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Schlagwort-Archive: Gebärdensprache

Deaf Slam – „Poetry Slam“ von Aktion Mensch

Deaf Slam (http://www.aktion-mensch.de/filmfestival/deafslam/index.php#dgs) ist eine Veranstaltung, die aus den USA kam und nun auch in Deutschland ihren Siegeszug geschafft hat. Dabei treten in unterschiedlichen Wettbewerbsbedingungen, in Listen eingetragene Dichter und Denker, um ihre Gebärdensprachpoesie vor Publikum, ohne Musik oder sonstige Hilfsmittel (der eigentliche Hilfsmittel sind die Gebärdensprachdolmetscher/-innen, laut NDR TV-Sendung vom 15. April 2013 „Kulturjournal“ traten Hörende Teilnehmer ohne Gebärdensprachkompetenz auf) zu performen und bewerten zu lassen. Der Name und der Ruf zählt hier nichts. Es zählt alleine, dieses Publikum an diesem Ort zu dieser Zeit mit diesem Gebärdensprachpoesie zu überzeugen, um mit viel Applaus des Publikums zu bekommen. Doch ausgerechnet ein in Hamburg lebende austro-chinesische Daiwei Ni gewinnt überraschend und durfte sich ein Flugticket nach New York freuen und sich mit anderen Poeten messen. Doch laut sein eigener Aussage im Taubenschlag ist sein Ticket nach New York unsicher. Jemand im Taubenschlag-Kommentar beschwerte sich, warum kein deutsche gehörlose Beteiligung gut abgeschnitten war. Waren die Gebärdensprachpoeten zu einfalllos oder zu langweilig oder lag es an DGS? Es wird gemunkelt, wie die europäische Poeten dennoch befürchten, ob die amerkanische gehörlose Poeten dort dominieren werden. Es könnte sein, wenn ein deutsche Teilnehmer/-in dort in Deutsche Gebärdensprache auftritt und kein Amerikaner verstehen ihn, was genau damit gemeint ist. Kein Problem ich zeig Euch schon mal vor, wie man dominante Amerikanern besiegen kann und wie man dort Respekt bekommt. In den USA werden Respekt ganz groß geschrieben.

Mein Poesie in Textform (weniger ist mehr und sehr verständlich für die Amerikaner!!):

Mein Gebärdensprache beschissen,
die DGS-Grammatik schlecht,
ich bin BSE,
nicht Dawei Ni.

Markiere die Fehler,
sage auch der Presse Bescheid,
ist mir egal,
ist ja deine Zeit.

Nichts anderes zu tun?
Keine Arbeit, oder ein Hobby?
Oder brauchst du den Scheiß
für deine Lobby?

 
 

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Taube Gebärdensprachdolmetscher „diskriminiert“ gehörlose Dozenten

https://www.facebook.com/simone.lonne/posts/350343261743571

Simone Lönne beschwerte sich zurecht über Facebook bei der Deutscher Gehörlosen-Bund, weil sie sich als Dozentin angeblich diskriminiert fühlte, warum sie trotz ihre hohe Gebärdensprachkompetenz nicht mehr Texte im Internet übersetzen durfte. Eigentlich ist Deutscher Gehörlosen-Bund bekannt für Gleichstellung sowie Bekämpfung von Diskriminierungen für hörbehinderte Menschen, doch was Deutscher Gehörlosen-Bund ihr wahres Gesicht gezeigt hat, ist leider weit gefehlt. Das bedeutet, jeder müssen sich jeden Tag aufs Neue also für sich selber kämpfen und nicht dank durch tolle Gesetze am Strand sonnen. Der größte Profiteur ist ausgerechnet ein gehörloser Jude namens Mark Zaurov, er ist staatlich geprüfter taube Gebärdensprachdolmetscher und auch gleichzeitig Dozent und grinst über allen wie eine Sonne. Er meinte via Facebook selbst: „Kontrastiver Unterricht ist nicht zu vergleichen mit Übersetzungsarbeiten!“

 
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Verfasst von - 30. März 2013 in Gebärdensprachdolmetscher

 

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Taube Nuss will gebärdensprachliche Revolution!

https://www.facebook.com/photo.php?v=3723846593552

Krass! Andreas Costrau nennt sich selbst als „Taube Nuss“, obwohl er in Wirklichkeit schwerhörig ist. Man kann im Video sehr gut erkennen, wie er Hörgerät trägt. Via Facebook lässt er alle gehörlose Gemeinde mitteilen, wie man die „diskriminierende“ gebärdensprachliche Begriff wie „gehörlos“ umsetzen könnte. Eher mehr visuelle Begriff wie „von Augen zu Hand“, meinte er. Komisch nur, in allen anderen Ländern dieser Welt sagt man nur „taub“. Nur im deutschsprachigen Raum ist dieses gebärdensprachliche Begriff gehörlos „diskriminierend“. Es wird hier immer schizophrener.

Man muss sich vorstellen, Gehör los. Ohne Gehör. Da hätte man keine Ohren, keine akustischer Kanal, keine Schnecke, nichts. Aber Andreas Costrau kann etwas hören und ist nicht Gehör los, kann visuell wahrnehmen wie wir fast alle Menschen auch. Kein Wunder, warum Andreas sich als Taube Nuss bezeichnet, weil Taub unter anderem auch funktionslos, defekt, nicht in Betrieb sein heißt. Deswegen ist sein „Nuss“ was nicht in Ordnung, genau das lässt sich beobachten.

Was noch sehr kurios ist, jemand behauptet im Facebook-Kommentar: „Out: gehörlos In: Augfit“
Augfit? Bitte was? Haben die nichts an Taubblinde oder andere Bezeichnungen (z.B. Augfit-Sportverein Berlin, Augfit-Bund, Augfit-Schulen etc….) gedacht, sind sie alle auch „Augfit“? Müssen Gehörlosen zukünftig die Augen noch mehr geschult werden?

Update: Herzlichen Dank an „Taube Nuss“ für anregende Facebook-Kommentare. Es macht mir unglaublich Spaß, was die anderen über mich denken. 😉 Offenbar schlägt Wintermüdigkeit durch? Oder ist momentan eine gewisse Unlust zu spüren? Ich bin auch müde. =.=

Die Wahrheit ist, warum vor allem die Deutschen im wahrsten Sinne bereits „Weltmeister der Begriffe-Verweigerung“ sind. Vor etwa 6 Jahren war ich bei einem Vortrag von Hartmut Teuber (ein Deutsch-Amerikaner) und ich kann mich noch erinnern, was er behauptet hatte. „Für ihn war das Wort „Gehörlos“ auch diskriminierend. Er meinte, das bezieht sich so aufs Gehör, das Hören wird wieder so betont. Und es hat einen negativen Klang, so á la „der, der kein Gehör hat“. Man sagt ja zu einem Blinden auch nicht „Sichtloser“ oder „Sehloser“. Seiner Meinung nach sollte man einfach den Begriff „taub“ benutzen, damit konnte er sich am besten identifizieren.“ Was können wir solche Begriffentwicklung bis heute schon beobachten? Taubstumm fast verschwunden, gehörlos bald auch. Was kommt noch? Wird der Begriff „taub“ in 50 oder 100 Jahren vielleicht auch verschwinden?

2. Update: @Annekartin Sterling-Meyer: Sehr interessantes Kommentar über Hörstatus!

Sogar der Deutsche Gehörlosen-Bund hat übrigens bestimmte Regeln über Hör- und Sehstatus erarbeitet:
GebärdensprachdolmetscherInnen müssen über ein uneingeschränktes Hör- und Sehvermögen verfügen. Es dürfen keine Beeinträchtigungen der Sprache, des Sprechens und der Stimme vorliegen. Die Beweglichkeit von Händen, Armen, Oberkörper und Kopf sowie die Mimik müssen die Verwendung der Gebärdensprache uneingeschränkt ermöglichen.

Quelle: http://www.dgsd.de/material/sonstiges/qualitaetsstandards_2005-09.pdf

Die Frage ist, was ist mit taube Gebärdensprachdolmetscher/-innen? Ich selbst konnte die aktuelle Qualitätstandards über taube Gebärdensprachdometscher kein einzigstes Wort finden. Frage Euch einfach in ein Loch in den Bauch aus, es wird immer spannender was wirklich rauskommt! 😉

 
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Verfasst von - 23. Februar 2013 in Gebärdensprache

 

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Gehörlosen-Schule – ein Schrecken ohne Ende….. #inklusion

Kürzlich eine sehr interessante Argumentation entdeckt und gelesen. Die stammt von politisches Magazin. Ich kann einfach nicht anders, ich MUSS sie hier veröffentlichen!!! Sonst verpasst noch jemand diese bombige Antwort. Also, passt auf, hier sind die Auszüge:

„…Neunzig Prozent der Hörenden, vom Hilfsarbeiter bis zum Uni-Rektor glauben, die Gehörlosen lernen Gebärdensprache von ihren Lehrern an den Gehörlosen-Schulen! Wenn die lesen, Gehörlosen-Lehrer lernen jetzt erst Gebärdensprache, dann würden diese Leser erst recht ein negatives Bild von Pädagogen bekommen. Für jeden normalen Menschen ist es selbstverständlich, daß Lehrer die Sprache ihrer Schüler nicht nur beherrschen, sondern ihnen diese Sprache beibringen.

Seit vierzig Jahren erlebe ich immer wieder, daß Hörende ungläubig den Kopf schütteln, wenn ich ihnen sage: “Die gehörlosen Kinder lernen Gebärdensprache NICHT an den Gehörlosen-Schulen, es ist eine Sprache, die einfach nur von den Älteren an die Jungen weitergegeben wird und in den Gehörlosen-Schulen bis vor einigen Jahren sogar verboten war“.

Am Gymnasium Stegen (bei Freiburg) und an anderen höheren Schulen für Gehörlosen, ist Gebärdensprache bis heute immer noch verpönt. Inzwischen gibt es Hochschulstudium für Gebärdensprach-Dolmetscher. Es ist irgendwie grotesk, Hörende studieren an Hochschulen eine Sprache, die Gehörlosen an keiner Schule lernen, sondern nur im Schulhof und Verein und die Pädagogen besuchen Gebärdensprach-Kurse, anstatt Gebärdensprache im Pädagogikstudium zu studieren und den Gehörlosen-Kindern eine Gebärdensprache mit Niveau zu vermitteln, die den Gehörlosen-Kindern auch einen besseren Zugang zur Schriftsprache ermöglichen könnte….“

Also:

NOCHMAL, BITTE GANZ GENAU LESEN & NACHDENKEN:

„Für jeden normalen Menschen ist es selbstverständlich, daß Lehrer die Sprache ihrer Schüler nicht nur beherrschen, sondern ihnen diese Sprache BEIBRINGEN“. 

„Es ist irgendwie grotesk, Hörende studieren an Hochschulen eine Sprache, die Gehörlosen an keiner Schule lernen, sondern nur im Schulhof und Verein“. 

Das leuchtet ein, oder? Ein Dolmetscher braucht ja ein Diplom als Nachweis für die Beherrschung einer Sprache, die an der Schule nicht unterrichtet wird, weil nicht …….. *ähm* Ich sag lieber nichts dazu.

Ist das nicht pervers? Sollte irgendwann evtl. auch „gehörlose Schüler in Regelschule – ein Schrecken ohne Ende…..“ tituliert werden. Wir sind gespannt.

 

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Land der unbegrenzten Gebärdensprachmöglichkeiten

blizzard.gif Quelle: (Youtube)
ASL (= American Sign Language): Don´t lick me!
DGS (= Deutsche Gebärdensprache): Ich besoffen fahren und aufgeben.

Nach Lydia Callis tauchte erneut eine Gebärdensprachdolmetscherin im amerikanischen TV auf, das bisher keine so große mediale Verbreitung wie Lydia Callis gefunden wurde, da die angeblich tonlose anale Lautäußerung gesellschaftlich zu Gunsten der oralen Lautäußerung unterdrückt wurde. An der US-amerikanischen Großstadt Boston haben starke Schneefälle und hohe Windgeschwindigkeiten einen heftigen Wintersturm „Nemo“ eingeleitet. Die Großstadt und Bostons bzw. Deutschlands Urgestein Hartmut Teuber Gebärdensprachstil wirkt wie eingefroren. Ausgerechnet eine schwarze Frau mit chinesische Hand-Lüfter dahinter findet das alles zu heiss. Erschreckend die ganze!

Siehe auch Lydia Callis

 
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Verfasst von - 12. Februar 2013 in Gebärdensprache

 

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Breaking News: Bildungsoffensive – Gebärdensprache wird neues Schulfach für alle

Neues Schuljahr, neues Glück. Mit einer Vielzahl innovativer Änderungen soll das deutsche Bildungssystem wieder auf Vordermann gebracht werden.

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt haben sich die gehörlose grüne Piraten Politiker/-innen einige Veränderungen im kommenden neuen Schuljahr geeinigt. Sie sollen das deutsche Bildungssystem international wieder wettbewerbsfähig machen. „Silent Writer“ enthüllt die wichtigsten Neuerungen:

Gemeinsamer Unterricht

Keiner soll mehr ausgegrenzt werden, alle SchülerInnen werden gemeinsam unterrichtet und so auf ein einheitliches Niveau gebracht. Beispiel: Für die Reintegration von Oral-Fans und Gebärdensprach-Gegner Schulschwänzern wird zielgruppengenauer Projektunterricht angeboten.

Gebärdensprache 21

Gebärdensprache wird als neues Fach bundesweit an allen Schulformen eingeführt. Um Deutschland fit fürs 2. Jahrhundert* zu machen, wird die Schule zur grammatikfehlerfreien Gebärdensprachzone erklärt. Verbindlich fürs Erreichen des Abiturs ist das Beherrschen eines Kernwortschatzes von rund 200 Wörtern. Für den Hauptschulabschluss reichen dagegen paar Sätze, die auf das Leben vorbereiten, wie „Ey du Opfer, ich gebärde viel besser als du!“ oder „Ey Behindi, was gebärdest du für ein Müll?!“. Dudengenaue Schreibweise wird durch Schreibweise nach empfundenen Gebärden ersetzt.

*Tippfehler – es sollte 19. Jahrhundert heißen.

Oral-O-Mat

Die gehörlose Politikern aus der Partei Grüne und Piraten stellten sich einer entscheidenden Frage: Wie hält man die Oralisten von der Schule fern? Die Lösung war so einfach wie genial: Die Firma „Hart Mut Tauber Ltd.“ stellt in der Schuldiele den Oral-O-Mat auf. Dieser Automat verhindert alle Oralisten von der 1. bis zur 13. Klässler und dieser Grundversorgung wird sofort automatisch in Gebärdensprache umgewandelt.

 
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Verfasst von - 8. Februar 2013 in Gebärdensprache

 

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Bob ain’t deaf! – Pepsi-Werbung mit (teilweise) gehörlosen Darstellern #superbowl

Der US-Konzern Pepsi hat seinen 60-Sekunden-Werbespot kurz vor dem Super Bowl 2008 im voraus angekündigt – die Werbung wurde nämlich erst am 3. Februar 2008 während des Super Bowls gezeigt. Das Besondere dran? Der Spot ist ohne Ton, vollständig untertitelt – und die Darsteller sind allesamt gehörlos. Na ja, eigentlich nicht alle und der Rest ist auch nicht ganz gehörlos …

Zum Inhalt: Eine ordentliche Wohngegend, irgendwo in den Staaten. Es ist bereits dunkel, die Straßen sind leer. Zwei Gehörlose kreuzen in einem dicken Geländewagen auf, um einen Freund zum Super Bowl abzuholen. Der Wagen bleibt stehen, der Fahrer schlürft aus der Pepsi-Flasche, die Innenbeleuchtung wird eingeschaltet. „Wo wohnt Bob?“, gebärdet der Fahrer. „Dachte, du weißt es!“, antwortet der Beifahrer, ebenfalls gebärdend. „Nein, ich dachte, du weißt es!“ – „Nein, du!“ Bevor es zu einem Streit kommt, geht dem Fahrer ein Licht auf. Er hupt mehrmals. In der Straße gehen bei allen Häusern die Lichter an, ein Hund bellt. Nur in einem Haus bleibt alles dunkel. „Da wohnt Bob!“ – Beide steigen aus, betätigen die Klingel, es blinkt drinnen. Bob macht die Tür auf und entschuldigt sich bei der Nachbarin, die aus dem Fenster rüberschaut, mit einer Geste: „Sorry für die Ruhestörung“.

So weit, so gut. Nur – warum hat nicht nur Bob, sondern die ganze Gegend vor so einem wichtigen Ereignis geschlafen? Immerhin waren alle Lichter aus. Und was sind das für schöne Freunde, die nicht wissen, wo ihr Kumpel wohnt? Das Merkwürdigste: Woher wusste Bob, dass die beiden Gehörlosen vorhin gehupt haben – sonst hätte er sich ja nicht entschuldigt …

Solche Kleinigkeiten stören bekanntlicherweise nicht, der lustige Spot wurde bei den Gehörlosen enthusiastisch gefeiert. Aber nicht alle teilten die Begeisterung: Die Alexander-Graham-Bell-Gesellschaft, eine Art Verein für lautsprachlich kommunizierende Gehörlose, versuchte die Ausstrahlung zu verhindern und schrieb einen völlig humorlosen Protestbrief an Pepsi. Der ungefähre Wortlaut: „Der Spot erweckt den Eindruck, alle Gehörlosen würden nur gebärden und nicht sprechen!“ Als die Gehörlosen, die auf die Gebärdensprache schwören, Wind von dem Schreiben bekamen, hagelte es Gegenproteste und Beschimpfungen: „Nazi“ war noch das Freundlichste, was die Bell-Gesellschaft zu hören bekam …

Die amerikanischen Gebärdensprachfreunde wären wahrscheinlich auch gegen Pepsi laut geworden, wenn sie wüssten, dass Darren Therriault, der Beifahrer aus dem Werbespot, sich vor einigen Jahren ein Cochlea Implantat einsetzen ließ. Darüber hinaus verwendet Darren erst seit 5 Jahren die Gebärdensprache, wie er es in einem Interview beim Sender Fox verriet. Vor der Operation las er nur von den Lippen ab und kommunizierte ausschließlich über die Lautsprache.

Und der „gehörlose“ Bob wird von Clay Broussard gespielt, der eigentlich gar nicht gehörlos ist, sondern gut hörend. Der gute Mann fand mit seiner Frau vor Jahren über eine Kirchenorganisation Anschluss zu den Gehörlosen. Beide arbeiten bei Pepsi, Darren seit einem Jahr und Clay seit über 20 Jahren. Der gehörlose Fahrer (Brian Dowling) verdient seine Brötchen bei FritoLay, die Snacks herstellt und eine Tochterfirma von Pepsi ist. Bei den Aufnahmen wurde übrigens penibel darauf geachtet, dass Darrens CI nicht im Bild zu sehen ist – beim Making of hingegen kann man es in einer Einstellung deutlich erkennen …

Die drei Pepsi-Stars sind bei EnAble organisiert, eine Art Beschäftigungsprogramm für behinderte Mitarbeiter, die bei Pepsi angestellt sind. Vor einige Jahren hatten sie die Idee, einen alten Gehörlosenwitz zu verfilmen. Also schrieben sie das Skript, filmten sich gegenseitig und schickten das Demoband an das Management. Die Herrschaften waren von der Idee begeistert, engagierten einen erfahrenen Regisseur und verfilmten den „Stoff“ neu. „Das Material senden wir zur besten Sendezeit“, dachte der Vorstand und suchte sich den 3. Februar 2008 als Termin aus. Besser konnte das Timing nicht sein, denn an diesem Tag wurde landesweit der Super Bowl übertragen.

Auch wenn Bob gar nicht taub ist (=Bob ain’t deaf): Wetten, dass die amerikanischen Gehörlosen damals nur noch mit Pepsi in Sektgläsern anstoßen werden …

 
 

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Gebärdensprachschule – Dozenten

Damals wurde Gebärdensprachkurse an der VHS abgehalten, inzwischen heisst es heute die Gebärdensprachschule. Ahoi Gebärdensprache: Die Branche boomt, immer mehr Hörende lassen sich an der Gebärdensprachschule einschreiben, doch Dozenten sind Mangelware. Siehe Taubenschlag-Meldung!
oder auch hier „Taubenschlag-Dozentenstellenmarkt“

In der Gebärdensprachschule – im Volksmunde „Kontaktschule“ genannt – werden auch Gebärdensprachkurse angeboten. Im Gegensatz zu den anderen Kursen werden hier Kontakte mit einer anderen Welt aufgebaut. Dass die Gebärdensprache angeblich eine schwere Sprache ist, bekommen die Kursbesucher wortwörtlich am eigenen Leibe zu spüren. Waren’s bei den Anfängern nur leichte Fingerübungen, müssen hier bei den Fortgeschrittenen komplette Sätze in der verwirrende DGS-Grammatik einstudiert werden.

Genau die DGS-Grammatik bereitete einigen Teilnehmern richtiges Kopfzerbrechen. Die Besucher, die teilweise bereits als Kursleiter tätig sind, quälten sich hier durch. Die Lücken wurden aber schnell geschlossen, und der Unterricht endete pünklich.

Die Gebärdensprach-Kursbesucher sind ein buntes Volk: Alle Altersstufen sind vorhanden, der Berufsspiegel reicht von Anwält(inn)en über Student(inn)en bis Zahnärzt(inn)en…

Wer nicht vorhat, eine Gehörlosen-Party zu besuchen (dort haben übrigens bis zu 30-50% der hörgeschädigten Besucher geringe Gebärdensprach-Erfahrung oder mangelhafte Gebärdensprachkompetenz) – die Kursbesuche können eine interessante Erfahrung sein!

Dieses Kurs kann auch als eine Art Eigeninitiative gesehen werden. Denn Gebärdensprachdolmetscher kommen ja nicht von irgendwoher, sondern werden mehr oder weniger in Gebärdensprachschule-Kursen gedrillt. Und Gehörlose, die sich zu Dozenten ausbilden lassen, leisten dabei ihren Beitrag.

 
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Verfasst von - 31. Januar 2013 in Gebärdensprache

 

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Wunderschöner Erlebnisabend in Düsseldoof!

Am 26. Januar 2013 fanden die Deutsche-Gehörlosen-Hallenfussballmeisterschaften im antiautoritäre Düsseldorf statt. Die Spieler wurden von den freundlichen Düsseldorfer mit Altbier und Flöns empfangen. Am Vortag gingen die Sportler in die Kneipe bzw. Bar und bestellten Altbier, ein beliebtes Düsseldorfer Zaubergetränk. Nachts torkelten die Mannschaften ins Hotel und schliefen tief und fest. Am nächsten Morgen schwankten alle noch und sahen kaum den Ball. Die Ergebnisse wusste nicht mal der Schiedsrichter, dem die Spieler immer wieder auf die Beine helfen mussten. Statt auf dem Feld wurde das Spiel in den Partykeller verlegt, und statt herumzulaufen tranken die Spieler um die Wette. Schliesslich besiegte bayrische Weizenkönige Augsburger Herrenmannschaft den Düsseldorfer mit 24:21 leergetrunkener Altbiere. Da wenig Zuschauer anwesend waren, denen man das Ergebnis hinterfragen könnte, beschloss man einfach, die netten Düsseldorfer zu den Gewinnern zu erklären. Der Rest wurde Zweiter. Zufrieden fuhren alle heim oder zur Party. Nach den positiven Erfahrungen in Düsseldorf erhielt Heidelberg den Zuschlag. Die Gastgeber schickten als Dankeschön hunderte Kilo Altbier. (Achtung Satire!)

Nach dem Hallenfussball trafen sich tausende Freunde im Düsseldorfer Discohalle Stahlwerk. Ein für Gehörlose musikalisch abgestimmtes Party-Programm bestehend aus Rap und Trommelperformancer aus Japan.

Der gehörlose Rapper Signmark aka Marko Vuoriheimo aus Finnland und ihre Gebärdensprache – nicht immer verständlich. Der finnische Rapper versuchte, dem normalen gehörlose Bürger diese Spezies und ihre musische Kommunikation zu vermitteln – Erfolg nicht garantiert. Weil kein Bürger (kein Wunder alle sind eh taub -> gefühllos) mitgebärdet haben, ausser wo alle Gehörlose am Ende auf ihre Art mitapplaudierten: Händehochwackeln -> Hörende klatschen. Der Grund, warum der finnische Rapper diese Wörter benutzen, liegt in Gebärdensprache. Inzwischen merkten der Rapper Signmark, dass das in deutsche Gebärdensprache nicht möglich war. Aber auf Englisch für alle nicht-englischkompetente Gehörlosen rappen? Auch das ging gar nicht. Alles rauschten an die Augen der Gehörlosen vorbei. Deshalb konnte der Rest der Bevölkerung nichts mehr verstehen und man schob die Rapper auf das Abstellgleis. Darum lebten der Rapper Signmark in ihrer eigenen Welt mit ihren eigenen Worten.

Einzig die japanische Trommelperfomancer konnten allen vermitteln, diese Trommeln werden sie durch die Vibrationen gespürt. Je lauter die Trommeln ist, desto mehr spüren die Gehörlosen. Musikalische Integration aus Japan erfolgreich!

 

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Ja, richtig gehört! #gehörlos

Wenn man alleine oder mit gehörlosen Freunden unterwegs ist, kann man was erleben. Nicht immer, aber immer öfter. 😉 Denn Hörende verhalten sich unterschiedlich, wenn sie Gehörlose/Gebärdensprache sehen:

1. Sie sind neutral und machen gar nichts.
2. Sie glotzen.
3. Sie sind neugierig und interessiert. Sie erzählen, dass sie dreimal „Jenseits der Stille“ gesehen haben und fragen, wie man Gebärdensprache lernen kann.
4. Sie sind respektvoll, zurückhaltend, schauen unauffällig.
5. Sie stellen dumme Fragen.
6. Oder Sie haben Angst vor im Umgang mit Kommunikation.

Die Hörenden denken meistens, ich bin auch gehörlos. Im Café, in der U-Bahn u.s.w.- sie wissen nicht, dass ich hören kann. Was sie sagen: „Schau mal, die unterhalten sich in Gebärdensprache. Finde ich ja total interessant. Wie können die das verstehen?“ oder „Ey geil, Zeichensprache. Hab ich schon mal im Fernsehen gesehen.“ Die meisten Hörenden haben KEINE Ahnung von Gehörlosigkeit.
Hier die „Dumme-Fragen-Höhepunkte“:

Bei der Wohnungssuche
Vermieter: „Gehörlos? Kann er denn die Miete zahlen? — Aha, er arbeitet ganz normal. — Und braucht er die Tiefgarage? — Ja?— Hmm. Darf er denn Autofahren? —- Und wie merkt er, wenn ein Krankenwagen kommt?— Ach, er meint, den kann er sehen. Hmm. Ach, Sehen kann er gut und hoffentlich nicht taub?“

Jeansgeschäft
Verkäuferin: „Dein Freund kann nichts hören? —Pause — Ist er taubstumm? — Waas? Das sagt man nicht? Was dann? Wie heißt das – gehörlos?… Aha. — Mein Gott….. aber er sieht doch so gut aus!“

HNO-Praxis/ Hörtest wegen Attest
Die Testerin sieht den Schwerbehinderten-Ausweis mit 100 % und GL-Stempel.
Nach 5 Minuten Test fragt sie total geschockt:
„Mein Gott, kann er überhaupt nichts hören?“

Disco
Männlicher Verehrer: „Sag mal, Deine Freundin – hört die nichts? — Wirklich nichts? — Sag mal, wollt ihr mich verarschen? — Wie, das ist die Wahrheit? — Sie hört echt nichts? Gar nichts? Aha, fast nichts.— Aber sie benutzt doch diese Blindenschrift, oder?“
Derselbe Depp 10 Minuten später:
„Sag mal — Deine Freundin, wenn die nichts hört — warum kann sie dann so gut tanzen?“

Universität
Professor: „Ähmm, eine Frage – also — ähh — können sie denn lesen und verstehen?“

Zahnarztpraxis
Zahnarzthelferin: „Also – hmm, also — diese Leute — also wenn die nichts hören können — hmm, also – wohnen die dann in so Wohnheimen?“

Beim Vorstellungsgespräch/Arbeitswelt
Könnte glatt vieles wie ein dickes Buch aufschreiben, aber was legendär und unvergessen beim Vorstellungsgespräch erlebt: Gebärdensprachdolmetscherin dolmetschte ein Vorstellungsgespräch, der Chef war „not amused“ über sein Erscheinen (denn schließlich MUSS ihr Klient in seinen Augen ja sprechen – da braucht’s keinen Dolmetscher), und forderte ihren Klienten mit folgenden Worten auf, sie „zum schweigen zu bringen“: „Bitte schalten sie ihren Dolmetscher jetzt ab – und aktivieren sie ihn erst wenn Sie ihn unbedingt benötigen!!!“

Edit: @qtom: Bitte jetzt nicht aus Wut über die blöden Hörenden auf den PC einschlagen! Es gibt immer noch zuwenig allgemeine Infos über Gehörlose. Wenn sich daran nichts ändert, wird es weiter dumme Fragen geben…

 

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Eine Diskussion zuviel…

Sinn und Unsinn von Diskussionsveranstaltungen zum Jahr der Behinderten

Ganz Europa feiert das Jahr der Behinderten gemeinsam unter einem Motto. Nur Deutschland gehen wieder mal ihren eigenen Weg und haben eine ganz andere Kampagne gestartet. „Na und!“, so ihr Motto. Das übrigens Millionen Euro kosten soll. Genauso viel Geld, wie vom Bund für den Rest von Deutschland bereitgestellt wurde. Was die Behinderten davon halten? „Geldverschwendung!“ – auch harte Worte sind gefallen: „Debilität“ und „Verballhornung“sind ein Beispiel. Was ist eigentlich der Sinn dieser Kampagne? Was will man mit der Aktion „Europäischen Jahr der Behinderten“ (EJB) erreichen? Verbesserungen sind nicht in Sicht. Eines steht aber fest: Es wird zum „EJB“ viel geredet. Sind wenigstens die Diskussionsveranstaltungen lehr- und geistreich?

Hier drei verschiedene Gesprächsrunden im Rückblick: 

„Total Normal – Arbeit und Freizeit mit Behinderung leben“ Anwesend waren: Ca. 200 Leute. Davon 4 Gehörlose und 2 Dolmetscherin. Laute Töne: „Wir wollen für uns sprechen“. Dann der erste Satz, der ins Schwarze traf: „Es gibt zuwenige spezielle Lehrer“. Ja, immer noch sind die meisten Lehrer an GL-Schulen Gebärdensprachanalphabeten.
Weiter geht’s: „Anfangs hatten wir Bedenken gegen Integration“. Jetzt nicht mehr?
Behindertenbeauftragte, bei der Podiumsdiskussion noch ganz schweigsam, sprach nun viel Klartext: „Was politisch gewollt ist wird auch finanziert!“„Ich habe die Vision, dass meine Aufgabe überflüssig wird“ und das Beste: „der normale Alterungsprozess wird als Behinderung angesehen!“ – Behindertengeld statt Renten?

„Gewinner oder Verlierer? Dolmetschervermittlung im Teufelskreis!“
Hierzu wurden auch drei Politiker eingeladen. Vor der Diskussion wurde ausgemacht: Wer zuviel redet, kriegt die „gelbe Karte“. Die gelbe Karte kam aber nie zum Einsatz. Das übernehmen wir jetzt.
Statt gleich zum Thema zu kommen, verschwendete ein Gehörloser fast 30 Minuten mit dem Vorwort zur Dolmetschersituation. Diese hätte er allen Diskussionsteilnehmern am Vortag zufaxen können. Gelbe Karte! Alle Gesprächsteilnehmer schienen fast ständig gleicher Meinung zu sein: Gehörlose brauchen dies und das, jawohl. Gelbe Karte. Dolmetscher-Katzenjammer: „Hausfrauen und Arbeitslose haben keinen Anspruch auf Dolmetscher!“ Tatsächlich? Gelbe Karte! „Dürfen Dolmetscher während der Ausbildung aushelfen?“ Besser nicht, da wahrscheinlich zu teuer und Zuständigkeitskrieg ausbrechen könnte. Gelbe Karte.

Ein Gehörloser: „1 Milliarden für den neue Berliner Flughafen , woher kommt plötzlich das Geld?“ Und: „Wenn man das Geld den GL geben würde, wären wir für 50 Jahre versorgt!“ Was? Milliarden für den GL? Her mit dem Berliner Flughafen! Gelbe Karte! Dann der Schreck: „Ihr bekommt Hausaufgaben!“ (Moderatorin zu den Politikern). Wie kindisch! Gelbe Karte!
„Rollstuhlfahrer haben keine Barrieren, sie haben ja Rampen bekommen! Und wir Gehörlose haben immer noch Barrieren!“Rote Karte! Es wurde noch mehr Müll gesprochen. Mehr wird nicht erwähnt. Anwesend: 8 Teilnehmer und 2 Mods. Nur 30 Zuschauer wollten diese Diskussion über sich ergehen lassen…

Quartett Imperfekt. Etwa 150 Gäste. Die drei ständigen Teilnehmer des Quartett Imperfekts. Vor laufender Kamera wurde das erste Thema einer neuen Gesprächsreihe eröffnet: „Über die Behandlung von Behinderten im 3. Reich und was danach alles so ganz anders wurde“.
Zitat aus dem Flyer: „Die Mitglieder der neuen unkonventionellen Gesprächsreihe ‚Quartett Imperfekt‘ mischen sich ein und stellen unbequeme Fragen“. Unbequem waren nur die Stühle, gesprochen hat fast nur der geladene Gast und das Ganze erweckt den Eindruck, dass die Gäste von der Behandlung Behinderter im 3. Reich nix gewusst hätten. 4 Teilnehmer, die in Rampenlicht gerückt bzw. gerollt wurden. Ein heikles Thema, das in einem banalen Monolog ausuferte. Weitere Diskussionsrunden mit dem „Trio Infernale“ stehen noch bevor.


 

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taube Gebärdensprachdolmetscher rein, Untertitel raus?

Damals gab es hier themenähnliche Blogartikel „Untertitel rein, Dolmi raus“. Diesmal umgekehrt.

Im TV-Kanal „Phoenix“ wurde vorgestern die Tagesschau erstmals mit tauber oder gehörloser oder taubstummer (die Begriffe könnt Ihr ruhig aussuchen, welches Ihr am besten gefällt) Gebärdensprachdolmetscher Rafael-Evitan Grombelka gedolmetscht.

Sehr auffallend ist während der Sendung, wie er seine Augen ständig in Richtung hörenden Gebärdensprachdolmetschern (stand hinter der Kamera) schielte und wenn ich es richtig gesehen habe, konnte er nicht einwandfrei übersetzen. Was man auch sehr deutlich erkennen kann, hat er am Ende spät übersetzt (trotz zeitsparsame, gebrochene und gekürzte DGS-Grammatik), wo die Tagesschausprecherin in seiner Bericht bereits fertig war. Und man stelle sich vor, zwei Gebärdensprachdolmetscher (hörend und stocktaub) vor Ort anwesend (!!). Wer zahlt das? Ja, unserer GEZ-Gebühr ab 2013! Gerecht oder ungerecht?

Das ist Unfug, da man sich die Sendung ansehen will und nicht den/die „taube“ Dolmetscher/in.

Es können niemals alle Gehörlose den „taube“ Dolmetscher/-in verstehen. (Dialekte, Bildung, Geschwindigkeit, usw.) Schwerhörige und Gehörlose, die keine Gebärden verstehen, bleiben eh aussen vor. Das bedeutet ein Anschlag an jede Bemühung zur sozialen und geistigen Integration aller Hörbehinderten.

Sollten „taube“ Gebärdensprachdolmetscher direkt von Telepromptern ablesen (was für vielen nach Raules bundesweit bekannte Spruch eigentlich unvorstellbar wäre), dann müssten sie eine sehr sehr sehr gute Lesekompetenz verfügen und alles pedantisch übersetzen müssten. Und wenn ein Herr Raule die Meinung verbreiten, dass Gehörlose ungebildet seien („nicht lesen können“), dann überzeugen sie damit die Eltern einmal mehr, dass Gehörlose + Gebärdensprache und auch was die ahnungslosen Eltern oder Leuten leider oft denken: Dass Gebärdensprache automatisch DGS bedeutet. Das muss aufhören. Gebärdensprache ist Kommunikationsmittel, egal in welcher Sprache z.B. DGS, LBG, LUG, GuK, NVK, LS, etc…

Vielleicht gebärdet Rafael eines Tages bei Phoenix sowie er auch bei SQ?!AT tat. Siehe Bild unten:

(Bildquelle: Taubenschlag, Übersetzung Q = rein und raus)

 

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Oh my US-President Barack Obama!


Eine Gebärdensprachdolmetscherin zeigt seinem Anhängern seinen Respekt mittels Gebärdensprache. (Quelle: unbekannt)

Bevor Barack Obama in die Politik ging, versuchte er es zunächst als Gebärdensprachdolmetscher. Da er aber merkte, dass die Gebärdensprache nur schwer zu erlernen ist und sie von Taubstummen auch nicht so richtig verstanden wird und hatte die Mühe die taubstummen Romney-Anhänger zu abwerben, kam er auf die geniale Idee, eine Alternative zur Gebärdensprache zu erfinden, bei der man sich nicht mit Handbewegungen ausdrückt, sondern durch schmutziges Gebärdensprache, den er selbst immer noch nicht kann und durch Gebärdendolmetscherin während des US-Wahlkampf überliess. Die Gebärdensprachdolmetscherin durfte zur freien Rede betonen. Bis heute haben es Barack Obama und die Gebärdensprachdolmetscherin immer weiter perfektioniert, lange und kluge Reden zu halten, um noch den US-Wahlkampf im kommenden November zu gewinnen. Diese Art der Respektsbezeugung steht allen höhergestellten Persönlichkeiten und staatlichen Autoritäten als Zeichen der Anerkennung ihres Status zu.

Siehe auch Lukas Podolski!

 
 

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Corpus deliciti www.dgs-korpus.de

Hierzulande müssen die Universitäten für wenig Geld viel Arbeit leisten. Außer sie beschäftigen sich mit der Gebärdensprache. Dann gibt’s für minimale Arbeit jede Menge Schotter. Die gerade 25 Jahre alt gewordene Gebärdenforschungseinrichtung (IDGS) an der Universität Hamburg ist in diesem Bereich der absolute Spezialist: Für eine neue Langzeitstudie wurde am 27.10.2008 auf der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) eine Millionensumme bewilligt. Und die Studie dauert (wieder mal) eine Ewigkeit: nämlich über 15 Jahre. So viel Zeit ist angeblich vonnöten, um ein elektronisches (Video-)Wörterbuch zusammenzustellen. Der Umfang: Gerade einmal weit über tausende Gebärden. Das macht üppige 1416 Euro für jede einzelne Hand- oder Armbewegung, um wie groß die Unterschiede zwischen Bayern und Schleswig-Holstein, zwischen Jung und Alt, zwischen hoch begabte und wenig begabte oder zwischen schwerhörige und gehörlose Gebärdensprachler zu forschen… Und welche schaffen es schließlich ins Wörterbuch?

Für viele tausende Gesten brauchte ein kleines aber fleißiges Team vielleicht eine Woche. Aber die Gebärdenforscher an der Uni Hamburg wären keine echten Gebärdenforscher, wenn sie für die Gebärden-„Langzeitstudie“ nicht weniger als eineinhalb Jahrzehnte, achteinhalb Millionen und 250 bis 300 Mitarbeiter (!) benötigen würden.

Wo die bewilligten Millionen herkommen? Aus einem Akademienprogramm. Das „Programm“ wiederum kriegt die Mittel vom Hamburger Senat. Erstaunlich, dass das Geld so locker in den Behördentaschen liegt, obwohl alle Welt von der Wirtschafts- und Finanzkrise spricht. Hamburgs Wissenschaftssenatorin Herlind Gundelach scheint jedenfalls überzeugt zu sein: „Das bundesweit einzigartige Projekt werde dazu beitragen, die Kommunikation zwischen Hörenden und Gehörlosen zu verbessern“, sagte sie gegenüber der Presse Berliner Morgenpost.

Wie stellt sich die Senatorin so eine Kommunikation vor? Mit Hilfe von tragbaren Computern und zigtausende Einzelwörtern, aus denen man Sätze bilden muss? Tatsache ist: Es gibt heute schon zahlreiche CDs und DVDs, die Wortsammlungen in Form von Gebärden-Videos enthalten. Auch die Gebärdenforscher der Uni Hamburg bieten auf ihrer Webseite seit längerer Zeit jede Menge Clips an, auf denen gehörlose Mitarbeiter diverse Fachtermini in Gebärdensprache übersetzen. Darüber hinaus wurden so genannte „blaue Bücher“ herausgebracht, die tausende Gebärden-Fotoskizzen enthalten. Ist die ganze Sammlung jetzt etwa ungültig geworden? Die IDGS sagt jedenfalls: „Alles was wir tun und veröffentlichen, stützt sich auf echte Sprachverwendung von echten Gehörlosen.“ Wahrscheinlich waren das alles „unechte Gehörlose“, mit denen man früher zusammengearbeitet hat und deshalb muss jetzt ein neues Lexikon her…

Wird das neue Projekt ein zweiter (oder wievielter auch immer) „Guido“? Damals wurde eine Langzeitstudie rund um Gebärdenerkennung in aller Stille begraben. Für „Guido“ hat die IDGS zwei Jahrzehnte Forschungszeit investiert. Wie viele Millionen es exakt waren, wissen wir (noch) nicht. Auf jeden Fall ist jetzt das „korpusbasierte Wörterbuch“ dran. Ob das „Corpus delicti“ in 15 Jahren wegen der Aufzeichnung mit 3D-Kameras im mobiles Studios tatsächlich fertig ist und dann auch gebraucht, benutzt und eingesetzt wird, ist eine Frage, mit der sich die Forscher beschäftigen könnten …

 

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Interview mit einem Gebärdensprachdolmetscherin

hewritesilent: Hallo „Jana“, ich kenne dich durch dein Auftritt vor der Kamera – war das aufregend für dich? :0)

Jana (Name geändert, echte Name des Interviewpartnerins der Blogger bekannt): Ja, da war ich aufregend. Und ich weiss nicht wer mich gerade im TV anguckt. Normalerweise steht mir immer ein anderer Gehörloser gegenüber und nickt mir zu, wenn ich gebärde. Aber vor der Kamera ist es so kalt, so leer… ich sehe nur ein schwarzes Loch. Daran muss ich einfach immer denken. Aber auch bei besonders schwierigen Aufträgen bin ich aufgeregt. Oder wenn viele Leute da sind. Ich bekomme immer noch ab und zu Lampenfieber, obwohl ich sowas schon oft machen musste. Noch was: Wenn die Aufnahme startet, muss ich noch 6 bis 7 Sekunden warten, bevor ich anfange zu übersetzen. Denn ein Dolmetscher muss zum Schluss noch den letzten Satz übersetzen. Manchmal passiert beim Schnitt auch, dass der Dolmetscher im Film früher fertig ist. Der Inhalt, die Zeit und die Haltung müssen also stimmen. Und immer schön freundlich sein! Deshalb diese ganze Aufregung.

hewritesilent: Wie lange bist du schon Dolmetscherin?

Jana: Seit 20 Jahren also fast genau um diese Zeit, wo damals Mauer gefallen wurde. Da war ich aber noch in der Dolmetscherzentrale.

hewritesilent: Du musst also vor dem Übersetzen viel üben?

Jana: Das ist unterschiedlich. Wenn ich mir die Gebärden überlege, so kann ich mich gut vorbereiten. Und das Anpassen! In der Lautsprache klingt ein Satz oft anders als in der DGS. Also weg damit, ein neuer Satz muss her. Ganz typisch!

hewritesilent: Hast du manchmal das Gefühl, dass du überfordert bist?

Jana: Es wird nicht nur einfach gedolmetscht. Wenn ich den übersetzen muss, gibt es manchmal Schwierigkeiten. Zum Beispiel jemand gebärdet oder redet durchgehend, da muss ich oft darauf achten. Aber überfordert? Nee. Wenn es so wäre, dann hätte ich die Arbeit längst aufgegeben.

hewritesilent: Bekommst du von gehörlose Kunde Kritik, wie du als Dolmetscherin warst?

Jana: Ich bin mir sicher, dass die Gehörlosen untereinander über Dolmetscher reden, aber ob die ihre Meinungen an mich mitteilen? Leider sehr selten.

hewritesilent: Und schwerhörige Kunde, die auf Gebärdensprachdolmetscher angewiesen ist?

Jana: Oh sehr gute Fangfrage, meine bisherige Erfahrungen ist ein schwerhörige Kunde manchmal anders als ein gehörlose Kunde, für den man dolmetschen muss. Zwischen Schwerhörigen und Gehörlosen sind manchmal ein grosser Kontrast! Als Gebärdensprachdolmetscherin gab es auch Situationen und ich bin oft erstaunt, erwundert, wie wenig vor allem Gehörlosen und einige Schwerhörigen an Wissen aufweisen und manchmal Probleme haben z.B. Gespräche. Ich muss mir die Gebärden überlegen und auch darauf achten, dass die Gebärdensprache in Deutschland unterschiedlich ist. Meine Aufgabe ist das Dolmetschen, fertig.

hewritesilent: Du bist hauptberuflich Dolmetscherin. Hast du noch einen Nebenberuf?

Jana: Nein! Das ist genug! Sonst explodiert mir noch der Kopf. Aber ich habe viel Arbeit und ich muss auch Aufträge ablehnen.

hewritesilent: Was? Ablehnen?

Jana: Ja, denn ich arbeite Tag und Nacht. Und einige Gehörlose wissen nicht, dass ich noch viel Büroarbeit erledigen muss. Das ist schon ganz hart. Selbständig halt, leider.

hewritesilent: Was für Büroarbeit?

Jana: Zum Beispiel Auftragsannahme. Wenn ich mit dem Dolmetschen fertig bin, was kommt danach? Erstmal Konzepte erstellen, dann Emails versenden, Kostenvoranschläge faxen oder mailen, Kostenträger ermitteln und so weiter.

hewritesilent: Wie lange dauert das Ganze?

Jana: 10-15 Stunden.

hewritesilent: Was? 10-15 Stunden am Tag?

Jana: Nee, in der Woche. Noch was über die Bezahlung: Viele sagen, dass die Dolmetscher eine Menge Geld verdienen. „Super, ich brauche nur hinzukommen, dolmetschen, kassieren, fertig“. Das stimmt nicht. Wenn ich krank bin und zuhause bleiben muss, verdiene ich gar nichts, aber die Ausgaben laufen weiter. Wenn ich keine Rentenversicherung zahle, bekomme ich auch keine Rente. Dann muss ich nacharbeiten, auch für den Urlaub. Versicherungen kommen noch dazu. Bei Angestellten wird alles automatisch abgezogen und der Rest kommt auf die Hand. Ich muss alles selbst zahlen. Okay, das ist ein guter Job, denn wenn es zuwenig wäre, hätte ich es längst aufgegeben. Ich wohne ganz bescheiden in einer Wohnung.

hewritesilent: Zum Beispiel Dolmetscher in Regelschule. Einige Gehörlosen sagen: „Für jeden Gehörlosen soll ein Dolmetscher zur Verfügung gestellt werden“. Was meinst du dazu?

Jana: Was? Immer derselbe Kunde? Wenn es dazu kommen sollte, dann bin ich dagegen! Immer denselben Gehörlosen zu begleiten bedeutet auch, dass die Kodex irgendwann nicht mehr erfüllt werden kann. Da wird man zu persönlich. Als Dolmetscherin ist für mich Abwechslung sehr wichtig! Ich will verschiedene Leute treffen, öfters andere Aufträge annehmen, dann wird es nie langweilig! Ja, dafür gibt es auch mehr Unregelmässigkeiten, ich muss akzeptieren dass ich keine Beamtin bin, die regelmässig morgens in die Arbeit geht und nachmittags nach Hause darf. Am Wochenende gibt es für mich auch Arbeit, manchmal sogar nachts. Es gibt nun mal verschiedene Menschen.

hewritesilent: Bist du in der Freizeit mehr bei den Hörenden oder bleibst du in der Welt der Gehörlosen?

Jana: Unsere Eltern sind gehörlos. Wenn Freunde und Familie gehörlos sind, dann zeigt man automatisch mehr Verständnis. Selbstverständlich pflege ich auch die Beziehungen zu den Hörenden.

hewritesilent: Danke für das Interview.

Interview durchgeführt am 28. Juli 2012

 

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