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taube Gebärdensprachdolmetscher rein, Untertitel raus?

Damals gab es hier themenähnliche Blogartikel „Untertitel rein, Dolmi raus“. Diesmal umgekehrt.

Im TV-Kanal „Phoenix“ wurde vorgestern die Tagesschau erstmals mit tauber oder gehörloser oder taubstummer (die Begriffe könnt Ihr ruhig aussuchen, welches Ihr am besten gefällt) Gebärdensprachdolmetscher Rafael-Evitan Grombelka gedolmetscht.

Sehr auffallend ist während der Sendung, wie er seine Augen ständig in Richtung hörenden Gebärdensprachdolmetschern (stand hinter der Kamera) schielte und wenn ich es richtig gesehen habe, konnte er nicht einwandfrei übersetzen. Was man auch sehr deutlich erkennen kann, hat er am Ende spät übersetzt (trotz zeitsparsame, gebrochene und gekürzte DGS-Grammatik), wo die Tagesschausprecherin in seiner Bericht bereits fertig war. Und man stelle sich vor, zwei Gebärdensprachdolmetscher (hörend und stocktaub) vor Ort anwesend (!!). Wer zahlt das? Ja, unserer GEZ-Gebühr ab 2013! Gerecht oder ungerecht?

Das ist Unfug, da man sich die Sendung ansehen will und nicht den/die „taube“ Dolmetscher/in.

Es können niemals alle Gehörlose den „taube“ Dolmetscher/-in verstehen. (Dialekte, Bildung, Geschwindigkeit, usw.) Schwerhörige und Gehörlose, die keine Gebärden verstehen, bleiben eh aussen vor. Das bedeutet ein Anschlag an jede Bemühung zur sozialen und geistigen Integration aller Hörbehinderten.

Sollten „taube“ Gebärdensprachdolmetscher direkt von Telepromptern ablesen (was für vielen nach Raules bundesweit bekannte Spruch eigentlich unvorstellbar wäre), dann müssten sie eine sehr sehr sehr gute Lesekompetenz verfügen und alles pedantisch übersetzen müssten. Und wenn ein Herr Raule die Meinung verbreiten, dass Gehörlose ungebildet seien („nicht lesen können“), dann überzeugen sie damit die Eltern einmal mehr, dass Gehörlose + Gebärdensprache und auch was die ahnungslosen Eltern oder Leuten leider oft denken: Dass Gebärdensprache automatisch DGS bedeutet. Das muss aufhören. Gebärdensprache ist Kommunikationsmittel, egal in welcher Sprache z.B. DGS, LBG, LUG, GuK, NVK, LS, etc…

Vielleicht gebärdet Rafael eines Tages bei Phoenix sowie er auch bei SQ?!AT tat. Siehe Bild unten:

(Bildquelle: Taubenschlag, Übersetzung Q = rein und raus)

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Untertitel rein, Dolmetscher raus!

Untertitel können alle Gehörlosen lesen (ja, die meisten können trotz sehr hohe Analphabetenrate laut Ralph Raule doch lesen!). Und die sind sowieso billiger und pflegeleichter als Dolmetscher.

Eine Sendung nur für einige wenige Gehörlose, die in Wirklichkeit weder an der Sendung, noch am Dolmetschen interessiert sind. Wer hat also was davon? Gehörlose nicht, Schwerhörige schon gar nicht. Bleiben nur noch Dolmetscher. An Gehörlosen lässt sich eben sehr gut verdienen, das war schon immer so und wird immer so sein.

Es gab schon Diskussionen und das Thema ist bis heute wie immer noch unverändert geblieben. Siehe: http://www.gl-cafe.de/viewtopic.php?f=220&t=31708&

Damals weiß man noch, wo man in GL-Cafe eine Umfrage startete: Wollt ihr lieber Dolmetscher oder Untertitel (Tagesschau bei ARD oder „Phönix“). Viele haben für Untertitel (also ARD) gestimmt…

Und immer mehr Gehörlosen und Schwerhörigen gucken gerne DVDs/BluRays mit Untertitel und TV ist bald out, während die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD & ZDF die Marktanteilverluste klagen. Siehe: http://www.stern.de/kultur/tv/oeffentlich-rechtliches-quotendebakel-was-sich-bei-ard-und-zdf-aendern-muss-1769944.html

 

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Untertitel ist wirklich nicht immer einfach. – Teil 2

Wie bereits berichtet, war das Thema die 100% Untertitel-Forderung nie immer einfach gewesen.

Lange Zeit war die „Tagesschau“ die einzige Nachrichtensendung, die untertitelt wurde. Im Juni 2001 beschloss das ZDF, die „heute“-Ausgaben ebenfalls mit Untertiteln auszustatten, sehr zur Freude der hörgeschädigten Zuschauer. Nun kann man sich die Lieblings-Nachrichtensendung aussuchen oder beide hintereinander ansehen – mit „zwei“ sieht man ja besser…

Beim ZDF kommt eine Spracherkennungssoftware zum Einsatz. Die Texte werden diktiert und dann eingetippt. Allerdings werden die Moderationstexte dabei „übersetzt“, das heisst die Texte werden verkürzt. Damit will man Rücksicht auf alle hörgeschädigten Zuschauer nehmen.

In den USA und Großbritannien dagegen werden alle Sendungen, auch Filme, 1:1 untertitelt. Warum macht in Deutschland was falsch? Das System in den USA ist ganz anderer Natur mit einem ganz anderen Anspruch: Da wird 1:1 übersetzt – egal, ob es vom Zuschauer aufgenommen werden kann oder nicht. Unser System verspricht mehr Hilfestellung und Einordnung, um das Gesehene und das „Nichtgehörte“ zu verstehen.

Interessant ist auch die Zitat: „Die Untertitel-Werkstatt Münster GmbH hat sich entschlossen, sich im Niveau auf die sprachlich weniger kompetente Gruppe der Gehörlosen einzustellen“ – beim Ton allerdings wird keine Rücksicht auf die „sprachlich weniger kompetente Gruppe“ genommen.

Quelle: http://www.taubenschlag.de/cms_pics/Diplomarbeit%20Andrea%20Kraus.pdf (Siehe Seite 42)

Was denken wir eigentlich über die interessante Zitat von Untertitel-Werkstatt? Es ist doch so, wir wissen immer, dass die Untertitelung von sehr unterschiedlichen Zuschauergruppen genutzt wird. Da sind zunächst einmal die von Geburt an Hörgeschädigten, dann jene, die im späten Alter ertaubt sind und auch sehr viele Personen, deren Gehör nicht mehr so gut ist, und die ebenfalls zum besseren Verständnis die Untertitel zuschalten. Die Bedürfnisse dieser doch sehr unterschiedlichen Gruppen unter einen Hut zu bringen, ist nicht einfach. Aber auch wir tendieren dahin, unser Niveau eher der sprachlich weniger kompetenten Gruppe anzupassen, also den von Geburt an Hörgeschädigten.

Noch brisanter: “Öffentlich-rechtliche Rundfunkanbieter müssen langfristig alle, bis zum Jahr 2012 die Hälfte ihrer Programmangebote untertitelt oder mit Gebärdendolmetschern anbieten”
Quelle: http://sign-dialog.de/2008/01/16/schleswig-holstein-50-untertitel-bis-2012/

Haben wir richtig gelesen? 50% mit Gebärdendolmetschern aller öffentlich-rechtliche Rundfunkanbieter? Das ist  hammerstarker Tobak und reinste Illusion, wenn es um Lesefähigkeit von betrifft. Klar ist doch, dass die Gehörlosen nicht lesen können und lieber auf die heilige Gebärdensprache widmen wollen, deshalb verkaufen die Politiker und die Medienlobbyisten uns alle für dumm und haben uns alle frech belogen. Das wird auch in mehreren Jahren immer so bleiben.

