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Sign Mob

08 Aug

Sign Mob in Essen

Sign Mob in München

Ursprünglich stammt der Sign Mob von dem eigentlichen Wort Flashmob. Auf Youtube kann man erkennen, wie dort so der Auflauf abgespielt wird. Der Begriff Blitzauflauf, meist jedoch englisch Flashmob bezeichnet einen kurzen, scheinbar spontanen Menschenauflauf auf öffentlichen oder halböffentlichen Plätzen. Einem Aufruf aus dem Internet folgend treffen sich die Teilnehmer an einem Ort. Typisch für Mobs sind die blitzartige Bildung des Mobs aus dem Nichts, das identische Handeln im Mob (z. B. applaudieren, telefonieren mit gleichen inhaltlichen Texten; Sign Mob siehe gebärden), und die schlagartige Auflösung nach wenigen Minuten. Das ganze funktioniert im Schneeballsystem und in kürzester Zeit. Die Beteiligten, tauchen dann am vereinbarten Ort zur vereinbarten Zeit auf, um dort kurz und für die unwissenden Passanten völlig überraschend einer gänzlich sinn- und inhaltslosen Tätigkeit nachzugehen. Zu einem verabredeten Zeitpunkt tun dann alle das Gleiche: schmeißen eine Banane in die Luft oder beten einen Teppich an oder fuchteln wild in Gebärdensprache rum. Hauptsache es ist dämlich und sinnlos. So schnell wie die Menschen zusammengekommen sind, löst sich ihre Gruppe vor den Augen der verdutzten Zuschauer dann auch wieder auf.

Erfunden wurde der Sign Mob aus dem Jahre 2010 in Berlin während des Berliner Deafweek von Anhängern des Deaf-Sign-Mobbyismus (den sog. Lobbyisten) als Erweiterung des nicht so erfolgreichen Smart Mobs. Mit dem Sign Mob war es endlich möglich, die traurigen Überreste ihrer Mobbingopfer auf „audistisch“ einwandfreie Art und Weise aufzuwischen und zu entsorgen.

 
2 Kommentare

Verfasst von - 8. August 2011 in Gehörlosenkultur

 

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2 Antworten zu “Sign Mob

  1. Regenbogen

    8. August 2011 at 20:30

    Hm. Gänzlich sinn- und inhaltslose Tätigkeiten – und so ein Wort im Zusammenhang mit Gebär-
    den?
    Was wäre wohl dazu gesagt worden, wenn dieser Zusammenhang auf einer Seite der CI-Gesell-
    schaften hergestellt worden wäre……? 😉

    In diesem Sinne gute Nacht……;-)

     
  2. Hartmut

    10. August 2011 at 19:17

    Ganz nett! Eine ausgezeichnete Aktivitaet fuer Deaf Awareness in der Oeffentlichkeit. DIe Passanten werden wenigstens lernen, dass taube Menschen existieren und nicht uebersehen werden duerfen, und dass Gebaerdensprache haeufiger sichtbar zu machen.

    Ich glaube, einen TV-Kamera und ein hochgehaengte Mikrophon gesehen zu haben. Wird das aufs Fernsehen gebracht?

     

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