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Gehörlosen als sprachliche Minderheit?

17 Nov


(Bildquelle: Twitter, Textquelle: LifeInsight Ausgabe Nr.52, Original-Text: Olaf Fritsche www.visuelles-denken.de)

Wem das so ist, wollen die Gehörlosen eine sprachliche Minderheit sein und keine Schwerbehinderten? Oder werden hier in Deutschland mal wieder die Rosinen herausgesucht, und wenn´s einen Vorteil hat, schwerbehindert zu sein, dann ist man es eben – aber auch nur so lange, bis es keinen Vorteil mehr hat?

Wer behauptet, dass Gehörlosen sein schwerstes Leid sei, dass man Gehörlosen Föten eliminieren muss? Das unterstellen nur die radikalen Gehörlosen-Fürsprecher.

Schon mal 24 Stunden am Tag ein schwerst behindertes Kind betreut? Und ich meine „schwerst behindert“, nicht Gehörlosen, die eh nur eine „sprachliche Minderheit“ sein soll.

Damit schon das wesentliche Problem dieser Debatte umreißen: Taub ist eben nicht gleich taub! Der Satz ist, wenn ich die gleichen hohen sprachlichen Anforderungen anlege, eine Ohrfeige für alle Spätertaubten, die ziemlich darum kämpfen mussten und müssen, mit der Behinderung „Taubheit“ zurecht zu kommen. Sie werden hier in einer Art und Weise vereinnahmt, die man – um den Duktus der Audismus-Theoretiker aufzunehmen – als kolonialistisch bezeichnet werden könnte.

Tatsache ist: Mit falsch verstandenem Selbstbewusstsein wird getönt: „Wir sind nicht behindert, nur sprachliche Minderheit“. Darüber freuen sich jene Politiker, die gern bei sozialen Ausgaben sparen!

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