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Archiv der Kategorie: Untertitel

Videotext-Untertitel bald kostenpflichtig

Videotext-Untertitel bald nur noch unter 0190-150! (3,63Euro/Min.)

Die Fernsehsender haben bekanntgegeben: Ab dem 1. Juni 2013 werden die Videotextseiten nur noch gegen Gebühr abrufbar sein.

Der Grund: Selten schalten die Benutzer die Untertiteln nach einem Film oder einer Sendung ab. So laufen die Zähler heiss. Zusätzlich sei der Aufwand beim Erstellen der Untertiteln so hoch, dass die Tippse eine 8-Stunden-Woche einlegen muss.

Und so funktioniert das ab Juni 2013: Die Videotext-Untertitel werden übers Telefonnetz ausgestrahlt. Der Benutzer ruft wie immer über die Fernbedienung das Videotext ab. Statt der alten 150er gilt nur noch die Kombination: 0190-150! Dann werden die Untertitel im Minutentakt abgerechnet. Pro Minute: 3,63 Euro!

Die Sender betonen aber, dass ausser der ermäßigte Beitragsservice von ARDZDF (5,99 Euro pro Monat), der Monatszulage (47,50 Euro), einer wöchentlichen Servicegebühr (32,20 Euro), Installationspauschale (131 Euro), Anschlussbüchse (65 Euro) und erforderlichen Umbauten für die Fernbedienung (200-400 Euro) keine weiteren Kosten anfallen. Wenn das nicht be(un)ruhigend ist…

 
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Geschrieben von - 1. April 2013 in Untertitel

 

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Die heiligen Untertitel #papst

Die Welt hat seinen neuen Papst, und das erste Fernsehgottesdienst wurde am 14. März 2013 live übertragen. Überraschenderweise strahlte das Fernsehsender die Sendung mit Videotext-Untertitel aus! Was war passiert? Nicht viel – ein katholischer “Seelendienst (Gehörlosendienst)” verlangte vom Fernsehsender, dass die Sendung untertitelt werden soll. Auch EinAugenschmaus meldete sich zu Wort und wünschte eine Untertitelung. Hat Julia Probst seine fromme Seite gefunden oder befindet sie sich jetzt auf dem Pfad der Tugend?

Von wegen. Die “Arbeitsgruppe Untertitel oder Sign-Dialog”, hat lange nichts von sich hören lassen. Das Einzige, was die Arbeitsgruppe in den letzten 12 Monaten zustande brachte, ist eine leichte Überarbeitung ihrer Untertitel-Statistikquote.

Da kam doch die Live-Übertragung der Messe genau zur rechten Zeit! Denn welcher Sender könnte schon einen frommen Wunsch abschlagen? Tatsächlich versprach Fernsehsender, die Sendung zu untertiteln. Man werde sich jedenfalls darum bemühen. Und es klappte sogar…

Das war aber auch nicht schwer für den Deutscher Sender: Einen Tag vor der Live-Übertragung wurde die komplette Rede des Papstes an die Fernsehsender geschickt. Man musste die Texte nur noch zu Untertiteln verarbeiten. Gesagt, getan. Es gab aber nur wenige Erläuterungen für Gehörlose. Einige Fernsehsender hätte auf seinen Untertitel-Archiv zurückgreifen sollen! Da gibt es viele wirklich schöne Erläuterungen. Vielleicht das nächste Mal. Dann könnten die Untertitel so wie im unseren Entwurf unten aussehen…

(Die Untertitel / Erläuterungen in der rechten Spalte entstammen zu 100% vom untertitelten Spielfilm “Die Stunde des Patrioten” mit Harrison Ford)

Szene im TV: Untertitel (Erläuterungen):
============ ============
- Papst ist noch nicht da. Orchester spielt Musik. “Streichinstrumente spielen eine liebliche Melodie”
- Menge wartet immer noch “Aus Stille kommt ein Lied des Leidens”
- Limousine mit Papst fährt heran “Sattes Brummen”
- Limousine bleibt stehen “Das Auto schnurrt wie ein Kätzchen”
- Papst und Leibwächter steigen aus und gehen zur Messe “Die Männer schleichen wie Katzen”
- Papst steht vor dem Pult und blättert in der Bibel “Streichinstrumente untermalen die Gedanken” und “Papier raschelt”
- Wind bläst “Der Wind pfeift eine eigene Melodie”
- Der Papst schaut nach oben zu den Wolken “Wind peitscht ins Gesicht”
- Das Wetter verschlechtert sich “Gewitterwolken zucken”
- Orchester spielt Musik “Musik schmettert wie eine Hymne”
- Das Gewitter fängt an “Blitz und Donner zerschneiden den Himmel”
- Der Papst versucht das Gewitter zu ignorieren, erste Regentropfen fallen herab “Der Wind tobt um die Wette mit dem Regen”
- Es regnet “Naturgewalten schlagen unerbittlich aufeinander”
- Der Papst verpasst eine Stelle, Kardinal Miller stubst ihn von hinten an “Miller haut Jack empfindlich in die Seite”
- Der Papst erschrickt, tritt zurück und erwischt das Hühnerauge des Kardinals “Miller schreit wie ein Tier”
- Regen prasselt hernieder “Regen prasselt hernieder”
- Die Messe wird unterbrochen, der Papst geht weg “Gehetzte Schritte”
- Papst fährt weg “Auto schnurrt wie ein Kätzchen”
 
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Geschrieben von - 17. März 2013 in Untertitel

 

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GEZahltes Irrsinn

Via Facebook stöhnen viele nichtlesekompetente Gehörlosen über GEZ. Die bisher als GEZ bekannte Behörde heißt nun ARDZDF Beitragsservice. Oder auch siehe Taubenschlag-Meldung!

Die ARDZDF möchte ein besseres Image aufpolieren. Kontrollen sollen wegfallen, mehr Untertitel angeboten werden jedoch viele Mitarbeiter zusätzlich eingestellt werden. Warum? Das wollte auch der Wahnsinn! wissen.

Die ARDZDF möchte schon dieses oder nächstes Jahr 100% Untertitel erreichen. ARDZDF hat schon bereits eine famose Aufholjagd gegen WDR (gilt als Untertitel-Marktführer) gestartet und befindet sich bereits auf Überholspur. Aber 100% Untertitel? Was ist mit andere TV-Sender, die wahrscheinlich nicht 100% Untertitel erreichen könnten?

Viele nicht lesekompetente (vielleicht hat Ralph Raules bedeutendste und viel geachteste Spruch “”Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Gehörlose lesen können” doch Recht!) Gehörlosen dachten wohl, auf seiner Rechnung stand 17,97 Euro statt 5,99 Euro in 3 Monaten. Aber hallo, 100% Untertitel und nichtlesekompetente Gehörlosen? Lieber doch 100% Gebärdenspracheinblendung im TV, weil nicht lesekompetent?

Von aufgebrachten nichlesekompetente gehörlose Bürger stürmte die gehörlose Verbände, zum Glück gab es keine Gewalttaten gegen die ehrenamtliche Mitarbeiter der GL-Verbände gekommen und schon schnell wurde alle Missverständnisse dank Gebärdensprache aufgeräumt.

Doch vielen wollen lieber nicht GEZahlen nur wegen die Begründung “100% Untertitel reichen nicht aus”. Dumm nur, ARDZDF haben eine “Nahkampfausbildung” absolviert und sind drauf gedrillt, alle auf mögliche Verdacht, denn wenn sie einen Zufallstreffer landen, werden es viele rot anlaufend zugeben bzw. aufgeben und reumütig zahlen. Funktioniert leider…

 
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Geschrieben von - 17. Februar 2013 in Untertitel

 

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@EinAugenschmaus Quiz2012 -Auftritt

Es ist immer wieder interessant zu beobachten, wie die Mediendschungel z.B. TV und Twitter ticken, was ich schon mehrfach befürchtet habe.

Am 29.12.12. strahlte ARD, trotz fehlender Untertitel, im Ersten die Show “2012 – das Quiz” mit Kurzauftritt von “gehörlose Twitter- oder Lippenlesen-Star” Julia Probst aus. Die “Super-Lippenlesen Ausnahme” hörgeschädigte Dame Julia Probst wirkte vor allem für GL-Gesellschaft immer noch ein Fremdbild (“nicht typisch Gehörlos”), weil sie trat ähnlich wie durch ihren Auftritt in der ZDF-Login auf. Immerhin konnte sie etwas zeigen, trotzdem viel geändert hat sich seitdem kaum. Und die Quiz-Fragen in Sachen Gebärdensprache waren einfacher als sonst, aber vielleicht ist das nur Zufall. Ok, nun anderes Thema.

Damals hatte es andere gehörlosen Personen solche Quizauftritte gegeben und zwar aus dem Jahre 2003 und 2011. Immerhin waren die Auftritte damals von gehörlosen Personen authentischer als Julia Probst. Was meine Bekannte und ich Quiz2012-Show in der ARD sehr schnell auffallen, wie groß der mediale Unterschied solche Auftritten mit hörbehinderte Personen wie Quiz2012 vor kurzem und damals war.

2003 hatte es eine Quiz-Sendung mit gehörlosen Kandidaten gegeben, die damals sogar 50.000 Euro gewannen. Was aber einer feiner Unterschied zu Quiz2012 erkennbar ist, ist die Gebärdensprachdolmetscher/-in. Die Gebärdensprachdolmetscherin saß damals im Studio perfekt vor dem TV-Kamera, um die Fragen des Quizmasters und die Antworten der Kandidaten jeweils zu übersetzen und sogar die gehörlose und schwerhörigen Zuschauern konnten damals verfolgen. Untertitel fehlte damals, muss man damals sich nicht wundern!

Auch es gibt noch ein anderer Unterschied aus dem Jahr 2011, wo ein gehörlose Dame auftrat. Damals gab es in der ARD mit Untertitel, dank Einsatz durch Skarabee und der Gebärdensprachdolmetscher stand ebenfalls perfekt. Gebärdensprachdolmetscherin an Julias Seite war anwesend, aber für einige Insider finden sehr kurios, ist ausgerechnet diese Gebärdensprachdolmetscherin Mitarbeiterin von Skarabee. Kein Untertitel vorhanden, trotz heutzutage ordentliche UT-Anteil von ARD! Um Ironie zu verstehen, muss man davon ausgehen, wie Julia gerne Lautsprache bevorzugt (Sie sagte irgendwo: “Meine Muttersprache ist die Lautsprache.”) und auch ihre Quiz2012-Auftritt bemerkbar macht. Und die ungünstigen seitlichen Positionen zwischen Gebärdensprachdolmetscherin und Herr Plasberg sind für vielen Gebärdensprachnutzern klar verzerrt.

Wenn man genauer die Medienlandschaft hinschaut, ist es unglaublich wie die Bevölkerung von den Medien verarscht wird!!! Zum Teil wird die Medienlandschaft systematisch desinformiert und Informationen, die offen ignoriert; Promis in unheilvoller Allianz mit den Medien, welche alles, aber nicht mehr die Realität berichten bzw. entsprechen.

Egal ob Behindert, Kommunist, Kapitalist, Anarchist oder was auch immer: Deine Meinung ist uns
wichtig, so ticken die Medien halt. Wir sind wirklich gespannt darauf, wie die ermäßigte Gebühren der GEZ wirklich für hörbehinderte Zuschauer umgegangen werden.

Einen guten Rutsch ins neue wünsche ich Euch jetzt.

 
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Geschrieben von - 30. Dezember 2012 in Barrierfreiheit, Untertitel

 

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Untertitel-Wahnsinn in Deutschland nimmt kein Ende!


(Quelle: Facebook)

Solche Wünsche wie auf Videotextseite 150 = Scrollverfahren, 151 = einfacher Sprache, 152 = DGS-Grammatik. Utopisch oder umsetzbar?

Richtig gelesen, die Aktivisten werden immer größenwahnsinniger! Glaub mir, die Untertitelredaktionen sind besser ausgebildet und wissen weitaus besser Bescheid als sämtliche Untertitelaktivisten. Es hat mit Arroganz nichts zu tun, wenn Sender ihre eigene UT-Technik verwenden. Außerdem kann man fremde Untertitelungsmethoden, z. B. die von euch viel gepriesenen “Closed Captions und Scrollverfahren” aus den USA, nicht ohne Weiteres übernehmen. Man könnte meinen, die luxuriöse Wünsche wie z.B. 153 = langsame Scrollverfahren, 154 = ein-/ausblendbare DGS-Dolmetscher, 155 = ein-/ausblendbare LBG-Dolmetscher, 156 = ein-/ausblendbare LUG-Dolmetscher etc.. erweitern, um alle Hörgeschädigten die Bedürfnisse noch besser anpassen zu können.

Und was passiert, wenn der ZDF oder andere Sender sein Versprechen nicht erfüllt? Dann ruft ihr die Gehörlosen wieder zu “Kommentar-Bombardements” auf? “Recht auf 100 % Untertitel” ist eine schlecht überlegte Forderung. Da winken Sender und Politiker schnell ab. Außerdem hängt keiner von uns 24 Stunden vor der Glotze rum – außer die Untertitel-Aktivisten vielleicht. Sinnvolle, erfüllbare Forderungen sollen/müssen her.

 
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Geschrieben von - 7. Oktober 2012 in Untertitel

 

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Untertitelte Sendungen auch bei Sky (ehem. Premiere)

Von DWDL gibt es Neuigkeit über Sky mit Untertitel: http://www.dwdl.de/nachrichten/37232/sky_bietet_kuenftig_filme_und_sport_mit_untertiteln_an/

Viele Gehörlosen haben sich auf Facebook gefragt, ob Sky solche Sozialtarife wie damals auch Premiere angeboten hatte oder ob 100% Untertitel anbietet oder wie das mit GEZ zu finanzieren ist?

Sozialtarife und umfassende Untertitel-Angebote wird es bei Sky leider nicht geben. GEZ müssen leider ab 2013 alle einkommenstarke Workalkholiker zahlen. Nur die Taubblinden und die Betroffenen die in der sozialen Hängematte liegen sind von der GEZ-Gebühr befreit.

Der Pay-TV-Sender Sky strahlt ab 1. September einige ausgewählte Spielfilme mit Untertiteln aus. Damit ist Sky nach Pro7, RTL, Kabel 1, VOX und SAT.1 der sechste Privatsender, der untertitelte Sendungen für Hörgeschädigte zeigt. Zu Beginn bietet Sky etwa 20 Filme mit Untertiteln an. Später kommen monatlich mindestens 8 bis 10 neue “Highlights” dazu. Zusätzlich sollte vielleicht Bundesliga mit Untertitel ausgestrahlt werden. Ob und wie lange es dabei bleibt, ist noch offen. (Siehe Blogartikel zur Erinnerung: Sky bald untertitelreif?)

Billig ist das Filmvergnügen allerdings nicht: Bei normale “Sky Paket” sind 169 Euro für den Receiver fällig, um das Zerrbild entschlüsseln zu können. Dazu kommt noch das Abo, für das Sky monatlich 16,90 Euro (12 Monate) von Ihrem Konto abbucht. Aktivierungsgebühr natürlich nichts zu vergessen. Zum Technischen: Der Receiver wird über die Scart-Büchse angeschlossen.

Zum Angebot: Gestartet wird mit Filmen, die bereits auf DVD erhältlich sind, z.B. “Crazy, Stupid, Love” oder “Männerherzen”. Das Sky-Abo ist also ideal für Garfield-Naturen, die sich nicht von ihrem Filmsessel loseisen lassen und sich den mühseligen Gang zur Videothek ersparen wollen. Alle anderen gehen lieber weiter zum Verleiher und sehen sich als Erste den neuesten Filmknüller je nach Filmgeschmack an. Ganz frei und ungezwungen – und obendrein billiger…

 
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Geschrieben von - 28. August 2012 in Untertitel

 

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Sky (ehem. Premiere) bald untertitelreif?

Heute schlug die Stunde die Untertitelaktivistin Julia Probst: Der Pay-TV-Sender “Sky” gab überraschend an Julia Probst (siehe Twitter-Screenshot) bekannt, dass bei ihnen ab Herbst ausgewählten Spielfilme mit Untertiteln gezeigt werden! Was hat sich die Welt der Gehörlosen und Schwerhörigen gefreut!

