RSS

Schlagwort-Archive: Behinderten

Ein bisschen Deaflympics-Statistik…

Bei den Deaflympics kämpfen die Frauen und Männer auch im Kugelstossen oder Diskuswerfen oder irgendwelche Sportarten um die Medaille. Dabei setzen die starken Mädchen viel Kraft frei. Wieviel wiegt die Kugel überhaupt, die von der Sportlerin geworfen wird? Diese oder die andere Frage haben sich schon viele Zuschauer gestellt. Wir haben ein paar Daten herausgesucht: Eine Kugel wiegt 4 Kilo. Die Russin Olga Kalina hat 1973 die Kugel 14,49 Meter weit gestossen. Bei Männer warf der Schwede Bo-Göran Henriksson mit schweren Kugeln 7 kg 16,85 Meter ebenfalls aus dem Jahr 1973. Bis heute konnte es keine Frau und Mann weiter schaffen. Übrigens, einige Rekorde im Leichtathletik (Einzel) sind seit den 80er Jahren ungebrochen. Ganz bemerkenswert halten die männliche Sprinter seit vielen Jahren Rekorde, es scheinen für gehörlosen Sprinter weit und breit kein neuer Deaf-Bolt nicht in Sicht. Vergleichen wir mal: Usain Bolt (hörend) – Weltrekord 9,63 Sekunden und Gaskin Wendell (gehörlos) – Weltrekord 10,61 (1996). Das bedeutet, fast 1 sagenhafte Sekunde Vorsprung. Wäre Usain Bolt gehörlos, könnte er Deafllympics mitmachen, dort vielen Jahren gemütlich trabben und ganz fröhlich jede Deaflympics-Teilnahme eigene neue Weltrekorde aufstellen. Aber interessanter ist noch, ein sehbehinderter Sprinter schaffte bei den Paralympics 2012 über 100m in 10,62 Sekunden. Nur ein Millisekunden Unterschied zwischen gehörlose und sehbehinderte Sprinter. Nur Mut, gehörlose Männer!

Werbeanzeigen
 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 2. September 2012 in Sport - Deaflympics

 

Schlagwörter: , , , , , , , ,

Berlin und pandabärenstarkes Deaf-Life

Ne…andersrum: In Berlin gibt es gedolmetschte Führungen – zu allen erdenklichen Themen…und ziemlich oft! (Ich war am vorletzten Wochenende bei einer gedolmetschten Führung im Bundesfinanzministerium. Wieviel GL – ca 10!….10 von 6000, die den Ort hätten gut erreichen können)
Auch früher hatte ich schon mehrfach an Führungen mit DGS teilgenommen. Nie waren mehr als 15 GL bei solchen Führungen dabei.

Was wäre, wenn Ihr GL mal den „Spiess umdrehen“ würdet: Ruiniert den Organisatoren doch mal deren Konzept und drängt gemeinsam in solche Führungen! 6.000 GL bei ner gedolmetschten Führung – so, dass die Hörenden gar keine Chance mehr haben vor lauter wedelnden Händen. Wie wärs?

Einmal im Jahr ist der Tag der GL – mit Strassenfest in der Friedrichstrasse. Da wird dann für einige Stunden ein kurzes Stück der Friedrichstrasse gesperrt. Die Hörenden wandern zwischenmang und wundern sich. Fertig! Sieht so wirksame Öffentlichkeitsarbeit aus?

Aber stadtweite regelmässige Umzüge? Wirkliche kämpferische Demos? Wenigestens häufige Leserbriefe in den Berliner Tageszeitungen? Ne. wieso denn?
In Berlin leben ja die 6.000 GL – ich glaub, die sind sich selbst genug.
Ich glaub die GL ganz allgemein haben sich Vorstellungen aufgebaut, was sie von Hörenden erwarten. Natürlich von hörenden Dolmis erst recht – und von solch hörenden Mischwesen wie mir – die halt DGS können, aber keine Dolmis sind.

Quelle: biene63 – www.gl-cafe.de

6000 Gehörlosen gibt es angeblich in Berlin? Gut, betrachten wir genauer hin, was wirklich dahinter steckt und wieviele Deafies in Berlin in Wirklichkeit leben. In dem Satz steckt eine zweifelhafte Zahlen, die an der Wirklichkeit vorbeigeht. Der Satz tut so, als seien alle Statistiken notwendigerweise gelogen, und als könne man nichts anderes dagegen tun, als selbst Statistiklügen in die Welt zu setzen.