Anderes Beispiel: „Die Untertitelquote liegt in den acht Ländern, die diese Frage beantwortet haben, bei öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten bei durchschnittlich 37%, bei privaten im Durchschnitt bei knapp 13%, wobei in Estland sogar 50% der Sendungen im Privatfernsehen untertitelt werden, in Deutschland, Finnland, Island und der Schweiz dagegen 0%. Für das öffentlich-rechtliche Fernsehen beträgt die Untertitelquote 70% in Finnland und 0% in Litauen.“

Quelle: http://www.gehoerlosen-bund.de/dgb/images/stories/pdfs_international/EU_Vergl_auswertung_101028.pdf

Viele gehörlose Deutsche träumen von finnische Bildung, nur weil in Finnland dank bessere Untertitelquote und PISA-Studie Vorkämpfer Europas für hörbehinderte Menschen ist. Falsch gedacht, leider ist in Finnland trotz tolle PISA-Ergebniss und Untertitelquote, wird die Arbeitslosigkeit für hörbehinderten Menschen meistens ein großes Problem bleiben. Sage und schreibe 24 % Prozent Arbeitslosequote für hörbehinderte Menschen, fast annähernd so hoch wie in Deutschland!!! Siehe Bericht aus Finnland.

Zum Thema Forderung 100%-Untertitel von Hörgeschädigten: Viele hörgeschädigte Zuschauer verlangen mehr Untertitel. Doch wir wissen dass die Herstellung sehr teuer ist. „Konkurrenz belebt das Geschäft“ – sollte der Wettbewerb nicht verstärkt werden, damit die Untertitelung günstiger wird? Die Fernsehsender sehen in der Untertitelung vor allem eine sehr wichtige Dienstleistung für die Gehörlosen und soziale Verpflichtung ihnen gegenüber. „Wettbewerb“ wird die Preise wahrscheinlich kaum günstiger machen, wohl aber möglicherweise eine stärkere Nachfrage. Aber auch wenn es mehr Sender gäbe, die ihr Programm untertiteln, wird es ein teures Geschäft bleiben.

 
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Verfasst von - 26. Februar 2012 in Barrierfreiheit, Untertitel

 

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Nicht ganz einfach! – Untertitel, Beispiel ORF – Teil 1

Prompt bekam ich Kritik via Twitter von @EinAugenschmaus, sie meinte, ich schiebe das Team „Aktion-Untertitel“ (vor kurzem mein Blog berichtet) die Schuld wegen Untätigkeit zu. Ok, alles Ansichtssache!

Früher schalteten die gehörlose Fernsehzuschauer aus Süddeutschland gerne zum ORF1 um, da der Sender aus dem Alpenland die Filmfans mit Top-Spielfilmen und Blockbustern verwöhnte und ich als Nordrhein-Westfale konnte die Sender aus Österreich nicht empfangen und damals konnte ich trotz mangelnde TV-Glotze und Untertitelquote prima leben, weil früher war es noch geselliger. Ein weiterer Vorteil für Süddeutsche, ich gönne die Süddeutsche gerne. Nur zu! Mein Respekt für Süddeutsche Gehörlose die gerne zu Hause einsam leben und Ruhe haben möchten.

Als öffentlich-rechtlicher Fernsehsender muss der ORF auf Werbeunterbrechungen verzichten. Die Privatsender gönnten den Österreichern den Erfolg natürlich nicht.

Zur Erinnerung: Die Folge nach einem langen Streit: ORF1 hatte den Vertrag gekündigt und zog sich aus dem Kabelnetz zurück. Die Ferngucker aus Süddeutschland bekamen den Verlust deutlich zu spüren, vor allem die Hörgeschädigten. Denn der Sender hat das Untertitel-Angebot stark ausgebaut. Und da wenigstens ORF2 weiterhin für uns „Ausländer“ zu empfangen ist, kommen auch die Süddeutsche in den Genuss von Sendungen mit Teletext-Untertiteln.

Um eine Vorstellung von der Arbeitsaufwand bei der Herstellung von Untertiteln zu bekommen.

Die deutsche Untertitel werden ausschließlich von der Untertitel-Redaktion des ORF produziert. Im Austausch mit den öffentlich-rechtlichen TV-Sendern in Deutschland und der Schweiz übernehmen ORF aber immer wieder UT, die von Firmen hergestellt wurden, etwa von der Untertitel-Werkstatt Münster.

