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Definition: von taubstumm bis Gebärdensprachler

16 Nov

Kürzlich tauchte via Facebook erneut berühmtberüchtigtes und jahrhundertlange Streitthema zwischen taubstumm und taub/gehörlos auf. Es ist immer oft bemerkenswert, wie unterschiedlich die Antworten von verschiedenen Diskutanten aufweisen. Es war schon immer klar, dass es in der deutsche Sprache keine eindeutige begriffliche Definition für Menschen ohne oder mit stark eingeschränktem Hörvermögen gibt. Es werden vielmehr mehrere Begriffe nebeneinander benutzt. Hier eine Listen-Übersicht von taubstumm bis Gebärdensprachler, welche Vor- und Nachteile und unterschiedliche sprachliche Aspekte entstehen:

„Taubstumm“

Vorteil: Für vielen Hörende klar definiert und sprachlich oft im Bewusstsein.
Nachteil: Für vielen Gehörlosen veraltet und inhaltlich falsch bzw. diskriminierend.

„Taub“

Vorteil: überwiegend bekanntes Begriff (z.B. Mein Hand ist taub, Mein Herz wird taub etc…)
Nachteil: gleicher Wortstamm: „dumm/ doof“ und „gefühllos“, sprachlich nicht immer einfach und oft verwirrend, z.B. „Tauben-verein “ vs. Verein tauber Menschen (Siehe auch: Definition taub und gehörlos)

„Gehörlos“

Vorteil: weitläufig benutzt (siehe z.B. Deutscher Gehörlosenbund)
Nachteil: Kunstwort (siehe blind heisst auch nicht sehlos)

„Deaf“

Vorteil: jüngere Menschen sehr beliebt (Jugendsprache)
Nachteil: lässt sich mit anderen deutschen Wörtern nicht verbinden (z.B. das deafe Kind, ich bin deaf)

„Hörgeschädigt“

Vorteil: siehe auch gleiche Vorteil bei „Gehörlos“ (siehe z.B. Deutsche Gesellschaft derr Hörgeschädigten)
Nachteil: Defizite in medizinische Aspekte

„Gebärdensprachler“

Vorteil: unterscheidet nicht nach behindert und nichtbehindert
Nachteil: sprachlich völlig ungewohnt und verwirrend (z.B. Ich bin gebärdensprachig ohne klare medizinische Definition)

Bemerkenswert warum unter schwerhörigen Menschen nie bzw. selten das Wort „schwerhörig“ klagt, streitet, kritisiert, spottet etc. und sind ganz anders sozial eingestellt als die Gehörlosen. Sie nehmen gerne ihre schwere Ohren mit Humor auf. Siehe Auswirkungen von Schwerhörigkeit

Siehe auch: Definition taub vs. gehörlos:

Siehe auch: Definition Taub macht stumm Teil 1:

Siehe auch: Definition Taub macht stumm Teil 2:

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Ein Kommentar

Verfasst von - 16. November 2012 in Gehörlosigkeit / Hörschädigung

 

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Eine Antwort zu “Definition: von taubstumm bis Gebärdensprachler

  1. Pyros

    25. November 2012 at 13:43

    es gibt noch eine weitere Definition, nämlich „Hörbehindert“.

     

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