Was mit ausgewählten Filmen damit gemeint ist, wird es vermutet, ob SKY mit exklusiven HD-Sendern zusammen mit hochauflösenden Kanälen von ARD und ZDF mit umfangreiche Untertitelangebote angeschlossen sein könnte und dabei mit Untertitel miterscheinen könnte. Könnte ein simpler Trick dahinter sein. Aber die Frage ist, ob Skymittel- oder langfristig Untertitel einsetzt und auch die unterschiedliche Paketkombinationen von Sky muss dabei besonders berücksichtigt werden, denn nicht alle Pakete von Sky bieten Untertitel an. Und Sky lebt bekanntlich für Minusgeschäfte. Im ersten Quartal des Jahres 2012 musste Sky mit einem Minus von 73 Millionen Euro einfahren, aber dafür erstmals seit vielen Jahren endlich im zweiten Quartal 2012 mit 23 Millionen Euro Gewinn. Mal schauen, wie es sich weiter entwickelt.

(Quelle: Screeshot-Aufnahme Twitter)

Hatte Premiere (heute Sky) damals Untertitel angeboten? Ja!

Damals vor etwa 8 Jahren wurde die Botschaft massenweise von Freund zu Freund verschickt, und viele Hörgeschädigte schlossen ganz schnell ein Abo bei Premiere ab, um in den Genuß von untertitelten Sendungen zu kommen. Man war sich einig: Premiere hat ein Herz für Gehörlose. Dass der Pay-TV-Sender aber hauptsächlich an Abonnenten gedacht hat, die englischsprachige Filme im O-Ton hören und dazu deutsche Untertitel lesen wollen, haben alle überhört…

Etwa ein Jahr später nach der Entstehung der UT-Ära im Bezahlfernsehen schlug die Stunde der Wahrheit: Premiere hatte zum Rotstift gegriffen und das Angebot an untertitelten Spielfilmen stark gekürzt. Gehörlose, die ein Premiere-Abo abgeschlossen hatten, waren entsetzt: Gibt es im Pay-TV bald keine untertitelte Sendungen mehr? Sie schickten an Premiere Faxe und Mails, ein Kunde bekam nach einem Monat folgende Antwort: “Wir haben die Untertitelung nicht eingestellt, sondern lediglich eingeschränkt. Hintergrund ist, dass das Interesse unserer Abonnenten an diesem Service zunächst nicht besonders groß zu sein schien.”, so Premiere damals in einer Mail…

Merkwürdigerweise bekam damals ein anderer hörgeschädigter Abonnent eine anderslautende Antwort: “Selbstverständlich würden wir Ihnen gern mehr Filme mit Untertiteln anbieten. Dies ist jedoch davon abhängig, ob wir die entsprechenden Lizenzen besitzen. Wann immer uns die Rechte für einen Film mit Untertiteln angeboten werden, greifen wir natürlich sofort zu und bemühen uns, diese Filme für Sie zu bekommen. In allen anderen Fällen dürfen wir – aus lizenzrechtlichen Gründen – diese Filme nicht mit Untertitel ausstrahlen.”

Hier verstrich zwischen Frage und Antwort eine Woche. Der Empfänger dieser Mitteilung fragte daraufhin in einem Forum ganz unschuldig: “Eine Woche? Heißt das, Premiere erhält das Fax und die Mitarbeiter versammeln sich und diskutieren miteinander, welche Antwort sie schreiben sollen – so lange bis alle sich einig sind?” Schön wär’s…

Die hörgeschädigten Abonnenten sollten dem Pay-TV-Sender aber trotzdem nicht blind vertrauen. Das Abo läuft immerhin 12 Monaten, und falls die Untertitel doch über Nacht aus Kosten- oder Vertragsgründen ganz gestrichen werden, ist das leider kein Grund zur vorzeitigen Kündigung…

 
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Geschrieben von - 23. August 2012 in Barrierfreiheit, Untertitel

 

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UT-Mission impossible

Jetzt ist wieder Diskussionen um Untertitel im besagten Kaffeeforum aufgelebt worden.

Das hochtrabende Ziel der Arbeitsgruppe ist die Erhöhung der Anteil an untertitelten Filmen im TV bis auf 100%…Ob auch Privatsender mitberücksichtigt werden, ist eine Frage der Zeit?

Steckt dahinter wieder nur “Viel Dichtung, wenig Wahrheit”? Höchstwahrscheinlich ja, denn Clubmitglieder sind folgende Vereine/Verbände: Deutsche Gesellschaft, der DGB (Dt. Gehörlosenbund), DSB (Dt. Schwerhörigenbund), die BHSA (Studentenverband der Hörg.), der Bundesgebärdendolmetscherverband und die Landesverbände. Das Treffen findet übrigens unter strengster Geheimhaltung und Ausschluß der Öffentlichkeit statt oder sogar separate Tagung mit Warteschlangekommunikation. Egal, viel Spaß beim Feiern und Prozentakrobaten!

Und: Warum man hierzulande TV-Sendungen nicht anständig untertiteln kann!

36 Zeichen passen in einen einzeiligen Videotext-Untertitel. Bei zwei Zeilen sind es 72 Zeichen – inklusive Interpunktion und Leerzeichen. Wenn der Untertitel fünf Sekunden eingeblendet bleibt, wäre das genug für ein zweistrophiges Kinderliedchen. Einen normalen Dialog in eine 72 Zeichen fassende Textbox unterzubringen, die fünf Sekunden lang angezeigt bleibt, ist nur ganz selten möglich. Im Fernsehen ist daher das Kürzen der Texte die Regel. Eine Politsendung mit schnellen Dialogen zu untertiteln ist ein Ding der Unmöglichkeit. Ist die Sendung live und muss der Untertitler die Dialoge sofort abhören und gleichzeitig (!) abtippen, korrigieren, kürzen, die Untertitel den Personen zuordnen, “einfärben” und schließlich in den laufenden Beitrag einblenden, wird das ein Himmelfahrtsjob …

Die hörgeschädigten Zuschauer zogen bekannterweise Fazit: Die Untertitel gaben die Dialoge nur bruchstückhaft wieder, wurden mit großen Verzögerungen eingeblendet oder der sprachlichen Qualität der Untertitel (einer sagt zu schweres Deutsch, einer sieht doofes Deutsch, einer meint schlechtes Deutsch, einer behauptet UT-Qualität ausreichend etc….).

Hatten die Untertitler erkannt, dass sie sich zu viel vorgenommen haben? Denn es ist kein Geheimnis, dass es selbst die schnellste Tippse der Welt nicht schaffen würde, das Feuerwerk an Dialogen mittels einer normalen Tastatur niederzuschreiben. Man ist übrigens ebenfalls der Meinung, dass es unmöglich wäre, “alle Äußerungen in einer Diskussion wie zum Beispiel “hart aber fair” vollständig wiederzugeben”. Der Pressesprecher des Senders NDR wurde noch deutlicher: “… (es gibt) aus dem Stand nicht genüg qualifizierte Untertitel-Redakteure, um ein solches Format jeden Sendungen (untertiteln) zu können …”.

Eine Alternative wäre, Schnellschreiber zu beschäftigen. Der Einsatz von Stenotypisten hat sich in den USA und Großbritannien bestens bewährt. Doch die Untertitelredaktionen im deutschsprachigen Raum weigern sich immer noch hartnäckig, auf das Stenosystem umzusteigen und schwören weiterhin auf archaische Methoden.  Dass oft stark gekürzt werden muss, nimmt man in Kauf – schließlich möchte man auch die weniger “lesekundigen Hörgeschädigten” erreichen, wie die Untertitelredaktionen gerne betonen. Ob aber diese Zielgruppe einige Sendungen guckt?

Dieses und letztes Jahr war es dann soweit – die verbesserte Untertitelqualität liefen ganz “offiziell” über den Bildschirm. Und wieder wurde der politisch interessierte hörgeschädigte Zuschauer enttäuscht. Genau wie in der Versuchsphase waren die Untertitel stark gekürzt, hinkten hinterher und alles andere als zufrieden stellend. Da kann man nur sagen: Mission gescheitert …

Eine gute Lösung würde so aussehen: Während der Live-Sendung werden die Dialoge von einem oder mehreren Stenotypisten niedergeschrieben. Gleichzeitig erscheinen die vollständigen Texte als dreizeilige Untertitel auf dem Bildschirm – maximal drei Sekunden lang. Wird die Sendung am nächsten Tag als Wiederholung mit Untertiteln gezeigt, könnte vor der Ausstrahlung ein UT-Redakteur die Gesprächsfloskeln in den Untertiteln auslassen und die Texte auf 2 Zeilen trimmen – der besseren Lesbarkeit wegen. Dadurch wäre beiden Nutzergruppen gedient: Die Turboleser und die Alles-ganz-genau-wissen-Wollenden bekommen während der Live-Übertragung die vollständige UT-Fassung. Am nächsten Tag können die Gemütlicheren und die “weniger lesekundigen Hörgeschädigten” sich entspannt zurücklehnen und die für die Wiederholung bearbeiteten Untertitel in aller Ruhe lesen. Bleibt nur zu hoffen, dass dieser Vorschlag bald Gehör findet.

 
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Geschrieben von - 17. Mai 2012 in Untertitel

 

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Die Untertitel-Fabrik

Eine Sendung oder einen Film mehrmals hintereinander ansehen, was nicht sehr spannend klingt, ist für manche Leute ein normaler Job. Wie für die mehrere MitarbeiterInnen, die beim Bayerischen Fernsehen beschäftigt sind. Immerhin dürfen Untertitlern die Arbeit mit nach Hause nehmen. Die anderen müssen täglich beim BR vorbeikommen. Nach WDR haben wir uns einen Einblick über ihre Arbeit verschafft.

Ähnlich wie bei WDR muss auch ein Untertitler einen Film mehrmals ansehen. Es wird Schwerstarbeit abverlangt: das Film wird ständig vor- und zurückgespült. Daher werden oft vom Film eine oder mehrere Kopien angefertigt. Die Dialoge müssen wieder und wieder abgehört werden, damit die Untertitel an der richtigen Stelle eingeblendet werden können. Moderne Anlagen erleichtern die Arbeit zwar erheblich, doch Untertitler müssen nach wie vor viel Aufmerksamkeit und Geduld mitbringen.

Für eine Dokumentation, die 45 Minuten lang ist, braucht eine Untertitlerin mehrere Stunden sogar auch bis zu 2 Tage. In den beiden Tagen muss sie stundenlang vor dem Monitor sitzen und die Untertitel schreiben. Anschließend wird bei der Endkontrolle nach Tippfehler gesucht und auf richtige Grammatik geprüft. Manchmal reicht für eine 30-Minuten-Sendung nur ein Arbeitstag. Einfacher wird es, wenn eine Textvorlage vorhanden ist, von der man abschreiben kann. Aber nur ein bisschen einfacher, da die Dialoge aus der Textvorlage auch bearbeitet werden müssen. Richtig anstrengend wird es, wenn die Sendung untertitelt werden soll. Dann braucht man mindestens 2 Tage, da keine Textvorlage vorhanden ist und fachchinesische Fachbegriffe richtig verstanden werden wollen.

Insgesamt werden nur 1/3 der Untertitel neu produziert, der Rest stammt aus Wiederholungen oder wird von anderen Sendern übernommen. Die Planung steht – es kommt sehr selten vor, dass eine Sendung spontan untertitelt wird. Manchmal treffen Filmwünsche beim TV-Anstalten ein, obwohl der Sender gar nicht dafür zuständig ist. So haben sich tatsächlich gehörlose Leute per Twitter, siehe https://twitter.com/Clatschia/statuses/188563311669944321 gemeldet und wünschten sich, dass “Die Rosenheim-Cops” in ZDF untertitelt werden soll…

Eigentlich könnten sich die Redakteure die vielen Stunden sparen und eine Sendung live untertiteln. Wie es beispielsweise in Großbritannien üblich ist. Doch Spontan-Untertitelung ist wegen der Struktur der deutschen Sprache nicht möglich (siehe ältere Bericht). Die Sätze können wegen der Beschränkung auf zwei Zeilen sinnverdreht erscheinen. Jemand sah sich in England eine Sendung an, die nach dem Stenoprinzip untertitelt wurde. Die Untertitel “scrollen” über den Bildschirm. Manchmal fügen die Schnellschreiber noch eilig die Wörter ein, die sie beim Tippen überhört haben. Dies führt dazu, dass der Text sich verändert oder verschiebt, was den Zuschauer eher verwirrt. Wie die Engländer wohl in der PISA-Studie abgeschnitten sind…?

Warum die einkommensstarke Behinderten ab 2013 ein Drittel Rundfunkgebühren (GEZ) zahlen müssen? Es gibt in Deutschland keine Sponsoren oder zusätzliche Geldgeber für. Grosszügig: in der Schweiz werden die Untertitel vom Sozialministerium bezahlt, in den USA von Konzernen wie AT&T oder General Motors gesponsert. In Amerika läuft übrigens wieder mal ein heftiger Protest. “Ein paar Reklamesendungen während des Super Bowls (siehe zum Beispiel Finalspiel American Football) werden nicht untertitelt!” (Orginal-Kommentar aus dem amerikanischen Forum: “I don’t f***ing understand why all Super Bowl ads DO NOT have subtitles available… This is absurd and a disrespect to the deaf community.”) Die haben Probleme…..

 
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Geschrieben von - 10. April 2012 in Untertitel

 

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Untertitel rein, Dolmetscher raus!

Untertitel können alle Gehörlosen lesen (ja, die meisten können trotz sehr hohe Analphabetenrate laut Ralph Raule doch lesen!). Und die sind sowieso billiger und pflegeleichter als Dolmetscher.

Eine Sendung nur für einige wenige Gehörlose, die in Wirklichkeit weder an der Sendung, noch am Dolmetschen interessiert sind. Wer hat also was davon? Gehörlose nicht, Schwerhörige schon gar nicht. Bleiben nur noch Dolmetscher. An Gehörlosen lässt sich eben sehr gut verdienen, das war schon immer so und wird immer so sein.

Es gab schon Diskussionen und das Thema ist bis heute wie immer noch unverändert geblieben. Siehe: http://www.gl-cafe.de/viewtopic.php?f=220&t=31708&

Damals weiß man noch, wo man in GL-Cafe eine Umfrage startete: Wollt ihr lieber Dolmetscher oder Untertitel (Tagesschau bei ARD oder “Phönix”). Viele haben für Untertitel (also ARD) gestimmt…

Und immer mehr Gehörlosen und Schwerhörigen gucken gerne DVDs/BluRays mit Untertitel und TV ist bald out, während die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD & ZDF die Marktanteilverluste klagen. Siehe: http://www.stern.de/kultur/tv/oeffentlich-rechtliches-quotendebakel-was-sich-bei-ard-und-zdf-aendern-muss-1769944.html

 

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Untertitel ist wirklich nicht immer einfach. – Teil 2

Wie bereits berichtet, war das Thema die 100% Untertitel-Forderung nie immer einfach gewesen.

Lange Zeit war die “Tagesschau” die einzige Nachrichtensendung, die untertitelt wurde. Im Juni 2001 beschloss das ZDF, die “heute”-Ausgaben ebenfalls mit Untertiteln auszustatten, sehr zur Freude der hörgeschädigten Zuschauer. Nun kann man sich die Lieblings-Nachrichtensendung aussuchen oder beide hintereinander ansehen – mit “zwei” sieht man ja besser…

Beim ZDF kommt eine Spracherkennungssoftware zum Einsatz. Die Texte werden diktiert und dann eingetippt. Allerdings werden die Moderationstexte dabei “übersetzt”, das heisst die Texte werden verkürzt. Damit will man Rücksicht auf alle hörgeschädigten Zuschauer nehmen.

