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Ein interessanter Beweis, wie stark Diversity-Denken oder ein Cochlea Implantat die Persönlichkeit beeinflusst…

01 Aug

Interessant, aber wahr! Christine Linnartz behauptet in einem Video (ab 2:50 bis 3:20 Min.) während des World Congress of the Federation of the Deaf (Weltkongress für Gehörlose) in Durban (Südafrika). Sie meinte, die Gehörlosen verhöhnen Cochlea Implantat (= CI) wegen diese Frankensteintechnik, Hörende sei genauso behindert wie die Gehörlosen und spotten Schwerhörige solche Gebärdensprache mit Bewegungsstörung und genau das sollen dadurch Diversity-Denken abgebaut werden, damit es nicht solche Vorurteile wieder vorkommt. Interessanterweise kassierte sie Ihre Diversity-Denken-Rede vom internationalen Delegierten und Teilnehmern Lob und Aufmerksamkeit. Aber wie sehen die Gegenseite aus? Gut, schauen wir mal genauer hin.

So, hier kommt mal wieder ein Beitrag von mir, den meine Leser/-in so sehr mögen und der mit Ironie nur so gespickt ist.

Da war ich mal wieder in ein Forum für Menschen mit Hörschädigung. Eigentlich ist das ein Forum für Eltern und Betroffene, aber eigentlich sollte dass besser „CI-Propaganda – Eine andere Meinung lassen wir nicht zu“ heissen…

Welche Persönlichkeiten sind da besonders zu erwähnen (aus Diskretionsgründen sind die Namen entsprechend des Presserechts gekürzt):

Da ist ein Herr R. aus L. der auch die „moderne“ Technik sich hat implantieren lassen… Tja, dem seine Argumente sind echt der Hammer. Er fordert von anderen immer einen angemessenen Ton, spart aber selber nicht mit Beleidigung. So bezeichnet er Gehörlose als „Horde“ (mal im Duden die Begriffserklärung raussuchen). In einem gestrigen Beitrag meinte er sogar, man müsse nur „die richtigen Kinder“ aussuchen, dann würde man „die richtigen Ergebnisse erhalten“. Moment! Hatten wir das nicht schon mal vor 60 Jahren? Man könnte das auch „Selektion“ nennen. Es gibt also richtige Kinder und falsche Kinder? Die, die dann falsch sind… was ist mit denen? Haben die dann Pech gehabt? Oder sollen wir die dann direkt vernichten, weil diese Kinder ohne Gehör kein Lebenswertes leben haben? Dr. Viktor Frankenstein ist schon gescheitert, an der Erschaffung des perfekten Menschen und ein widerwärtiger Arzt, dessen Name ich lieber nicht nenne, der aber derartige „Selektionen“ durchgeführt hat, hat es trotz der Ermordung von 40.000 Menschen ebenfalls nicht geschafft. Herr R. aus L. ist nicht mal in der Lage, ein Posting zu verfassen ohne mich zu erwähnen. HILFE!!! ICH BIN EIN STAR, HOLT MICH HIER RAUS!

Dann ist da eine Teilnehmerin aus NRW, die sich hinter einem Pseudonym versteckt, und engagierte Menschen mit unbestätigten Diskreditierungen beschuldigt. Eine Erklärung? Fehlanzeige.

Dann gibt es da eine Frau K. auch ne ganz schlaue…gezielte Fragen nach Chancengleichheit umwandert sie ungeschickt und lässt mehr Fragen offen, als Beantwortet. Und sowas darf eine Beratung durchführen, für einen entsprechenden Verein… Sollte man nicht, wenn man eine Beratung durchführt, die unabhängig ist und öffentliche Gelder bezieht, neutral bleiben und beide Seiten fachkundig und geduldig beantworten? Nicht nur eine Seite vertreten? Kann man da nicht eventuell den Verdacht bekommen, dass auch von einer anderen Seite „gefördert“ wird? Mit einem breiten Grinsen im Gesicht musste ich auch immer ihre Beiträge lesen, da sie (aus Faulheit oder Dummheit oder eben beides, eine neue Abkürzung kreierte. Für auditiv-verbale Erziehung, verwendet sie „AV“. AV ist die eigentliche Abkürzung für A**lverkehr… Wie kommt dieser Satz wohl an, wenn man die „korrekte“ Abkürzung beim Lesen denkt? „Es gibt aber eine Reihe anderer AV-Therapeuten, die sanftmütig und nachgiebig sind, dennoch ist die AV-Erziehung immer noch eine AV-Erziehung.(…)“ Köstlich oder?

Übersetzen wir mal, für die CI-Träger: Den Schluss habe ich mir für meine ganz spezielle Freundin mit der langen Leitung aufgehoben. Meine Mutter postete auch Beiträge, da sie Erfahrung im Umgang mit gehörlosen Menschen hat und auch mit Implantierten. Die Arme hat einfach nur ihre Eindrücke vermittelt und die, „dessen Namen nicht genannt werden möchte“, nennen wir sie mal die Frustelse aus H, wettert wie eine Gewitterziege los. Statt mal die Finger ruhig zu halten… Nein, setzt sie noch ne Peinlichkeit oben drauf. Mal als Beispiel
Rechnung: 2011 (Jahreszahl) – 3x Jahre (Alter) = 19xx (Geburtsjahr). Ich möchte anmerken, im Jahr 1984 wurde das CI in Deutschland eingeführt. Frustelse meint, die Person sei nicht früh implantiert. Vergisst aber in ihrem Eifer, dass man zu der Zeit noch keine Kinder implantiert hat! Die Frage, wann ihrer Meinung nach die Kinder implantiert werden sollten, die in der Zeit geboren wurde, tja… das ließ sie offen. Ich meine, wie kann man an jemanden etwas anwenden, was es da noch nicht wirklich gab und umstritten war?? Bescheuert, oder? Naja, den Hammer leistete sie sich, nachdem sie mir eine unverschämte private Nachricht schickte. Der Fairness; ich habe vorab auch Fragen gestellt, die sie aber nur patzig antwortete. Ich stellte in meinem Profil mein Geburtsdatum ein, sowie ein Foto. In offenen Postings schrieb sie immer „er/sie“, und eine andere Teilnehmerin verglich es mal mit dem Umgangston ihrer Tochter und die schlaue Studierte nahm dann an, ich sei ebenfalls in dem Alter. Frusti… schau vorher in die Profile. Dann gibt sie öffentlich zu, meine Nachricht weitergereicht zu haben und bestätigt damit das, was sie sich eigentlich verbittet. Darauf stellte ich die Diskussionspunkte ein.

Sind das Auswirkungen der Pisa-Studie oder darf ich vermuten dass das CI doch normale Gedankengänge so stark beeinflusst, dass man nur noch denkt „Ich kann nicht nur riechen, nein, ich kann sie sogar hören“. Wenn dem so ist, dann muss das schleunigst als Nebenwirkung gemeldet werden. Findet ihr nicht?

Ob das die Früchte trägt? Werden wir sehen!

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8 Kommentare

Verfasst von - 1. August 2011 in Cochlear Implantat

 

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8 Antworten zu “Ein interessanter Beweis, wie stark Diversity-Denken oder ein Cochlea Implantat die Persönlichkeit beeinflusst…

  1. Regenbogen

    2. August 2011 at 08:41

    Radikalinskis gibt es auf BEIDEN Seiten.
    In meiner Zeit in den CI-Foren hab ich die Intoleranten eher als Ausnahme erlebt; die meisten waren
    doch gebärdensprachlich orientierten Gehörlosen gegenüber sehr zugänglich….während umgekehrt in den Gehörlosenforen regelmäßig abgelästert wurde.
    Mag natürlich sein, daß sich in der Mitgliederliste seit meinem Ausscheiden einiges getan hat, was ich nicht mehr mitbekommen habe.

     
    • He write silent

      11. August 2011 at 10:51

      Was meinst du genau, wo du seit deinem Ausscheiden, wo sich in der Mitgliederliste einiges getan hat? Könntest du vielleicht näheres erklären?

       
  2. Regenbogen

    11. August 2011 at 12:43

    Nun, Silent Writer, Du meinst doch (wenn ich Dein Posting recht verstehe), daß sich in den CI-
    Foren lauter Leute austoben, die sehr radikal nur fürs CI sind und die Gegenseite nicht gelten
    lassen. Richtig?

    Wie Du sicher weißt (klar weißt Du das, Du warst doch derjenige, der im gl-cafe drauf hinge-
    wiesen hat, daß ich im DCIG poste, oder?), war ich vor einiger Zeit noch in den Foren der HCIG
    sowie der DCIG aktiv.
    Zum damaligen Zeitpunkt kann ich – aus meinen Erfahrungen mit den Postings sowie dem Chat –
    sagen, daß die meisten nicht so drauf waren wie Du sie oben schilderst. Sonst wäre ich da auch
    nicht so lange geblieben. Viele waren da durchaus offen für Gebärdensprache und auch für die
    Gehörlosen an sich. Ausnahmen gibt´s immer, die haben damals aber, würde ich sagen, die Regel
    bestätigt.

