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gesellschaftliche Barrieren in den Köpfen

08 Mai

http://www.kobinet-nachrichten.org/cipp/kobinet/custom/pub/content,lang,1/oid,26589/ticket,g_a_s_t

Sowie jetzt aussieht, müssen wir am Ende doch eh mit Hörenden in unserer Gesellschaft auskommen, uns verstehen. Warum also in der Schule eine Art Ghetto-Denken anerziehen? Die Identität kommt mit dem Heranwachsen von alleine. Als Hörgeschädigter steckt man ja selber in dem Prozess drin. Man ist ja nicht vollkommen verblödet und bekommt schließlich mit, dass man „Anders“ ist als andere. Wenn man also durch die Eltern entsprechend gefördert wird und auch der Kontakt zu anderen Gehörlosen nicht unterbunden wird, ist da eigentlich kein Problem zu erwarten. Und wo ist das Problem, wenn man auch hörende Freunde hat, die ebenso Spaß am Gebärden hat, wie jedes Kind neugierig ist, etwas Neues zu erlernen. Hat der Beitrag ja gut gezeigt und viele Gehörlose und Dolmetscher können ebenfalls bestätigen, dass hörende Kinder fasziniert die Gebärdensprache beobachten und nachahmen.
Und was die Identität angeht…. Naja… demnach müsste es auch eine Schule für jede „Minderheit“ geben, damit diese in „ihre“ Gesellschaft hineinwachsen. Warten wir dann mal auf die ersten Schulen für Blonde und Brünette, tja und dann sollte doch Köln mal endlich die erste Schule für Homosexuelle (siehe im Vergleich zu Mädchenschule und Knabenschule damals) eröffnen, damit diese auch positiv in ihre Gesellschaft integriert werden.  War es bisher nicht immer so, dass das Zusammenbringen von bestimmten Kulturen, Ideologien, etc. immer Grenzen geschaffen hat, statt diese zusammen zu führen? Sollte man nicht eher da ansetzen, wie es auch die Integrationspolitik betreibt, Unterschiedliches zusammenführen, statt zu trennen? Warum wird dann beispielsweise viel Geld und Zeit in Integrationsprogrammen für Ausländer gesteckt; anderseits aber Gehörlose separiert werden sollen? Haben Hörende so eine große Angst vor uns? Oder sieht man sich außerstande, die Gehörlosenkultur zu erhalten, gemeinsam mit Hörenden? Wie geht das überhaupt?

Wir werden sehen.

 

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3 Antworten zu “gesellschaftliche Barrieren in den Köpfen

  1. Regenbogen

    9. Mai 2011 at 08:42

    Angst vor Euch? Sollten wir?😉
    Nee, als Angst würde ich´s nicht bezeichnen. Vielleicht, wenn man, ohne gebärden zu
    können, mit Euch Kontakt kriegt, als Nervosität – „Mist, ich will ja wohl weiterhelfen,
    wenn der mich was fragt – aber was mach ich denn jetzt?“ und Unsicherheit.

    Bei der Inklusion denke ich, muß die Frage der Finanzierbarkeit grundsätzlich schon
    erlaubt sein; gerade in diesen Schuldenzeiten.
    Allerdings kann ich gut verstehen, daß man sieht, wofür unsere Politnasen alles Geld
    haben – von Diätenerhöhungen über Rettungsschirme für diverse Länder der EU bis
    hin zu Afghanistan – und dann sagt: Wenn die was kriegen können, dann ich auch.

    Auf jeden Fall muß gewährleistet sein, daß gehörlose und schwerhörige Kinder dieselbe
    Bildungsqualität bekommen wie hörende…auf welche Weise auch immer; wenn die
    entsprechenden Sonderschulen bis heute eine schlechtere Bildung vermitteln, ist das
    ein absolutes No-go. Und natürlich wäre es auch schon mal gut, wenn in den Köpfen
    das Stigma der Sonderschule verschwindet. Als ich noch (wesentlich) jünger war, hatte
    ich selbst auch irgendwo im Kopf, Sonderschulen, das sind die für die Kinder, die selbst
    die Hauptschule nicht schaffen. Was ja Käse ist. Wußte ich damals aber noch nicht.

    Insgesamt wäre es sicher gut, Hörende und Gehörlose mehr zusammenzubringen….
    für beide Seiten. Muß dann aber auch der Wille zu da sein – auf beiden Seiten.

     
    • He write silent

      11. Mai 2011 at 08:37

      Eigentlich find ich die Idee, eine gemeinsame schulische Grundlage für beide „Gruppen“ zu schaffen gar nicht schlecht, da man ja eigentlich davon ausgehen sollte, dass somit auch eine Kommunikative Grundlage verhanden sein bzw. erlernt werden muss. Aber was mir noch gerade eingefallen ist, ich konnte mich noch erinnern wie die Gehörlosenschule damals waren und ich kannte noch damals etwa 40 bis 50 gehörlosen Schülern und habe einige noch Kontakte bis heute. Da gab es doch die kommunikative Grundlage zwischen gehörlosen Schülern und hörende Lehrern, doch schulischen Bildung gehörlosen Schüler damals waren sehr erschreckend. Genau das ist viele Jahre lang vieles schief gelaufen. Ich finde die Sprache von Gehörlosen schwerer zu verstehen, weil da oftmals gar nichts stimmt. Weder die Grammatik, noch die Wörter werden richtig angewendet und deutlicher fehleranfälliger im Vergleich zu Schwerhörigen. Man muss echt nachdenken was sie sagen wollen. Ich mein es nicht böse, wollt es nur mal anmerken. Wenn man versuchen will gutes Deutsch zu lernen, find ich es eine gute Idee, mit einem Kinderbuch zu beginnen, aber sicher doch nicht mit Gebärdensprache. Wie du schon bereits erwähnst hast, muss dieselbe Bildungsqualität gewährleistet sein. Sollte dies nicht geschehen, dann gibt es ein „Rückfall“.

       
  2. Regenbogen

    11. Mai 2011 at 19:53

    Problematisch fände ich es auch, wenn für die gehörlosen Schüler dann Sonderrechte beansprucht würden.
    Hab gerade nicht im Kopf, wo ich das gelesen habe – war´s der Taubenschlag, bin mir nicht mehr sicher – da hat wohl ein gl Schüler einen Grammatik-bzw. Rechtschreibfehler gemacht und die Mutter beschwerte sich darüber, daß der halt als Fehler bewertet wurde. Das müßte man doch so nicht sehen, das sei doch ein typischer Gehörlosenfehler.
    Spätestens dann, wenn man so einem Ansinnen nachgibt, wage ich mal zu prophezeien, hört für die hörenden Mitschüler jede Freundschaft auf…..wenn sie möglicherweise mit derselben Fehlerzahl eine schlechtere Note kriegen als der gl Mitschüler, bloß weil dessen Fehler nicht als solche gewertet werden.
    Und irgendwann haben dann auch potentielle spätere Arbeitgeber raus, daß in solchen Fällen Noten getürkt sind.

     

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