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USA, Gallaudet und Vergleich zu Deutschland

Wir haben gerade gesehen, wie erschreckend hoch die Arbeitslosigkeit für hörgeschädigten Menschen in den USA ist. Jetzt machen wir ein Fokus auf Gallaudet University in Washington D.C.

Die Gallaudet University in Washington, D.C. ist die erste Universität für gehörlose und schwerhörige Studenten und die einzige, die ihr gesamtes Programm und sämtliche Leistungen speziell auf diese Studenten angepasst hat.

Gut, schauen wir mal genauer hin, was Gallaudet alles zu bieten hat und welche Auswirkungen in den USA geben könnte und vergleichen wir mal hier in Deutschland. Das Hauptproblem von Gallaudet in Washington ist der Fokus auf die Gebärdensprache. Natürlich hilft dies den Leuten, die komplett/fast gehörlos sind und sonst nur sehr schwer kommunzieren könnten. Allerdings werden die Studenten eher schlecht als recht auf ein späteres Arbeitsleben unter Hörenden vorbereitet. Das heisst die Studenten haben sicher eine schön heimelige Studienzeit in der sie wenig Probleme haben werden dann aber spätestens zum Eintritt ins Berufsleben unvorbereitet ins kalte Wasser geschmissen. Und ich kann mir vorstellen, dass dieses Wasser für Gallaudet-Studenten, die ihr ganzes Studium so isoliert unter sich waren, ganz besonders kalt sein kann.
Ich würde nicht sagen, dass es eine reine gehörlosen/hörgeschädigten Uni in Deutschland geben sollte. Meiner Meinung nach reicht es vielmehr aus, wenn sich die Betroffenen auf bestimmte Unis in Deutschland konzentrieren solange ihre Studienwahl dies zulässt. Dadurch ergeben sich ja schon Synergie-Effekte (nicht zu verwechseln mit Deaf-Synergy *augenzwinker*) mehr Studenten mit den selben Problemen haben eine stärkere Stimme und werden von der Uni eher gehört dadurch ist an solchen Unis die Durchsetzung gewisser Hilfestellungen sicherlich besser durchzusetzen. Und dafür müssen die Studenten trotz allem erst mal kämpfen, genau dies ist dann aber auch eine realistische Vorbereitung auf die spätere Zeit nach dem Studium. Dort wird einem nämlich mit Sicherheit auch nicht viel geschenkt. Schaut man sich mal Unis wie zum Beispiel Köln oder Berlin oder irgendwo an, wo ja sehr viele von uns sind, so könnte man sich doch vorstellen, dass die dortigen Schwerhörigen sich zu einer Interessengemeinschaft zusammenschließen, um eine besser Integration einzufordern.

 

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Unterschiede zwischen Hörende und Hörgeschädigte

Ich nehme/schreibe mal zwei Beispiele auf, was mir gerade so einfällt:

1. Der Gehörlose oder Schwerhörige war schlecht vorbereitet (denn das ist Voraussetzung für jeden Beruf, sich gut vorzubereiten und spiegelt nicht im geringsten den Unterrichtsstoff an Universität generell wieder; nach der Theorie dürfte kein Absolvent arbeitslos sein)

2. Einige Unternehmen laden grundsätzlich Menschen mit Behinderungen ein, wegen der Quote, lehnen diese aber später ab. Begründungen sind oft auf nicht Wissen etc. bezogen; können aber immer vorweisen, dass sie Menschen mit Behinderung eine “Chancengleichheit” gegeben haben. Leider vergessen die meisten Unternehmen, wie gut die praxistauglichen Kompetenz die hörgeschädigten Leuten verfügen im Vergleich zu hörende Menschen.

Warum das so ist? Zwar gibt es auch bei Hörende Bildungsunterschiede, sogar ich kenne einige Hörende die im Vergleich zu mir Bildungsdefizite haben. Sehr gravierende sogar und das finde ich schade, denn sie haben keine Behinderung (ich klammer jetzt mal eine Lernbehinderung aus und orientiere mich an Menschen ohne Einschränkungen) und finde schade, dass bei einigen das Schulsystem in Deutschland versagt.
Dennoch: Es ist auffällig, dass einige (nicht alle) Hörgeschädigten-Schulen einen sehr hohen Bildungsdefizit haben und leider viele nicht auf die Welt nach der Schule vorbereitet sind. Folge: Arbeitslosigkeit (etwa 40 % Prozent Hörgeschädigten sind arbeitslos)

Damals habe ich an einer privaten Akademie studiert und habe bereits unter Hörenden (ich war der einzigste Hörgeschädigte von allen!!!) erfolgreich abgeschlossen und siehe Ergebniss, habe ich mühsam um eine Arbeit gesucht trotz gute Qualifikationen.

Klar die meisten denken, ich sei typisch “dumm oder blöd” nur weil ich als Hörgeschädigt angesehen bin. Meine persönliche Einschätzung ist, dass ich eigentlich schon mein ganzes Leben lang mit einem ziemlichen Druck konfrontiert bin, um auf einem Niveau mit Normalhörenden zu sein. Dennoch war ich bisher immer überdurchschnittlich gemessen zu Normalhörenden, worauf ich irgendwie fast stolz bin. :)

Ich kann nur sagen, dass das System in Deutschland auf ganzer Linie versagt .

 

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