In den USA und Großbritannien dagegen werden alle Sendungen, auch Filme, 1:1 untertitelt. Warum macht in Deutschland was falsch? Das System in den USA ist ganz anderer Natur mit einem ganz anderen Anspruch: Da wird 1:1 übersetzt – egal, ob es vom Zuschauer aufgenommen werden kann oder nicht. Unser System verspricht mehr Hilfestellung und Einordnung, um das Gesehene und das “Nichtgehörte” zu verstehen.

Interessant ist auch die Zitat: ”Die Untertitel-Werkstatt Münster GmbH hat sich entschlossen, sich im Niveau auf die sprachlich weniger kompetente Gruppe der Gehörlosen einzustellen” – beim Ton allerdings wird keine Rücksicht auf die “sprachlich weniger kompetente Gruppe” genommen.

Quelle: http://www.taubenschlag.de/cms_pics/Diplomarbeit%20Andrea%20Kraus.pdf (Siehe Seite 42)

Was denken wir eigentlich über die interessante Zitat von Untertitel-Werkstatt? Es ist doch so, wir wissen immer, dass die Untertitelung von sehr unterschiedlichen Zuschauergruppen genutzt wird. Da sind zunächst einmal die von Geburt an Hörgeschädigten, dann jene, die im späten Alter ertaubt sind und auch sehr viele Personen, deren Gehör nicht mehr so gut ist, und die ebenfalls zum besseren Verständnis die Untertitel zuschalten. Die Bedürfnisse dieser doch sehr unterschiedlichen Gruppen unter einen Hut zu bringen, ist nicht einfach. Aber auch wir tendieren dahin, unser Niveau eher der sprachlich weniger kompetenten Gruppe anzupassen, also den von Geburt an Hörgeschädigten.

Noch brisanter: “Öffentlich-rechtliche Rundfunkanbieter müssen langfristig alle, bis zum Jahr 2012 die Hälfte ihrer Programmangebote untertitelt oder mit Gebärdendolmetschern anbieten”
Quelle: http://sign-dialog.de/2008/01/16/schleswig-holstein-50-untertitel-bis-2012/

Haben wir richtig gelesen? 50% mit Gebärdendolmetschern aller öffentlich-rechtliche Rundfunkanbieter? Das ist  hammerstarker Tobak und reinste Illusion, wenn es um Lesefähigkeit von betrifft. Klar ist doch, dass die Gehörlosen nicht lesen können und lieber auf die heilige Gebärdensprache widmen wollen, deshalb verkaufen die Politiker und die Medienlobbyisten uns alle für dumm und haben uns alle frech belogen. Das wird auch in mehreren Jahren immer so bleiben.

Anderes Beispiel: ”Die Untertitelquote liegt in den acht Ländern, die diese Frage beantwortet haben, bei öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten bei durchschnittlich 37%, bei privaten im Durchschnitt bei knapp 13%, wobei in Estland sogar 50% der Sendungen im Privatfernsehen untertitelt werden, in Deutschland, Finnland, Island und der Schweiz dagegen 0%. Für das öffentlich-rechtliche Fernsehen beträgt die Untertitelquote 70% in Finnland und 0% in Litauen.”

Quelle: http://www.gehoerlosen-bund.de/dgb/images/stories/pdfs_international/EU_Vergl_auswertung_101028.pdf

Viele gehörlose Deutsche träumen von finnische Bildung, nur weil in Finnland dank bessere Untertitelquote und PISA-Studie Vorkämpfer Europas für hörbehinderte Menschen ist. Falsch gedacht, leider ist in Finnland trotz tolle PISA-Ergebniss und Untertitelquote, wird die Arbeitslosigkeit für hörbehinderten Menschen meistens ein großes Problem bleiben. Sage und schreibe 24 % Prozent Arbeitslosequote für hörbehinderte Menschen, fast annähernd so hoch wie in Deutschland!!! Siehe Bericht aus Finnland.

Zum Thema Forderung 100%-Untertitel von Hörgeschädigten: Viele hörgeschädigte Zuschauer verlangen mehr Untertitel. Doch wir wissen dass die Herstellung sehr teuer ist. “Konkurrenz belebt das Geschäft” – sollte der Wettbewerb nicht verstärkt werden, damit die Untertitelung günstiger wird? Die Fernsehsender sehen in der Untertitelung vor allem eine sehr wichtige Dienstleistung für die Gehörlosen und soziale Verpflichtung ihnen gegenüber. “Wettbewerb” wird die Preise wahrscheinlich kaum günstiger machen, wohl aber möglicherweise eine stärkere Nachfrage. Aber auch wenn es mehr Sender gäbe, die ihr Programm untertiteln, wird es ein teures Geschäft bleiben.

 
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Geschrieben von - 26. Februar 2012 in Barrierfreiheit, Untertitel

 

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Nicht ganz einfach! – Untertitel, Beispiel ORF – Teil 1

Prompt bekam ich Kritik via Twitter von @EinAugenschmaus, sie meinte, ich schiebe das Team “Aktion-Untertitel” (vor kurzem mein Blog berichtet) die Schuld wegen Untätigkeit zu. Ok, alles Ansichtssache!

Früher schalteten die gehörlose Fernsehzuschauer aus Süddeutschland gerne zum ORF1 um, da der Sender aus dem Alpenland die Filmfans mit Top-Spielfilmen und Blockbustern verwöhnte und ich als Nordrhein-Westfale konnte die Sender aus Österreich nicht empfangen und damals konnte ich trotz mangelnde TV-Glotze und Untertitelquote prima leben, weil früher war es noch geselliger. Ein weiterer Vorteil für Süddeutsche, ich gönne die Süddeutsche gerne. Nur zu! Mein Respekt für Süddeutsche Gehörlose die gerne zu Hause einsam leben und Ruhe haben möchten.

Als öffentlich-rechtlicher Fernsehsender muss der ORF auf Werbeunterbrechungen verzichten. Die Privatsender gönnten den Österreichern den Erfolg natürlich nicht.

Zur Erinnerung: Die Folge nach einem langen Streit: ORF1 hatte den Vertrag gekündigt und zog sich aus dem Kabelnetz zurück. Die Ferngucker aus Süddeutschland bekamen den Verlust deutlich zu spüren, vor allem die Hörgeschädigten. Denn der Sender hat das Untertitel-Angebot stark ausgebaut. Und da wenigstens ORF2 weiterhin für uns “Ausländer” zu empfangen ist, kommen auch die Süddeutsche in den Genuss von Sendungen mit Teletext-Untertiteln.

Um eine Vorstellung von der Arbeitsaufwand bei der Herstellung von Untertiteln zu bekommen.

Die deutsche Untertitel werden ausschließlich von der Untertitel-Redaktion des ORF produziert. Im Austausch mit den öffentlich-rechtlichen TV-Sendern in Deutschland und der Schweiz übernehmen ORF aber immer wieder UT, die von Firmen hergestellt wurden, etwa von der Untertitel-Werkstatt Münster.

Bei den meisten Spielfilmen ist es kein allzu großes Problem, die Dialoge (fast) wörtlich zu bringen. Bei Reportagen und Live-Übertragungen sieht das schon anders aus. Das hat auch mit der Struktur und dem Aufbau der deutschen Sprache zu tun. Das Englische eignet sich besser dafür, weil man schon zum Beginn des Satzes weiß, wie es weitergeht. Es ist ein Unterschied, ob ich lese “Mr. Bush does not want to start the war …..” oder “Präsident Bush will den Krieg … (blablabla) … nicht beginnen.” Man kennt sich erst am Ende des Satzes aus, da steht aber längst der nächste Text auf dem Schirm und will gelesen und verstanden werden.

Live-Untertitel (Nachrichten, Sport) werden/könnten in Zukunft mehr und mehr mit Hilfe von Spracherkennungssystemen produziert werden.

Ein Mitarbeiter aus der Branche hat einmal gesagt: “Die Hörbehinderten wollen in den Untertiteln ALLES lesen, das aber möglichst einfach und langsam.” Das ist nun mal Fakt, wie bereits berichtet.

ORF finanziere mit einem Budget nur die Autoren, die Anschaffung von Hard- und Software wird vom Technik-Budget getragen. Privatfirmen, die Untertitel produzieren, müssen natürlich von der Raummiete über Energiekosten bis zu den Kosten für die Geräte alles in den Minutenpreis hineinkalkulieren. Sehr teuer! Untertitel kann Verlustgeschäften führen.

