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Schlagwort-Archive: Poesie

Deaf Slam – „Poetry Slam“ von Aktion Mensch

Deaf Slam (http://www.aktion-mensch.de/filmfestival/deafslam/index.php#dgs) ist eine Veranstaltung, die aus den USA kam und nun auch in Deutschland ihren Siegeszug geschafft hat. Dabei treten in unterschiedlichen Wettbewerbsbedingungen, in Listen eingetragene Dichter und Denker, um ihre Gebärdensprachpoesie vor Publikum, ohne Musik oder sonstige Hilfsmittel (der eigentliche Hilfsmittel sind die Gebärdensprachdolmetscher/-innen, laut NDR TV-Sendung vom 15. April 2013 „Kulturjournal“ traten Hörende Teilnehmer ohne Gebärdensprachkompetenz auf) zu performen und bewerten zu lassen. Der Name und der Ruf zählt hier nichts. Es zählt alleine, dieses Publikum an diesem Ort zu dieser Zeit mit diesem Gebärdensprachpoesie zu überzeugen, um mit viel Applaus des Publikums zu bekommen. Doch ausgerechnet ein in Hamburg lebende austro-chinesische Daiwei Ni gewinnt überraschend und durfte sich ein Flugticket nach New York freuen und sich mit anderen Poeten messen. Doch laut sein eigener Aussage im Taubenschlag ist sein Ticket nach New York unsicher. Jemand im Taubenschlag-Kommentar beschwerte sich, warum kein deutsche gehörlose Beteiligung gut abgeschnitten war. Waren die Gebärdensprachpoeten zu einfalllos oder zu langweilig oder lag es an DGS? Es wird gemunkelt, wie die europäische Poeten dennoch befürchten, ob die amerkanische gehörlose Poeten dort dominieren werden. Es könnte sein, wenn ein deutsche Teilnehmer/-in dort in Deutsche Gebärdensprache auftritt und kein Amerikaner verstehen ihn, was genau damit gemeint ist. Kein Problem ich zeig Euch schon mal vor, wie man dominante Amerikanern besiegen kann und wie man dort Respekt bekommt. In den USA werden Respekt ganz groß geschrieben.

Mein Poesie in Textform (weniger ist mehr und sehr verständlich für die Amerikaner!!):

Mein Gebärdensprache beschissen,
die DGS-Grammatik schlecht,
ich bin BSE,
nicht Dawei Ni.

Markiere die Fehler,
sage auch der Presse Bescheid,
ist mir egal,
ist ja deine Zeit.

Nichts anderes zu tun?
Keine Arbeit, oder ein Hobby?
Oder brauchst du den Scheiß
für deine Lobby?

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Der Deutsch-Italo Poet Giuseppe Giuranna

http://www.taubenschlag.de/html/ssh/1054.htm

In dieser Folge „Sehen statt Hören“ vom 8. Juni 2001 jammerte Giuseppe Giuranna der gehörlose deutsch-italienische Gebärdensprach-Poet über die üblen Zustände hier in Deutschland und dass er seine Heimat so sehr vermisse.

Haben wir, Deutschen, schon wieder was falsch gemacht? Glaube nicht, er ist Italiener, sie regen sich gerne für ihr Leben auf. Wenn er seine Heimat so sehr vermisst, wieso geht er nicht zurück. Wenn er nicht mit unser Land zufrieden ist. Er muß an uns anpassen, entweder er hält sein Maul oder er soll nach Italien gehen! Klar, weil er von uns lebt. In Deutschland lebt sich sehr gut aufgrund von Sozialleistungen. Dann braucht er nicht jammern, sondern das beste aus seinem Leben machen. Denke, Giuseppe ist kein Sizilianer. Ein echter Sizilianer jammert nicht. Er macht kurzen Prozess.

Deutschland wird zwar nicht wärmer und Menschen nicht sonniger, aber man kann nicht alles haben.
Übrigens: je freundlicher Menschen, besser gegenseitige Zuwendung, stärker familiäre Bindungen, desto schlechter ist die Wirtschaft. Für eine starke Industrie und stabile wirtschaftliche Lage brauchen die Länder hartgesottene Bürger mit dicker Haut und einer gehöriger Portion Egoismus. Das ist erwiesene Tatsache.

Inklusion in der Schule und Europa? In Italien ist es bereits seit Jahrzehnten inklusive Standard. „In Ländern wie Italien, Norwegen oder Dänemark gibt es seit Jahren nur noch wenige Spezialschulen für Kinder mit besonderen Bedürfnissen.“ Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Inklusion_(Pädagogik)#Geschichte_und_Entwicklung oder „Italien gilt weltweit als Vorbild im Bereich der schulischen Inklusion: Bereits 1971 wurde durch ein Gesetz der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung verpflichtend und flächendeckend eingeführt. Im Jahr 2010 gab es in ganz Italien zwölf Sonderschulen. Offiziell besuchen 99,9 Prozent der Kinder mit Behinderung eine Regelschule.“ Quelle: http://diepresse.com/home/bildung/schule/hoehereschulen/727838/Laendervergleich_Viele-Wege-zur-Inklusion?direct=727836&_vl_backlink=/home/index.do&selChannel=1065

Schau´n mer mal, Giuseppe Giuranna sagte Italia Schulmethoden schlecht, Deutschland tutto bene.

 

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Gebärdensprachfestival 2010 – Ehrenpreis für goldene Plaudern

Wie ich Euch über Türkisparade kürzlich berichtet habe, findet anschliessend nach dem Türkisparade 7. Berliner Gebärdensprachfestival statt.

http://www.gebaerdensprachfestival.de

Am 24. und 25. September 2010 wird in Berlin zum siebten Mal das Gebärdensprachfestival durchgeführt. Dort werden die Teilnehmer in verschiedenen Kategorien um die begehrte Trophäe kämpfen: die Goldene Hand! Dass die Hand in Wirklichkeit nicht aus Gold ist sondern aus Gips, muss ja keiner wissen.

Wie der Wettkampf ausschaut? Die Kandidaten gebärden eine Geschichte, erzählen ihre Träume, „singen“ im Chor oder plaudern einfach drauflos. Selbstverständlich im jeweiligen Dialekt. Ob die Hamburger die Münchner Gehörlosen oder die Aachener die Chemnitzer Gebärdensprachnutzer verstehen können, ist unwichtig – was zählt, sind die Gebärden und der Zeitlimit (bis zu 5 Min.), der unbedingt eingehalten werden muss.

Lautsprachbegleitende Gebärden (LBG) sind übrigens genauso verpönt wie Pantomime und Hilfsgebärden. Nicht zugelassen werden laut den Teilnahmebedingungen „Beiträge, die grob gegen audistische, rassistische, religiöse oder sittliche Werte verstoßen“. Auditisch? Bis dato unbekannte Begriff „Audismus“ ist seit siebten Gebärdensprachfestival ganz neu in Mode gekommen. Von ersten bis sechsten Berliner Gebärdensprachfestival ist nie der Begriff „Audismus“ aufgetaucht. Klingt interessant, aber wen interessiert. Rassistisch? Dann frage ich mich, ob es in Berlin viele, die von den Türken bzw. Muslime öffentlich genannte „Rassist“ Thilo Sarrazin Double gibt. Wer ihn öffentlich als Rassisten und Idioten bezeichnet, tut das indirekt damit auch für all die, die sich darüber freuen, dass jemand ihre Ängste ausspricht. So erreicht man keine Menschen. Eine kurze Zeit in ferner, glorreicher Vergangenheit hatte Germanien sich einmal um die Erhaltung seiner perfekten Rasse und Kultur bemüht, diese Anstrengungen waren jedoch seit langem in Vergessenheit geraten. Schade eigentlich!

Na, ein bisschen rassistisch darf man aber immer sein….Siehe Punkt 7 unter Regelungen Berliner Gebärdensprachfestival Wettbewerbsregeln

Nun wünscht „He write silent“ allen Gebärdensprach-Teilnehmer/-innen viel Erfolg. Unangenehmer Körpergeruch und Achselschweiß auf der Bühne gehören zum guten Gebärden. 😉

 

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