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Ein augenschmausende Gehörlosigkeit!

01 Jan

Frohes neues Jahr allerseits!


(Bildquelle: Twitter, http://www.twitter.com)

Irgendwie ist es für uns unerklärlich, warum sie darauf besteht, dass man als gehörlos sagt und nicht hörgeschädigt. Warum? Gut, schauen wir mal genauer hin, wer sie wirklich ist. Sie wollte mit dem Bloggen und Twitterei (siehe Bericht http://meinaugenschmaus.blogspot.com am 1. Dezember 2011) ganz gewissenhaft aufhören, doch seit www.taubenschlag.de durch Karin Kestners Schlagzeile sorgte, bloggt sie ganz abstrus wieder doch und aus diesem Grund schreit sich die Kehle aus dem Hals ganz lauthals. Irgendwie schon verständlich, wie sehr in ihr das Herz steckt und in Ohnmacht fällt. Seitdem beobachtet sie mit Argusaugen statt Augenschmaus die Geschehenisse von zwei Mädchen.

Tatsache ist Julia Probst alias EinAugenschmaus Cochlea-Implantat Trägerin. Wenn man auf einer Seite ein Cochlear-Implantat und auf der anderen Seite ein Hörgerät betrachtet. Ich persönlich trage und habe ausreichende Erfahrung mit meine Hörgeräte und trage kein Cochlea-Implantat. Klar ist die Cochlea-Implantat Technologie wesentlich besser und auf der Hörgeräte Seite kann ich nicht immer Sprache vollständig erfassen. Was interessant ist, als ich analoge Hörgeräte hatte, war meine Aussprache etwas anders, als zur Zeit mit den digitalen Hörgeräten. Mit dem Cochlea-Implantat kann man wesentlich besser Sprache erfassen und auch das Hören weniger anstrengend ist. Sie hat dank Cochlear-Implantat das Glück, warum sie in einer Regelschule ohne Gebärdensprachdolmetscher auskommen müssen. Einmal sagte sie zu mir, dass sie vor CI-Operation angeblich gutes Deutsch hatte und angeblich von klein auf nur hörende Schule beschult wurde. Das ist keine Überraschung, warum sie so gut sprechen kann und bruchstückhafte Gebärdensprache (LUG = Lautsprachunterstützende Gebärden) beherrscht. Hier 140 Sekunden (mit UT!) oder hier re:publicca (ab 11:30 Min) oder auch hier ARD Nachtmagazin (ab 5:57 Min). Deshalb ist sie nicht typisch gehörlos, wie man in allen Filmen gut beobachten kann.

Mit normale Hörgeräten kann ich dafür aus technischen, optischen, ethischen und sozialen Gründen angenehmer tragen. Dagegen lehne ich Cochlea-Implantat aus operativen, medizinischen, gesundheitlichen, versicherungstechnischen und juristischen Gründen ab. Endergebnisse lautet also normale Hörgeräte ist ingesamt „freundlicher“ als Cochlea-Implantat. Und ich kann auch ähnlich gut sprechen wie sie, nur mein einzigste Schwäche ist wie ich beim Sprechen manchmal unregelmäßig verschlucke, das nennt man Aphasie was ganz normal ist. Drum werde ich von hörende Personen als sprachgestörter Gehörloser angesehen. Nur die Frage ist, warum Julia Probst gerne als gehörlos ausgibt. Mit dem Eigenschaftswort „gehörlos“ wird die Aufmerksamkeit auf „durchgestrichenem Gehör“ (typisches Gehörlosen-Logo) gelenkt statt auf die Wesen als visuell-orientierte Menschen mit eigener Sprache und Kultur.

Warum das so ist? Klar ist, seit vielen Jahrzehnten konnte man ganz inbesondere Gehörlosenszene oft und immer beobachten, haben Gehörlose eine sehr eigene berühmt-berüchtigten Streitkultur vor allem die Definitionen zwischen „taubstumm, taub und gehörlos“ und ist bis heute immer noch nicht auf Durchsetzung aufgebaut worden. Der Knackpunkt ist der Begriff „taubstumm“ wurde unaufälligerweise zu „gehörlos“ konvertriert, so dass man gut in Gebärdensprache feststellen kann und sich sehr an „taubstumm“ erinnert. Hier die Bildbeschreibung:

(Bildquelle: http://www.visuelles-denken.de)

Auch ganz lesenswert ist die Zitat von Paco aus dem einschlägigem Forum.

Paco: Ich zitiere aus einem Editorial der DGZ 1987:

Zitat: 
Ein Vogel ist an allem schuld

… Wer das Wort (gehörlos) „erfunden“ hat, konnte ich noch nicht eindeutig feststellen. Mir ist nur bekannt, dass der Ausdruck „gehörlos“ erstmals nach dem Ersten Weltkrieg aufkam, vermutlich in Anlehnung an das Wort „sprachlos“. Damals waren alle, die nicht hören oder nicht sprechen oder beides nicht konnten, durchweg „taubstumm“. Das passte den Taubstummen, die in der Taubstummenanstalt mittlerweile sprechen gelernt hatten.., gar nicht (…)
Nun wäre es aber ganz logisch und naheliegend gewesen, von dem Wort „taubstumm“ einfach die zweite Silbe auszumerzen und nur noch „taub“ zu gebrauchen – wie die Engländer und Amerikaner das allgemein gut ankommende „deaf“.
Da aber hat uns ein sehr bekannter, vielgeliebter, oft auch gehasster Vogel mit seinem Namen einen dicken Strich durch die Absicht gemacht. Es würde sich doch sehr komisch lesen, wenn unser Leib- und Magenblatt mit dem Titel „Deutsche Tauben-Zeitung“ zu Ihnen kommen würde. Man würde Sie sofort als Mitglied eines Taubenzüchtervereins sehen. Oder wenn der Herr Pastor uns in seiner Kirche mit „Meine lieben Tauben“ anreden würde. Nein, die damaligen Führer der Taubstummenvereine waren sich schnell einig, dass mit dem Wort „taub“ kein Staat zu machen ist. So machte man sich auf die Suche nach einer anderen Bezeichnung und kam eben auf „gehörlos“, das schon hier und dort verwendet wurde und Anfang der zwanziger Jahre bereits in Vereinsnamen zu finden war (….)

