RSS

Archiv für den Monat Oktober 2011

Gesten statt hochwertigen Untertitel?

Ralph Raule und der legendäre Spruch „90 % gehörlosen Menschen können nicht lesen“ und auch komisch, wie er sein Kind zignoO den Sonderpreis für außergewöhnliche Leistung im Bereich barrierefreier Webseiten von Biene Maja (Biene Award) bekam. Gut, denken wir mal nach.

In einem Vortrag der Kölner Kofo am 28. Oktober 2011 weist der gebärdende zignoO-Geschäftsführer Ralph Raule die Teilnehmer darauf hin, dass „Hörgeschädigte (…) eine geringere Schriftkompetenz“ haben. Daher soll zignoO „visuelle Informationen in Gebärdensprache umsetzen“. Exakt: „Man muss Gebärdensprache können!“

Um Geschäfte mit Gebärden in den Gang zu bringen, wird anscheinend keine Rücksicht auf die Zielgruppe und auf Inklusion genommen. Offensichtlich wollen die gehörlose Gesellschaft weiterhin gerne separieren und kapseln sich lieber in ihrer „sign language community“ ab. Ralph Raule ganz unverblümt zum Hamburger Abendblatt: „Es ist nämlich ein weit verbreiteter Irrtum, dass gehörlose Menschen lesen können“. (wie von HWS berichtet) Macht Taub also dumm? Eine bewusste Stigmatisierung aller Gehörlosen zum Wohle des Geschäftes? Egal, denn die Gehörlosen können den brisanten Satz im Abendblatt sowieso nicht lesen und setzen mehr auf BILD-Zeitung, weil die sehr einfachste Begriffe in das Gedächtnis unvergesslich machen können…

 

Schlagwörter: , , , , , ,

„We can consign deafness to history“

Lesenswerter Artikel von Paul Bartlett: http://the-rebuttal.com/?p=1488 in Zusammenhang mit höchst umstrittene Aussage von Frau Dronan (Brisbane Times, 11. Oktober 2011)

Nachtrag: In Australien bebt was. Selten habe ich solche Artikel mit chilischarfen Kommentaren gelesen, „Backlash apart, talk of combating deafness does not equate to genocide“ (Herald Sun Australia, 15. Oktober 2011)

 
5 Kommentare

Verfasst von - 18. Oktober 2011 in Gehörlosigkeit / Hörschädigung

 

Schlagwörter: , , ,

iPhone vs. Galaxy

Schon unglaublich wie die Gehörlosen im Facebook zwischen iPhone und Samsung Galaxy heftig gegeneinander schlachten. Wer Facebook hat, sollte man dort einfach mal vorbeischauen und beobachten.

Seit iPhone 4S auf dem Markt kam, brach der Jubel von Gehörlosen aus, als käme wie der Papst in ihrer Stadt an. Ach iPhone (=ich telefoniere)? Können die Gehörlosen telefonieren oder müssen sie den Bildschirm immer vor seinen Augen halten? 😉

Unglaublich wie viel Gehörlosen dem Irrsinn mit der “Kultmarke Apple“ verfallen sind. Okay, Steve Jobs war in der Tat ein “Genie“. Er hat nicht nur grossartige technische Ideen gehabt, sondern auch gewusst, wie man Leute mit krankhaftem Drang nach Statussymbolen ködert. Wenn Gehörlose, die über keinerlei eigene bzw. geringe Einkünfte verfügen, vor dem Apple-Store in NRW oder Berlin zusammen mit “Sponsor Gehörlosengeld“
übernachten um als erster ein sauteures iPhone 4s zu ergattern oder über Online-Vorbestellung die man eine Wartezeit von einer bis acht Wochen in Kauf nehmen muss, halte ich dies für krank. Schön dass Steve Jobs einiges für soziale Zwecke gespendet und sein wohlwollendes Tun herumposaunt hat. Das mehrere Mitarbeiter der Firma Foxconn in Asien die die Apple Artikel billigst produzieren Selbstmord wegen der miserablen Arbeitsbedingungen begangen haben, hat ihn scheinbar nicht gestört und stört auch die werte Kundschaft nicht. Irgendwie charakterlos und auch wenn man sich die Kommentare mal ansieht, wie verblödet der Mensch (nicht nur Gehörlose, auch Hörende) mittlerweile ist.

 
5 Kommentare

Verfasst von - 16. Oktober 2011 in Allgemein

 

Schlagwörter: , , , , , ,

Deaf-Situation in den USA (ASL, CI, Soziales…)

Letzte Woche bekam ich ein Besuch aus USA und tauschten unsere Erfahrungen aus.

Gehörlose und Cochlea-Implantat (=CI) Situationen in den USA:

In den USA werden die Anzahl der Gehörlosen langsam ruckläufig und zur Zeit ist es aufgrund der moderne Hörtechnologie in den USA problematisch geworden. Dort werden die Gesetze in den USA je nach US-Bundesstaaten unterschiedlich ausgelegt. Nach der Geburt müssen sie sofort ein Hörscreening absolviert werden. Im Falle einer Entdeckung holt der Doktor dann einen bestimmten Experten, eine neutrale gehörlose Person und zuständig für den Gehörlosenverband sowie eine Gebärdensprachdolmetscher-/in dazu und klären diverse Informationen über Cochlear-Implantat, Gebärdensprache und bilinguale Erziehung etc. auf. So läuft das in den USA ab. Und solche Verfahren gibt es in Deutschland kaum, eher systematisches Informationsdefizite für Eltern, so eine Art wie Taschenspielertricks von deutsche Ärzten.

Auch interessant, wie die Bildungspolitik der CI in den USA aussieht:

Pädagogische Bildungssystem in den USA werden nicht ausreichend auf die Bedürfnisse von Kindern mit CI geschult, die zusätzliche Behinderungen und / oder die aus Familien kommen, in denen Englisch nicht die Hauptsprache (siehe zum Beispiel Spanglish (=gesprochene/geschriebene Mischform der englischen und spanischen Sprache) oder in Florida bzw. südlichen US-Staaten wird häufig Spanisch geschrieben/gesprochen) haben. Viele Pädagogen und Schulleiter verfügen nicht über ausreichende Kenntnisse und Erfahrungen in Sachen mit CI-Technologie, die realistische Ergebnisse und Strategien zur Sprache und Kommunikation der Entwicklung zu befassen. CI-Kindern die teilweise bzw. häufig ohne Gebärdensprache isoliert sind, werden von Gebärdensprache-Spezialisten unterstützt. Es gibt unzureichende Darstellung eines „Deaf-Perspektive“ im Zusammenhang mit CI-Kindern.

In Deutschland sieht die Situation aus meiner Sicht vielleicht andersrum aus. Es gibt deutsche CI-Träger die sehr korrekt deutsch schreiben können (wie ich zum Beispiel wie CI-Trägerin Blog von meinaugenschmaus entnehmen kann), doch es gibt einige CI-Träger sind nicht mal in der Lage (entdeckt durch Facebook und Forum), ihre eigene Schriftsprache korrekt zu formulieren. Ursachen in Deutschland könnten sehr vielfältig sein, durch schlechte schulische Leistungen oder zu spät bzw. nicht rechtzeitig durch die fehlende sprachliche Entwicklung CI implantiert worden oder nicht genügende Bildungseigeninitiative oder Mehrfachbehinderungen oder andere Ursachenmöglichkeiten.

Soziales Leben:

Interessant ist wie er mir erzählte, wie großzügig er als Behinderter in den USA bekommt und was er in den USA kriegt. Mehr möchte ich nicht bis ins Details beschreiben, wie er in den USA genau unterstützt wird. In Deutschland werden zwar Behinderte unterstützt, dafür systematisch ausgegrenzt (in diesem Sinne positive Diskriminierung!!!). Er hat hier in Deutschland und Europa erfahren, dass hier Gleichstellung für Behinderten vieles fehlt. Und auf meiner Nachfrage, wie die Hörenden in den USA tatsächlich leben: Dort ist das soziale Netz für Hörende weniger großzügig als in Deutschland. Kein Wunder, warum in den USA auf der Strasse oft zu entdecken gibt. Gerade auf Einkaufsstraßen oder wo sich viele Touristen befinden, findet man alle hundert Meter einen Obdachlosen der um Geld bettelt. In Deutschland findet man fast unsichtbar. Übrigens, wenn man auf die Zahlen schaut, warum USA so hohen Staatsschulden hat: Welche zwei Präsidenten (Bush-Dynastie) es geschafft haben, die Schulden in 16 Jahren mal eben so zu verdoppeln und dabei Infrastruktur und Sozialstaat der USA völlig runterzuwirtschaften. Kein Wunder, wie die wirtschaftliche Umverteilung in den USA funktioniert.

Lautspracherziehung in den USA:

Beim persönlichen Gespräch hat mich schon überrascht, wie er als vollständig Gehörloser trotzdem sprechen kann. Er erzählte mir in den USA, wie er während der Kindheit und Schullaufbahn an der Lexington School for the Deaf in NYC zuerst Lautspracherziehung gefördert wurden, danach kurze Zeit später ASL gelernt hat. Auf meiner Nachfrage, ob in den USA noch stark oralbetont sei. Daraufhin beantwortete er, wie diejenigen vieler anderen Gehörlosen in den USA auch, zuerst Oral aufgewachsen, dann auf eine Mainstream-Schule gegangen und etwas später die amerikanische Gebärdensprache (ASL) erlernt haben. Wegen späteren Arbeitsleben ist es dort fast ein Muss für lautsprachlich orientierte Hörgeschädigte im Arbeitsleben zu kommunizieren.

ASL und DGS im Fernsehen (Gebärdenspracheinblendung):

Für einige Amerikanern ist die Gebärdenspracheinblendung im Fernsehen nicht immer sinnvoll, oft zu klein und ASL (=American Sign Language) auch nicht qualitativ genug, weil es auch in ASL Dialekte gibt. Erinnert mich auch an wie deutsche Fernsehsender Phoenix. Schau Euch mal Phoenix an: Da gibt es gravierende Unterschiede. Manchmal frage ich mich, was mir die Dolmetscher/-in mitteilen will (Achtung: nicht alle, es gibt sehr wenige die sehr gut drin ist!!!). Wenn man genauer betrachtet, dass die Dolmetscher/-in ein gewisse „Dolmetscher-DGS“ benutzen und sie ein wenig anders ist zu der DGS, die Gehörlose gebärden. Siehe auch hier über Phoenix. Daher ist die Untertitel im Fernsehen für vielen am sinnvollsten.

Bewerbungsverfahren in den USA:

Die amerikanische Bewerbungverfahren ist nicht ganz so umfangreich wie die deutsche. Sie besteht aus einem Bewerbungsanschreiben, dem Lebenslauf und den Referenzen. Zeugnisse werden nicht unbedingt hinzugefügt und auch kein Bewerbungsbild. So wird die Gleichstellung aller Bewerber in den USA gewährleistet und daher im Vergleich zu deutsche Bewerbungsverfahren absolut diskriminierungsfrei. Behindertenquote in den USA gibt es nicht. Was interessant und auch krass ist, werden einige deutsche Unternehmen bzw. öffentlicher Dienst häufig im Stellenausschreibung „Bevorzugte Einstellung von schwerbehinderten Menschen“ ausgeschrieben, trotzdem werden die schwerbehinderten Menschen in Deutschland nach dem Vorstellungsgespräch oder während der Probezeit oder nach Ablauf des Arbeitsvertrages ausgeschieden oder auch schlimmstenfalls eine Absage während des Bewerbungsverfahren erteilt bekommen (es gab tatsächlich Fälle!!!). Nur weil die deutsche Unternehmen eine Ausgleichsabgabe zahlen müssen, wenn sie nicht mindestens 5 % der Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Menschen besetzen? Auch dies gibt laut seines Wissens es in USA angeblich nicht. Und mal sehen, wie die anonymes Bewerbungsverfahren zukünftig in Deutschland wirklich funktioniert.

Politische Denkweise von gehörlose Amerikanern:

Für viele gehörlose Amerikaner bezeichnen John F. Kennedy als einen der wichtigsten Präsidenten. Wenn er nicht ermordet wäre, könnte USA damals ganz anders aussehen. Und für viele gehörlose Amerikanern halten das rechte Lager Reagan und die Bushs eine vermeintliche „Lichtfigur“; in Wirklichkeit aber war allen einer der schlechtesten Präsidenten in der Geschichte der USA sowie der wahre „Totengräber“ für das Wirtschafts- und Sozialsystem der USA.

 

Schlagwörter: , , , , , , ,

„Du Tiere jagen“

Als ich die Titel von RP-Online „Du Tiere jagen“ las, habe ich sofort gleich an DGS-Syntaxe gedacht. Weil Deutsche Gebärdensprache (DGS) bekannterweise Wortstellung Subjekt, indirektes Objekt, direktes Objekt und Prädikat aufgebaut sind. Danach las ich mir den RP-Artikel durch, kam mir merkwürdig vor, wie die Sprachwissenschaftler tatsächlich herausgefunden haben. Die Sprachwissenschaftler meinen, die Subjekt-Objekt-Prädikat Konstruktion ist bis heute die häufigste in den Sprachen der Welt sei. Nur im Deutsche Sprache wird heutzutage völlig ganz anders aufgebaut, was ganz typischerweise Subjekt-Prädikat-Objekt beherrscht wird. Das ist wohl eben der höchstwahrscheinlichste Grund und auch zur Folge, warum hier inbesondere in Deutschland sehr häufig Missverständisse zwischen DGS-Sprachler und Hörenden vorkommen. Wenn LBG (lautsprachbegleitende Gebärdensprache und genau nach Subjekt-Prädikat-Objekt aufgebaut) in Deutschland dominiert hätte, wäre das wahrscheinlich nicht passiert.

 
2 Kommentare

Verfasst von - 11. Oktober 2011 in Allgemein

 

Schlagwörter: , ,

Barack Obama mit ILY-Zeichen

Ganz rein zufällig entdeckte ich kürzlich Blog über Barack Obama – ein unchristlicher Terrorist, wo ich sofort auf den ersten Blick ILY-Handzeichen (ILY = I LOVE YOU das Erkennungszeichen der Gehörlosen) sah und gleichzeitig auf mich wie ein Terroristengruß wirkte. Wahrscheinlich will er diese ILY-Handzeichen heutzutage als Marketingstrategie dienen. Der Sinn dahinter ist, dass sich die gehörlosen und gesamten Menschheit nicht weiter ausbreiten möchte. Die teuflischen Entwicklungen, um diesem Ziel näher zu kommen sind unter anderem die Cochlea-Implantate, moderne Technologie weiterentwickeln und alle Menschen werden Roboter.

 
 

Schlagwörter: , , , , ,