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Barrierefreiheit im Internet?

23 Jan

Kürzlich stöberte ich rein zufällig per Wikipedia über die barrierefreies Internet und fiel mir gerade ein, was das eine barrierefreies Internet für alle Menschengruppen bedeutet. Ich habe mir mal näheres betrachtet und stelle fest, dass eine komplett barrierefreie Website für alle Menschen bzw. Zielgruppen kaum möglich ist. Nun frage ich mich, wie die “oberen Bosse” damals auf die Idee kamen und nicht für alle Menschen gerecht umgesetzt haben/werden.

Gut, schauen wir mal genaueres hin:

Wenn Sie diese Buchstaben lesen können, dann ist alle oder diese Website zu 100% barrierefrei!

Wird/Ist das Internet für alle Menschen “barrierefrei”? Von wegen. Obwohl viele Behindertenvereine und -verbände sich dafür stark machen, ist das WWW heute kaum behindertenfreundlicher geworden als vergangenen Jahren. Krass: Fast alle, die “diskriminierende” Webseiten anprangern, haben eine Homepage, die alles andere als barrierefrei ist – ebenso düster schaut es bei vielen Internetdiensten von oder für Behinderte aus…Doch was versteht man unter einer “barrierefrei gestalteten Webseite”? Etwa eine Homepage, bei der

a) man die Schrift vergrößern kann (für Sehbehinderte),

b) ein Gebärdenvideo installiert ist, wo ein Dolmetscher den Inhalt in Gebärdensprache übersetzt (für Gehörlose) und

c) die Farben auf babyblau und weiß beschränkt sind?

Mehr fällt dazu dem gemeinen Surfer nicht ein…

In der Tat übersehen die Entwickler und Betreiber von barrierefreien Webseiten viele Randgruppen. Dabei ist es so einfach! Man muss nur die Augen offen halten und ein bisschen Fantasie haben. Eine perfekte, absolut barrierefreie Webseite bietet unter anderem:

- Links, die mit Tastenkürzel erreicht werden können (für Leute die den Tatterich haben und die Maus wegen dem starken Zittern nicht bedienen können, z.B. Alkoholiker)

- freie Wahl der Farben (für Farbenblinde – wer kein Grün sehen kann, wählt Rot)

- weiterführende Webseiten, die am Rande eine Zusammenfassung der vorherigen Seite enthalten zur Auffrischung der Erinnerung (für Alzheimerkranke, damit sie nicht ständig zurückblättern müssen)

- Webseiten, die Fotos mit unverschleierten Frauen automatisch ausblenden (für moslemische Minderheiten)

Haben Sie weitere Vorschläge? Dann schreiben Sie bitte an irgendeinen Verein, nicht an uns. Aber vergessen Sie nicht, die Mail barrierefrei zu gestalten! ;)

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4 Kommentare

Verfasst von - 23. Januar 2011 in Barrierfreiheit

 

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4 Antworten zu “Barrierefreiheit im Internet?

  1. surferin

    11. Februar 2011 at 07:22

    Weiterer Vorschlag (entschuldige, dass ich den hier schreibe und nicht an “irgendeinen Verein”; ): Webseiten für die “Generation Doof” mit SMS-Kürzelsprache und extra falschem Deutsch.
    Übrigens sehr coole Seite hier – würde mich freuen, wenn ich bei News auf hewritesilent eine Infomail bekäme!

     
  2. Kerstin

    22. Februar 2012 at 07:18

    Danke für den Artikel. Ich möchte gerne mit einigen wenigen Missverständnissen aufräumen bzw. fragen wie es gemeint ist:

    “a) man die Schrift vergrößern kann (für Sehbehinderte),”

    Wichtig bei der Vergrößerung ist, dass die entsprechenden Browserfunktionen unfallfrei funktionieren.

    “- Links, die mit Tastenkürzel erreicht werden können (für Leute die den Tatterich haben und die Maus wegen dem starken Zittern nicht bedienen können, z.B. Alkoholiker)”

    Ich vermute, dass hier sogenannte Accesskeys gemeint sind. Wichtiger ist, dass alle Links und Bedienelemente mit der Tastatur angetabbt, bedient und wieder verlassen werden können. Tastaturkürzel sind eher kritisch, weil es Konflikte zwischen festgelegten Shortcuts in Brower bzw. verschiedenen Hilfsmitteln geben kann. Zudem sind Accesskeys nicht standardisiert und nicht einheitlich.

    “- freie Wahl der Farben (für Farbenblinde – wer kein Grün sehen kann, wählt Rot)”

    Wie bei der Schriftgröße ist hier das eigentlich Wichtige, dass Nutzer eigene Farben in ihren Browsern bzw. Browser und Betriebssystem einstellen können und danach noch alle informativen Inhalte/Elemente sichtbar sind.

     
    • He write silent

      22. Februar 2012 at 21:28

      Ich glaube, du hast was verkehrt verstanden. Was ich hier damit mitteilen will.

      Für mich ist das barrierefreie Leben in erster Linie wichtige Information, die ohne Schnörkel rüberkommt. Beispiel: das neue Gesetz für Behinderte. Nirgendwo gibt es klare Aussagen. Nur komplizierte Satzkonstruktionen. Etwa 90% Gehörlose versteht sie nicht. Das ist echte Behinderung. Da könnten die Verbände sich ein bisschen Mühe geben und allgemeinverständliche Broschüren oder was auch immer für Gehörlosen bereithalten. Ich könnte noch andere Beispiele aufzählen.

      Diese Definition “barrierefrei” gibt es weltweit nicht und die Barriere wird es überall immer geben.

       
  3. Károly

    24. Februar 2012 at 22:54

    Richtig, Barrieren gibt es überall im Alltag, sowohl zu Hause als auch im Büro und in der Freizeit. Auch wenn viele diese Barrieren gar nicht wahrnehmen. Dabei wird viele Menschen oft übersehen, dass barrierefreies Leben nicht immer möglich ist. Im wahrsten Sinne ist Barrierefreiheit eine Mammutaufgabe. Genauso wie die demographische oder gesellschaftliche Wandel. Auch Inklusion ist Mammut-Aufgabe. Leider sind die Gesetze häufig verschwommen, unübersichtlich oder unscharf formuliert.

     

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