RSS

Cochlea Implantat und die Krankenkasse

12 Sep

Perspektive Cochlea Implantat und die Krankenkasse:

Eine Cochlea-Implantat Operation die mind. 30.000€ in die Kasse schwemmt. Da ist die Profitgier den Herrn Profs doch in den Augen geschrieben. Was Ihr in die gesetzliche Krankenversicherung (oder eine private Krankenversicherung?) einzahlt, weiß ich nicht, nur gehe ich mal davon aus, bei einem Betrag von 30.000€ müsst Ihr eine Menge einzahlen. Ich nehme mal zum Beispiel meine Verwandte (Single und LSK 1, da wird in Deutschland der höchste Satz berechnet) zahlt mit seinem Arbeitsgeber monatlich knapp 300 € ein, würde er eine derartige Operation durchführen, wäre diese erst in 8,33 Jahren aus eigenen Mitteln abgezahlt und das ohne Vor- und Nachsorge. Er dürfte dann auch nicht mehr in der Spanne erkranken. Das nur mal zu einem Rechenbeispiel. Dem gegenüber stelle ich digitale Hörgeräte, dessen Kosten eben NICHT (dank vor halbes Jahr Urteil durch Bundessozialgericht müssen die Kassen blechen) im vollen Umfang übernommen werden; da ist immer die biligste, fairste und vernünftige Variante zu verordnen.

Es ist sehr wohl (nach deutschem Recht) eine Körperverletzung (siehe hässliche Narben am Kopfhaut oder beträchtlicher Nebenwirkungen, siehe Schweizerische Fernsehen (SF) zum Beispiel). Aus diesem Grund werden auch bei Schönheits Operationen, Piercings, Tattoos eine dementsprechend Verzichtserklärung unterschrieben und man willig in die Körperverletzung ein.

Ich gebe mal als Beispiel hier an: http://www.schwerhoerigenforum.de/viscacha/showtopic.php?id=2612&page=1&s=94f81bedcb7e426b65b0a270818e1299

Das ganze grenzt schon sehr nah an Profitgier mit jede Menge Schrott und Körperverletzung.

Hier die Erklärung zur Körperverletzung:

Eine Körperverletzung ist der Eingriff in die körperliche Unversehrtheit einer Person in Form einer körperlichen Misshandlung oder einer Gesundheitsbeschädigung. Auch jede ärztliche Behandlung zu Heilzwecken, bei der auf irgendeine Weise in den Körper des Patienten eingedrungen wird, ist nach herrschender Rechtsprechung eine Körperverletzung, die nur dann nicht rechtswidrig ist, wenn in sie (auch konkludent) eingewilligt wird oder ein rechtfertigender Notstand vorliegt.

Kurze Bemerkung: Das Gesetz der Körperverletzung habe ich nicht gemacht und auch nicht selber ausgedacht. Das steht so im Sozialgesetzbuch (SGB).

Was viele Menschen mit Behinderungen oft stört ist nach meiner Erfahrung, dass sie von außen wohlgemerkt als „Etwas“ angesehen werden, was unbedingt „repariert“ werden müsse. Quasi wie ein Auto mit defekten Reifen, wo man ja nur die Reifen austauschen braucht.

Aber nicht die Behinderung der Menschen sind in meinen Augen das Problem, sondern die Unfähigkeit der scheinbar „Normalen“ die Umwelt so barrierefrei einzurichten, dass es egal sein könnte, welche Behinderung jemand hat.

Beispiele:

1) Untertitel für jede Sendung im Fernsehen bzw. jede DVD

2) Jeder Neubau von Hotels, öffentlichen Einrichtungen (Hochschule, Ämter, etc), Arztpraxen, Restaurant undsoweiter wird barrierefrei angelegt (Rampen, Fahrstühle, Behindertentoiletten, Blindenleitsysteme, etc.)

3) Altbauten werden, soweit möglich, entsprechend nachgerüstet.

Dies alles hätte nicht nur Vorteile für Menschen mit Behinderungen!

zu 1) Leute die gerade dabei sind die deutsche Sprache zu lernen, bekommen so eine Unterstützung zum Spracherwerb

zu 2/3) alte Menschen mit Gehwagen, Leute die sich den Fuß verstaucht haben, Mütter mit Kinderwagen oder sonstige Leute die einfach aufgrund körperlicher Einschränkungen – die keine Behinderung sein müssen, beeinträchtigt sind, kämen besser zurecht

Um dies zu erreichen müsste sich, nach meiner Auffassung, das oben angesprochene, defizitorientierte Denken ändern und Menschen mit Behinderungen endlich etwas Entscheidenes zugesprochen bekommen:

Die Gleichwertigkeit zu allen anderen Personen.

Wieso sollte diese Gleichwertigkeit nicht gegeben sein? Die Realität hat mir und meinen Freunden / Bekannten die eine Behinderung haben oft genug das Gegenteil gezeigt.

Da bekommen zum Beispiel erwachsene(!) Rollstuhlfahrer um Weihnachten rum, von diesen Weihnachtsmännern die es dann an jeder Ecke gibt, auf einmal den Kopf getätschelt, als wären es Kleinkinder.

Advertisements
 
2 Kommentare

Verfasst von - 12. September 2010 in Cochlear Implantat

 

Schlagwörter: , , ,

2 Antworten zu “Cochlea Implantat und die Krankenkasse

  1. bob

    12. November 2010 at 15:48

    Hi
    Im Sozialgesetzbuch ? Ich dachte immer dies ist ein Bestandteil des Strafgesetzbuches (StGB §223), weil Körperverletzung ist doch strafbar.

    bob ~ kein Baumeister

     
    • He write silent

      12. November 2010 at 16:40

      Hallo Bob!

      Das ist richtig was du schreibst. Was ich diese Text formulierte, war spöttisch gegen die Gesetzgeber im allgemeinen gemeint. 😉

       

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: