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DGS-Grammatik

07 Jul

Ihr wundert sicher selbst über die DGS-Grammatik, warum viele Gehörlosen keine richtige deutsche Grammatik beherrschen können. Gehörlose schreiben (einige sprechen auch ein wenig) „falsche“ deutsche, lautsprachliche Grammatik, obwohl DGS seit 2002 eine anerkannte, eigenständige Sprache in Deutschland ist.

Es kann immer wieder vorkommen, wie missverständlich oder irritierend solche sprachliche Aufbau ist.

Hier ein Fallbeispiel in DGS:

Ich Nachweis erbringlichen kann!
Früher 10 Jahre alt, ich suche in Mitte Mädchen, ist 17 jahre alt, Eingang, aber nicht finden nicht.
Haare viele, unmöglich. Gibt auf.. Später mir einfallt, dumm… doch Eingang da.
Eingang aber anders Name jetzt ich wissen.
Du, bitte Klaus, kann gibt mir jetzt Doktor?
Sonst Judith hat noch mehr mehr Bauchweh, ich muss gleich schreiben Rezept für.
Danke!

Zwei verschiedene Grammatiken, wie will man die unter einen Hut bringen? Uns beschäftigt sich die Fragen, warum werden die gehörlosen Zeitungen wie Deutsche Gehörlosen-Zeitung oder LifeInsight oder Internetportal wie Taubenschlag alle in gehobenem Deutsch formuliert, wenn es schon kaum einer lesen, geschwiege verstehen kann?

Sogar gehörlose Professor Christian Rathmann behauptet selbst:

Im Rahmen einer internationalen Lesekompetenzstudie, die ich gemeinsam mit israelischen, türkischen und amerikanischen Kolleginnen und Kollegen verschiedener Universitäten im Zeitraum vom 2009 – 2012 durchgeführt habe, wurde festgestellt, dass es verschiedene Lesergruppen der Schülerinnen und Schüler mit Hörbehinderungen gibt: (i) Leserinnen/Leser mit syntaktischen Lesestrategien (18%), (ii) Leserinnen/Leser mit semantischen Lesestrategien (45%) und (iii) Leserinnen/Leser ohne Lesestrategien (37%).

Quelle: http://www.taubenschlag.de/cms_pics/GSDEinblendung_Rathmann.pdf

Na dann, eigentlich müssten die Leser/-innen ohne Lesestrategie Deutsche Gehörlosen-Zeitung oder LifeInsight oder andere verklagen, warum keine Inhalte solche Gebärdenvideos angeboten wurde.

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13 Kommentare

Verfasst von - 7. Juli 2013 in Gebärdensprache

 

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13 Antworten zu “DGS-Grammatik

  1. MollyGrue

    8. Juli 2013 at 13:58

    Hm.
    Was meinst Du:
    Läuft dann da irgendwas im Deutschunterricht an den Schulen falsch?
    Und was kann man da besser machen?

    Mein Problem, wenn mich ein Gehörloser mit einer solchen Grammatik
    irgendwie um Hilfe bitten würde…..
    Ich würd´ ja dann weiterhelfen wollen, aber ich hätte keine Ahnung, was
    der mir mit solchen Sätzen sagen möchte!

     
    • hewritesilent

      8. Juli 2013 at 17:57

      Was ich meine? Keine Ahnung! Gerade wegen dieser Grammatik geht die Schulbildung der Gehörlosen vor die Hunde! Wie weit kann man der kleine Balg beibringen, wenn im Deutschunterricht nur Sätze wie „du Auto schsch“ gelehrt werden? Geht´s schon mal gar nichts!

      Nur die einzigste Lösung und beste Alternative wäre: LBG (=lautsprachbegleitende Gebärden)!

      Ich frag mich nur bloss: Warum wurde DGS anerkannt? LBG nicht?