Bei den meisten Spielfilmen ist es kein allzu großes Problem, die Dialoge (fast) wörtlich zu bringen. Bei Reportagen und Live-Übertragungen sieht das schon anders aus. Das hat auch mit der Struktur und dem Aufbau der deutschen Sprache zu tun. Das Englische eignet sich besser dafür, weil man schon zum Beginn des Satzes weiß, wie es weitergeht. Es ist ein Unterschied, ob ich lese „Mr. Bush does not want to start the war …..“ oder „Präsident Bush will den Krieg … (blablabla) … nicht beginnen.“ Man kennt sich erst am Ende des Satzes aus, da steht aber längst der nächste Text auf dem Schirm und will gelesen und verstanden werden.

Live-Untertitel (Nachrichten, Sport) werden/könnten in Zukunft mehr und mehr mit Hilfe von Spracherkennungssystemen produziert werden.

Ein Mitarbeiter aus der Branche hat einmal gesagt: „Die Hörbehinderten wollen in den Untertiteln ALLES lesen, das aber möglichst einfach und langsam.“ Das ist nun mal Fakt, wie bereits berichtet.

ORF finanziere mit einem Budget nur die Autoren, die Anschaffung von Hard- und Software wird vom Technik-Budget getragen. Privatfirmen, die Untertitel produzieren, müssen natürlich von der Raummiete über Energiekosten bis zu den Kosten für die Geräte alles in den Minutenpreis hineinkalkulieren. Sehr teuer! Untertitel kann Verlustgeschäften führen.

Weitere Problem: Da gibt es riesige Unterschiede in der Sprachkompetenz. Schwerhörige und Spätertaubte haben im Umgang mit der Sprache in der Regel weniger Probleme als Taubgeborene. Wir müssen aber die ganze Gruppe der Hörbehinderten ansprechen. Das heißt: die einen nicht unter-, die anderen nicht überfordern. Nicht ganz einfach! Siehe Masterarbeit von einem Schweizer Einheitliche Untertitel für Hörgeschädigte im deutschsprachigen Fernsehen – Chance oder Utopie?“

 
 

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Untertitel Streit zwischen „Untertitel-Politikern“ und „Unteritel-Experten“

„Untertitel-Politiker“ und „Untertitel-Experten“ sollen die Untertitel-Politik Deutschlands reformieren. Dazu sitzen sie seit 5 Jahren Jahren in der Untertitel-Kommission „100% Untertitel für alle“ oder im Internet zusammen. Herausgekommen ist bislang wenig, Besserung ist nicht in Sicht.

Jens Grehl sagte: Die 12,6% UT-Quote scheint mir nicht ganz aktuell zu sein. Oder schließt die Quote auch die privaten Sender mit ein? ARD kam im Januar 2012 auf über 50% UT. Immer noch viel zu wenig, aber schon eine deutliche Steigerung. s. auch https://plus.google.com/u/0/116525056399951725047/posts/b32VHsf6VQd

Julia Probst sagte: @Jens: Das stimmt so nicht – wir von Aktion Untertitel haben das herausgerechnet und auf die Zahlen auf das Jahr hochgerechnet. Das, was du ausgerechnet hast, ist wieviel die einzelnen Sender an Untertitel produzieren, darunter sind aber auch extrem viele Wiederholungen! Guck mal hier: http://3.bp.blogspot.com/–3rCDCvb6ck/TePp3YtcMiI/AAAAAAAABC0/-LjaxSnV0Vw/s1600/UT-Statistik_Ostern2011_1.jpg Aber auf Jahr heruntergerechnet, ist es eben sehr viel weniger!

Quelle: http://meinaugenschmaus.blogspot.com/2012/02/die-roten-flaggen-gehen-hoch-bei-den.html#comment-form

Selbst beide Arbeitskreise Sign-Dialog und Aktion-Untertitel sind nahezu machtlos, wie sie weiter vorgehen wollen, falls ab 2013 GEZ-Gebühren eingeführt werden sollen.

