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Ihr Kind ist gehörlos? Ganz typische Alltag-Situation!

14 Okt

„Ihr Kind ist gehörlos“. Mit dieser Diagnose endet im Krankenhaus eine Untersuchung. Der Schock sitzt dem Paar tief in den Gliedern. Doch das Personal ist überfordert und hat keine Zeit für Gefühle. Wohin jetzt? Eine lange Odyssee beginnt. Beratungsstellen werden aufgesucht, viele Fragen bleiben aber unbeantwortet. Die Gleichgültigkeit der Angestellten in den Beratungsstellen trägt nicht gerade zur Verbesserung der Situation bei. Hier sind Nerven wie Stahlseile gefragt.

Wie geht es weiter? Die ratlosen Eltern müssen einen Ausweg finden. Sie beginnen im Internet nach Informationen zu suchen. Was ist Gehörlosigkeit? Was können Eltern für ihr taubes Kind tun? Und was ist die Gebärdensprache eigentlich? Unzählige Webseiten werden durchgestöbert, der Drucker arbeitet fast ununterbrochen. Für Ihr Kind werden die Nächte endlos. Sie geht alle Stapeln an Informationen durch, dann entdeckt sie eine Möglichkeit für Ihr Kind – das Cochlear Implantat.

Das Kind soll als Hörende in einer hörenden Familie aufwachsen. Dies ist der Wunsch vieler Eltern, die ein gehörloses Kind bekommen. Mutter sucht mehrere Ärzte auf. Diese raten ihr zu einem CI. Sie sieht sich Sendungen über das CI an. Nach einiger Zeit kommen in ihr Zweifel auf. Ist ein CI wirklich die richtige Lösung? Sollte man es nicht zuerst mit der Gebärdensprache versuchen? Ein Kurs bringt allerdings die Ernüchterung. Viel zu schwer. Die meisten Müttern ist es „fast wie Chinesisch“. Es würde eine Ewigkeit dauern, bis sie gut genug gebärden könnte. Aber Ihr Kind braucht aber jetzt eine Sprache.

Mutter beginnt, sich in der Gemeinschaft der Gehörlosen umzusehen. Sie besucht einige Veranstaltungen. Die ersten Versuche, Gespräche in der Gebärdensprache zu führen, erweisen sich für beide Seiten als anstrengend. Die „stille Welt“ entpuppt sich als eine ziemlich laute Gesellschaft. Unterhaltungen in der Lautsprache gehen in dem Lärm unter. Doch Mutter gibt nicht auf. Sie nimmt an einigen Familientreffen teil, um mehr Kontakte zu anderen Gehörlosen aufzubauen. Mutter wird sehr nett aufgenommen. Danach meldet sich aber niemand bei ihr.

Ihr Kind wächst heran und will der Umwelt ihre Entdeckungen und Bedürfnisse mitteilen. Doch dies fällt ihr schwer. Das Kind spürt das Fehlen einer Sprache und wird unruhig. Mutter sucht weiter nach einer Lösung, wird jedoch von vielen Seiten unter Druck gesetzt. Sie schreibt Briefe an die Behörden und an Politiker. Die Antworten fallen negativ aus, es ist keine Unterstützung zu erwarten. Schliesslich meldet sich Mutter bei keinem mehr, alle Kontakte werden eingefroren. Die Zeit drängt, denn Mutter hat nicht nur ein gehörlose Kind, sondern noch zwei Söhne.

Die Eltern entscheiden sich schliesslich für ein CI. Die Operation verläuft problemlos. Ihr Kind kann nun hören. Sie dreht sich um, wenn Mutter nach ihr ruft und wirkt aufgeweckt. Mutter bringt ihre Tochter regelmässig zum Logopäden, damit ihr Kind das Sprechen üben kann. Ausserdem besucht ihr Kind einmal in der Woche die Frühförderung an der Gehörlosenschule. Auch die Gebärdensprache steht auf dem Plan.

Fazit: Das ganze Wissen muss von den Eltern selbst erarbeitet werden. Vom Staat und von den Verbänden ist keine Unterstützung zu erwarten. Hier besteht ganz klar Nachholbedarf. Die Gehörlosen mit Cochlea Implantat werden eines Tages einsehen, dass das nichts bringt. Gehörlosigkeit bzw. Taubheit ist nix gefährliches.

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Verfasst von - 14. Oktober 2010 in Cochlear Implantat

 

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