RSS

Schlagwort-Archive: Audismus

Lukas Podolski und die Gebärdensprache

Weitere Hintergründe hier: Sport-Bild

So, schauen wir alles genau hin! Wenn man genau hinschaut, was er mit der Hand auf seine Faust gehaut hat. Was möchte er von hörende Menschen wahrgenommene obszöne Geste von Lukas Podolski uns sagen? Sexuelle Botschaft wie oder „F****“ oder „F**** you“ oder „Wir f***** euch!“??? Gut, das hat weniger mit hochentwickelter Bundesliga-Gebärdensprache zu tun, als viel mehr mit oft beobachteter Kreisliga-Proleten-Verhalten. Zeigen wir mal ein Beispiel, wie die Gehörlosen verblüffend ähnlicher Weise gebärden und was das wirklich zu bedeuteten hat. Von Gehörlosen werden andere Botschaft ganz anders verstanden.

Siehe hier: Video Audismus

Nun kann man das Bild und Video deutlich erkennen, was damit in Gehörlosensprache genau gemeint ist. Audismus? Aha, es gibt Gebärden, die solche Leute langsam eher verwirren, da sie sich sehr ähnlich sind, und sehr kaum unterscheiden. Ob Lukas Podolski sich dadurch konkret audistisch diskriminiert fühlt, ist die Frage.

Advertisements
 
Ein Kommentar

Verfasst von - 18. Oktober 2010 in Gebärdensprache, Sport - Deaflympics

 

Schlagwörter: , , , , ,

Ein beispielhafter Fall von Audismus – INNERhalb der GL-Community!

Ich leere jetzt einfach mal meine Gedanken. Als ich jemand über diese Person nachfragte.

Jemand vom Deutschen Gehörlosenbund meinte, er sei das Sorgenkind.
S.W. bekommt eine Wohnung, einen gesetzlichen Betreuer und Hartz IV. Für kleine Extras sucht er Pfandflaschen und tauscht diese gegen Geld ein und setzt dieses Geld in Alkohol und Zigaretten um. Sein einziger Lichtblick im Leben, nach dem tragischen Tod seiner Mutter, scheint das Bowlingspiele zu sein, wo er schon Preise holen konnte. Preise für die Gehörlosengemeinschaft. Was tut die Gehörlosengemeinschaft? Nichts! Er ging in ein Clubheim und wurde gänzlich ignoriert. Niemand bezog ihn in die Gebärden mit ein, keine nette Geste, nicht mal eine Begrüßung. Und dennoch erzählt er, dass er immer wieder hin geht. Sind wir doch seine Gesellschaft und seine Kultur. Eigentlich. Obwohl er von Hörenden abstammt (wie viele von uns) gebärdet er sogar ganz gut. Doch Freunde hat er keine. Eine Freundin hatte er auch nie. Ein Leben in Stille und Stummheit und vor allem in Einsamkeit.

Kann man ihm vorwerfen, dass er mehr trinkt, als ihm gut tut? Ich finde nicht. Seine Mutter starb tragisch und sein Vater tat nichts. Jahre später starb sein Vater und seine hörende Schwester will nichts mit ihm zu tun haben. Erbstreitigkeiten sind es angeblich nicht, anderseits gab sie bei Bohrungen von S.W. zu, dass sie mit ihm zur Bank müsste und da was geklärt werden muss. Aber Wärme und Liebe bekommt er auch nicht von ihr. Wie lange hält es ein Mensch wohl aus, der immer wieder Kontakt ist und zu einer kleinen „Gesellschaft“ gehört, in ständiger Einsamkeit leben zu müssen. Weil man wegen nichts jemanden ablehnt. Ich bin davon überzeugt, würden die Gehörlosen auf in zugehen, hätte er andere Perspektiven, statt nur die Einsamkeit im Alkohol zu ertränken.

Ich klage die Verlogenheit einiger Gehörlosenverbände, Gehörlosenvereine und Gehörlose Leute scharf an. Suggerieren sie, auch wie man immer so toll im GL-Cafe-Forum lesen kann, „wir“ sollen zusammenhalten und unser „Zusammenhalt“ ist fast schon legendär. Doch, und hier kommt die Verlogenheit raus, es wird ausgesucht, wer integriert wird und bleibt, und wer nicht. Die Oberflächlichkeit der der Hörenden wird oft abgelehnt, doch findet man sie in der Welt der Gehörlosen ebenfalls. Kürzlich habe ich eine Nachricht von Hörende Frau aus Berlin erhalten und stellte mit Entsetzen fest. Hier:

Ich kämpfe nicht mehr, dass GL (Gehörlosen) ihre Möglichkeiten erreichen können. Seit 2002 war ich täglich an Eurer Seite. Und ich mach auch keine entsprechenden Vorschläge mehr. Ich finde keinen wirklichen Zugang zur GL-Gemeinschaft in Berlin….und ich kann derzeit auch noch nicht umziehen um entsprechend der GL-Vorschläge in anderen Bundesländern als Dolmi zu arbeiten. Die GL in Berlin haben offenbar sehr hohe Erwartungen an Leute, die DGS (Deutsche Gebärdensprache) lernen. Ich hab die Schnauze volll. Wenn GL jetzt was von mir wollen, müssen sie kommen und fragen.

So, als ich die Nachricht von hörende Dame gelesen habe, frage ich mich dann, welche Menschenverstand die Gehörlosen verfügen. Freundschaften sind tatsächlich oberflächlich und man muss ein unfreiwilliger Mitschwimmer der auferlegten Gehörlosen-Gesellschaft sein, um akzeptiert zu werden. Man wird somit in unserer Gesellschaft für einen unverschuldeten und schlechten Start ins Leben verantwortlich gemacht. Zusammenrücken und Gemeinsamkeit. Nein! Man guckt oberflächlich Wer man ist und Was man ist.

