RSS

Brauchen wir Mitleid?

15 Jan

Warum nicht? Manche Gehörlosen sagen, dass es nervt, wenn Hörende sagen: „Sie können nicht hören? Ach Sie Ärmster!“ Aber man(n) kann daraus einen Vorteil ziehen: Bei Frauen werden Müttergefühle geweckt: „Du Ärmster, du kannst nicht hören! Lass dich trösten…“

Mitleid ist eine Gefühlssache. Es ist daher wichtig, dass der „zu Bedauernde“ die Gefühle des Helfenden nicht verletzt.

Beispiel: Eine Mutter schnauzt an der Treppe einen hilfsbereiten, jungen Mann an, sie könne den Kinderwagen schon alleine runtertragen. Es ist sicher, dass der junge Mann nie wieder einer Mutter das Angebot macht, Kinderwagen runterzuschleppen.

Auch wir Hörgeschädigten haben Mitgefühl gegenüber anderen Behinderten. So kann an der Treppe anstelle einer Mutter uns auch ein Gehbehinderter anschnauzen, der diesen mühsamen Abstieg alleine schaffen will. Sicher, er schafft es alleine, doch beim nächsten Mal werden wir mit unserem Hilfsangebot zögern, gerade da wo es vielleicht nötig ist.

In unserem Fall: Ein Mitbürger bekommt mit, dass wir Hörgeschädigten sind und übertreibt beim Sprechen mit überdeutlichem Mundbild. Sehr wichtig ist es, nicht entnervt wegzugucken, sondern dem Gegenüber freundlich zu sagen, er könne ruhig etwas schneller sprechen. So bleibt die Antenne aufrecht.

Und bei mir: Die Mädchen, die Mitleid mit mir haben, haben ein gutes Herz, können also später gute Mütterchen werden! :D

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 15. Januar 2012 in Allgemein

 

Schlagwörter: , , ,

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: