meine Umgebung aus gehörlosen Menschen besteht. 

3.Und ich bin in keinster Weise gehörgeschädigt, wie du es behauptest. Ist dir denn noch nie in den Kopf gekommen, dass das Wort „gehörgeschädigt“ eine ähnliche Abwertung einer Person enthält wie das Wort „kriegsbeschädigt“ oder „kriegsversehrter“? In meinem Schwerbehindertenausweis habe ich das Merkzeichen GL, weil ich ohne das Cochlear Implantat erst jenseits ab 90 dzb was wahrnehmen kann. Damit bin ich ganz klar gehörlos ohne das Cochlear Implantat.

4. Ich sagte das schon immer ganz klar: Ohne das Cochlear Implantat bin ich gehörlos, mit dem Cochlear Implantat bin ich schwerhörig und von der kulturellen Identität hörend. Und damit habe ich kein Problem, auch meine gehörlosen Freunde nicht. Die akzeptieren meine Identität und stehen hinter mir, was meine Bloggerei und damit meine Ansichten betrifft. 

5. Und in deinem ganzen Blogeintrag kann man nachlesen, dass du die Replys an mich per Twitter überhaupt nicht 100% richtig verstanden hast. 

Ich fühle mich dennoch sehr geschmeichelt, dass du soviel Zeit meiner Person widmest – ich hoffe, ich werde dir weiterhin noch eine unterhaltsame Zeit bieten.
———————————————————————————————————————–

Mein Antwort an Julia Probst via Google+ (1. Januar 2012):

1. Dein Antwort via Twitter ist mir damals bekannt. Hartmuts Beiträge sind schon ZU extremistisch! Und ja, wer denkt, ich sei zu radikal. Besser sarkastisch als radikal! 🙂 Viel Spaß beim nachdenken!
2. Dann können wir eines Tages persönlich treffen, wenn du magst/möchtest. Vielleicht bringe ich meine gehörlose Freunde mit. Ich/Wir werde/-n dann analysieren.3. Eigentlich sehr außergewöhnlich! Sprachstörungen hast du meine Feststellung keins, trotzdem.4. Ohne das Hörgerät bin ich gehörlos, mit dem Hörgerät bin ich taubheit grenzend schwerhörig und von der kulturellen Identität alles in einem, also hörend, schwerhörig und gehörlos. 🙂5. Wir haben unterschiedliche Vorstellungen, aber eines fehlt was bei dir. 🙂Extra-Antwort Nummer 6: Früher sagte man „taub und stumm“, dann wurde daraus „taubstumm“. Logisch! Man hatte ja damals keinen passenderen Begriff! Was sollten sie denn sonst sagen – Nichtsprechender und Nichthörender? Später wurde klar, dass ein tauber Mensch nicht stumm sein muss. Was tut man in diesem Fall? Das Wort „stumm“ ist weg, und alle Welt ist zufrieden. Nur die Deutschen nicht! Sie erfinden nicht nur ein völlig neues Wort, sondern verdammen auch noch das alte als „diskriminierend“. Muss das sein? Es gibt ja tatsächlich taubstumme oder stumme Menschen, die nicht sprechen können.Kann jemand mir bitte erklären, wieso ein gehörloser Politiker wie Martin Zierold häufig und immer dieser Begriff „taub“ benutzt und nichts anderes. Und du „gehörlos“ (laut Twitter und Blog)!

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , ,

iPhone vs. Galaxy

Schon unglaublich wie die Gehörlosen im Facebook zwischen iPhone und Samsung Galaxy heftig gegeneinander schlachten. Wer Facebook hat, sollte man dort einfach mal vorbeischauen und beobachten.

Seit iPhone 4S auf dem Markt kam, brach der Jubel von Gehörlosen aus, als käme wie der Papst in ihrer Stadt an. Ach iPhone (=ich telefoniere)? Können die Gehörlosen telefonieren oder müssen sie den Bildschirm immer vor seinen Augen halten? 😉

Unglaublich wie viel Gehörlosen dem Irrsinn mit der “Kultmarke Apple“ verfallen sind. Okay, Steve Jobs war in der Tat ein “Genie“. Er hat nicht nur grossartige technische Ideen gehabt, sondern auch gewusst, wie man Leute mit krankhaftem Drang nach Statussymbolen ködert. Wenn Gehörlose, die über keinerlei eigene bzw. geringe Einkünfte verfügen, vor dem Apple-Store in NRW oder Berlin zusammen mit “Sponsor Gehörlosengeld“
übernachten um als erster ein sauteures iPhone 4s zu ergattern oder über Online-Vorbestellung die man eine Wartezeit von einer bis acht Wochen in Kauf nehmen muss, halte ich dies für krank. Schön dass Steve Jobs einiges für soziale Zwecke gespendet und sein wohlwollendes Tun herumposaunt hat. Das mehrere Mitarbeiter der Firma Foxconn in Asien die die Apple Artikel billigst produzieren Selbstmord wegen der miserablen Arbeitsbedingungen begangen haben, hat ihn scheinbar nicht gestört und stört auch die werte Kundschaft nicht. Irgendwie charakterlos und auch wenn man sich die Kommentare mal ansieht, wie verblödet der Mensch (nicht nur Gehörlose, auch Hörende) mittlerweile ist.

 
5 Kommentare

Verfasst von - 16. Oktober 2011 in Allgemein

 

Schlagwörter: , , , , , ,

Berlin und pandabärenstarkes Deaf-Life

Ne…andersrum: In Berlin gibt es gedolmetschte Führungen – zu allen erdenklichen Themen…und ziemlich oft! (Ich war am vorletzten Wochenende bei einer gedolmetschten Führung im Bundesfinanzministerium. Wieviel GL – ca 10!….10 von 6000, die den Ort hätten gut erreichen können)
Auch früher hatte ich schon mehrfach an Führungen mit DGS teilgenommen. Nie waren mehr als 15 GL bei solchen Führungen dabei.

Was wäre, wenn Ihr GL mal den „Spiess umdrehen“ würdet: Ruiniert den Organisatoren doch mal deren Konzept und drängt gemeinsam in solche Führungen! 6.000 GL bei ner gedolmetschten Führung – so, dass die Hörenden gar keine Chance mehr haben vor lauter wedelnden Händen. Wie wärs?

Einmal im Jahr ist der Tag der GL – mit Strassenfest in der Friedrichstrasse. Da wird dann für einige Stunden ein kurzes Stück der Friedrichstrasse gesperrt. Die Hörenden wandern zwischenmang und wundern sich. Fertig! Sieht so wirksame Öffentlichkeitsarbeit aus?

Aber stadtweite regelmässige Umzüge? Wirkliche kämpferische Demos? Wenigestens häufige Leserbriefe in den Berliner Tageszeitungen? Ne. wieso denn?
In Berlin leben ja die 6.000 GL – ich glaub, die sind sich selbst genug.
Ich glaub die GL ganz allgemein haben sich Vorstellungen aufgebaut, was sie von Hörenden erwarten. Natürlich von hörenden Dolmis erst recht – und von solch hörenden Mischwesen wie mir – die halt DGS können, aber keine Dolmis sind.

Quelle: biene63 – www.gl-cafe.de

6000 Gehörlosen gibt es angeblich in Berlin? Gut, betrachten wir genauer hin, was wirklich dahinter steckt und wieviele Deafies in Berlin in Wirklichkeit leben. In dem Satz steckt eine zweifelhafte Zahlen, die an der Wirklichkeit vorbeigeht. Der Satz tut so, als seien alle Statistiken notwendigerweise gelogen, und als könne man nichts anderes dagegen tun, als selbst Statistiklügen in die Welt zu setzen.

Genaue Zahlen, die mir vorliegen und wie man zwischen seriösen und unseriösen Zahlen zu unterscheiden. Hier: 2303 Gehörlosen und 3884 Taubheit grenzend Schwerhörigen (Statistik-Stand: 2007 – alle Altersgruppe) leben tatsächlich in Berlin, macht ingesamt 6187 hörgeschädigten Menschen. Verstanden? Diese „geschönte aufgerundete und unrealistisch genaue“ Zahlen wie die Arbeitslosenstatistik, die zum Beweisen einer Meinung dient, werden vom Verbänden und Vereinen sehr gerne benutzt und auch leider beharrlich totgeschwiegen. Und wenn man Bienes63 Kommentar feststellt, wo die anderen Deafies bleiben und ich beschreib mal ironischerweise wo das Problem liegen könnte. Berlin ist die „Hauptstadt der Hartz-IV-Empfänger“, Berlin hat Schuldenprobleme und Probleme mit der Integration und trotzdem ist Berlin reich und sexy. Gut, Berlin ist bekannt dafür ständig gehörlosen Party- und Kulturveranstaltungen durchzuführen, aber nicht alle Deafies kommen aus Berlin, sondern die von außerhalb aus Deutschland bzw. Europa kommen. Klingt schizophren, die Berliner! Bling, bling, aber wirklich pandabärenstark?!? Laut amtlichen Statistiken von Berlin, aller Bundesländer und europäische Staaten kann man prima ablesen, wie der Anteil der Menschen des mittleren und älteren Jahrgänge deutlich höher ist als die jüngeren. Ob die in einigen Jahren sich auf den demografischen Wandel eingestellt haben. Für einen Statistiker ist es dann ein Kinderspiel, jede gewünschte Aussage zu belegen, wie man die häufigsten Tricks der Zahlenmanipulierer entlarven kann: von fragwürdigen Rankings über irreführende Durchschnittswerte bis zu willkürlichen Prozentangaben. Ganz einfach!

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 30. September 2011 in Gehörlosenkultur

 

Schlagwörter: , , , , , ,

Hörgeschädigten Arbeitslosigkeit in den USA

Von einem Leser bekam ich per e-Mail den Hinweis, wie die Arbeitslosigkeit für hörgeschädigten Gesellschaft in den USA aussähen. Hier:

Sprache/Language: (ASL=American Sign Language)

In den USA lag aus dem Jahr 2008 die Arbeitslosenquote zwischen durchschnittlich 4-6%, aber in der hörgeschädigten Gesellschaft sind die Zahlen deutlich höher. Ist genauso wie in Deutschland, zur Erinnerung Arbeitslosigkeit in Deutschland.

Wer behauptet, dort ist man Deutschland um einige Jahre, wenn nicht Jahrzehnte voraus, allerdings zu behaupten, dass viele dort ASL beherrschen würden, barrierefreie Leben, bessere Bildung verfügt und die Kommunikation kein Problem darstellt ist schlichtweg falsch. Fakt ist, es funktioniert nur in Washington D.C. ganz gut, oder in Teilen von New York oder in San Francisco. Restliche Amerika glänzt nicht alles Gold.

 

Schlagwörter: , , , , ,