Weitere Problem: Da gibt es riesige Unterschiede in der Sprachkompetenz. Schwerhörige und Spätertaubte haben im Umgang mit der Sprache in der Regel weniger Probleme als Taubgeborene. Wir müssen aber die ganze Gruppe der Hörbehinderten ansprechen. Das heißt: die einen nicht unter-, die anderen nicht überfordern. Nicht ganz einfach! Siehe Masterarbeit von einem Schweizer Einheitliche Untertitel für Hörgeschädigte im deutschsprachigen Fernsehen – Chance oder Utopie?”

 
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Geschrieben von - 23. Februar 2012 in Barrierfreiheit, Untertitel

 

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Untertitel Streit zwischen “Untertitel-Politikern” und “Unteritel-Experten”

“Untertitel-Politiker” und “Untertitel-Experten” sollen die Untertitel-Politik Deutschlands reformieren. Dazu sitzen sie seit 5 Jahren Jahren in der Untertitel-Kommission „100% Untertitel für alle“ oder im Internet zusammen. Herausgekommen ist bislang wenig, Besserung ist nicht in Sicht.

Jens Grehl sagte: Die 12,6% UT-Quote scheint mir nicht ganz aktuell zu sein. Oder schließt die Quote auch die privaten Sender mit ein? ARD kam im Januar 2012 auf über 50% UT. Immer noch viel zu wenig, aber schon eine deutliche Steigerung. s. auch https://plus.google.com/u/0/116525056399951725047/posts/b32VHsf6VQd

Julia Probst sagte: @Jens: Das stimmt so nicht – wir von Aktion Untertitel haben das herausgerechnet und auf die Zahlen auf das Jahr hochgerechnet. Das, was du ausgerechnet hast, ist wieviel die einzelnen Sender an Untertitel produzieren, darunter sind aber auch extrem viele Wiederholungen! Guck mal hier: http://3.bp.blogspot.com/–3rCDCvb6ck/TePp3YtcMiI/AAAAAAAABC0/-LjaxSnV0Vw/s1600/UT-Statistik_Ostern2011_1.jpg Aber auf Jahr heruntergerechnet, ist es eben sehr viel weniger!

Quelle: http://meinaugenschmaus.blogspot.com/2012/02/die-roten-flaggen-gehen-hoch-bei-den.html#comment-form

Selbst beide Arbeitskreise Sign-Dialog und Aktion-Untertitel sind nahezu machtlos, wie sie weiter vorgehen wollen, falls ab 2013 GEZ-Gebühren eingeführt werden sollen.

Was sehr interessant ist, wollen das Team um Aktion-Untertitel angeblich in Bayern und Nordrhein-Westfalen, da beide Bundesländern bereits mindestens 700 registrierten Unterzeichner überschritten haben und danach die Presse einschalten wollen. Bis jetzt ist es nichts daraus geworden. http://www.aktion-untertitel.de/cms/index.php?Itemid=66

Die Wahrheit, wo das Problem wirklich liegt, kennt nur in meinem Hinterkopf. :)

 
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Geschrieben von - 23. Februar 2012 in Barrierfreiheit, Untertitel

 

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Lesekompetenz á la Ralph Raule

Interessant!

Während 96 % der Schwerhörigen angaben, gut (21 %) bis sehr gut (75 %) lesen zu können, waren es bei den Gehörlosen 89 % (45 % bzw. 44 %) und 100 % bei den Spätertaubten (46 % bzw. 54 %).

Quelle: http://www.taubenschlag.de/cms_pics/Masterarbeit%20-%20Einheitliche%20Untertitel%20fuer%20Hoergeschaedigte%20im%20deutschsprachigen%20Fernsehen%20-%20Chance%20oder%20Utopie.pdf (Siehe Seite 47)

Die Statistikwerte aller Hörgeschädigten-Gruppe ist schon überraschend zu erkennen, eigentlich können die Spätertaubten und Schwerhörigen besser lesen als die Gehörlosen. Die Werte von Schwerhörigen ist klar, aber die Spätertaubte liegen die Werte sehr ähnlich wie bei den Gehörlosen. Normalerweise können die Spätertaubte schon geschriebenes Deutsch Lese- und Sprachverständis mit Hörenden besser mithalten als die Gehörlose, was laut bewiesene Studie von einem Schweizer doch nicht der Fall ist. Trotzdem wenn ich in diversen Foren von und für Gehörlose lese, wie sie mit der Schreibsprache umgehen, stehen mir die Haare zu berge. Immerhin kann man mit schreib- und leseschwache Gehörlosen schriftlich kommunizieren trotz spärlichen Hintergrundverständnis genauso wie die Untertitelqualität.

Vielleicht hat Herr Raule mit ihrem immer noch legendären Spruch “Es ist nämlich ein verbreiteter Irrtum das Gehörlosen lesen können“ offensichtlich mit Spätertaube statt Gehörlosen in Sachen Lese- und Sprachkompetenz irrtümlich geforscht oder aller Hörgeschädigtengruppen nicht richtig gelesen bzw. eingeschätzt.

 

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Einblick in die Arbeit der Untertitelredaktion

Vor rund 30 Jahren hat der Westdeutsche Rundfunk seinen Videotext-Dienst gestartet. Kurz danach wurde beim WDR die erste untertitelte Sendung ausgestrahlt. Die Untertitel wurden jedoch nicht vom Sender selbst, sondern von der Untertitelwerkstatt Münster erstellt. Damals war das Angebot an untertitelten Filmen recht bescheiden, von der Untertitel-Qualität ganz zu schweigen. Mit der Zeit stattete der Kölner Sender immer mehr Sendungen mit Untertiteln aus, die von der hauseigenen Untertitel-Redaktion erstellt wurden. Heute beträgt die Quote an untertitelten Sendungen beim WDR rund 45 Prozent, Tendenz positiv steigend und bei Feststellung vollkommen ausreichend.

Der Untertitel-Job ist nicht einfach: Der Westdeutsche Rundfunk sendet viele moderierte Beiträge, die sehr dialoglastig sind. Das erfordert von den Untertitlern neben viel Tipparbeit auch eine hohe Konzentration. Aufwendige Technik und versierte Mitarbeiter in einem eingespielten Team machen es jedoch möglich, dass die Untertitel ziemlich nah am gesprochenen Originaltext bleiben.

Warum eigentlich bemüht sich der WDR, so viele Sendungen wie möglich zu untertiteln? Das erklärt die Redaktion natürlich mit “Barrierefreiheit” …

Ein Blick in die Redaktion
Im dritten Stock des WDR-Gebäudes am Appellhofplatz befindet sich der Programmbereich Internet, zu dem auch die Videotext- und Untertitelredaktion gehört, für die Marianne Wegmann zuständig ist. Hier arbeiten knapp 50 Mitarbeiter. In Frau Wegmanns Büro laufen nicht nur zwei Computer zur Kontrolle des Videotext-Inhaltes, sondern auch zwei Fernseher. Die Untertitelseite 150 ist ständig zugeschaltet. Auf diese Weise kann die Redaktionsleiterin die Arbeit der Untertitler immer im Auge behalten. Geregelte Arbeitszeiten kennt Marianne Wegmann nicht. Der Beruf erfordert es, dass die Leiterin öfters auch abends oder am Wochenende im Büro bleiben muss.

Die “herkömmliche” Untertitelung 
Die Untertitel werden in zwei kleinen Senderäumen erstellt. Beide Zimmer sind voll gestopft mit Abspielgeräten, Fernseh- und Computerbildschirmen, PCs und Druckern. Ständig trudeln DVDs mit Dokumentarfilmen oder Serienfolgen ein, die untertitelt werden sollen. Wenn keine Dialogliste vorliegt, müssen die Filme abgehört und alle gesprochenen Texte rausgeschrieben werden. Ein Mitarbeiter benötigt im Schnitt einen Tag, um eine 45 Minuten lange Sendung zu untertiteln.

