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Schlagwort-Archive: Gehörlos

Demokratie in Bewegung – DiB #demokratie #DiB

Nach langer, langer Zeit habe ich endlich mal wieder die Zeit zu bloggen.

Es ist immer wieder interessant zu beobachten, warum und wieso die Hörgeschädigten die neu gegründete Partei „Demokratie in Bewegung“ unterstützen wollen.

Via Facebook werben sich viele Gehörlosen nun die ca. 2000 Unterschriften von Wähler/innen in jedem Bundesland brauchen. damit sie zur Bundestagswahrl 2017 zugelassen werden. Kurz zuvor waren die 100 000 Unterschriften unter der Online-Petition, was leider wegen die Unterschriften-Echtheit überprüft werden muss.

Das ganze erinnert mich fast sehr stark an Piratenpartei und Julia Probst. Zur Erinnerung hier nachlesen:
https://hewritesilent.wordpress.com/2013/09/07/ist-julia-probst-alias-einaugenschmaus-reif-fur-die-politische-buhne/

Es ist immer noch wirklich ein Phänomen, wie und warum viele Hörgeschädigten vor allem Identifikationsfiguren wie Benedikt Sequiera Gerardo (besser bekannt als bengie) und Ralph Raule (weltberühmt durch sein Zitat „Es ist nämlich ein verbreiteter Irrtum das Gehörlosen lesen können„) wahrnehmen und unterstützen wollen.

Hier Youtube-Video von Ralph Raule:

Wie sah damals aus? Soweit ich mich noch sehr gut erinnern kann, wussten bestimmte Vereins- bzw. Verbandsheinis die Wahlveranstaltung schon vorher, also wo die Politiker reden will, mit GL-Dolmetschern ausgestattet wird! Die Heinis wie zum Beispiel GMU oder Deafberlin haben niemanden informiert! Die Homepage von GMU oder Deafberlin verliert darüber kein Sterbenswörtchen! Nur im Taubenschlag damals (unter Führung von Bernd Rehling) steht eine bescheidene Mitteilung. Das beste daran: oft steht es steht wörtlich: kommt zahlreich und nutzt die Gelegenheit zur politischen Teilhabe. Wenn man sich überlegt dass bei einer öffentlichen politische Veranstaltung von ca. 1000 Leuten „nur“ 2 bis 6 Hörgeschädigte anwesend sind, dann fragt man sich natürlich schon warum nur so wenige. Heute auch noch!

Das lustige ist, dass die DiB-Fans sich als „pure Demokratieideologen“ bezeichnen. Das ist ziemlich lustig für eine Partei, und offenbart ja die politische Naivität die dahinter steckt. Allerdings frage ich mich dann, wieso sie dann soviele von deren Anhängern immer „mehr Demokratie“ verkaufen wollen. Wenn ich mir viele Gehörlosenverbände- und vereine beobachte, ist das keine echte Demokratie, weil viele in vielen Sitzung oft einstimmig abnicken. Genauso wie in Nordkorea!

Zu Partei „Demokratie in Bewegung“ fällt mir nur eins ein: leere Versprechungen genauso wie die Volksparteien, die sich auch als demokratische Parteien verkaufen. Das einzige Argument der hörgeschädigte DiB-Anhänger, die ich bislang vernehmen durft war: Ich will mehr Demokratie ohne Bevormundung durch den Staat und Volksparteien.

In meiner Umgebung bzw. Umfeld kenne ich keine hörgeschädigte Dib-Anhänger.
Die Frage ist nun aus welchem Lager diese Stimmen kommen. Ein Großteil wahrscheinlich auch aus dem Nichtwählerlager, Behindertenwählerlager und Antidiktaturenlager. Ähnlich wie die Piratenpartei wurde von Extremisten (Linke, Hardcorefeministen, Antideutsche, Mittelfinger-Ghettos) unterwandert und ist heute krachend gescheitert. Offensichtlich haben die Volksparteien die iPhone- und Internet Generation einfach ignoriert und wird es auch wohl enden wie DiB. Siehe Piratenpartei!

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Verfasst von - 27. Juni 2017 in Politik

 

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Harte Zeiten für gehörlose Politiker

Nach Angaben von Ex-Diskriminierungspolitikerin Clara Carl Belz (zukünftig Die Rechte) klagte via Facebook. Sie fühlt sich durch die zukünftige rot-rot-grüne Parteien im Stich gelassen. Die Zeiten der Anti-Diskriminierung neigen sich zielstrebig dem Ende. Die zukünftige rot-rot-grüne Bundesregierung in Berlin plant ein “Ausgrenzungs- und Benachteiligungsgesetz für Hörbehinderten“. Auf diese Weise will Rot-Rot-Grün seine „Rolle als Schrittmacher in der Ausgrenzungspolitik unterstreichen”, das die zukünftige Bundesregierung nach dem Wahl nächstes Jahres erarbeiten will und beschlossen werden soll. Auch rechtliche Hürden wie Bundesteilhabegesetz will die jetzige und zukünftige Bundesregierung umgehen. Hörbehinderte-Experte Jonas Straumann von Hearzone sagte, es gehe darum, das deutsche Ausgliederungskonzept zum Gesetz „weiterzuentwickeln“, um damit nach schweizer Vorbild zu sein.

Edit (31. Oktober 2016): Wieder macht Diskriminierungsexpertin Clara Carl Belz via Facebook  Gedanken über ihre politische Wechselabsichten.

Was war passiert? Offensichtlich hat die hypersensible Clara Carl Belz sofort erkannt. Sie wittern die Trennung von DIE LINKE und müssen sich ordentlich anbiedern, um endlich auch wieder ihre Machtgefühle ausleben zu können. Wenn sie derzeitige Situation zu sehr verzweifelt ist und nicht mehr weiter weiß, könnte sie nächsten Bundestagwahl einfach Kreuze bei beiden Parteien machen, also quasi durch eine Doppelwahl gleich beide linksversiffte Parteien unterstützen können und sich nicht mehr entscheiden müssen! Der passende Hashtag: #2KreuzefuerDeutschland! Jawohl!

 
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Verfasst von - 18. Oktober 2016 in Politik

 

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Verein ohne Einigung #inklusion

„Bundesarbeitsgemeinschaft Hörbehinderter Studenten und Absolventen e.V.“ – so die Entschlüsselung der Abkürzung „BHSA“ (www.bhsa.de). Einige Male im Jahr führt „Europas grösste Selbsthilfegruppe ihrer Art“ (so die BHSA über sich) Tagungen, Seminare und Workshops durch und nimmt an Aktionen und Messen teil. Zu den Hauptaufgaben gehören unter anderem Forderungen beim Staat vorzutragen und die Interessen der Mitglieder nach aussen zu bringen.

Kommunikationsprobleme innerhalb des Vereins

Die meisten Mitglieder sind schwerhörig. Zur BHSA gehören noch Ertaubte, CI (= Cochlea Implantat)-Träger und einige Gehörlose. Die Verständigung untereinander ist schwierig, da nicht alle Hörgeschädigte die Gebärdensprache beherrschen. Zu Tagungen und Seminaren werden daher Dolmetscher bestellt, die zum Teil aus eigener Tasche finanziert werden müssen. Die französische BHSA soll wegen diesen Problemen in zwei Teile zerfallen sein und die Organisatoren führen zur Zeit nur noch „Kaffeefahrten“ durch…

Dolmetscher en masse

Damals jede Tagung standen für die Teilnehmern von zwei bis sogar bis zu sechs Dolmetscher bereit. (Zwei für die DGS, zwei für die LBG und zwei für die lautsprachliche Übersetzung- jeweils im Wechsel). Bei einem Vortrag wie Kofo (= Kommunikationsforum) übersetzten gleichzeitig zwei bis drei Dolmetscher (Gebärdensprachdolmetscher und Schriftdolmetscher). Normalerweise werden auch zusätzlich Mitschreibekräfte eingesetzt, doch manche an dem Tag wurden keine bereitgestellt.

Beschwerden über „mangelhafte“ Verständigung bei Vorträgen

Ein CI-Träger konnte bei den Vorträgen im grossen Saal mit allen drei Dolmetschern nichts anfangen. Da zu allem Übel auch noch die Induktionsschleife zickte, war der Teilnehmer auf das Mundablesen angewiesen. Andere Schwerhörige hatten das gleiche Problem. Da der Dolmetscher, der die Gebärden in Lautsprache übersetzte, mit dem Rücken zu den Gästen sass, konnten die „Mundableser“ bei dem Vortrag kaum folgen. Die Schwerhörigen sollten sich in der erste Reihe setzen, so der Vorschlag von der Organisatorin. Ein Gehörloser meinte, zum besseren Mundablesen könnte man die Sprecherin per Kamera und Beamer auf die Leinwand übertragen. Ganz schön kompliziert…

Gehörlose in der BHSA

Mehrere Diskussionsrunden fanden im Rahmen der Tagung statt. Gehörlose tauschten ihre Studienerfahrungen aus. Die Studienwege sind unterschiedlich – einige hatten Dolmetscher, andere studieren ohne deren Unterstützung (!). Wünschenswert ist natürlich, dass der Dolmetscher sich in dem Studienfach bestens auskennt. Ein Problem sind die Studentenarbeitsgruppen, wo Gehörlose ohne Unterstützung von Dolmetscher Aussenseiter sind. Oft müssen Gehörlose sich durchs ganze Studium alleine durchschlagen. Hier sieht man, dass die „Deutsche Gesellschaft“ im Studentenleben kaum eine Rolle spielt.

Gebärdensprachdolmetscher – selbst die grösste „Liebe zur Gebärdensprache“ endet, wenn der Rubel aufhört zu rollen…

 
 

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Hörgeräte / CI-Hörgeräte beim Sex äusserst unpraktisch!

Hammer, echt der Knaller! Lies Seite 2, Abschnitt 2! Das hatte Frau Gerkens, unsere ehemalige Gehörlosen-Präsidentin damals gesagt!

Cochlea Podiumsdiskussion – Original-PDF von Deutscher Gehörlosen-Bund

„Die Gehörlosengemeinschaft fragt nicht nach dem Hörstatus, sondern nach der Zugehörigkeit zur sozialen Gruppe“. Keine Hörgeräte oder Cochlea-Implantat beim Sex und Sport? Woher will die gute Frau das so genau wissen, hmmm? Hilfe!!!

Somit ist bewiesen, dass sie wirres Zeug redet/schreibt und des öfteren sich selbst widerspricht, steht schwarz auf weiss (siehe alle ihre Stellungnahmen).

 
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Verfasst von - 29. September 2013 in Cochlear Implantat

 

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Zwangsbeglückung für alle Hörgeschädigte …

… und zwar mit den Worten: „Auf Grund der durch die Anerkennung der Österreichischen Gebärdensprache (ÖGS) geänderten gesetzlichen Lage ist die ÖGS ein attraktiver Forschungsgegenstand.“

Spätestens jetzt sollten alle Zweifel ausgeräumt sein: Die Gebärdensprache ist dazu da, damit Forschungsgelder fließen, basta. Das ist von höchster Stelle bestätigt worden. Haben Gebärdensprachforscher und Vorstände in Gehörlosenvereinen deswegen die Anerkennung auf Biegen und Brechen vorangetrieben? Es sieht ganz danach aus, denn das Internet wird von Nachrichtenportalen wie www.gebaerdenwelt.at überschwemmt. Dass mit Gebärdenvideos sehr gut verdient werden kann, ist kein Geheimnis – das haben findige (gehörlose und hörende) Betreiber selbst offenherzig zugegeben. In Österreich sitzt doch ein gehörlose Abgerodnete namens Helene Jarmer und kein Gebärdensprachvideos ist www.gruene.at weit und breit nichts zu finden. Offensichtlich knabbern die Grünen an Jarmers luxuriöse Gebärdendolmetscher-Anspruch um jedes Cent.

Doch jedes Geschäft hat auch eine Schattenseite. Gehörlose werden von schwerhörigen Geschäftsleute wie Ralph Raule offen in den Medien stigmatisiert („Es ist nämlich ein verbreiteter Irrtum, dass gehörlose Menschen lesen können“ usw.) und oft zusammen mit Schwerhörigen in einen Topf geworfen. Tatsächlich sprechen neuerdings Forscher und alle anderen, die mit dem „attraktiven Forschungsgegenstand Gebärdensprache“ ihre Brötchen verdienen, immer öfters vom Sammelbegriff „Hörgeschädigte“, da diese eine größere Gruppe ausmacht als ein paar tausend Gehörlose. Da leuchten die Forscheraugen wie zur Weihnachtszeit und selbst gehörlose Abgeordnete wie Helene Jarmer hören die Verbandskassen stürmisch klingeln …

Auch die letzte österreichweite Studie „Sprache Macht Wissen“ sprach wieder mal von „Hörgeschädigten“, obwohl fast ausschließlich das Thema „Gebärdensprache“ behandelt wurde. Auf die Details soll an dieser Stelle verzichtet werden. Denn die hörende Sprachwissenschaftlerin Verena Krausneker hat zusammen mit Kollegen einen 517 Seiten dicken Wälzer rund um ihre Gebärdenstudie zusammengestellt. Ein Artikel darüber im „Silent Writer“ hätte sämtliche Rahmen gesprengt …

Eines ist aber erwähnenswert: Die Studie „Sprache Macht Wissen“ weckte bei der Zielgruppe wenig Begeisterung. Es wurden unter anderem Fragebögen an sechs Gehörlosenschulen in Österreich verschickt. Die Blätter blieben unberührt oder wurden beschmiert. Dennoch hatten die Schulen die leeren Fragebögen ordnungsgemäß eingetütet und an die Forscher zurückgeschickt …

Im Anschuss an der Studie wurde an der Wiener Universität ein Vortrag gehalten, zu dem recht wenige Zuhörer kamen: Gerade mal 160 interessierten sich für die Ergebnisse und Auswertungen rund um die Gebärdensprache. Doch der Pressedienst von „Sprache Macht Wissen“ sorgte dafür, dass zahlreiche Zeitungen und Fernsehen über Krausnekers Gebärdensprach-Forschungsprojekt in Zusammenhang mit „Hörgeschädigten“ statt mit Gehörlosen berichteten …

Dieses Ereignis brachte den Österreichischen Schwerhörigenbund (ÖSB) endgültig auf die Palme. Der ÖSB kritisierte unter anderem den Zusammenwurf von Gehörlosen und Schwerhörigen in einen Topf. Zitat: „Die Studie beanspruche nämlich, repräsentativ zu sein, obwohl nur neun Studierende dazu befragt worden seien. Weiters werde nicht klar zwischen „gehörlos“ und „hörbehindert“ unterschieden und es werde versucht, eine „Zwangsbeglückung mit Gebärdensprache für alle Hörbehinderten“ forciert, obwohl von den 1,6 Millionen hörbehinderten Österreichern lediglich 8.000 tatsächlich gehörlos seien.“ (Die vollständige Fassung ist hier nachzulesen: →www.parlament.gv.at)

Diese schriftliche Anfrage wurde vom FPÖ-Abgeordneten Ing. Norbert Hofer bei der 58. Nationalratssitzung eingereicht. Es dauerte, bis die →Antwort vom österreichischen Wissenschaftsminister Johannes Hahn kam. Auf die Fragen rund um die fehlende Differenzierung von „Schwerhörig“ und „Gehörlos“ wurde gar nicht eingegangen – höchstwahrscheinlich aus Unkenntnis.

Interessant ist, dass im Jahre 2007 der promovierte Philosoph Johannes Hahn sich mit schweren Vorwürfen auseinandersetzen musste: Ihm wurde vom Salzburger Medienwissenschaftler Stefan Weber vorgeworfen, beim Verfassen der Dissertation „absolut schlampig“ vorgegangen zu sein und während der Arbeit „seitenweise unzitiert á la Karl Theodor zu Guttenberg bzw. Anette Schavan abgeschrieben“ zu haben. Nichtdestotrotz hat ein unabhängiges Gutachten die Doktorarbeit des Wissenschaftsministers als „nicht plagiatsverdächtig“ abgesegnet. Und vielleicht hat Johannes Hahn sogar ausgewürfelt, ob die Anfrage zum Thema Hörschädigung beantwortet werden soll, denn der Wissenschaftsminister war früher für ein Glücksspielunternehmen tätig …

Jedenfalls ist die Sache beim Nationalrat vom Tisch und die Studien werden wieder kommen und gehen. Ob Schwerhörige und andere lautsprachorientierte und nichtgebärdende Hörbehinderte nicht mehr mit Gebärden(studien) zwangsbeglückt werden, ist die Frage …

 
 

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Taube Nuss will gebärdensprachliche Revolution!

https://www.facebook.com/photo.php?v=3723846593552

Krass! Andreas Costrau nennt sich selbst als „Taube Nuss“, obwohl er in Wirklichkeit schwerhörig ist. Man kann im Video sehr gut erkennen, wie er Hörgerät trägt. Via Facebook lässt er alle gehörlose Gemeinde mitteilen, wie man die „diskriminierende“ gebärdensprachliche Begriff wie „gehörlos“ umsetzen könnte. Eher mehr visuelle Begriff wie „von Augen zu Hand“, meinte er. Komisch nur, in allen anderen Ländern dieser Welt sagt man nur „taub“. Nur im deutschsprachigen Raum ist dieses gebärdensprachliche Begriff gehörlos „diskriminierend“. Es wird hier immer schizophrener.

Man muss sich vorstellen, Gehör los. Ohne Gehör. Da hätte man keine Ohren, keine akustischer Kanal, keine Schnecke, nichts. Aber Andreas Costrau kann etwas hören und ist nicht Gehör los, kann visuell wahrnehmen wie wir fast alle Menschen auch. Kein Wunder, warum Andreas sich als Taube Nuss bezeichnet, weil Taub unter anderem auch funktionslos, defekt, nicht in Betrieb sein heißt. Deswegen ist sein „Nuss“ was nicht in Ordnung, genau das lässt sich beobachten.

Was noch sehr kurios ist, jemand behauptet im Facebook-Kommentar: „Out: gehörlos In: Augfit“
Augfit? Bitte was? Haben die nichts an Taubblinde oder andere Bezeichnungen (z.B. Augfit-Sportverein Berlin, Augfit-Bund, Augfit-Schulen etc….) gedacht, sind sie alle auch „Augfit“? Müssen Gehörlosen zukünftig die Augen noch mehr geschult werden?

Update: Herzlichen Dank an „Taube Nuss“ für anregende Facebook-Kommentare. Es macht mir unglaublich Spaß, was die anderen über mich denken. 😉 Offenbar schlägt Wintermüdigkeit durch? Oder ist momentan eine gewisse Unlust zu spüren? Ich bin auch müde. =.=

Die Wahrheit ist, warum vor allem die Deutschen im wahrsten Sinne bereits „Weltmeister der Begriffe-Verweigerung“ sind. Vor etwa 6 Jahren war ich bei einem Vortrag von Hartmut Teuber (ein Deutsch-Amerikaner) und ich kann mich noch erinnern, was er behauptet hatte. „Für ihn war das Wort „Gehörlos“ auch diskriminierend. Er meinte, das bezieht sich so aufs Gehör, das Hören wird wieder so betont. Und es hat einen negativen Klang, so á la „der, der kein Gehör hat“. Man sagt ja zu einem Blinden auch nicht „Sichtloser“ oder „Sehloser“. Seiner Meinung nach sollte man einfach den Begriff „taub“ benutzen, damit konnte er sich am besten identifizieren.“ Was können wir solche Begriffentwicklung bis heute schon beobachten? Taubstumm fast verschwunden, gehörlos bald auch. Was kommt noch? Wird der Begriff „taub“ in 50 oder 100 Jahren vielleicht auch verschwinden?

2. Update: @Annekartin Sterling-Meyer: Sehr interessantes Kommentar über Hörstatus!

Sogar der Deutsche Gehörlosen-Bund hat übrigens bestimmte Regeln über Hör- und Sehstatus erarbeitet:
GebärdensprachdolmetscherInnen müssen über ein uneingeschränktes Hör- und Sehvermögen verfügen. Es dürfen keine Beeinträchtigungen der Sprache, des Sprechens und der Stimme vorliegen. Die Beweglichkeit von Händen, Armen, Oberkörper und Kopf sowie die Mimik müssen die Verwendung der Gebärdensprache uneingeschränkt ermöglichen.

Quelle: http://www.dgsd.de/material/sonstiges/qualitaetsstandards_2005-09.pdf

Die Frage ist, was ist mit taube Gebärdensprachdolmetscher/-innen? Ich selbst konnte die aktuelle Qualitätstandards über taube Gebärdensprachdometscher kein einzigstes Wort finden. Frage Euch einfach in ein Loch in den Bauch aus, es wird immer spannender was wirklich rauskommt! 😉

 
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Verfasst von - 23. Februar 2013 in Gebärdensprache

 

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Bob ain’t deaf! – Pepsi-Werbung mit (teilweise) gehörlosen Darstellern #superbowl

Der US-Konzern Pepsi hat seinen 60-Sekunden-Werbespot kurz vor dem Super Bowl 2008 im voraus angekündigt – die Werbung wurde nämlich erst am 3. Februar 2008 während des Super Bowls gezeigt. Das Besondere dran? Der Spot ist ohne Ton, vollständig untertitelt – und die Darsteller sind allesamt gehörlos. Na ja, eigentlich nicht alle und der Rest ist auch nicht ganz gehörlos …

Zum Inhalt: Eine ordentliche Wohngegend, irgendwo in den Staaten. Es ist bereits dunkel, die Straßen sind leer. Zwei Gehörlose kreuzen in einem dicken Geländewagen auf, um einen Freund zum Super Bowl abzuholen. Der Wagen bleibt stehen, der Fahrer schlürft aus der Pepsi-Flasche, die Innenbeleuchtung wird eingeschaltet. „Wo wohnt Bob?“, gebärdet der Fahrer. „Dachte, du weißt es!“, antwortet der Beifahrer, ebenfalls gebärdend. „Nein, ich dachte, du weißt es!“ – „Nein, du!“ Bevor es zu einem Streit kommt, geht dem Fahrer ein Licht auf. Er hupt mehrmals. In der Straße gehen bei allen Häusern die Lichter an, ein Hund bellt. Nur in einem Haus bleibt alles dunkel. „Da wohnt Bob!“ – Beide steigen aus, betätigen die Klingel, es blinkt drinnen. Bob macht die Tür auf und entschuldigt sich bei der Nachbarin, die aus dem Fenster rüberschaut, mit einer Geste: „Sorry für die Ruhestörung“.

So weit, so gut. Nur – warum hat nicht nur Bob, sondern die ganze Gegend vor so einem wichtigen Ereignis geschlafen? Immerhin waren alle Lichter aus. Und was sind das für schöne Freunde, die nicht wissen, wo ihr Kumpel wohnt? Das Merkwürdigste: Woher wusste Bob, dass die beiden Gehörlosen vorhin gehupt haben – sonst hätte er sich ja nicht entschuldigt …

Solche Kleinigkeiten stören bekanntlicherweise nicht, der lustige Spot wurde bei den Gehörlosen enthusiastisch gefeiert. Aber nicht alle teilten die Begeisterung: Die Alexander-Graham-Bell-Gesellschaft, eine Art Verein für lautsprachlich kommunizierende Gehörlose, versuchte die Ausstrahlung zu verhindern und schrieb einen völlig humorlosen Protestbrief an Pepsi. Der ungefähre Wortlaut: „Der Spot erweckt den Eindruck, alle Gehörlosen würden nur gebärden und nicht sprechen!“ Als die Gehörlosen, die auf die Gebärdensprache schwören, Wind von dem Schreiben bekamen, hagelte es Gegenproteste und Beschimpfungen: „Nazi“ war noch das Freundlichste, was die Bell-Gesellschaft zu hören bekam …

Die amerikanischen Gebärdensprachfreunde wären wahrscheinlich auch gegen Pepsi laut geworden, wenn sie wüssten, dass Darren Therriault, der Beifahrer aus dem Werbespot, sich vor einigen Jahren ein Cochlea Implantat einsetzen ließ. Darüber hinaus verwendet Darren erst seit 5 Jahren die Gebärdensprache, wie er es in einem Interview beim Sender Fox verriet. Vor der Operation las er nur von den Lippen ab und kommunizierte ausschließlich über die Lautsprache.

Und der „gehörlose“ Bob wird von Clay Broussard gespielt, der eigentlich gar nicht gehörlos ist, sondern gut hörend. Der gute Mann fand mit seiner Frau vor Jahren über eine Kirchenorganisation Anschluss zu den Gehörlosen. Beide arbeiten bei Pepsi, Darren seit einem Jahr und Clay seit über 20 Jahren. Der gehörlose Fahrer (Brian Dowling) verdient seine Brötchen bei FritoLay, die Snacks herstellt und eine Tochterfirma von Pepsi ist. Bei den Aufnahmen wurde übrigens penibel darauf geachtet, dass Darrens CI nicht im Bild zu sehen ist – beim Making of hingegen kann man es in einer Einstellung deutlich erkennen …

Die drei Pepsi-Stars sind bei EnAble organisiert, eine Art Beschäftigungsprogramm für behinderte Mitarbeiter, die bei Pepsi angestellt sind. Vor einige Jahren hatten sie die Idee, einen alten Gehörlosenwitz zu verfilmen. Also schrieben sie das Skript, filmten sich gegenseitig und schickten das Demoband an das Management. Die Herrschaften waren von der Idee begeistert, engagierten einen erfahrenen Regisseur und verfilmten den „Stoff“ neu. „Das Material senden wir zur besten Sendezeit“, dachte der Vorstand und suchte sich den 3. Februar 2008 als Termin aus. Besser konnte das Timing nicht sein, denn an diesem Tag wurde landesweit der Super Bowl übertragen.

Auch wenn Bob gar nicht taub ist (=Bob ain’t deaf): Wetten, dass die amerikanischen Gehörlosen damals nur noch mit Pepsi in Sektgläsern anstoßen werden …

 
 

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