Genaue Zahlen, die mir vorliegen und wie man zwischen seriösen und unseriösen Zahlen zu unterscheiden. Hier: 2303 Gehörlosen und 3884 Taubheit grenzend Schwerhörigen (Statistik-Stand: 2007 – alle Altersgruppe) leben tatsächlich in Berlin, macht ingesamt 6187 hörgeschädigten Menschen. Verstanden? Diese „geschönte aufgerundete und unrealistisch genaue“ Zahlen wie die Arbeitslosenstatistik, die zum Beweisen einer Meinung dient, werden vom Verbänden und Vereinen sehr gerne benutzt und auch leider beharrlich totgeschwiegen. Und wenn man Bienes63 Kommentar feststellt, wo die anderen Deafies bleiben und ich beschreib mal ironischerweise wo das Problem liegen könnte. Berlin ist die „Hauptstadt der Hartz-IV-Empfänger“, Berlin hat Schuldenprobleme und Probleme mit der Integration und trotzdem ist Berlin reich und sexy. Gut, Berlin ist bekannt dafür ständig gehörlosen Party- und Kulturveranstaltungen durchzuführen, aber nicht alle Deafies kommen aus Berlin, sondern die von außerhalb aus Deutschland bzw. Europa kommen. Klingt schizophren, die Berliner! Bling, bling, aber wirklich pandabärenstark?!? Laut amtlichen Statistiken von Berlin, aller Bundesländer und europäische Staaten kann man prima ablesen, wie der Anteil der Menschen des mittleren und älteren Jahrgänge deutlich höher ist als die jüngeren. Ob die in einigen Jahren sich auf den demografischen Wandel eingestellt haben. Für einen Statistiker ist es dann ein Kinderspiel, jede gewünschte Aussage zu belegen, wie man die häufigsten Tricks der Zahlenmanipulierer entlarven kann: von fragwürdigen Rankings über irreführende Durchschnittswerte bis zu willkürlichen Prozentangaben. Ganz einfach!

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 30. September 2011 in Gehörlosenkultur

 

Schlagwörter: , , , , , ,

Barrierefreiheit im Internet?

Kürzlich stöberte ich rein zufällig per Wikipedia über die barrierefreies Internet und fiel mir gerade ein, was das eine barrierefreies Internet für alle Menschengruppen bedeutet. Ich habe mir mal näheres betrachtet und stelle fest, dass eine komplett barrierefreie Website für alle Menschen bzw. Zielgruppen kaum möglich ist. Nun frage ich mich, wie die „oberen Bosse“ damals auf die Idee kamen und nicht für alle Menschen gerecht umgesetzt haben/werden.

Gut, schauen wir mal genaueres hin:

Wenn Sie diese Buchstaben lesen können, dann ist alle oder diese Website zu 100% barrierefrei!

Wird/Ist das Internet für alle Menschen „barrierefrei“? Von wegen. Obwohl viele Behindertenvereine und -verbände sich dafür stark machen, ist das WWW heute kaum behindertenfreundlicher geworden als vergangenen Jahren. Krass: Fast alle, die „diskriminierende“ Webseiten anprangern, haben eine Homepage, die alles andere als barrierefrei ist – ebenso düster schaut es bei vielen Internetdiensten von oder für Behinderte aus…Doch was versteht man unter einer „barrierefrei gestalteten Webseite“? Etwa eine Homepage, bei der

a) man die Schrift vergrößern kann (für Sehbehinderte),

b) ein Gebärdenvideo installiert ist, wo ein Dolmetscher den Inhalt in Gebärdensprache übersetzt (für Gehörlose) und

c) die Farben auf babyblau und weiß beschränkt sind?

Mehr fällt dazu dem gemeinen Surfer nicht ein…

In der Tat übersehen die Entwickler und Betreiber von barrierefreien Webseiten viele Randgruppen. Dabei ist es so einfach! Man muss nur die Augen offen halten und ein bisschen Fantasie haben. Eine perfekte, absolut barrierefreie Webseite bietet unter anderem:

– Links, die mit Tastenkürzel erreicht werden können (für Leute die den Tatterich haben und die Maus wegen dem starken Zittern nicht bedienen können, z.B. Alkoholiker)

– freie Wahl der Farben (für Farbenblinde – wer kein Grün sehen kann, wählt Rot)

– weiterführende Webseiten, die am Rande eine Zusammenfassung der vorherigen Seite enthalten zur Auffrischung der Erinnerung (für Alzheimerkranke, damit sie nicht ständig zurückblättern müssen)

– Webseiten, die Fotos mit unverschleierten Frauen automatisch ausblenden (für moslemische Minderheiten)

Haben Sie weitere Vorschläge? Dann schreiben Sie bitte an irgendeinen Verein, nicht an uns. Aber vergessen Sie nicht, die Mail barrierefrei zu gestalten! 😉

 
4 Kommentare

Verfasst von - 23. Januar 2011 in Barrierfreiheit

 

Schlagwörter: , , ,