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Wie die GEMA Behinderten ausbeutet und diskriminiert!

27 Nov

Während meiner Organisationstätigkeit bin ich interessanterweise und unverständlicherweise auf die GEMA-Gebühren zugestoßen. Beim Finanzierungsplan (Ausgaben für Gebühren, erstellt von mein Kamerad) leuchtet mir gerade ein, warum wir die GEMA-Gebühren berappen müssen. Ganz offensichtlich ist GEMA die kleine Schwester der GEZ. Gehörlose können kein Musik hören und wenn wir die schwachsinnige GEMA-Gebührenrabatte (Vergütungssätze U-VK bzw. M-U 6. 33 1/3 %) aus dem Fenster rauswerfen, kosten die schon mal fast ein halbes Vermögen. Aber dummerweise gibt es schwerhörige Mitglieder. Und die Gebührenberechnung für Kleinveranstalter legt die GEMA folgende drei Punkte zu Grunde: Raumgröße, Höhe des Eintrittsgeldes und GEMA-Pflicht für die gesamte Veranstaltung ab einem GEMA-pflichtigen Musikstück. Die durchwegs zu hohen Gebühren zwingen Veranstalter dies durchzuführen. Ja richtig gelesen, einige Hörgeschädigten und vor allem Gehörlosen können nicht musikalisches hören und auch superwenig anfangen. Höchstens nur die Vibrationen der Musik spüren und die Geräusche sehr stark eingeschränkt wahrnehmen, nur wissen sie gar nichts bzw. kaum von welche hörende Künstler erstellt wurde.

Wenn man sich mal die Zahlen anschaut wieviel die GEMA einnimmt und wieviel sie wieder an die Künstler ausschüttet, dann muss doch auch der letzte behinderte Depp merken dass das ein Abzockerverein ist!

Über Google entdeckte ich, gab es auch Fälle, wie GEMA im Umgang mit Behinderten diskriminierten. Siehe hier: GEMA sperrt Youtube-Kanal für Hörgeschädigte

Was war mit seine Schwester GEZ, wo die Behinderten bislang stets Rundfunk-Gebühren (gab es im Fernsehen kein Musik?) von der GEZ befreit haben? Hier scheint genau das Gegenteil zu sein.

Wenn Ihr wissen wollt, was ein GEMA ist. Mehr darunter: http://de.wikipedia.org/wiki/GEMA

 

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12 Antworten zu “Wie die GEMA Behinderten ausbeutet und diskriminiert!

  1. Felios

    27. November 2011 at 13:31

    Dazu passt, dass der österreichische Rundfunk ORF künftig von allen Bürgern Rundfunkgebühren eintreiben lassen will, unabhängig davon, ob dieser ein Fernseh/Radio besitzt oder nicht (also so wie in Deutschland?). Ob Hörgeschädigte davon ausgenommen werden?

     
    • He write silent

      27. November 2011 at 14:03

      Ab 2013 müssen jeder GEZ-Gebühren pro Haushalt (ganz egal, welche Austattung sie verfügen) zahlen und fällt in Deutschland die GEZ-Gebührenbefreiung für Gehörlose, Schwerhörige und Blinde weg, und wir sollten ein Drittel der Gebühren in Höhe von 6 € zahlen. Wie in Österreich aussieht, kann ich nicht genau sagen, frag besser Helene Jarmer. Aber wie du schreibst, sind solche Gesetze mit meinem Rechtsempfinden nicht vereinbar. Starker Tobak!

       
  2. Regenbogen

    28. November 2011 at 08:18

    Die GEMA ist ohnehin ein Abzockerverein.
    Das waren doch auch die, die jetzt von jedem Kindergarten, wo die Kinder beim Martinsumzug „Laterne, Laterne“ singen, Gebühren haben wollen.

     
  3. Hartmut

    29. November 2011 at 08:23

    Ja, GEMA kann als Abzockenverein angesehen werden. GEMA weisst sicherlich schon ueber diesen ueblen Ruf und ihm schert der Ruf gar nicht. Aber ueber GEMA zu schimpfen ist billig. Man sollte weiter denken und recherchieren!

    GEMA ist unique in Deutschland. In den USA gibt es keinen entsprechenden Verband der Musik-Komponisten, -Verlegern, -Dichtern, die gesetzlich erlaubt sind, Gebuehren einzusammeln.

    Jedoch hat GEMA seine Existenzberechtigung. Wenn jemand Musikstuecke vorfuehrt und damit Geld verdient, musste doch einen Teil des Verdienstes and die Urhebern der Musikstuecke abfuehren. Ist das ungerecht? Problem ist, wie und wie hoch und mit welchen Mitteln kann es bewerkstelligt werden?

    GEMA ist eine Mitgliedsverband mit Vorstand und Aufsichtsrat als bestimmenden Organen, die von der Mitgliederversammlung bestimmte Regelungen und Auflagen auferlegt werden. Da kann die Geschaeftstelle eigenstaendig nichts tun. Sie ist an die Regelungen gebunden. Da kann man gar nicht mit der Geschaeftsstelle ueber die Gebuehrenordnung meckern. Man muss nur an die Mitgliederversammlung fuer eine Aenderung der jetztigen Gebuehrenordnung appellieren. Sie glaubte anscheinend, ein Drittel Ermaessigung fuer die Behinderten waere angemessen.