       
  2. Kia

    8. Juli 2013 at 18:49

    Ich habe dein kompliziertes Fallbeispiel gelesen… Aber ich musste mit DGS Jargon verwechseln, weil du leider vergessen hast, Mimik und Gestik im Gespräch zu beschreiben? xD

     
  3. MollyGrue

    9. Juli 2013 at 05:10

    Äh….
    das „was meinst du“ bezog sich nicht auf das Fallbeispiel, sondern ich wollte wissen,
    was Deiner Meinung nach im Schulunterricht falsch läuft. 😉
    Mist, ein Verständnis. 😀

     
    • hewritesilent

      9. Juli 2013 at 08:18

      @Kia: Nochmal: Wenn du irgendwo im Internet oder Zettelkommunikation oder anderswo merkst, wie die Gehörlosen in typische Gebärdendeutsch schreiben. Warum schafft´s keiner, das „Gebärdendeutsch“ am Beispiel oben in Schriftdeutsch allgemein verständlich zu schreiben? Liegt´s daran dass schlechtes Deutsch der Gehörlosen so kommt, weil sie zu viel gebärden?

      @MollyGrue: Ach, das meinst du. 😀 Ehrlich getippt, ich weiss selbst nicht, was man im Unterricht wirklich noch besser machen sollte oder was genau falsch läuft. Das Problem ist: Desinteresse oder Unaufmerksamkeit! Wenn Gehörlosen von Lehrer/-innen verständlich gesagt/gebärdet bekommen, ist es oft kurz und bündig. Daher missachten die Gehörlosen oft die grammatikalische Regeln und sprechen/schreiben die so genannten „Gebärdendeutsch“. Diese ist aber beim Lesen nicht der Fall und daher sind die nicht Lesekompetenten Gehörlosen „ungeübt“.

       
  4. Kia

    9. Juli 2013 at 19:52

    @hewritesilent, *lol* Bist du dir sicher, dass es ihnen schon bewusst ist, dass sie „Gebärden“- oder Schriftdeutsch geschrieben haben? wie gut gebärden sie? Wer sind die Gehörlose, die typisches Gebärdendeutsch schreiben? befinden sie sich in deiner Freundeskreis? 😉 ich kenne viele alten Gehörlose mit Abschluss einer Hauptschule, wo ich auch ging. Sie schrieben so wie oben.
    aber Ich selbst frage mich, warum sind die gl kinder der gl Eltern besser in Schriftdeutsch als der hörenden Eltern? diese Kinder gebärden zu viel? und/oder zu schlecht?
    die Hörende haben sogar auch ein Problem mit Schriftdeutsch, nur weil sie in deutscher Mündlichkeit zu viel sprechen? 😉
    Zum Beispiel schrieb ein hörender Berliner: *wenn du normal werst würdeste auch net mehr zurück schreiben und meine leute habe ich alle narichten gezeigt.* so genau wie Gebärdendeutsch? Und meine Dolmetscherin hatte ein Problem mit den deutschen Kollegiaten, die so „fauldeutsche“ Alltagssprache verwenden. Okay es geht jetzt um GL… deine Gehörlose haben EINFACH kein block auf Lesen. Leseförderung fehlt oder so so so… und Ich persönlich motiviere mich freilich sehr kauuum zum Lesen eines Buches o.ä. naja viel Spaß beim Studieren, weil du dich für deine Frage interessierst 😉

     
    • hewritesilent

      10. Juli 2013 at 11:05

      @Kia: Zum Beispiel schrieb ein hörender Berliner: *wenn du normal werst würdeste auch net mehr zurück schreiben und meine leute habe ich alle narichten gezeigt.*

      Es ist nicht erkennbar, ob er ein Ausländer oder ein Legastheniker oder ein ADS/ADHS-Typ usw ist. Du konzentrierst dich leider zu sehr auf Hörstatus „Hörende“, nur leider beurteilst du nicht genau in den Hintergrund.

      @Stefan N.: 😀

       
  5. Stefan N.

    10. Juli 2013 at 08:20

    Oh, da geht mir die Kinnladen runter. Dass die DGS eine Grammatik hat, was mich zum nachdenken bringt. Würde man Gebärdensprache „sprechen“ ist es gebrochenes Deutsch. 😯

    Ich versuch nun mal dein Fallbeispiel nachzufolgen, wie man es sich danach vorstellt.
    bitte du warten..vielleicht du nicht lange warten mußt, ich sagen dir, Judith sofa nimmt und über lehne bauch pressen, dann besser… bis tablette kommen. 😀

     
  6. MollyGrue

    10. Juli 2013 at 16:57

    Wobei man ehrlicherweise sagen muß, daß Hörende mit einer solchen schlechten Grammatik und Orthographie wie von Kia beschrieben zwar etwa Legastheniker sein können, aber nicht zwangsweise müssen.
    Manche haben auch schlichtweg wenig Lust auf Lernen und tun es dann auch nicht.
    Es gibt ja auch genug Analphabeten – durchaus auch Deutsche.

     
    • hewritesilent

      10. Juli 2013 at 23:02

      Das ist klar, hängt sehr stark von der sozialen Herkunft ab.

       
  7. raineo

    17. August 2013 at 00:20

    man merkt dass du überhaupt kein plan hast, wieso dgs eine sprache ist, das anerkannt ist. studier mal dgs oder nimm unterricht in dgs dann wirst du dich wegen soviel dummheit und vorurteile erschlagen wollen. auch ich dachte 22 jahre lang trotz tauber eltern dass dgs keine sprache ist und lieber lbg eingesetzt werden soll. und mit 22 erfahre ich dann innerhalb eines jahres wegen eines studiums die ganze wahrheit dahinter. tipp: INFORMIEREN!!!!

     
    • hewritesilent

      17. August 2013 at 12:28

      @Raineo: Gebärdensprache existiert, darüber sind sich alle einig. Nur: Wo lernt man die DGS-Grammatik, auf diese Frage kannst auch du keine Antwort geben…

      Wenn die Sprachwissenschaftler „DGS-Grammatik“ erstellen oder gar versuchen Gebärdenschriften zusammenzubasteln, wo ist die Garantie, dass sie alles richtig machen? In zehn Jahren sagt man vielleicht, dies wäre eine Vergewaltigung der Gebärdensprache!

      Meine Frage lautet: Haben GL in den anderen Ländern auch solche… wie soll ich sagen… Definierung, beispielweise – Holländische Grammatik (Schulholländisch) und HGS-Grammatik, französische Grammatik (Schulfranzösisch) und FGS-Grammatik… usw.

      Verstehste mich jetzt?

       
  8. KJH

    10. März 2015 at 13:23

    Also auch wenn diese Post nicht mehr aktuell ist, möchte ich trotzdem meine Senf dazu geben.
    ERSTENS hast du Recht die Schulbildung geht eindeutig so vor die Hunde, WEIL die Lehrer nicht komplett DGS beherrschen können, sondern eher LUG. So können sie kein bilinguale Unterricht anbieten, indem die Kindern lernen die Grammatik der DGS von Deutsch zu unterscheiden. Wie sollen die dann wissen, was Deutsch ist und was DGS ?
    Und nein LBG ist nicht besser als DGS, denn nur in DGS können die Hörgeschädigten beuwsst alles 100 % verstehen. LBG ist zu anstrengend und umständlich.
    Diese Beschreibung wie faule Deutsch, Gehörlosendeutsch regt mich echt auf, weil die Gehörlosen selber meistens dafür schämen oder wenig daran ändern können. Sie sollen aber meiner Meinung nach nicht dafür schämen, denn es ist nicht ihre Schuld, sondern die Oralismus, Auditismus und fehlende Bildung. Warum Sie sich aber manchmal dafür schämen ? Wegen unwissende Menschen wie euch, die mit mangelnde Wissen denken, sie können so drüber beurteilen.
    Warum Sie nichts daran ändern ? Weil es kaum Angebote gibt bzw kein Angebot dafür aufgestellt wird.
    Und weil sie DGS als Miuttersprache beherrschen und so viel besser durch Leben kommen.
    Übrigens bin ich gehörlose Kind gehörloser Eltern, also vollkommen mit DGS aufgewachsen. Trotzdem wage ich von mir zu behaupten, dass ich kein Gehörlosendeutsch schreiben. Meine Freunden, die bei hörenden Eltern aufgewachsen sind, schon eher. LBG ist also nicht das Zauberwort, sondern bilinguale Erziehung.
    Bitte schreib nicht wieder als Unwissender ein Text darüber, das angeblich aufklären soll.

     

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