Die Live-Untertitelung
Um 18:50 Uhr beginnt die 40minütige Nachrichtensendung “Aktuelle Stunde” (AKS), die live untertitelt werden muss. Im Senderaum sitzen drei Untertitler (Untertitel-Sprecher und Untertitel-Producer) und warten auf ihren Einsatz. Das Schwierige an dem Untertitelungsjob: Die “Aktuelle Stunde” enthält nicht nur die Moderation, sondern auch viele Filmbeiträge und zahlreiche Interviews. Häufig liegt keine Dialogliste vor. Daher haben die Untertitelredakteure in den Stunden vor der Ausstrahlung der “AKS” die gesprochenen Texte rausschreiben müssen. Da manche Ausschnitte erst während der Sendung eingespielt werden sollen oder die Zeit einfach zu knapp ist, können die Mitarbeiter nicht zu jedem Beitrag eine Dialogliste erstellen. Daher kommt für die Untertitelung der “Aktuellen Stunde” auch eine Spracherkennungssoftware zum Einsatz.

Die drei Untertitler schauen gebannt auf die Bildschirme. Es ist 18:51 Uhr. Die “Aktuelle Stunde” ist bereits auf Sendung. Jan Eidens behält nicht nur die Moderatoren im Blick, sondern auch die scheinbar endlos lange Liste mit den gespeicherten Dialogtexten zu der “AKS”. Seine Kollegin hört über Kopfhörer den beiden Nachrichtensprechern aufmerksam zu. Sie hat schließlich die Aufgabe, die vorbereiteten Untertitel während der laufenden Sendung ein- und auszublenden, was auch “Spotting” genannt wird.

Die Uhr zeigt jetzt 19:00 Uhr, die “Aktuelle Stunde” läuft seit 10 Minuten. Ein Interview wird in die Sendung eingeblendet. Es gibt dazu keine Dialogliste, also konnten keine Untertitel vorbereitet werden. Daher unterbricht Urte das Spotting. Jan Eidens reagiert in Sekundenschnelle und beginnt, die gesprochenen Dialoge aus dem Interview ins Mikrofon zu diktieren. Die Software wandelt das Gesprochene in Schrift um. Jan bricht noch schnell die Zeilen um und schickt die gerade erstellten Untertitel per Mausklick in die laufende Sendung. Dabei behält er die Sendeliste der “Aktuellen Stunde” ständig im Auge, denn gleich wird wieder ein Filmbeitrag gesendet, zu dem die Untertitel vorbereitet wurden. Als es soweit ist, signalisiert Jan mit einer Handbewegung seiner Kollegin, dass sie mit dem Spotten fortsetzen kann.

In den vierzig Minuten – so lange dauert die “Aktuelle Stunde” – müssen die Untertitler zigmal spontan reagieren und schnell zwischen dem Spotten der vorbereiteten Untertiteln und Spracherkennung wechseln. Gelegentlich wird auch improvisiert, vor allem wenn aktuelle Beiträge live eingespielt werden. Der Zuschauer soll schließlich so wenig wie möglich von der Hektik im Senderaum mitbekommen. Die Untertitelung verläuft jedoch nicht ganz reibungslos. Vor allem wenn der Untertitler während des Spottings merkt, dass der Zeilenumbruch nicht optimal war, da die Sprecher zu schnell abwechseln. Dann müssen die Untertitel schnell hintereinander in die Sendung ein- und wieder ausgeblendet werden.Und wenn im Fernsehen mal lückenhafte Untertitel zu sehen sind, hängt das meistens damit zusammen, dass in der Dialogliste ein paar Zeilen gefehlt haben oder beim Abhören “vergessen” wurden.

Es kommt auch vor, dass der Beitrag kurz vor der Ausstrahlung noch einmal abgeändert wurde und die vorbereiteten Untertitel nicht mehr zum Inhalt passen. Wenn im Senderaum kein Kollege für die Spracherkennung zur Verfügung steht, werden die Untertitel einfach ausgelassen. Bei einer Untertitelung per Stenosystem wie in den Vereinigten Staaten sind Zwischenfälle dieser Art ausgeschlossen, da die Dialoge während der laufenden Sendung rausgeschrieben und sofort Wort für Wort in die rollenden Untertitel eingeblendet werden. Jedoch hat das Stenosystem auch seine Tücken …

Spracherkennung versus Stenografie
In der Untertitelredaktion des Westdeutschen Rundfunks wird mit normalen Computerkeyboards und einer Spracherkennungssoftware gearbeitet. So genannte Stenotypisten, die mittels einer Spezialtastatur synchron zur Sendung das Gesprochene niederschreiben, werden nicht beschäftigt. Auch wenn viele Hörgeschädigte glauben, dass Stenotypisten zur Untertitelung wie geschaffen wären: Solche Vorhaben würden daran scheitern, dass es kaum noch Stenotypisten gibt. Der Beruf scheint ausgestorben zu sein. Ein weiteres Hindernis ist die Struktur und Aufbau der deutschen Sprache.

Die Zukunft liegt bei der Spracherkennung, meint Marianne Wegmann. Das System werde sich weiter verbessern, sodass die Untertitelung noch einfacher werde. Statt die Dialoge mühsam abzuhören und mit hoher Geschwindigkeit niederzuschreiben, werde der Redakteur in Zukunft dank ausgereiften Spracherkennungsprogrammen nur noch die im Film gesprochenen Texte in das Mikrofon diktieren müssen. Die zeitaufwendigen Tipparbeiten würden wegfallen. Dialoglisten könnten auf diese Weise in kurzer Zeit erstellt werden.

Der WDR macht nicht alles selbst
Auch wenn der WDR sich bemüht, möglichst viele Sendungen zu untertiteln, es ist einfach zu viel Arbeit. Daher werden für die Untertitelung der Spielfilme andere Firmen beauftragt. Darüber hinaus findet ein Austausch der Untertiteldaten statt. Wenn ein anderer Sender zu einem Film die Untertitel schon erstellt hat, kann die WDR-Redaktion diese anfordern. Obwohl nicht alle Videotextredaktionen wie der WDR mit der Untertitelungssoftware der Firma FAB arbeiten (z. B. der HR oder der ARD-Text untertiteln mit anderen Programmen), lassen sich in vielen Fällen die Untertiteldateien problemlos einspielen.

Die Tagesschau wird ebenfalls nicht vom WDR untertitelt, auch wenn sie auf dem Kanal des Kölner Senders zu sehen ist. Für diese Nachrichtensendung ist der NDR zuständig, auch die Untertitel zur Tagesschau werden in Hamburg erstellt. Zudem müssen die Wiederholungen in den Vormittagsstunden natürlich kein zweites Mal untertitelt werden

Untertitel im Web
Seit der Geburt des Web 2.0 begannen die Fernsehsender, Portale mit online abrufbaren Sendungen einzurichten (so genannte Mediatheken). WDR ist zurzeit der einzige Sender, der seine Onlineinhalte untertitelt. Einige im Internet bereitgestellte Sendungen wie “hart aber fair” enthalten hingegen keine Untertitel, obwohl sie während der Ausstrahlung live untertitelt wurde. Dafür hat Frau Wegmann folgende Erklärung:

“… Als wir Ende 2006 das Programmangebot WebTV mit Gebärdendolmetscher zusammengestellt haben, wurde die Sendung “hart aber fair” noch nicht untertitelt, sodass wir für diese Sendung nur die Übersetzung in Gebärdensprache eingeplant haben. Seit Januar 2008 produzieren wir auch Live-Untertitel für “hart aber fair”. Diese sind naturgemäß nicht so perfekt wie vorbereitete Untertitel. Wir gehen davon aus, das zeigen uns auch die Reaktionen unserer Zuschauer, dass kleinere Fehler bei einer Live-Untertitelung toleriert werden. Würden wir diese Live-Untertitel für das WebTV anbieten, müssten wir diese nachbearbeiten und dafür stehen uns derzeit keine Kapazitäten zur Verfügung. …”

Apropos Gebärdendolmetscher im WebTV: Ob das eine gute Idee war, sei dahingestellt. Die Gebärdensprache ist regional unterschiedlich. Gehörlose in NRW verwenden für ein und dasselbe Wort andere Gesten als in Bayern und in den restlichen Bundesländern. Es kommt durchaus vor, dass auch von Stadt zu Stadt innerhalb des Ruhrgebiets unterschiedlich gebärdet wird. Daher sind Gebärdendolmetscher im Fernsehen selten sinnvoll. Warum der WDR diesen Service dennoch bietet, darüber kann man nur rätseln. “Barrierefreiheit” ist hier jedenfalls kein plausibler Grund.

