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Viele hörgeschädigte Schüler/-innen sind gegen schulische #Inklusion

09 Apr

Seitdem Politiker die Bildung und Inklusion als wichtiges Thema erkannt haben, überschlagen sich die Reformen. Und trotzdem herrscht bis heute Verunsicherung auf allen Seiten.

Kürzlich erhielt ich einige Informationen über die schulische Inklusion.

Das Rheinisch-Westfälisches Berufskolleg für Hörgeschädigte in Essen (www.rwb-essen.de) hatte am 14. März 2013 einen Besuch von der NRW-Landesregierung (Düsseldorfer SPD-Landtagsabgeordnete) erhalten. SPD-Abgeordnete besuchten eine Gehörlose sowie eine schwerhörige Klasse. Die hörgeschädigten Schüler/-innen haben ihre Erfahrungen und Bedingungen mitgeteilt, welch dies mit sehr viel Interesse aufgenommen wurde.

Die Bedingungen von hörgeschädigten Schüler waren, wie die schulische Inklusion im normale Regelschulklasse aussehen sollte:

– die Sitzordnung muss in einem Halbkreis stattfinden, damit die hörgeschädigte Schüler/-innen jeden das Mundbild ablesen können
– die Lehrer/-innen und nichtbehinderte Mitschüler/-innen müssen Verständnis haben, wenn jemand akustisch nichts verstanden hat, mehrmals zu wiederholen. Das wird in einer Regelschule oft nicht beachtet.
– fehlende FM-Anlage, ohne FM-Anlage fühlen viele Schwerhörigen sich akustisch ausgegrenzt
– fehlende Gebärdensprachkompetenz in der Regelschule, auch viele gehörlosen fühlen sich kommunikativ ausgegrenzt und späteren Schulverlauf häufig alleine gelassen

Sollte alle Bedingungen nicht erfüllt werden, sind die meisten hörgeschädigte Schüler schulische Inklusion dagegen, weil schulische Inklusion für die meisten als Geldsparmodell angesehen wird und zum Scheitern verurteilt ist. Und sie wollen, dass nicht alle hörgeschädigte Schüler/-innen zwangsinkludieren. Denn für fast jeden ist eine Regelbeschulung in der Form der Inklusion nicht das Richtige.

Eine aktuelle RWB-Schülerin berichtete über ihre aktuelle Erfahrung in der Regelschulzeit damals. Sie berichtete, sie war damals auf einer Regelschule, wie sie sich dort fühlte, wie der Regelschul-Unterricht für den Rest der Klasse wird empfindlich gestört wird und Probleme als Hörgeschädigte hatte! 10 Jahre lang. Und weiteres begründet sie, wie sie die ein paar Regelschullehrer, die ihr damals unterstützt haben, aber doch das waren nur wenige.. Die meisten Regelschullehrer/-innen fühlen sich überfordert, um ihre spezielle Förderbedarf zu kümmern. Und seit sie  2013 im RWB Essen ist,  läuft für sie alles besser. Die Lehrer sind dort dafür ausgebildet und wissen wie man mit den Schülern umgehen müssen.

Die bisherige Debatte über Inklusion zeigt jetzt und wird wohl hoffentlich auch dem Letzten glasklar, daß diese Inklusionsgeschichte recht wenig mit der Realität zu tun haben, an den betroffenen Kindern (und damit auch an ihren Eltern und anderen Familienangehörigen!) vorbeigehen, und schlußendlich nur ein erneuter Beweis für die unbedingte Durchsetzung rot-grüner Gutmenschideologie sein wird. Dabei übersehen sie, daß jeder Mensch andere Voraussetzungen und Bedürfnisse für die Teilhabe am Leben mitbringt die man nicht über einen Kamm scheren kann.

Deutsche Politik befindet sich dank UN-Behindertenrechtskonvention im wirren Zustand.

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Ein Kommentar

Verfasst von - 9. April 2013 in Inklusion/Integration

 

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Eine Antwort zu “Viele hörgeschädigte Schüler/-innen sind gegen schulische #Inklusion

  1. Lena Seyfried

    26. September 2013 at 13:57

    Abneigung gegen Regelschule Gründe/Erfahrungen meinerseits: Ludwigsgymnasium Saarbrücken 2001-2003: Verweigerung seitens der lehrer für FM-Anlage. Dann in der 6. Klasse war Tonhöhen bestimmen dran. Ich musste nach vorne kommen (wie alle anderen auch) und stand neben Klavier, war schon resthörend. Der lehrer spielte eine Tonfolge vor und fragte „welche Noten waren das?“. Ich so: „C-C-C-C-H“. Er so „6, komplett falsch. Setz dch wieder hin!“. Oder Religionsunterricht. Wir schauen Video ohne UT. Ich in der 3. reihe (Lehrer machte keine Kompromisse) und wir sollten sagen, was der gesagt hat. Ich schreibe so „da gehen Leute die Kirche rein und raus, man hört Orgel und da werden fenster gezeigt und Madonnenfiguren.“. Eine glatte 5. Und so zog sich das hin.
    Günther-Wöhe-Gymnasium, saarbrücken 2011: Im Spanischunterricht 2011 „Lies bitte vor!“. Ich sage nein. 2Lies bitte vopr!“. Ich hartnäckig „Nein! Ich bin in Fremdsprachen taubstumm! Ich rede nicht!“. Okay, dann gibts mündlich eine 6. Kurz drauf Klausur „Lena Sie müssen am Hörverstehen teilnehmen! Setzen Sie sich vor den Player, dann gehts!“. Ich denk mir so will der mich verarschen?!. Naja gab ne saubere 6. Oder der rektor, unser Physiklehrer rennt mit meiner FM-Anlage nach Hause und hat erst am übernächsten Tag Nachmittagsunterricht. Da platzt mir doch der Kragen! Nur um mal paar Alltagssituationen zu nennen.

     

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