Ich weiß dass sehr viele Gehörlosen meinen Blog lesen und es ist mir egal. Wenn es nicht in der oberflächlichen Gehörlosen-Gesellschaft ist, dann setze nicht immer und unbedingt auf sie. Es gibt sehr viele Hörende, die uns gegenüber ebenfalls aufgeschlossen sind und andere Menschen nicht vorverurteilen, wie es die Gehörlosen tun. Alles Gute!

———————————————

So nun kurze Erklärung, was Audismus bedeutet:

Ideologischer Audismus:
Ø Missverständnisse über die Gehörlosenkultur und Gehörlosengeschichte

Institutioneller Audismus:
Ø Sehr wenige Angebote in der Frühförderung in Gebärdensprache
Ø Die Lautsprachliche Erziehung mit oder ohne CI wird immer wieder empfohlen

Individueller Audismus:
Ø Der Audismus geht von den Gehörlosen selber aus
Ø Gehörlose sehen sich selber nicht als vollwertig an
Ø Daher gibt es innerhalb der Gehörlosengemeinschaft eine starke Distanzierung
Ø Es kann sich keine starke Gehörlosengemeinschaft entwickeln

Quelle: Kommunikationsforum am 8. Dezember 2009 in Gütersloh!

 
3 Kommentare

Verfasst von - 1. Oktober 2010 in Gehörlosenkultur

 

Schlagwörter: , , , ,

Audismus? Taubismus? Gebärdenismus? DGSismus? Was gibt´s noch?

Werden die Gehörlosen immer wahnsinniger?!? Ja, sehr wahrscheinlich als leiden sie angeblich unter Bovine spongiforme Enzephalopathie. Kürzlich tauchte die neueste Begriffmode „Taubismus“ auf. Ja, was ist denn schon wieder los im Gehörlosenkultur? Siehe Taubismus

Ist Taubismus vielleicht eine religiös orientierte politische Strömung? Heil Taube!!

Meint Ihr, sollen die anderen Behindertengruppen wie Blinden, geistig Behinderten, Sprachbehinderten usw. Begriffe wie Mongoismus, Down-Syndromismus, Amaurosismus, Leghastenismus uvm.  einführen?

Ach, dafür kann man sich schämen, dafür schäme ich mich! Schon alleine wegen –ismus ma!! um ihren amerikanischen Urtrieb zum Gang einer europäischen Toilette kund zu tun.

 
3 Kommentare

Verfasst von - 26. September 2010 in Gehörlosigkeit / Hörschädigung

 

Schlagwörter: , , ,

Gebärdensprachfestival 2010 – Ehrenpreis für goldene Plaudern

Wie ich Euch über Türkisparade kürzlich berichtet habe, findet anschliessend nach dem Türkisparade 7. Berliner Gebärdensprachfestival statt.

http://www.gebaerdensprachfestival.de

Am 24. und 25. September 2010 wird in Berlin zum siebten Mal das Gebärdensprachfestival durchgeführt. Dort werden die Teilnehmer in verschiedenen Kategorien um die begehrte Trophäe kämpfen: die Goldene Hand! Dass die Hand in Wirklichkeit nicht aus Gold ist sondern aus Gips, muss ja keiner wissen.

Wie der Wettkampf ausschaut? Die Kandidaten gebärden eine Geschichte, erzählen ihre Träume, „singen“ im Chor oder plaudern einfach drauflos. Selbstverständlich im jeweiligen Dialekt. Ob die Hamburger die Münchner Gehörlosen oder die Aachener die Chemnitzer Gebärdensprachnutzer verstehen können, ist unwichtig – was zählt, sind die Gebärden und der Zeitlimit (bis zu 5 Min.), der unbedingt eingehalten werden muss.

Lautsprachbegleitende Gebärden (LBG) sind übrigens genauso verpönt wie Pantomime und Hilfsgebärden. Nicht zugelassen werden laut den Teilnahmebedingungen „Beiträge, die grob gegen audistische, rassistische, religiöse oder sittliche Werte verstoßen“. Auditisch? Bis dato unbekannte Begriff „Audismus“ ist seit siebten Gebärdensprachfestival ganz neu in Mode gekommen. Von ersten bis sechsten Berliner Gebärdensprachfestival ist nie der Begriff „Audismus“ aufgetaucht. Klingt interessant, aber wen interessiert. Rassistisch? Dann frage ich mich, ob es in Berlin viele, die von den Türken bzw. Muslime öffentlich genannte „Rassist“ Thilo Sarrazin Double gibt. Wer ihn öffentlich als Rassisten und Idioten bezeichnet, tut das indirekt damit auch für all die, die sich darüber freuen, dass jemand ihre Ängste ausspricht. So erreicht man keine Menschen. Eine kurze Zeit in ferner, glorreicher Vergangenheit hatte Germanien sich einmal um die Erhaltung seiner perfekten Rasse und Kultur bemüht, diese Anstrengungen waren jedoch seit langem in Vergessenheit geraten. Schade eigentlich!

Na, ein bisschen rassistisch darf man aber immer sein….Siehe Punkt 7 unter Regelungen Berliner Gebärdensprachfestival Wettbewerbsregeln

Nun wünscht „He write silent“ allen Gebärdensprach-Teilnehmer/-innen viel Erfolg. Unangenehmer Körpergeruch und Achselschweiß auf der Bühne gehören zum guten Gebärden. 😉

 

Schlagwörter: , , , , ,