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Müssen Gebärdensprachdolmetscher teuer sein?

25 Aug

Seit 1. August 2013 hat sich die neue Vergütungssätze für Dolmetscher und Übersetzte bei den Jusitzbehörden erhöht und zwar nun 70 statt 55 Euro pro Stunde.

Wie schaut´s nun mit Gebärdensprachdolmetscher aus? Müssen sie teuer sein?

Nein. Laut dem Gleichstellungsgesetz müssen Behörden die Kosten für einen Dolmetscher oder geeignete Kommunikationshelfer übernehmen.

Statt mehrere Monate auf einen Dolmetscher zu warten, kann der Hörgeschädigte einen Freund oder Familienangehörigen, der die Gebärdensprache beherrscht, zum Amt, Arzt, Kasse oder ins Krankenhaus mitnehmen. Was nur wenige wissen: Auch die Bezahlung von Kommunikationshelfer wird übernommen. Ein idealer Nebenverdienst für Ihre Mama oder Coda-Kinder.

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3 Kommentare

Verfasst von - 25. August 2013 in Gebärdensprachdolmetscher

 

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3 Antworten zu “Müssen Gebärdensprachdolmetscher teuer sein?

  1. Bettina Niemann

    25. August 2013 at 19:55

    Viele denken, dass Gebärdensprachdolmetscher sehr viel oder zuviel verdienen. Leider wissen die meisten nicht, dass Selbständige auch hohe Ausgaben haben. Steuern, Krankenversicherung und einige andere Versicherungen, um das Leben im Falle von Krankheit oder Berufsunfähigkeit abzusichern.
    Auch haben die Dolmetscher keinen Verdienst, wenn sie Urlaub machen oder krank sind. Wenn der Verdienst zu gering ist machen sich weniger Gebärdensprachdolmetscher selbständig und es gibt noch weniger.
    So muss man dann wirklich sehr lange warten oder tatsächlich Jemanden aus der Familie bitten. Familienmitglieder haben selten eine Ausbildung zum Dolmetscher und eine qualifizierte Verdolmetschung gibt es dann nicht.
    Für Coda-Kinder ist die Belastung für ihre Eltern zu dolmetschen oft sehr hoch. Ich finde die Empfehlung hier nicht gut. Klar ist es schön nebenbei Geld zu verdienen, aber bitte auch an die Kinder denken.
    Die Eltern müssen für die Kinder sorgen nicht die Kinder für die Eltern.
    Viele gehörlose Menschen mussten leider viel zu oft ihre Familie als „Dolmetscher“ nutzen und haben dann nicht viel verstanden. Das ist schade und traurig.
    Es sollte viel mehr unterstützt werden, dass gute Dolmetscher ausgebildet werden und diese auch nach dem langen und anstrengendem Studium gut bezahlt werden.
    Alle tauben Menschen haben ein Recht auf Gebärdensprache und diese muss auch gut verdolmetscht werden.

     
    • hewritesilent

      26. August 2013 at 14:30

      Ich weiss nicht, welche Coda-Kinder du meinst. Die kleine oder die große? Ich kann dir mal ein Fallbeispiel im Ausland erzählen: Ich war in einem Vereinsbüro Da gab es drei hörende Mädchen, die verschiedene Büroarbeiten erledigten. Alle drei gebärden perfekt (die haben GL-Eltern)! Da kam ein Typ rein und fragte nach einer Dolmetscherin, ich glaube es ging um Bewerbung. Ein Mädchen hat sich sofort bereit erklärt und war mit ihm weg. Punkt… Vorher hat die Chefin ihr OK gegeben. Natürlich mündlich! Sie sagte einfach „geh nur, aber nachher komm wieder ins Büro zurück…“. Sehr unbürokratisch, menschlich und hauptsache kostenlos!

       
    • Katrin Dean

      13. September 2013 at 15:23

      Bettina, das ist absolut richtig so! 🙂 Auch ist zu bedenken: Studien empfehlen eine Dolmetschzeit von 4h pro Tag nicht zu überschreiten, um als Dolmetscher gesund zu bleiben und bis zur Rente arbeiten zu können.
      Auserdem sieht ein typisches Dolmetscherleben so aus: 40h Arbeit pro Woche. Davon ca. 20h, die man bezahlt bekommt (Dolmetscheinsätze). Die andere Hälfte der Zeit, ca. 20h pro Woche macht ein Dolmetscher: Büroarbeit, Rechnungen schreiben etc, Telefonate, Vorbereitungen auf Einsätze, Weiterbildung etc.
      Wenn wir also wirklich 75€ pro Stunde bezahlt bekommen, was aktuell oft noch problematisch ist, dann bekommen wir eigentlich 37,50e pro Stunde. Denn pro Tag bekommen wir ca. 4h x 75€ bezahlt und 4h für Büroarbeit etc. bekommen wir nicht bezahlt.
      Ich kenne keinen Dolmetscher, der durch seine Arbeit besonders wohlhabend oder reich geworden ist. Das Geld, dass pro Monat nach Abzug von Steuern, Kranken-, Renten- und anderen Versicherungen etc. übrig bleibt entspricht einem Durchschnittslohn. Das ist doch nicht zu viel, oder? Ich kenne viele Gehörlose, die mehr verdienen als ich und sich für ihren Monatslohn nicht rechtfertigen müssen.

       

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