… und was wird untertitelt?
Die Wahl, welche Sendungen untertitelt werden sollen, trifft die Redaktion. Eine Rücksprache mit Hörgeschädigtenverbänden findet nicht statt. Werden eigentlich manchmal Zuschauerwünsche erfüllt? Das sei bei dem heutigen Angebot eigentlich gar nicht nötig, meint Frau Wegmann. Es werde zurzeit so viel untertitelt, dass praktisch jede Sparte – wie zum Beispiel Gesundheitsmagazine, Talkshows, Nachrichtensendungen und Soaps – abgedeckt werde.

An den Service des WDR haben sich die hörgeschädigten Untertitelnutzer schon so gewöhnt, dass das Feedback bescheiden bleibt. Trotzdem erhält die Redaktion bis heute noch Dankesschreiben, natürlich vorwiegend von den älteren Zuschauern. Die Jüngeren nehmen die Untertitelung des Programmes eher als selbstverständlich hin. Allerdings hat der WDR keine sicheren Quellen, wie häufig und von wem die Untertitel genutzt werden. Eine so genannte Untertitel-Einschaltquoten-Box existiert nicht.

Warum eine 1:1-Untertitelung nicht (immer) sinnvoll ist
Einige gehörlose und schwerhörige Zuschauer fordern lautstark eine 1:1-Untertitelung. Den Wunsch wird der WDR (vorerst) nicht erfüllen. Die Untertitelredaktion bleibt jedenfalls auf dem Mittelweg: Man werde die gesprochenen Texte weiterhin von überflüssigen Floskeln befreien und gekürzt wiedergeben. Dabei sollen die Untertitel weiterhin so nah wie möglich am “Original” bleiben. Ein Beispiel ist die fröhliche Sendung “Der Popolskis”: Der pseudo-polnische Akzent und die Grammatikschwächen der “Osteuropäer” werden in den Untertiteln unverändert wiedergegeben.

Was darüber hinaus noch gegen eine 1:1-Untertitelung spricht: Es gibt eine schweigende Mehrheit, die die Untertitel in aller Ruhe lesen möchte. Die öffentlich-rechtlichen Sender in den USA (ohne Rundfunkgebühren im Gegensatz zu hier in Deutschland, falls die deutsche RF-Gebühren für behinderten Menschen ab 2013 endgültig beschlossen wird) bieten den hörgeschädigten Fernsehzuschauern zwar ein wortgenau untertiteltes Programm. Aber das Gestöhne in den englischsprachigen Ländern wird immer lauter: Die Untertitel rollen so schnell über die Bildschirme, dass man mit dem Lesen kaum noch nachkomme, gerade für hörgeschädigten und andere Menschen mit schwächere Lesefähigkeit ein großer Nachteil.

DVD und TV – die Unterschiede
Befürworter einer 1:1-Untertitelung weisen auch gerne auf das Medium DVD hin. Die Filme auf den Silberscheiben sind in der Tat oft nah am gesprochenen Original untertitelt. Man darf aber nicht vergessen: Der DVD-Player bietet die Möglichkeit, den Film vor- und zurückzuspulen, um noch mal einen Blick auf die schnellen Untertitel zu werfen. Eine laufende Sendung kann man hingegen nicht stoppen.

Gelegentlich wenden sich die hörgeschädigten Zuschauer an die Sender mit dem Vorschlag, die Untertitel von den DVDs zu nehmen. Technisch wäre dies problemlos möglich. Doch die komplizierten Lizenzrechte machen einen Strich durch das Vorhaben. Außerdem müssten die DVD-Untertitel redaktionell nachbearbeitet und auch gekürzt werden. Denn auf einer DVD kann eine Untertitelzeile 45 Buchstaben lang sein, im Videotext-Untertitel passen hingegen nur 38 Buchstaben in eine Zeile.

100-Prozent-Untertitelung und das Untertitel-Gesetz – was sagt der WDR dazu?
Auch wenn der WDR einer 100prozentigen Untertitelung, wie vielerorts verlangt wird, immer näher rückt – das komplette Programm kann derzeit nicht vollständig untertitelt werden. Die Gründe sind unterschiedlich. Ein Beispiel sind die elf verschiedenen Lokalzeit-Sendungen, die zeitgleich auf nur einem Kanal ausgestrahlt werden. Die Untertitel können aber nicht auf die elf Sendegebiete “aufgesplittet” werden. Es heißt nach wie vor: “Ein Kanal, ein Untertitel”. Wenn der WDR trotzdem “Lokalzeit Köln” untertiteln würde, hätten beispielsweise die Zuschauer der “Lokalzeit-Duisburg” die Untertitel zu der Kölner Sendung zu lesen bekommen …

Unsere Frage an Frau Wegmann: “Was meinen Sie, wird in absehbarer Zeit ein Untertitel-Gesetz kommen?” Erst Schweigen, dann ein Lächeln. “Ich weiß es nicht”, lautet die kurze Antwort. Zu brisant ist das Thema, zu utopisch die Forderung.

Sollten die Ministerpräsidenten demnächst im Rundfunkstaatenvertrag tatsächlich festlegen, dass die öffentlich-rechtlichen Sender zu einer 100prozentigen und 1:1-Untertitelung verpflichtet werden sollen, dann stünde der WDR zwar vor einem ernsten, aber lösbaren Problem. Auch der NDR schafft gerade die Grundlage für einen weiteren Ausbau der Untertitelung. Welche Folgen das Gesetz für andere öffentlichen Sender haben wird, die nur ein kleines Budget zur Verfügung gestellt bekommen, kann zurzeit niemand abschätzen. Die Privatsender jedenfalls wären hiervon nicht betroffen.

Noch mehr Untertitel-Gesetze?
Und wenn auch die ausländische Bevölkerung daherkäme mit ihren Forderungen? Wenn zum Beispiel die Türken einen eigenen Untertitelkanal verlangen? Ein mögliches Argument wäre: Beim Sender ARTE können gelegentlich wahlweise die deutschen (Seite 160) oder französischen Untertitel abgerufen werden (Seite 161). Schließlich dürfe “Barrierefreiheit” nicht nur auf Behinderte beschränkt werden. Frau Wegmann meint dazu: “Eine zweite Untertitelseite für fremdsprachige Untertitel anzulegen, ist beim WDR aus technischen Gründen nicht möglich”.

Auch Blinde kommen zurzeit sowohl beim WDR als auch bei den restlichen Sendern zu kurz. Eine Audiodeskription (Bildbeschreibung auf dem zweiten, zuschaltbaren Tonkanal hörbar) würde hier Abhilfe schaffen. Etwaige Vorhaben scheitern schon alleine an der Kostenfrage, denn Audiodeskriptionen sind sehr teuer. Doch Forderungen nach Audiodeskriptionen sind zurzeit kaum zu hören. Da können die Fernsehsender von Glück reden, dass Blinde nicht das Fernsehen als ihr Medium “sehen”, sondern das Radio.

Die menschliche Seite
Es ist 19:20. Die “Aktuelle Stunde” ist noch nicht zu Ende. Während Urte fleißig die Untertitel spottet, behalten ihre beiden Kollegen die Sendung sowie die Liste mit den Filmbeiträgen im Auge. Auf dem Bildschirm werden Ausschnitte von einem schlimmen Unfall gezeigt. Die drei Kollegen schauen erst auf die gezeigten Bilder und blicken sich dann kurz an, ohne die Arbeit zu unterbrechen. Sie wechseln einige Wörter miteinander und schütteln entsetzt den Kopf. Untertitler sind auch nur Menschen.

Technischer Stand der UT-Redaktion liegt etwa 3 Jahren zurück.

 
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Geschrieben von - 9. Dezember 2011 in Barrierfreiheit, Untertitel

 

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