    Wenn es um Gebuehrenermaessigung speziell fuer taube Veranstaltungen geht, die bereits komponierte Musikstuecke vorzuuehren beabsichtigt, muss der DGB dann mit GEMA fuer eine hoehere Ermaessigung „fuer kaputte Ohren“ verhandeln.

    Dummerweise, warum musste bereits komponierte Musikstuecke bei tauben Veranstaltungen vorgefuehrt werden?! Ganz unnoetig! Man kann eine Trommelgruppe mit einem oder mehreren schwerhoerigen Trommlern bestellen, die kreativ eigene Rhythmusstuecke am Ort vorfuehren. Damit kann die GEMA nichts anhaben und Gebuehren einsammeln.

    Die tauben Veranstalter sollten halt schlau sein und die die Gebuehrenrechnung von GEMA ganz abweisen, wenn sie anzeigen, dass sie keine urheberrechtsgeschuetzten Stuecke, aber nur Rhythmusmusik originell am Ort abspielen.

    Ueber Gebuehrenordnung zu meckern, weil die „kaputten Ohren“ keine Musik vollkommmen geniessen koennen, ist recht dumm! Warum musste Musik vollkommen mit Melodie und Rhythmus fuer sie vorgefuehrt werden, wenn das Melodieteil „unnuetz“ fuer sie sei? Entweder kauft man sie komplett (mit vollem Preis), weil an deren Nutzen geglaubt wird, oder gar nicht wegen geringem Nutzen. Man kauft kein Auto mit beschraenkter Fahrbarkeit! Basta!

     
    • He write silent

      29. November 2011 at 13:00

      @Hartmut: Nicht dass wir meckern, sondern wir kritisieren scharf. Das haben wir intern so und so besprochen.

      @Regenbogen: Ja, Martinsumzug ist schon der krasseste Beispiel. Man muss schon vorstellen, ich mache ein GEBÄRDENLIED zu Hause oder woanders Weihnachten Oh Tannebaum, wer sollen die GEMA-Gebühren zahlen? Was für ein geistiger Dummheit von GEMA. Gestern abend im ARD-Sendung -Hart aber fair- über das Thema „Eltern ohne Kompass“ gesehen. Die Sendung zeigt deutlich, stimmt in Deutschland in diesem System einfach nichts mehr. Die Bundesregierung will also Geld verdienen damit der Konsum gesteigert wird und die Wirtschaft wächst.

       
  4. Felios

    29. November 2011 at 21:51

    Man könnte natürlich der GEMA ein Schnippchen schlagen, und die Musiker, von denen man derartige Videos mit Gebärdensprache macht (und das gezeigte Beispiel finde ich als Hörender ganz hervorragend und gefällt mir auch von der Idee her sehr gut), direkt fragen, ob sie das Musikvideo auf ihrem Youtube-Account hochladen, oder die Nutzungsrechte gestatten, für den guten Zweck sozusagen.

    „Warum musste Musik vollkommen mit Melodie und Rhythmus fuer sie vorgefuehrt werden, wenn das Melodieteil „unnuetz“ fuer sie sei?“

    Weil es vielleicht um sowas wie Inklusion geht. Teilnahme am Alltag. Ich nehme nicht an, dass Schwerhörige in Discos gehen, wo getrommelt wird.

    Meine unbedarfte Meinung als Hörender.

     
    • He write silent

      30. November 2011 at 11:22

      Leider können wir Ihr gezeigte Youtube-Link aufgrund GEMA-Sperre nicht sehen. Siehe Screenshot:
      GEMA-Sperre (Youtube)

       
  5. Felios

    30. November 2011 at 18:33

    Oh, ich vergaß… in Österreich gibt es keine GEMA-Beschränkung, hier ist fast alles sichtbar.

     
  6. Deaf-Power

    20. Januar 2012 at 08:19

    Sehr interessant hier. Vielleicht helfe ich dir. Schau mal hier: http://gehoerlosen-bund.de/dgb/index.php?option=com_content&view=article&id=547%3Achronologiederwestdeutschengehoerlosenbewegung&catid=52%3Adgbgeschichte&Itemid=66&lang=de

    Schau mal Jahr 1960 da steht über GEMA-Vertrag wie Deutsche Gehörlosen-Bund damals GEMA verhandelt hat. Vielleicht kannst du Deutsche Gehörlosen-Bund anklagen? Genau wie GEZ. So Bundesregierung Mafia!

     
    • He write silent

      21. Januar 2012 at 16:22

      Ich danke Ihnen vielmals für Ihre Unterstützung, das ist mir lange bekannt. Anklagen ist nicht meine Aufgabe, ich bin kein Staatsanwalt. Leider ist DGB hier in diesem Fall gefragt.

       
  7. Kia

    8. Juli 2013 at 19:16

    @Hewritesilent, *krass* danke für die interessante Doc in PDF

     

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