Die damalige „Allgemeine Deutsche Taubstummen-Zeitschrift“ änderte ihren Namen am 1. Januar 1927 in „Allgemeine Deutsche Gehörlosen-Zeitschrift“ und 14 Tage später wurde in Weimar der „Reichsverband der Gehörlosen Deutschlands e.V.“ (Regede) mit Sitz in Berlin gegründet, der Vorgänger des jetzigen Deutschen Gehörlosen-Bundes. So war`s mit dem „gehörlos“! Wissen Sie vielleicht ein besseres Wort?
Herzlichst, Ihr Friedrich Waldow

(aus: DGZ 11/1987,Dank an Helmut Vogel für die Übergabe des Artikels)

Quelle: www.gl-cafe.de

Darum ist dies so entstanden. Die gehörlosen Kritiker verstehen unter „stumm“ etwas ganz anderes, als Hörende! Es ist tatsächlich so, dass fast alle Hörenden in jedem Gehörlosen/Tauben einen „Stummen“ sehen, wie man obige Twitter-Screenshot feststellen kann. Sie denken so: er/sie kann zwar (mehr oder weniger gut) sprechen, aber…

Wenn die Verbände und Gehörlosen also sagen: Wir sind nicht „stumm“, wir wollen dies und das (Anerkennung etc.), dann stiftet das nur Verwirrung in den Köpfen. Dann denken die Hörende: „Was hat das eine mit dem anderen zu tun?“

Auch der Begriff „taub“ wird mitunter als abwertend angesehen, z.B. taube Nuss oder auch Gefühllosigkeit etc.

Ist es nicht besser, die echte und alltägliche Benachteiligung zu bekämpfen, als sich wegen angeblichen Diskriminierung durch irgendwelche Begriffe aufzuregen?

Wollen Sie nicht die heilige Gehörlosenkultur zu retten? Man muss sich Fragen stellen, eigentlich ist den Gehörlosen der Gehörlosenkultur heilig und sie zu beschützen. Das tun nur unwissende Menschen (ob Hörende, CI-Industrie, Betonköpfe, etc….), denen nichts und niemand heilig ist und die überall einmischen müssen. Es ist genauso wie den Aborigines der Ayers Rock heilig ist und sie betreten ihn niemals. Auch das tun nur unwissende Touristen und australische Ignoranten, denen nichts und niemand heilig ist und die überall rumlatschen müssen. Was interessant ist, wenn wir mal nach Indien genauer betrachtet, wo die heilige Kuh auf der Strasse niemals von jemanden verjagt oder überfahren dürfen, selbst unwissende Touristen oder Laie wissen wie man sich auf der Strasse korrekt verhält, um sie herum fahren müssen ohne zu verjagen oder überfahren. Oder es gibt noch viele unendliche Heiligtum auf der ganzen Welt, die man immer noch entdecken oder nichts entdecken kann.

Nun die Frage ist, warum für Julia ganz besonders die Bezeichnung nicht typisch gehörlos ist. Für mich ist nur dieser Begriff richtig und auch extra für Julia Probst: hörgeschädigt. Er sagt klar und deutlich, was Sache ist (hat kaputte Ohren, kann aber sprechen (egal wie gut oder schlecht), usw. und verdient ein bisschen Mitleid.) Es gibt solche Leute die als hörgeschädigt angesehen werden, aber medizinisch und juristisch gesehen sind sie gehörlos, weil es auf dem Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen „GL“ offiziell steht. Ob Julia in Ihrem Schwerbehindertenausweis gleiche Merkzeichen wie ich hat, ist die Frage und die Bedingung mit dem Merkzeichen „GL“ müsse von taubheit grenzende Schwerhörigkeit mit Sprachstörungen vorliegen. Wenn doch, dann darf sie überraschenderweise gerne als gehörlos bezeichnen (und das ohne Sprachstörung?!?).

Sicher ist vielen aufgefallen, warum unter Schwerhörigen (darunter auch die meisten CI-Träger) bisher kaum heißes Brei debattiert wurde. Für Schwerhörigen hätten nichts dagegen und auch möglicherweise hoffentlich auch für Gehörlosen ohne darüber nachzudenken, wenn sie gleich als hörgeschädigt angesehen werden. Nicht dass die Gehörlose einfach so sagt, ob es an fehlende Selbstbewusstsein liegt. Später, wenn wir mal so cool und selbstbewusst werden (!!!) wie die Afro-Amerikaner oder halbstarke Jugendliche, dann können wir uns mit „Ey, was geht ab, tauber Bruda“ oder „Bis bald, Taubazz!“ Warum tauchen an vielen Schulen die Bezeichnung „Schule für Hörgeschädigte“ häufig auf, wo sogar die Mischung von Schwerhörigen und Gehörlosen zu finden sind? Selbst Deutscher Gehörlosen-Bund listet sogar „Schule für Hörgeschädigte“ auf, wo man die Schule bundesweit finden kann. Hier den Link!

Nun zum Taubenschlag-Artikel aus meiner Perspektive: Ich finde, die Förderschule (evtl. Regelschule???) muss ein Extra-Fach schon in der Grundschule einführen und zwar: „Grammatik“. Man merkt oft, dass sehr viele Gehörlose und auch Schwerhörigen Probleme haben, die Sprache richtig zu beherrschen, weil manche manche Schwerhörigen und Gehörlosen auch häufig eine Art Mischmasch von DGS und gebärdetem Deutsch verwenden. Manchmal sind die Deutsche Gebärdesprache (=DGS) auch der Grund dafür. Vor allem bei der DGS, da sie keine Grammatik hat und das Verb kommt da erst am Ende, z.B. „Meine Mutter kocht ein Spiegelei“ in DGS: „Mein Mutter Spiegelei kochen“ oder anderes Beispiel „Schön, daß ich nach langer Fahrt in Mailand angekommen bin.“ in DGS: „Lange fahren Mailand da schön“ oder auch anderes Beispiel „“Bist du heute morgen zu spät zur Arbeit gefahren?“ in DGS: „Heute Morgen du zu spät Arbeit?“. Das ist dann klar, dass sie dann kein gutes Deutsch beherrschen können und auch Missverständnisse führen kann, denn DGS ist eine visuell aufnehmbare Sprache mit eigenen Syntax. Auch ich hatte früher in der Schulzeit mit den Artikeln, Endungen und ein paar Probleme, die im Laufe der Zeit immer besser wurden (dank Internet und „Lesewahn“). Meine Eltern haben mich früher damit echt genervt, aber heute bin ich ihnen dankbar dafür.

Auch ein Cochlear-Implantierte kann nicht gleiche Ergebnisse wie Julia Probst erzielen, wenn sie zur Regelschule schicken sollten, weil häufig individuelle Unterschiede im Spracherwerb aufweisen. Ich kenne einige CI-Träger, die eine erkennbare eingeschränkte grammatikalische Schriftsprachentwicklung haben. Genauso machen CI-Kinder beim Erwerb der Sprache Fehler wie die Schwerhörigen mit normale Hörgeräten und Gehörlosen. Bei CI-Kinder braucht nach der Implantation viel Zeit, um die richtige Spracherwerb wahrzunehmen. Was zählt, sollen die Kinder zum richtigen Zeitpunkt in ihrer geistigen Entwicklung eine Sprache erwerben und zwar in bilingual (hier: Schrift- und Gebärdensprache). Allein Cochlear-Implantat kann alles nicht viel bringen und darum ist es ganz typischerweise von Kind zu Kind verschieden und hängt sehr stark vom Begabung und Erziehung ab.

Und was passiert wenn ein Schwerhöriger und ein Gehörloser zusammen in einer Klasse sitzt? Ob an der Regelschule auch die LBG (= Lautsprachbegleitendes Gebärdensprache) abgeschafft werden und dafür die DGS eingeführt werden soll. Heißt im Klartext so viel wie: Im Unterricht sollten alle die DGS erlernen, wenn nötig auch unter Zwang und die LGB wird abgeschafft. Das muss man sich mal vorstellen, da wird dann in den Klassen nur noch DGS gebärdet. Wenn ein Mensch ohne Gehör auf die Welt kommt, dann kann ihm nicht besseres als die Gebärdensprache passieren. Er kann so lernen zu kommunizieren und als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft auf wachsen. Wie sähe Schwerhörige aus? Interessanterweise ist die LBG gesetzlich nicht anerkannt, sondern nur als Kommunikationsform anerkannt. Jedoch muss er auch gleichzeitig die Lautsprache erlernen. Ganz logopädisch gesehen wichtig für Schwerhörige, sonst leidet man darunter die lautsprachliche Qualität. Möchte man draußen überleben, so muss man auch über die Lautsprache kommunizieren können. Aber auch auf der anderen Seite ist mir bewusst, brauchen die Gehörlosen DGS, um beide Sprachen gefördert werden. Das sollen die Grammatik für Gehörlosen und auch für interessierte Schwerhörigen im Fach „Grammatik“ beider Sprachen (Deutsch und DGS) betrachtet werden um zu vergleichen und richtig wahrnehmen zu können, was der Unterschied ist.

Edit:

Antwort von EinAugenschmaus via Google+ (1. Januar 2012): (Link: https://plus.google.com/u/0/105147235498941045340/posts/CRM9tC3qYsd )

@hewritesilent: Eigentlich sehe ich überhaupt keine Veranlassung, dir überhaupt irgendwelche Aufmerksamkeit zur deiner diffamierende Darstellung meiner Person zu schenken. Aber vielleicht helfen dir diese Fakten über mich weiter, die JEDEM bekannt sind, die mein Blog lesen und verstehen können. 

1. Hartmut, eine sehr geschätzte Persönlichkeit aus der Gehörlosenwelt, erklärte dir schon ausreichend in einem Blogcommentar In DEINEM BLOG, dass ich erst mit 12 JAHREN das Cochlear Implantat bekommen habe und ich war nur mit normalen Hörgeräten, die aber schlecht eingestellt waren und ohne Gebärdensprachdolmetscher auf der hörenden Grundschule! 

2. Deine Angaben über mich entsprechen also nicht der Wahrheit. Anscheinend, weil du sie nicht hören kannst oder WILLST. Und zweitens: Ich sagte schon immer, dass meine Gebärdensprachkenntnisse nicht perfekt sind und ich wirklich dann nur gut gebärden kann, wenn ich weiß, dass meine Umgebung aus gehörlosen Menschen besteht. 

3.Und ich bin in keinster Weise gehörgeschädigt, wie du es behauptest. Ist dir denn noch nie in den Kopf gekommen, dass das Wort „gehörgeschädigt“ eine ähnliche Abwertung einer Person enthält wie das Wort „kriegsbeschädigt“ oder „kriegsversehrter“? In meinem Schwerbehindertenausweis habe ich das Merkzeichen GL, weil ich ohne das Cochlear Implantat erst jenseits ab 90 dzb was wahrnehmen kann. Damit bin ich ganz klar gehörlos ohne das Cochlear Implantat.

4. Ich sagte das schon immer ganz klar: Ohne das Cochlear Implantat bin ich gehörlos, mit dem Cochlear Implantat bin ich schwerhörig und von der kulturellen Identität hörend. Und damit habe ich kein Problem, auch meine gehörlosen Freunde nicht. Die akzeptieren meine Identität und stehen hinter mir, was meine Bloggerei und damit meine Ansichten betrifft. 

5. Und in deinem ganzen Blogeintrag kann man nachlesen, dass du die Replys an mich per Twitter überhaupt nicht 100% richtig verstanden hast. 

Ich fühle mich dennoch sehr geschmeichelt, dass du soviel Zeit meiner Person widmest – ich hoffe, ich werde dir weiterhin noch eine unterhaltsame Zeit bieten.
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Mein Antwort an Julia Probst via Google+ (1. Januar 2012):

1. Dein Antwort via Twitter ist mir damals bekannt. Hartmuts Beiträge sind schon ZU extremistisch! Und ja, wer denkt, ich sei zu radikal. Besser sarkastisch als radikal!🙂 Viel Spaß beim nachdenken!
2. Dann können wir eines Tages persönlich treffen, wenn du magst/möchtest. Vielleicht bringe ich meine gehörlose Freunde mit. Ich/Wir werde/-n dann analysieren.3. Eigentlich sehr außergewöhnlich! Sprachstörungen hast du meine Feststellung keins, trotzdem.4. Ohne das Hörgerät bin ich gehörlos, mit dem Hörgerät bin ich taubheit grenzend schwerhörig und von der kulturellen Identität alles in einem, also hörend, schwerhörig und gehörlos.🙂5. Wir haben unterschiedliche Vorstellungen, aber eines fehlt was bei dir.🙂Extra-Antwort Nummer 6: Früher sagte man „taub und stumm“, dann wurde daraus „taubstumm“. Logisch! Man hatte ja damals keinen passenderen Begriff! Was sollten sie denn sonst sagen – Nichtsprechender und Nichthörender? Später wurde klar, dass ein tauber Mensch nicht stumm sein muss. Was tut man in diesem Fall? Das Wort „stumm“ ist weg, und alle Welt ist zufrieden. Nur die Deutschen nicht! Sie erfinden nicht nur ein völlig neues Wort, sondern verdammen auch noch das alte als „diskriminierend“. Muss das sein? Es gibt ja tatsächlich taubstumme oder stumme Menschen, die nicht sprechen können.Kann jemand mir bitte erklären, wieso ein gehörloser Politiker wie Martin Zierold häufig und immer dieser Begriff „taub“ benutzt und nichts anderes. Und du „gehörlos“ (laut Twitter und Blog)!

 

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18 Antworten zu “Ein augenschmausende Gehörlosigkeit!

  1. Regenbogen

    2. Januar 2012 at 06:43

    „Kriegsbeschädigt“ oder „kriegsversehrt“ ist abwertend?????
    Keine Ahnung, wie Jule darauf kommt……Oder ob sie da von sich auf andere schließt?

    Scheint irgendwie so zu sein, daß Gehörlose ziemlich oft andere Definitionen zu bestimmten Begriffen haben als Hörende, dann aber voraussetzen, daß Hörende darunter dasselbe verstehen.

    Nur so zur Klärung:
    „Der ist kriegsversehrt“ heißt nicht mehr und nicht weniger, als „der wurde im Krieg verletzt – und zwar schwerwiegend – und es sind gesundheitliche Folgeschäden zurückgeblieben“.
    Abwertung? Überhaupt nicht, oft im Gegenteil.

    Und hörgeschädigt, genauso wie taub, gehörlos, und ja, auch taubstumm, heißt nicht mehr und nicht weniger als „kann nicht hören, kannste nicht in Lautsprache mit kommunizieren“.
    Hat auch nichts mit Abwertung zu tun.

     
    • He write silent

      3. Januar 2012 at 22:31

      Eben, Regenbogen! Das mit „Kriegsversehrte“ schockiert mich auch, wenn ich an meine Verwandte damals denken muss. Jule scheint ziemlich weit weg von der Realität entfernt zu sein

       
  2. Regenbogen

    2. Januar 2012 at 07:51

    Es sei gern zugestanden, daß es tatsächlich noch oft Diskriminierung gibt und die gehört
    auch unbedingt abgeschafft.

    Aber in manchen Fällen, sorry, bekomme ich den Eindruck, daß manche Leute sich einfach
    ums Verrecken diskriminiert fühlen WOLLEN…..

    Und DA kann dann leider niemand mehr helfen.
    Ich glaube nicht, daß es viele Leute gibt, die auch noch auf SOLCHE Launen Rücksicht zu
    nehmen gewillt sind…..

    Zumal ja gerade bei den Begriffen taub, gehörlos, hörgeschädigt etc. gesagt werden kann,
    was immer man will – irgend jemand fühlt sich ja immer auf den Schlips getreten.

     
  3. Mirjam

    2. Januar 2012 at 20:23

    du hast gut erkannt, wo die gebärde für gehörlos ja auch verwirrend sein kann, wo schnell taubstumm verwechselt werden kann…aber ich bin taub und nenn mich auch taub aber ich bin kein gehörloser sondern spätertaubter….

    wenn ich mich in der öffentlichkeit bewege und sage ich bin gehörlos denke die leute schnell ich bin halt taub stumm….. daher benutze ich lieber die bezeichnung taub….das nehmen die leute eher an….

    ich kenne die diskussion um diese beiden begriffe… gehörlos ist halt nur die medizinische bezeichnung…ich weiss es ist sehr schwierig beide begriffe auseinanderzusetzen….aber ich finde das soll man beides akzeptieren finde ich, das ist nur meine persönliche meinung….

     
  4. Hartmut

    4. Januar 2012 at 04:14

    @He Write Silent (das ist ungrammatisch im Englischen!),
    du hast die umfangreichen Diskussionen in verschiedenen Foren nicht verstanden.

    Es geht um die Ansicht, dass Taubheit keine Schaedigung ist, sondern einfach eine koerperliche Andersartigkeit, und zwar die einzige, aus der eine besondere Kultur hervorspringt. In diesem Way of Life (Lebensweg, Lebenseinstellung) ist fuer einen Tauben ganz unwesentlich von Hoerfaehigkeit zu denken und sein Leben nach Hoerfaehigkeit zu gestalten. Diskriminierend wird sie nur im Umgang mit Hoerenden, wenn deren Denken noch stark von der Wertschaetzung des Hoeren geleitet wird und ihr Handeln gegenueber tauben Mitmenschen beeinflusst. Diskriminierung und auch Audismus koennen nicht anders geschehen.

    Es ist vollkommen unnoetig, sich selbst als hoergeschaedigt und auch hoerbehindert zu bezeichnen. Wozu denn?! Denn der Satzbeginn „Ich bin …“ ruft in diesem Zusammenhang eine Bezeichnung der Identitaet hervor, nicht was ich kann oder nicht, wie in „Ich bin katholisch“, „Ich bin Deutscher“ usw, Leute, die in der Mehrheit oder in Machtposition sind, denken selten ueber die Identitaet, welche diese Gruppe bezeichnet. Hoerende denken nicht, dass sie hoerend sind, obwohl wissend, dass sie hoeren koennen. Daher sagen sie nicht, „ich bin hoerend“.

    Julia Probst liegt vollkommen richtig in der Vermeidung von ‚hoergeschaedigt“ wie ich, obwohl sie noch ihr weniges Gehoer „pflegt“. Es sollte nicht zu sehr im Bewusstsein der Allgemeinheit haengen, dass das Nichthoerenkoennen eine Schaedigung am Koerper sei, die berichtigt werden muss.

    Es gilt hier die Relativitaet des Wertes des Hoerens in der Gesellschaft zu foerdern. Die Vermeidung von ‚hoergeschaedigt“ von uns dient dazu.

    Die Einstellung von Wertrelativitaet des Hoerens ist gar nicht extremistisch. Sie ist die beste und gerechteste Einstellung in der Gesellschaft im Umgang mit ihren tauben und schwerhoerigen Mitgliefern,

     
    • He write silent

      4. Januar 2012 at 11:50

      @Hartmut: Ja, hewritesilent mag zwar ungrammatikalisch sein, aber das hat was.🙂 Auch wie unpassend „gehörlos“ für dich sein kann. Das Fehlen anderer Sinne werden nicht mit gesichtslos, geschmacklos, geruchlos, und gefühllos bezeichnet. Übrigens, der Sinn des Gehörs lautet auf englisch „hearing“ (nicht hear). Also kein „hearingless“ in Englisch. Welch Glück taube Menschen in englisch-sprechenden Ländern haben! Jaja, du und die anderen verstehen auch nichts von Existenz in anderen Sprachen. Schönen Tag noch!

      Noch was: http://coiffeur-ralph.de/files/ueber_uns.htm

      Der gehörlose Star-Friseur aus Düsseldorf ist vollkommen taub oder gehörlos oder wie man auch so nennt, aber verwendet ganz bewusst hörgeschädigt. Ich bitte um Einsicht!🙂

       
      • He write silent

        4. Januar 2012 at 16:18

        Wenn Euch die Zitate von Hartmut interessieren würden, wie er wirklich so tickt.

        „Lies halt meine Antworten dazu oben und in anderen Threads. Ich kann sogar sagen, mit der Nichtverwendung von ’gehörlos’, ‘hörbehindert’, ‘hörgeschädigt’ kann unsere Öffentlichkeitsarbeit überzeugender gemacht werden, wie die internationale Erfahrungen zeigen. Mit ’gehörlos’ wurde sehr lange auch von den Verbänden und Vereinen Öffentlichkeitsarbeit gemacht, mit welchem Erfolg?!?“

        Quelle: http://www.gl-cafe.de/viewtopic.php?f=99&t=40993&p=1234643&hilit#p1234643

        „Leider hat die sprachliche Trägheit nach der Einführung des ‚behindert‘-Begriffs geführt, indem die Bedeutung von ‚körpergeschädigt‘ dann auf den „modernen“ und „politisch korrekteren“ ‚behindert‘ übertragen wurde. Aus ‚körpergeschädigt‘ wurde dann ‚körperbehindert‘ und ‚hörgeschädigt‘ wurde zu ‚hörbehindert‘. Die Formulierung von ”Menschen mit Behinderung’ zeigt diese sprachliche Trägheit, womit ein körperliches Unvermögen damit als die Ursache von Behinderung angesagt wird.“

        Quelle: http://www.gl-cafe.de/viewtopic.php?f=123&t=49861&p=1270520&hilit#p1270520

        „Frueher in meiner Zeit in Deutschland (bis 1964) nannte sich der Wish „Schwerbeschaedigtenausweis“. Dies wohl wegen die Kriegsopfer, die schwerverwundet aus dem Krieg heimkamen und besondere Verguenstigungen per Bundesgesetz bekamen. Die leichteren gingen leer aus. Das Wort ’schwer‘ war halt im Gesetz, um damit andere Geschaedigte, wie Zuckerkranken, Asthmatiker, Flatfuesslern, Einarmigen usw. auszuklammern. Die Verguenstigungen fuer die schwerverwundeten Kriegsopfer wurden spaeter auf andere Personenkreisen uebertragen, welche die Gesetzgeber damals als auch „schwergeschaedigt“ anerkannten. Spaeter in den spaeten 70er Jahren, also etwa 25 Jahren nach dem Krieg, wollten die Behindertenverbaenden die gesellschaftliche Aufmerksamkeit weg von den „koerperlichen Defekten“ zu den Barrieren und Benachteiligungen, die zu entfernen galten, lenken. Sie fuehrten die Begriffe ‚Behinderung‘, ‚behindert‘ ein, um sich selbst als Opfer der gesellschaftlich aufgestellten Behinderungen zu bezeichnen. Aber Leute waren sprachlich zu traege und uebertrugen die alte Bedeutung auf das neue Wort, leider, statt eine neue Gesinnung zu beherzigen und gegen Ungerechtigkeiten zu kaempfen. Wegen dieser Traegheit entstanden ‚koerperbehindert‘, ‚hoerbehindert‘, ’sehbehindert‘ usw. als Ersatz fuer ‚koerpergeschaedigt‘, ‚hoergeschaedigt‘, ’sehgeschaedigt‘ usw.“

        Quelle: http://www.gl-cafe.de/viewtopic.php?f=99&t=40993&p=1234643&hilit#p1234643

         
      • Hartmut

        6. Januar 2012 at 11:18

        Nanu, was wolltest du damit sagen. Du stiehlst meine Aeusserungen als deine eigenen. Pfui! Was laberst du von „Verstehen von Existenz in anderen Sprachen“. Nicht, dass ich lache! Du bist genau das Erzbeispiel.dieses Nichtverstehens und Unwissens.

        Hast du nicht gesehen, dass taube Leute in anderen Laendern auch die entsprechende Bezeichnung von ‚hoergeschaedigt‘ verachten? Wenn nicht, dann weisst du nichts von „Existenz in anderen Laendern“!

        Was der Coiffeur zu der Media sagt, ist nicht was er zu seinen tauben Freunden sagen wuerde.

         
        • He write silent

          6. Januar 2012 at 12:29

          Tut mir leid, die Mehrheit ist für „hörgeschädigt“. Wenn wir ein hörgeschädigte Volksentscheid (15 Millionen Hörgeschädigte Stimmberechtigte) durchführen, wird der Begriff „hörgeschädigt“ am Ende durchsetzen. Ja, weil der Begriff „hörgeschädigt“ die sehr heterogene Gruppe der Hörgeschädigten am besten beschreibt. Außerdem finde ich ihn am neutralsten, es fühlt sich auch keiner ausgeschlossen. Andere Länder wie Luxemburg, Österreich, Schweiz, Belgien, Liechtenstein, Südtirol von Italien und die andere anerkannte Minderheitensprache wie in Russland, Dänemark, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Rumänien etc. und die noch praktizierenden Deutschsprechern im Übersee. Niemand verachtet ihn! Punkt und aus!

           
  5. Hartmut

    4. Januar 2012 at 05:01

    Was Julia Probst ueber „kriegsversehrt“ sagt, ruehrt aus ihrer Kenntnis von der Umgangsprache. Sie glaubte, dass sie abwertend gebraucht werden. Sie musste dies durch ihre groessere Hoerfahigkeit und besseres Deutsch als ich von ihrer sprachlichen Umgebung erfasst haben, Sie aeussert ihre Meinung gerade aus was Regenbogen im zweiten Posting vermutet: Diskriminierung. Meine Einschaetzung des Wortes „kriegsversehrt“ stimmt mit Regenbogen ueberein. Das Wort klingt heldenhaftig. Jedoch bestehen Diskriminierungen gegen kriegsverletzten Veteranen in der Arbeitswelt. Dieser Umstand verlangt eine andere Erklaerung, woher die Diskriminierung kommt.

    Nach meinem Ermessen wirken die Begriffe „hoergeschaedigt“ und „koerpergeschaedigt“ (als Soldat) unterschiedlich in der gesellschaftlichen Betrachtung und folglichen Behandlung gegenueber Betroffenen.

     
  6. Hartmut

    4. Januar 2012 at 07:05

    @Regenbogen,
    deine Analyse ueber „zum Verrecken diskrimiert fuehlen WOLLEN“ ist vollkommen unrichtig und verachtend auf uns! Es ist gar kein WOLLEN, aber eine allgemeine Erfahrung seit Jahrhunderten. Du musst einfach den Tatbestand von Geringschaetzung und Diskriminierung aufgrund derer gegenueber tauben Personen repektieren, auch wenn du persoenlich ueberzeugt bist, nicht die gleiche diskriminierende Mentalitaet zu teilen. Vieles in deinen Postings in den Foren zeigt noch die in der Gesellschaft vorherrschende Mentalitaet,

     
  7. Regenbogen

    4. Januar 2012 at 18:11

    Hartmut….
    was ich muß und was nicht, entscheide noch immer ich selbst.😉

    Und ich bin auch diejenige, die letztendlich über meine Einstellungen und Meinungen entscheidet….
    genau wie Du das bei Dir tust (und dabei meinst, Deine Ansichten seien die einzig wahren und richtigen).

    Ich gehe davon aus, daß es Diskriminierungen gibt. Ich entscheide aber jeweils in der Einzelsituati-
    on, ob ich darin eine Diskriminierung sehe oder ob ich diese Ansicht nicht teile.

     
  8. Regenbogen

    4. Januar 2012 at 18:53

    Nur nochmal zum besseren Verständnis:
    Silent Writer hat Jule dahingehend zitiert, daß gehörgeschädigt „genauso abwertend ist wie zum Beispiel kriegsgeschädigt oder kriegsversehrt“.

    Wenn Jule die Abwertung an diesen beiden Begriffen festmacht, dann ist das für mich vollkommen haltlos und unbegründet. Wenn aber daraus eine Diskriminierung abgeleitet wird, weil eine Ähnlichkeit zu „kriegsbeschädigt“ besteht, dann klingt das tatsächlich danach, als ob da unbedingt eine Diskriminierung herbeigeredet werden soll, auch wenn das völlig absurd ist.

    Und bei der Verwendung der Begriffe würde ich mich – gerade nach allem, was ich in den Foren so mitbekommen habe – ohnehin nicht mehr beeinflussen lassen.
    Taubstumm sagt man nicht – okay, akzeptiert.
    Aber sonst? Der eine will hörgeschädigt genannt werden, der andere taub, der dritte gehörlos. Und egal was man sagt, die beiden anderen werden sich angegriffen fühlen.

    Ich nehme an, die nette Geschichte mit dem Vater, dem Sohn und dem Esel ist bekannt – die hinterher damit endet, daß Vater und Sohn den Esel nach Hause tragen, weil sie immer auf das gehört haben, was andere zu meckern hatten?

     
  9. Hartmut

    6. Januar 2012 at 10:23

    @Regenbogen,
    richtig, dass Sie selbst entscheiden, was Sie fuer richtig sagen oder nicht. Folgen davon tragen Sie allein.

    Knifflig wird wenn ein Aussenseiter ueber Dinge in der tauben Welt kommentiert und daneben trifft aus kulturellem Unkenntnis und dann gebieterisch wirken, als ob wir dumm,.unwissend und unmuendig waeren (Siehe „Barmherzige Masken“). Dann schimpft er, wenn ihm widersprochen wird. Das geschieht zu oft im Laufe der Geschichte des Taubenwesens.

    Ich habe Sie nicht jedesmal verurteilt, was Sie geschrieben haben. Ich habe Ihnen manchmal beigestimmt, z.B. hier mit dem Ausdruck ‚kriegsversehrt‘. Wenn noetig habe ich auch Ihre Kommentare zu richtigstellen versucht, ohne Ihnen persoenlich zu beleidigen. Leider habe ich nicht das gleiche von Ihnen gesehen. Nur lese ich Angriffe an mich von Ihnen.

    Ob eine Situation eine Diskriminierung sei, entscheiden nur die Betroffenen (was Sie in Ihrem stillen Kaemmerchen denken, kann niemand anfassen)! Rassismus, Sexismus, Audismus usw. definieren nur die Betroffenen, nicht die Aussenseiter! Diese koennen ihre Verwunderung ueber die Interpretation, ob eine Situation als diskriminierend gilt, aeussern, aber sie nicht als falsch verurteilen.Also in Ordnung, wenn man eine andere Einsicht hat und ueberlegt, wieso anders geurteilt wird. Somit wird eine Gelegenheit geboten, nach eigenem, unbewusstem diskriminierenden Ismus zu forschen. Die Humanitaet wird damit gedient. Als Beispiel, Antisemitisamus koennen Holocaust und vielen Pogromen nicht ohne unterschwelligen Antisemitismus geschehen. In vielen Hoerenden schwelt Audismus leider noch und taucht in manchen diskriminierenden Handlungen auf. In manchen Ihrer Beitraegen ist unterschwelliger Audismus erkennbar.