Was sehr interessant ist, wollen das Team um Aktion-Untertitel angeblich in Bayern und Nordrhein-Westfalen, da beide Bundesländern bereits mindestens 700 registrierten Unterzeichner überschritten haben und danach die Presse einschalten wollen. Bis jetzt ist es nichts daraus geworden. http://www.aktion-untertitel.de/cms/index.php?Itemid=66

Die Wahrheit, wo das Problem wirklich liegt, kennt nur in meinem Hinterkopf. 🙂

 
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Verfasst von - 23. Februar 2012 in Barrierfreiheit, Untertitel

 

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Interview über Untertitel

Mustafa Bin Im Laden: Guten Tag, hewritesilent! Bei der Sendung über die Fahrschule, da war ein gehörloses Mädchen, wie habt ihr die gefunden? Und auch ein Artikel über ein gehörloses Mädchen, wo sie das hörgeschädigte Schule in Essen angeblich wegen fehlende Gebärdensprache im Unterricht verklagt hatte.

(Da wäre nun mal die Gelegenheit gewesen, die Dinge zu erwähnen, die von Gehörlosen an der Sendung und vor allem an diesem Fahrlehrer kritisiert wurden. Und auch an Lehrer, die kein Gebärdensprache können. – Nix, da! Friede, Freude, Eierkuchen!)

hewritesilent: Übrigens, die Finnen sind gescheiter als die Deutschen, das hat die PISA-Studie bewiesen. Wahrscheinlich durch die Untertitel. Denn in Finnland laufen die Sendungen in Originalfassung mit finnischen Untertiteln.

Mustafa Bin Im Laden: In Finnland? Auch Kinofilme oder nur Sendungen im Fernsehen? Beides? Aha. Und wieso sollten die Finnen durch die Untertitel gescheiter sein? Weil sie mehr lesen? Oder weil sie Bild und Schrift gleichzeitig verarbeiten müssen?

hewritesilent: Ich würde es besser finden, wenn man in Deutschland gescheite Sendungen untertitelt, dann würden die Deutschen gescheiter werden. 

Mustafa Bin Im Laden: Ja, wäre als Langzeitstudie durchaus interessant. Wie fühlen sich die Gehörlosen durch die Medien versorgt? Ist es besser geworden in den letzten Jahren oder stagniert es?

hewritesilent: Es ist etwas besser geworden, vor allem seit Privatsender Sendungen mit digitale DVB-Untertitel ausstrahlen wie bildungsferne RTL (siehe Verblödungsmaschinerie DSDS oder SuperNanny) oder stinknormale Untertitel wie gehirnzerfressenden Pro7.

(Brav, hewritesilent! Nur nicht kritisieren! Klar ist es toll, wenn endlich auch die Privaten untertiteln. Aber das ist doch ein Tropfen auf den heißen Stein. Und im Vergleich zu den Öffentlich-Rechtlichen kann man’s wahrscheinlich nur in Promille ausdrücken. Dann kommt noch die geballte Ladung an deafie-Weisheit hinterher:)

hewritesilent: Ja, es gibt so gut wie keine Sendungen, bei denen man nicht mitdenken muss, wenn es keine Untertitel gibt.

(Wer hätte DAS gedacht!?!)

Mustafa Bin im Laden: Konnten Sie ohne Untertitel ohne Beschwerde anschauen?

hewritesilent: In meiner Schulzeit- und Studienzeit, wo damals nicht mal DGS anerkannt wurde, habe ich tatsächlich den Unterricht 100% wie ein Film ohne Untertitel angesehen. Öfters musste der Lehrer mich aufwecken und fragen: Machte anstalten, daß ich auf seine Frage antworten soll. Obwohl viele staatlich geprüfte Lehrer und Univ.Prof.Dr.Dipl.-Ing. Titelfetischten waren, leuchtete es ihnen nicht ein, dass ohne hören das blablabla einfach nicht zu verstehen war. Ich war in meiner Studienzeit einzige gehörlos und Gebärdensprach-Könner. Auf die Frage wie ich diese Filme ohne Untertitel überstanden habe antworte ich nur: BÜCHER LESEN!

Mustafa Bin Im Laden: WOW, mein Respekt. Hast du noch Fragen?

hewritesilent: Nein, dankeschön.

Mustafa Bin Im Laden: Ich danke auch. Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!

 
 

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