    Wer jetzt nach meinem Ausscheiden neu dazugekommen ist, wie diese Leute drauf sind und ob sich andere verändert haben, das kann ich jetzt nicht sagen, weil ich eben lange genug schon nicht mehr dabei bin. Insofern die Einschränkung: Solltest Du in der letzten Zeit dort Tendenzen wie von Dir angesprochen entdeckt haben, so ist das natürlich möglich und das kann ich auch nicht in Abrede stellen – eben weil ich nicht weiß, wie der aktuelle Stand in den dortigen Foren ist.

     
    • He write silent

      11. August 2011 at 13:09

      Nun verstanden!

       
  3. Hartmut

    15. August 2011 at 01:23

    Das Video mit Linnartz ist so schlecht. Falsche Aufnahme- oder Sendegeschwindigkeit. Ihre Gebaerden zuckend und stotternd wiedergegeben, Ihr FIngerbuchstabieren sieht aus wie gemacht von einem Spastisch-Gelaehmten.

    Ich konnte nicht genau ermitteln was ihr Standpunkt sei: unterstuetzend oder kritisch gegenueber den Diversity-Gedanken. Auch ist ihre Reaktion auf Baumans und Murrays These von „Deaf Gain“ nicht klar zu erkennen. Es sieht aus, dass, sie denkt, die Diversity These wuerde besser herauskommen (fuer welchen Zweck?) als Deaf-Gain-These.

    Mir ist nicht klar, was du, lieber silentwriter, ueber Linnartzes Aussgen mit den Postern im CI-Foren zu sagen versuchst.

     
    • He write silent

      16. August 2011 at 07:36

      Über Linnartzs Aussagen beziehe ich nicht über allgemeine Videoaufnahme wie Deaf-Gain, Diversity etc…., sondern von 2:50 bis 3:20 Min. wie sie gebärdet hat.

       
  4. Hartmut

    18. August 2011 at 04:57

    Nicht verstanden! Sogar dieses Video-Teil ist schwer zu ermitteln, was ihr Standpunkt zu den Thesen von Deaf Gain und Diversity ist, wegen der Qualitaet. Du hast meine Frage am Ende auch nicht beantwortet, die Frage ueber den Zusammenhang von Linnartzes Aussagen mit den Postern in den CI-Foren und Einfluss auf die Persoenlichkeit.

     
  5. Hartmut

    18. August 2011 at 06:29

    Ich habe das Video mehrmals angeschaut. Was Linnartz zu berichtigen versucht, ist, dass sie anscheinend von den Deaf Gain-Thesis nicht so begeistert ist (ihr Achselzucken darueber zeigt, dass sie weiter darueber denken moechte), Sie berichtet dann von ihrem Beitrag in einer Diskussionsgruppe nach dem Vortrag von Bauman und Murray. In ihrer Gruppe sprach sie von Diversity und Akzeptanzbereitschaft von Andersartigen, das allgemein leider nicht gegeben sei. Aber ihre rhetorisch eingeworfenen Beispiele von Mangel an Akzeptanz von Diversity ist noch unklar, was sie damit zum Thema von Deaf Gain zu sagen versucht. (Moeglicherweise trifft ihr Einwurf zum Thema daneben).

    Ich bekam den Eindruck, sie dachte, der Gedanke von Diversity und die Notwendigkeit von deren Akzeptanz bringt das Argument von Existenzberechtigung von tauben Menschen besser zur Geltung als Deaf Gain. Ich moechte hinweisen, dass Deaf Gain sehr eng mit der Diversity These verbunden ist und sogar daraus entspringt. Deaf Gain liefert eine Begruendung, warum die Menschheit die Existenz tauber Menschen als eine menschliche Varietaet beherzigen sollte.

    Zu Deaf Gain gehoert auch Gebaerdensprache und Deaf Culture, nicht nur die betont visuell-raeumliche Orientierung in Kunst, Design und Filmmaking, welche wir Hoerende uebertreffen und zur menschlichen Kultur beitragen koennen. Dies hat Linnartz anscheinend „vergessen“ anzugeben.

    Uebrigens, die beste deutsche Uebersetzung von „Deaf Gain“ ist „Vorteil aus dem Taubsein“ oder umgangssprachlich kurz in unseren Kreisen (als Insider Terminus) „tauber Vorteil“. In DGS koennt ihr dafuer die folgenden Gebaerden TAUB GEWINN verwenden.

     

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