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Russland „vergoldet“ die Deaflympics

11 Aug

Die Weltspiele der Gehörlosen, seit 2001 Deaflympics genannt, wurden am 04. August 2013 für beendet erklärt. 11 Tage lang kämpften gehörlose und hörgeschädigte Sportler aus aller Welt um Medaillen, Ruhm und neuerdings auch um Geld. Zwar wurden – zumindest in den ehemaligen Sowjetrepubliken – schon immer Prämien ausgezahlt, aber sie waren noch nie so astronomisch wie heuer und ehedem. Die höchsten Summen erhalten die erfolgreichen Sportler von der russischen Regierung: Jeder Goldmedaillengewinner bekommt 100.000 Euro Prämie!

Kein Wunder, dass die russischen Gehörlosen wie besessen trainierten und Auszeichnungen ernteten wie Spargel. Ergebnis: 67 Mal (richtig gelesen!!!) ging das begehrte Gold an Russland, möglicherweise mit neuer Rekord im Medaillenspiegel von 67 (nochmal richtig gelesen!!!) Goldmedaillen in ungeahnte Dimensionen. Weil auch die russische Fussballmannschaften den 1. Platz belegten, sind Prämien noch mehr fällig. Also jetzt sind die russische Regierung diesmal gezwungen mehr an erfolgsbessene Sportler/-innen „bluten“. Vielleicht kürzen sie in 4 Jahren, wer weiß.

Freude auch bei den Familienangehörigen, Fans und Funktionären in Russland: Sie empfingen die heimkehrenden Sportler am Flughafen wie Helden. Blumen, Küsse und Glückwunsche regneten auf die Sieger. Auch das Fernsehen war dabei, und natürlich widmete die Presse mehrere Seiten den Deaflympioniken. Andere Länder hielten sich da eher zurück: In Deutschland begrüßten lediglich ein Haufen deutscher Fans ihre Sportler, dafür aber war der Empfang für einen Heimkehrer umso herzlicher: Seine Freundin machte ihm gleich am Terminal einen Heiratsantrag, den er mit einem „Ja“ absegnete…

In der Schweiz pilgerten immerhin einige Funktionäre vom Sportverband zum Flughafen. Einzigste und erste schweizerische Goldmedaillengewinnerin der Deaflympics 2013 blieb einfach fern. Und von den Österreichern hört man gar nichts – kein Wunder, die (!) Alpencowboys brachten tatsächlich fast keine einzige Medaille mit nach Hause.

Macht nichts, vier Jahre bis zu den nächsten Weltspielen sind mehr als genug für ein intensives Training. Denn die Konkurrenz wird groß sein: In Türkei, wo 2017 die nächsten Deaflympics stattfinden werden, prophezeien die Veranstalter in türkischer Folkloretanz einen Ansturm von 5.000 bis zu 10.000 Sportlern. Wahrscheinlich sind 3.000-8.000 davon Türken…

 
 

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