    Die Situation mit dem Vokabular von ‚kriegsversehrt‘ und aehnlichen, hat Julia Probst als diskriminierend wie mit ‚hoergeschaedigt‘ empfunden. Sie (Rainbow) und ich denken nicht so, aber ich muss ihre Sprachkenntnisse und ihre Erfahrung im Sprachgebrauch mit Hoerenden respektieren. Sie musste das von ihrer deutschsprechenden Umgebung erfasst haben, dass ‚kriegsgeschaedigt‘ bzw. ‚kriegsversehrt‘ aehnliche Wirkungen wie ‚hoergeschaedigt‘ hat. Sie als Beamte sehen die Wirkung des Vokabulars nuechtern. Jedoch haben Sie erkannt, dass gegen die verwundeten Kriegshelden diskriminiert wird. Das ist worauf Julia ist. Ich verstehe, man straeubt gegen das Ansinnen, dass der Gebrauchs des unschuldigen Vokabulars mit den diskriminierenden Gegebenheiten verbunden werden kann. Leider ist die Verbindung real, auch wenn nicht als Ursache und Wirkung. Denn Sprache widerspiegelt die Kultur der Sprechenden!

    Wie Julia empfinde ich auch, das Wort ‚hoergeschaedigt‘ als schaedigend fuer unsere Emanzipation in der Gesellschaft, obwohl sie und ich verschiedene Grundeinstellungen zur Taubheit haben. Sie ist hoerend und ich bin taub (nicht audiologisch gemeint). Wir sehen im Gebrauch des Wortes wird die Einstellung gegenueber uns als bemitleidenswerte Menschen minus Gehoer verstaerkt. Ich sage nicht, das Wort sei die Ursache dieser Einstellung. Die Einstellung ist schon im Audismus der Gesellschaft gegeben. Der staendige Gebrauch des Wortes kann den Audismus festigen. Die Feministen sehen die Verbindung von Sexismus und Gebrauch bestimmter sexistischen Vokabular.

    Mit diesem langen Posting wird gezeigt, dass Julias Haltung zum Wort ‚hoergeschaedigt‘ und ‚kriegsbeschaedigt‘ weder haltlos noch unbegruendet ist, dass eine Diskriminierung einfach nicht herbeigeredet sei, sondern ergeben aus der Erfahrung, die Sie nicht haben!

    Weiter, Sie liegen auch falsch mit dem „angegriffen fuehlen“ betreffs des Bezeichnens von ‚taub‘, ‚gehoerlos‘ und ‚hoergeschaedigt‘. Du kennst unsere Kultur nicht! Ich fuehle gar nicht angegriffen, und greift nicht denen an, der ‚gehoerlos‘ oder ‚hoergeschaedigt‘ fuer sich verwendet. Sie koennen das nicht generell behaupten. Was getan wird, wird die Verwendung der Woerter sprachlich diskutiert. Sie waren nur vorschnell mit Ihrer diffamierenden Feststellung, was Ihnen als Aussenseiter nicht zustehen.

     
  10. Regenbogen

    6. Januar 2012 at 19:43

    Ach Hartmut….
    wie hab ich doch schon mal im Taubenschlag geschrieben, denken Sie, was Sie wollen, und ich denke, was ich will.

    Für IHR Denken tragen nämlich auch Sie allein die Folgen.

    SIE können sich nämlich genausowenig in Hörende eindenken wie umgekehrt…..also haben auch Sie keine Ahnung davon, wie was bei Hörenden ankommt und warum.

    Kehren Sie mal lieber vor der eigenen Tür, von wegen andere Leute angreifen – oder sollte ich verpennt haben, daß Sie sich dafür entschuldigt haben, den Regisseur des Films mit Barbara Meier „audistischer Dummkopf“ genannt zu haben, obwohl er sich nichts von dem zuschulden kommen ließ, was Sie ihm unterstellten?
    (Aber Hörende zu beleidigen ist ja was gaaanz anderes als umgekehrt….)

    Nun ja, eigentlich habe ich weder Zeit noch Bock, mich auf solche fruchtlosen Debatten einzulassen – vor allem mit absoluten Rechthabern. War eigentlich auch nur ein Zufall, daß ich mal vor einiger Zeit auf die Gehörlosenseiten zurückgefunden hatte…
    Macht und denkt doch einfach, was Euch glücklich macht, und Punkt.

     
  11. Regenbogen

    6. Januar 2012 at 19:47

    „Gebieterisch wirken, als ob wir dumm, unwissend und unmündig wären“?

    Das ist genau das, wie SIE auf Hörende wirken.
    Alle müssen exakt Ihre Ansichten übernehmen, sonst sind sie audistisch und was weiß ich noch alles.

    Und zwar so unbedingt, daß Sie sogar soweit gegangen sind, im gl-cafe jemand anderen vorzuschicken, um mir und jemand anderem Ihre Ansichten unterzujubeln – weil Sie dachten, wenn nicht Sie als Absender dahinterstehen, dann würde das ernster genommen. (Als ob unsereiner nicht in der Lage wäre, zwischen dem Absender und dem Inhalt zu unterscheiden und persönliche Sympathien und Antipathien dabei außen vor zu lassen.)

    Wer im Glashaus sitzt, sollte echt nicht mit Schweinen werfen…..

     
  12. Ako

    7. Januar 2012 at 19:15

    Das ist mir völlig neu, dass „kriegsbeschädigt“ oder „kriegsversehrt“ abwertend gemeint ist.

     
  13. Sandra

    6. Juli 2012 at 07:36

    Ein interessante und kritische Beitrag. Danke dir!

     

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