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Trickst „Barrierefreiheit-Experte“ Ralph Raule allen aus? #gebärdensprache

Der angebliche „Barrierefreiheit-Experte“ Ralph Raule hat erneut wieder zugeschlagen und was er wieder macht ist auch nichts neues.

Während Barrierefreiheits-Experte Ralph Raule für die Gruppe der gehörlosen Gebärdensprachler feststellt: „Eigentlich gibt es keine Möglichkeit, mich wie eine hörende Person in aller Vielfalt zu informieren, ob das nun bei Focus ist, bei Spiegel oder Welt oder Bild“. Für Raule hat das fatale Folgen: „Das Informationsangebot für Gehörlose ist mehr als mangelhaft, es ist ungenügend. Deshalb können wir da auch nicht von Teilhabe und gesellschaftlichem Zugang sprechen. Ich kann halt als Gehörloser nichts zum Syrienkrieg sagen, wenn ich keine Informationen dazu habe.“

Quelle: http://www.kobinet-nachrichten.org/de/1/nachrichten/27712/Barrieren-bei-Nachrichten-Portalen.htm

Der schwerhörige Gebärdenwerk-Geschäftsführer Ralph Raule hat dem Kobinet-Nachrichten gerne ausgetrickst, wenn er weitere Ziele erreichen möchte. Eine (Film-)Minute kostet bei der Hamburger Firma zwischen 100 und 200 Euro, verriet Gebärdenwerkler Ralph Raule damals. Das ist weitaus mehr als in der horizontalen Branche an der Reeperbahn verlangt wird. Zwar kann man mit der Erstellung von Gebärdenvideos nicht so viel Geld machen wie Dirk Nowitzki oder Michael Schumacher, aber das Gründertrio vom Gebärdenwerk ist nah dran. Man kann in der Tat gute Geschäfte mit Gebärdenvideos machen, zumal heutzutage sie kinderleicht und nahezu kostenfrei zu erstellen sind.

Aber: Um Geschäfte mit Gebärden in den Gang zu bringen, wird anscheinend keine Rücksicht auf die Zielgruppe genommen. Ralph Raule damals ganz unverblümt zum Hamburger Abendblatt: „Es ist nämlich ein weit verbreiteter Irrtum, dass gehörlose Menschen lesen können“. Sind Gehörlose tatsächlich leseunfähig? Oder „Taub macht leseunfähig“? Eine bewußte Stigmatisierung aller Gehörlosen zum Wohle des Geschäftes? Macht nichts, denn die Gehörlosen können den brisanten Satz alle Online-Medien wie Spiegel, BILD, Stern, Focus, Welt, Tagesschau.de usw.. sowieso nicht lesen… Was würde Online-Portal http://www.taubenschlag.de für Schwerhörige und Gehörlose eigentlich über Ralph Raule denken, wenn Taubenschlag gezwungen sind allen Textversionen in DGS-Version umzuwandeln? Wie haben die Gehörlosen damals ohne Online-Medien gelebt? Natürlich immer mit Printmedien ohne Gebärdenvideos. Die Gehörlosen haben in der Schule ganz normal Deutsche Sprache lesen und schreiben gelernt. Sie können halt gut Deutsch lesen und verstehen (BILD/ Spiegel/ Stern/…) Sehr gutes Hochdeutsch müssen sie nicht schreiben.

Was wird jetzt nach Raules Aussage passieren? Werden jetzt DGB-Präsident Rudi Sailer und seine Jünger wegen „Taub macht leseunfähig“ zu Streitaxt und Schwert greifen? Von wegen! Ralph Raule ist nämlich Vorsitzender in eben diesem Hamburger Gehörlosenverband und lässt gerne DGS-Boss Rudi Sailer verpfeifen!

Siehe auch ältere Artikel:

https://hewritesilent.wordpress.com/2010/10/11/gebardenwerk-und-die-schone-regierung/
https://hewritesilent.wordpress.com/2012/07/19/gebardenfilmchen-im-internet-barrierefreiheit/

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29 Kommentare

Verfasst von - 23. September 2013 in Barrierfreiheit, Gebärdensprache

 

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Gebärdenfilmchen im Internet #Barrierefreiheit

Der Webauftritt des Bundes wurde um einige Videostreams erweitert: Auf der Seite des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziales und Anti-Diskriminierungsstelle ist ein Link zum Gebärdenvideo zu finden. Nach einem Klick öffnet sich eine neue Seite, ein Knut W. übersetzt den Text ganz langsam und deutlich in Gebärdensprache. Mit diesem Service möchte der Bund wahrscheinlich alle Personen ansprechen, die nicht lesen und schreiben können und auf Gebärden angewiesen sind. Doch nicht alle Seiten sind die Gebärdenvideos zu finden, wie sollen damit die leseunkundigen Zielgruppen anfangen?

Auch die Bundesregierung rüstete seine Website mit den Videos auf, die diesmal nicht von der Firma „gebärdenwerk“ erstellt wurden, sondern vermutlich von der Skarabee oder RWTH Aachen.

Im Gegensatz zum Bund verzichtet, die zahlreiche Gehörlosen-Sportvereine wie GBF München oder Hamburger GSV oder die Gehörlosen-Landesverbände wie Bayern, Baden-Württemberg , Sachsen, SaarlandHamburg usw. weiterhin auf eine DGS-Übersetzung seiner Website. Ganz schön diskriminierend!…Ausgerechnet die hörgeschädigten Blogger/-innen wie Meins, MeinAugenschmaus, MeinenSenfdazugeben, Clatschia, usw..sind auch nicht besser. Einzig Zorlo84 stellt ein paar Videoblogs zur Verfügung.

Während die meisten Gehörlosenverbände ihre Mitglieder weiterhin jahrelang mit Nur-Text-Websiten „diskriminieren“, versucht „die Geschäftleuten“ mehr Interesse bei den hörgeschädigten Surfern zu wecken. Damit die Internetauftritte des Bundes und des Arbeitsamtes noch gehörlosenfreundlicher werden, hatten die Herren vom „gebärdenwerk“ und BMGS damals unter rot-grüne Regierung eine Umfrage gestartet. Unter anderem sollen die Nutzer auch abstimmen, ob die Gebärdenvideos mit Ton und Untertiteln ergänzt werden sollen.

Das häufig genannte Argument, dass Untertitel einen Lernwert darstellen, weil damit Fachwörter, Begriffe usw.erklärt werden könnten, kann als nicht relevant angesehen werden. Zum einen ist dies nicht die eigentliche Aufgabe und das Ziel der Barrierefreiheit, zum anderen laufen mit der Gebärdensprache und den Untertiteln zwei dynamische Vorgänge gleichzeitig ab und können nicht zusammen vom Nutzer erfasst werden. Weiterhin ist es nicht möglich, die Geschwindigkeit der Untertitel an das der Gebärdensprache anzugleichen. Letztlich stellen Untertitel selbst Schriftsprache und damit weiterhin eine Barriere für Gehörlose dar.

Vertonung und Untertitel erscheinen aus den genannten Gründen nicht notwendig, sie sind eher als zusätzlichen Nutzen zu betrachten. Wenn ein Auftraggeber dennoch auf Vertonung und/oder Untertitel besteht, sollte er auf eine standard-konforme Umsetzung von Vertonung / Untertitel (bspw. auf der vom W3C standardisierten Sprache „Synchronized Multimedia Integration Language – SMIL“) bestehen, welche ein- und ausschaltbar sind.

Die Gebärdensprache selbst wird in den Filmen offensichtlich von den meisten Teilnehmern der Umfrage verstanden: Über 84% konnten die Inhalte der Gebärdensprach-Filme gut bis sehr gut verstehen.

Quelle: http://www.di-ji.de/index.php?option=com_content&view=article&id=121&Itemid=73&lang=de&limitstart=14

Mit einer Nachvertonung möchte der Bund seine Website vermutlich auch für gut-/normalhörende Analphabeten zugänglich machen. Die Untertitel dienen dabei zu Lernzwecken – auch werdende Dolmetscherinnen können diesen Service nutzen. Voraussetzung: Sie wohnen in Norddeutschland, denn die Gebärden sind wegen des Dialekts nur von den Nordlichtern zu verstehen. Damals wurde selbstverständlich die Umfrage mit Gebärdenvideos ausgestattet. Ob die Hörgeschädigten ihre Antworten ebenfalls als Media-File zurückgesandt worden?

Was die Filme zeigen sollen? Eine Person soll den Inhalt der Websiten in Gebärdensprache übersetzen, damit den „hörgeschädigten“ Internetsurfern das Amtsdeutsch nicht mehr spanisch vorkommt. Moment, brauchen die Hörgeschädigten tatsächlich Gebärdenfilmchen im Web? Auch Schwerhörige? Der Bund sieht das so und nennt das „Barrierefreiheit“. Und wenn die Videos für die gebärdensprachunkundigen Hörgeschädigten zu Barrieren werden?

Zudem verlangt der Bund einen hörgeschädigten Darsteller. Das wird aber zweigig… äh, zwickig – die Hörgeschädigten sind doch die Zielgruppe, die „keine Texte versteht“. Wie soll der Darsteller dann…? Aber warum überlassen wir das nicht dem Bund? Die Minister haben ja für solche Probleme die besten Lösungen, vielleicht haben die dafür sogar ’nen Hartz… äh, „Zweig IV“ in der Schublade…

 

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Gebärdenwerk und die schöne ReGIERung

Quelle: http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article789057/Gebaerdensprache-als-Marktluecke.html

Im Artikel des Hamburger Abendblattes verrät Ralph Raule dem Leser auch seinen Traum: Bund und Länder werden aufgrund des neuen Behindertengleichstellungsgesetzes alle Webseiten mit Gebärdenvideos ausstatten müssen… Dazu sind sie zwar noch nicht verpflichtet, allerdings hat der Gehörlosenbund einen Anwalt für die Erstellung eines Gutachtens beauftragt. Ralph Raule schwärmte gegenüber dem Abendblatt: „Der Landtag von Nordrhein-Westfalen hat eine Homepage, die 18 000 Seiten umfasst“. Wir haben nachgerechnet: Bei 18.000 mal 4 (eine A4-Seite ergibt rund 4 Filmminuten) zu je 100 Euro würde den Spaß im günstigsten Fall 7,2 Millionen kosten…

Sieben komma zwei Millionen müsste der Landtag blechen! Und Deutschland hat 16 Bundesländer, unzählig viele Bezirke und Stadtverwaltungen… ein Alptraum für den Steuerzahler! Die Kosten werden wohl locker den Verteidigungsetat übertreffen. Das böse Erwachen wird kommen, wenn irgendwann einer von den Gebärdenwerklern auf die Idee kommen sollte, bei seiner Hausbank den gesamten Jahresumsatz von dem mit Potenzzahlen geführten Geschäftskonto abzuheben und sich nach Südamerika abzusetzen. Dann müsste unsere Regierung die ausgegangenen Geldscheine nachdrucken lassen…

Träume sind aber oft nur Schäume, denn erster Widerstand bahnt sich an: Der Landtag von NRW hat uns geschrieben, dass man auf keinen Fall vorhabe, alle Webseiten komplett mit Gebärdenvideos auszustatten. Nach meine eigene Recherche ist die Homepage von Landtag NRW bis heute immer noch nichts passiert. Gott sei Dank!

Helene Jarmer hatte damals ausgesagt, daß in Österreich 2/3 aller Gehörlosen nahezu als Analphabeten gelten.

Das paßt ja zu den Aussagen von Ralph Raule („“Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Gehörlose lesen können“) und Knut Weinmeister („95 % der Gehörlosen haben das Lese- und Schreibniveau eines Viertklässlers“), und zu seinen und Knut Weinmeisters Forderungen, mehr Gebärdenvideos einzusetzen (hab ich jedenfalls mal gelesen), damit die Gehörlosen mehr verstehen können. Aber ja? Was wird aus mit jahrelangen Forderungen zum Ausbau der Untertitelung von Fernsehsendungen? Komisch, seltsam, mysteriös, skurill, kirre, merkwürdig und und und….!

 

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